Stadt der Platanen

von Andreas van Hooven 
3,9 Sterne bei16 Bewertungen
Stadt der Platanen
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Positiv (13):
M

Kurzgeschichte über das Leben eines Werbetexter in Berlin

Kritisch (1):
Annejas avatar

für mich zu verwirrend

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Inhaltsangabe zu "Stadt der Platanen"

Für einen Werbegrafiker ist Berlin vor der Jahrtausendwende eine Oberfläche, unter der nur ein Credo zählt: Wachstum. Eigene Erfolge sind die Insignien und zugleich Attitüden der aufstrebenden Endzwanziger auf den rauschenden Partys der jungen Berliner Republik. Rücken die Niederlagen im eigenen Umfeld näher, wechseln die Protagonisten über Nacht die Rollen oder driften in Doppelleben ab, um nicht nackt zu erscheinen.
Organisches Wachstum scheint den Akteuren vor dem Durchbruch ins neue Jahrtausend unmöglich. Konsum und Karriere suchen die aufkeimende Frage nach dem eigenen Lebensstandpunkt zu verkleiden. Am Ende ist der kurze Roman eine unheilbare Sinnsuche eines Namenlosen zwischen Zugehörigkeit und Individualität.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783739245911
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:156 Seiten
Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:20.03.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    AnjaKoenigs avatar
    AnjaKoenigvor einem Jahr
    Stadt der Platanen

    ein interessantes buch, das sich deutlich von anderen büchern unterscheidet. ganz anders ist der schreibstil, wie man ihn normal vorfindet. hat viel zum nachdenken angeregt. gute Beschreibungen von leben und Freundschaft ist zu finden, ebenso lebensdetails die man nicht so kennt.

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    M
    Mattdervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kurzgeschichte über das Leben eines Werbetexter in Berlin
    Stadt der Platanen

    Habe das Buch hier gewonnen danke dafür.

     

    In diesen kurzweiligen Buch geht es um Das leben eines Werbetexter in Berlin der in dieser Geschichte keinen Namen trägt, es um Drogen, Alkohol und die Umwelteinflüsse auf ihn wie seine Umgebung Wahr nimmt. Das summen leben mit sein Mitmenschen und deren Alltag ist auch hervorgehoben. Der verliert seine Arbeit und muss sich neue suchen. Nettes Buch das man gut lesen kann.

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    Linatosts avatar
    Linatostvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sprachlich so schön geschrieben, dass trotz wenig Handlung, man immer weiter lesen wollte!
    Man muss sich von der alten Rinde befreien um wachsen zu können

    Ein Großartig erzählter Roman! Die Handlung spielt Ende der 90er, gerade als das Internet entdeckt wird. Der Protagonist hat gerade seinen Job verloren, er lebt von den letzten Resten seines Gehalts. In der Zwischenzeit trifft er sich mit Freunden und konsumiert Drogen, viele Drogen. Er bekommt einen neuen Job, der eigentlich gar nicht seinen Neigungen entspricht. Er versucht nebenbei Fuß zu fassen in seinem eigenen Beruf aber es klappt nie so ganz. Zwischen all seinen Freunden bleibt er irgendwie stehen. Andere sind erfolgreich treten gute Jobs an oder bauen sich eine eigene Existenz auf, finden Partner die zielstrebiger sind. Andere driften immer mehr ab in Drogen, in fragwürdige Geschäfte und Lügen gegenüber dem eigenen Partner. Während unser Protagonist sich die Sterne durch sein Teleskop anguckt.

    Insgesamt ist die Handlung nicht besonders aufregend. Trotzdem hat mich der Roman gefesselt, allein durch die Sprache. Die Sätze fließen so flüssig in einander über, man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Lethargie  des Protagonisten, der heiße Sommer. die Verzweiflung der Freunde, die Euphorie der Freunde alles konnte ich spüren. Der Autor ist ein wahrer Meister der Worte.

    Kommentare: 2
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    michabes avatar
    michabevor einem Jahr
    Kurzmeinung: eine Geschichte die nachdenklich macht, der Schreibstil ist Poetisch und ehrlich , finde ich , und auch mal etwas anderes.
    Poetisch

    eine Geschichte die nachdenklich macht, der Schreibstil ist Poetisch und ehrlich , finde ich , und auch mal etwas anderes.

    Kommentare: 1
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    dieschmitts avatar
    dieschmittvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Tolles Buch über das Leben und die Fragen die sich jedem stellen.
    Tolles Buch über das Leben und die Fragen die sich jedem stellen.

    Zum Inhalt:

    Aus der Beschreibung -  Für einen Werbegrafiker ist Berlin vor der Jahrtausendwende eine Oberfläche, unter der nur ein Credo zählt: Wachstum. Eigene Erfolge sind die Insignien und zugleich Attitüden der aufstrebenden Endzwanziger auf den rauschenden Partys der jungen Berliner Republik. Rücken die Niederlagen im eigenen Umfeld näher, wechseln die Protagonisten über Nacht die Rollen oder driften in Doppelleben ab, um nicht nackt zu erscheinen.

     

    Meine Meinung:

    Ein wirklich außergewöhnliches Buch, das sehr tief in die Geschichte einsteigt. Ich habe immer wieder sehr viel über das Geschriebene nachgedacht, was ich aber sehr angenehm war. In einem sehr angenehmen Schreibstil führt der Autor durch die Geschichte, welche mehr oder weniger die Geschichte des Hauptcharakters (und dessen Freunden) dieses Buches ist. Er nimmt die Leser mit auf die Reise durch dessen Leben und dessen Gedanken und Gefühlswelt. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben, so dass man sie sich sehr gut vorstellen kann, darüber hinaus sind sie sehr vielfältig.

    Auf sehr einfühlsame Weise erzählt er von den Gedanken und Erlebnissen der Charaktere dieses Buches und baut dabei sehr geschickt philosophische Gedanken und Ideen ein.

     

    Die Themen um die sich das Buch dreht sind meiner Ansicht nach: die Realität, Geld, Liebe Freundschaft, die Frage wie möchte man Leben. Hier findet das Buch sehr interessante und vielfältige Antworten und regt so auch sehr zum Nachdenken an.

     

    Mein Fazit:

    Ein tolles Buch von einem Autor, von dem ich sehr gerne noch mehr lesen würde. Er packt sehr schwierige Themen an, auf die es nicht „die eine Antwort“ gibt und schafft es einen nachdenklich zurück zu lassen.

     

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    tob82s avatar
    tob82vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Roman mit existentialistischen Zügen, der nicht einfach zu lesen ist, sich aber auf positive Weise vom Fast-Food-Literatur-Mainstream ab
    Roman mit existentialistischen Zügen und eigener Sprache

    Andreas van Hooven: Stadt der Platanen
    978-3-7392-4591-1, BoD - Books on Demand
    Taschenbuch, 144 Seiten

    Klapptentext:

    Für einen Werbegrafiker ist Berlin vor der Jahrtausendwende eine Oberfläche, unter der nur ein Credo zählt: Wachstum. Am Ende ist der kurze Roman die unheilbare Sinnsuche eines Namenlosen zwischen Zugehörigkeit und Individualität.

    Weitere Info vom Autor:

    Stadt der Platanen (BoD, 2016) geht auf einen rund 10.000 Wörter längeren Text zurück, der 1999 von der Literaturagentur Graf & Graf in der Zeit des Berlin-Romans vertreten wurde. Der Text um das Motiv der Platanen - die ihre Rinde absprengen müssen, wollen sie wachsen - schaffte es damals wie 2015 in überarbeiteter Form nicht in einen konventionellen Verlag.

    Meine Einschätzung:

    "Stadt der Platanen" ist ein Buch, das ohne Zweifel auf positive Weise weit vom Fast-Food-Literatur-Mainstream entfernt ist. Der Text ist nur 144 Seiten lang, dennoch habe ich mehrere Tage für die Lektüre gebraucht. Als Grund dafür sehe ich v.a. dass der Autor, Andreas van Hooven, eine eigene Sprache zelebriert, die auf der einen Seite faszinierend, auf der anderen aber auch teilweise recht anstrengend ist. Die Geschichte hat nur eine minimalistische Handlung. Geschildert werden häufig detaillierte Beobachtungen eines Lebens in Berlin kurz vor der Jahrtausendwende. Der Text hat für mich existentialistische Züge, auch wenn eine der Nebenfiguren Camus als "herzlos" ablehnt ;-) Erinnerungen zu "Less than Zero" ("Unter Null") von Bret Easton Ellis, einem meiner Lieblingsromane, kamen mir immer wieder in den Sinn. Beide Geschichten haben teils ähnliche Motive (Großstadt, Drogenkonsum, Lebensgestaltung, Sinnsuche), wenn auch die Protagonisten ganz unterschiedliche Voraussetzungen haben. Zusätzlich fehlt beiden Texten der rote Faden im traditionellen Sinn. Die Zeit vergeht und es passiert nicht wirklich viel. Dies ist sowohl ermüdend als vielleicht auch lebensnaher als eine klar definierte Handlung. Berlin spielt eine zentrale Rolle in den Schilderungen. Für jemanden wie mich, der noch nie da war, ist das manchmal etwas zu viel gewesen.

    Fazit:
    Ein Roman mit existentialistischen Zügen, der nicht einfach zu lesen ist, sich aber auf positive Weise vom Fast-Food-Literatur-Mainstream abhebt.

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    BarbaraDruckers avatar
    BarbaraDruckervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kaum Handlung, aber fantastisch beobachtet. Dieses Buch punktet vor allem durch virtuosen Sprachgebrauch.
    Was bleibt ist die Leere

    Gleich vorweg: Bei dieser Rezension muss ich zwischen meinem persönlichen Geschmack und dem Können des Autors trennen. Von anderen Rezensionen verführt, wagte ich mich an diesen Roman, ohne das Wichtigste am Klappentext wahrzunehmen: Die Sinnsuche ist unheilbar.

    Der Protagonist ist ein Werbegrafiker, der seinen Agenturjob verloren hat und versucht, im Berlin kurz vor der Jahrtausendwende irgendwie zu überleben. Dieses Irgendwie ist Programm, denn er driftet eher nach dem Zufallsprinzip durchs Leben. Von seiner Ex-Freundin kommt er nicht so wirklich los, in seiner Clique findet er zwar Gesellschaft, aber nur zweifelhaften Halt, und Tage wie Nächte ziehen an ihm vorbei, ohne ihn zu berühren. Das meiste in seinem Leben ist Fake. Freundschaften, sein Porsche mit VW-Motor, seine silbernen Haare, selbst sein Brotberuf in einem Callcenter.

    Der Roman thematisiert die oberflächliche Euphorie in Berlin nach der Wende, die jedoch ohne ein solides Wertesystem hohl bleiben muss. Der Protagonist raucht, trinkt und konsumiert fast ununterbrochen Drogen, man kann aber nicht einmal sagen, dass er sich durch seinen Drogenkonsum vor der Realität rettet. Man erfährt nicht, warum er sich ruiniert, es ist kein Roman über Drogenabhängigkeit, sondern vielmehr einer über Agonie. Genau diese Agonie hat der Autor gekonnt eingefangen. Akribisch genau beobachtet er und schildert winzigste Details in einer wundervollen, schon ans Poetische grenzenden Sprache. Er schafft es, den Leser die Agonie spüren, ja erleben zu lassen, ihn in diese Leere hinter Bars und Clubs zu ziehen und sich selbst im wahrsten Sinne des Wortes zu verlieren. Die Story selbst ist dürftig, weil es unter solchen Bedingungen gar keine Geschichte geben kann, weil sich das Ende vom Anfang bei solch einem Antihelden nicht wirklich unterscheiden kann. Die auf dem Klappentext angekündigte Sinnsuche konnte ich nicht erkennen, zu mehr als kurzen Moralfetzen ist das dauerdrogenvernebelte Hirn nicht mehr fähig. Man ahnt, dass da einmal mehr war, dass dieser Mann das Herz durchaus auf dem rechten Fleck hat, doch man hofft vergeblich auf einen Ausweg für ihn. Wir werden zwar nicht Zeuge seines Niedergangs, aber wir können uns lebhaft vorstellen, wo das enden muss.

    Wer eine Geschichte, Handlung und komplexe Figuren sucht, wird von diesem Buch daher enttäuscht sein. Wer jedoch auf melancholische Antihelden und virtuosen Sprachgebrauch steht, wird es mögen.

    Kommentare: 3
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    mabuereles avatar
    mabuerelevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Das Buch besticht durch seinen poetischen Schriftstil.
    Die Suche nach der Identität

    „...In den Straßen liegt eine Glückseligkeit unter dem Baldachin, den Schattenwürfen der Platanen, die Schlag um Schlag deine Augen treffen – ganz gleich, ob das Licht von der Sonne stammt oder profanen Lampen..“


    Wir schreiben das Jahr 1996. Der unbenannte Ich-Erzähler lebt in Berlin, ist Werbefachmann und hat gerade sein Stelle bei der Agentur verloren. Für einige Wochen darf ich sein Leben und das seiner Freunde verfolgen.

    Der Autor hat einen vielschichtigen Gegenwartsroman geschrieben. Im Mittelpunkt stehen nur wenige Personen. Sie kennen sich seit Jahren. Ihr Leben hat viele Berührungspunkte, doch trotzdem verläuft es völlig unterschiedlich.

    Normalerweise hätte ich das Buch gern ohne Unterbrechungen gelesen. Dem aber stand die extrem kleine Schriftgröße entgegen.

    An sich ist die Geschichte fast alltäglich. Was den Buch sein besonderes Flair gibt, ist der ausgefeilte Schriftstil des Autors. Wie schon obiges Zitat zeigt, beherrscht er das Spiel mit Worten. Das tägliche Einerlei wird gekonnt in Metapher verpackt und in fast lyrischen Stil wiedergegeben. Dadurch fallen die Feinheiten der Erzählung auf und es erschließen sich Zusammenhänge. Alkohol und Speed gehören im Freundeskreis dazu.Niederlagen dagegen sind kein Thema. Dafür steht die Hoffnung auf Zukunft und Karriere. Der Ich-Erzähler interessiert sich für die Sterne. Diese Momente heben ihn heraus aus dem Alltag. Sie sind Zeiten der Ruhe. Die Unendlichkeit des Alls und die Beständigkeit der kosmischen Bewegungen stehen im Gegensatz zu dem Kampf um Erfolg.

    Während der Protagonist mit den Gedanken an Selbstständigkeit spielt, aber einen ungeliebten Job annimmt, um seinen Lebensstandard halten zu können, ist sein Jugendfreund Maxell schon weiter. Doch auch hier trügt der Schein. Gut ausgearbeitete Gespräche dienen der Charakteristik der Protagonisten und ermöglichen mir einen Einblick in ihr Denken und Fühlen. Als Leser habe ich ab und an den Eindruck, dass einige aus dem Freundeskreis noch nicht im Erwachsenenalter angekommen sind. Das Leben ist ein Spiel mit Möglichkeiten. Man sucht einander, man braucht einander und möchte doch einen eigenen erfolgreichen Weg gehen.Gut beschrieben werden beide Seiten von Berlin – Ost und West. Erste Veränderungen in der Wahrnehmung der Stadt sind spürbar.

    Das graue Cover wirkt düster. Diese Stimmung liegt auch in gewisser Weise über der Geschichte.

    Das Buch hat mir gut gefallen. Das liegt weniger an der Handlung, sondern am schriftstellerischen Können und den feinen Nuancen des Buches, die sich nach und nach erschließen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Stadt der Platanen

    Worum geht es?Für einen Werbegrafiker ist Berlin vor der Jahrtausendwende eine Oberfläche, unter der nur ein Credo zählt: Wachstum. Eigene Erfolge sind die Insignien und zugleich Attitüden der aufstrebenden Endzwanziger auf den rauschenden Partys der jungen Berliner Republik. Rücken die Niederlagen im eigenen Umfeld näher, wechseln die Protagonisten über Nacht die Rollen oder driften in Doppelleben ab, um nicht nackt zu erscheinen. Organisches Wachstum scheint den Akteuren vor dem Durchbruch ins neue Jahrtausend unmöglich. Konsum und Karriere suchen die aufkeimende Frage nach dem eigenen Lebensstandpunkt zu verkleiden. Am Ende ist der kurze Roman eine unheilbare Sinnsuche junger Konservativer zwischen Zugehörigkeit und Individualität.

    Meine Meinung:Auf eine eigentümliche Art und Weise war es mir drei Sterne wert. Einerseits, weil die Intension des Autors war, die Langeweile und den Stillstand mit in die Geschichte einfließen zu lassen, auch wenn es somit kein spannender Abenteuerroman wurde. Die eine Rolle spielenden Figuren waren am Anfang ziemlich verwirrend. Man bekam Namen in den raum geworfen, konnte aber kaum etwas mit ihnen anfangen und bekam nur die Informationen, die der Protagonist selbst hatte. Des Weiteren war es an den Stellen, wo es spannend hätte sein können, für mich so vorhersehbar, dass es nicht mehr spannend war. Tatsächlich war es für mich irgendwie auch eine Einschlafhilfe, wenn man so mag. Einerseits werde ich müde, wenn ein Buch kompliziert ist und das war es hier. Zwischen all den Eindrücken aus dem alltäglichen Leben versteckte sich die Geschichte, und das Leben lenkt schnell ab. Auch wurden viele Fremdwörter benutzt bzw. Wörter, die einen erhöhten Bildungsstand benötigen, um sie sofort und ohne Hilfe zu verstehen oder ihre Bedeutung zu kennen. Ab und zu musste ich etwas nachschlagen. Tatsächlich gab es noch einen verwunderlichen Effekt bei dem Buch, der mich überraschte. Ich schien, obwohl ich konzentriert las, zwischendurch in eine Art Schlaf zu verfallen. Nicht offensichtlich und nicht so, dass ich es sofort bemerkte. Ich bekam es erst mit, wenn ich, weil ich mein Lesezeichen nicht gescheit setzen konnte, die Stelle erneut lesen musste und dort plötzlich Absätze fand, an die ich mich nicht erinnerte, aber die ich gelesen haben musste, um dort zu sein, wo ich beim letzten Mal war. Dem Autor ist seine sich selbstgestellte Aufgabe gut gelungen, für mich war es wohl eher nichts. Könnte aber auch daran liegen, dass ich den Protagonisten überhaupt nicht leiden konnte und praktisch mitzählte, wie viel Tonic Water, Joints und Zigaretten er zu sich nahm. Aber und zu gab es, am Anfang, Wortwiederholungen, die mir zwar erklärt wurden und verständlich sind, jedoch mich als Leser dennoch stören.


    Cover:Das Cover sieht auf dem ersten Blick gar nicht schlecht aus. Die Kombination zwischen blau und grau ist gut und grau beschreibt auch ungefähr das Leben der Hauptfigur. Dennoch erkennt man kaum bis gar nicht den Zusammenhang zwischen Cover und Geschichte, ich jedenfalls haben noch nichts wirklich gefunden, außer das Platanen Bäume sind und auf dem Cover Holz zu sehen ist.

    Fazit:Ich denke, dass dieses Buch nicht für jedermann geeignet ist, sondern wirklich nur für ein spezielles Publikum, zu dem ich leider nicht gehöre. Die Geschichte ist nicht unbedingt fesselnd und spannend, dessen sollte man sich vorher bewusst werden. Dennoch konnte ich das gesamte Buch über eine Entwicklung bei dem Autor feststellen, was die Wortwahl anging und den Sprachstil - es wurde besser. Letztendlich ist es kein Buch, dass ich mir selber kaufen würde, aber vielleicht interessiert es den ein oder anderen doch.

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    Keksisbabys avatar
    Keksisbabyvor 2 Jahren
    alles bleibt anders

    Einsamkeit und die innere Leere füllen mit Sternenbeobachtungen, Frauen und Drogenkonsum. Doch alles bleibt anders um ein berühmten Songtexter zu zitieren. Um ihn herum werden die Leute erwachsen, wandern aus, bekommen Kinder oder werden verhaftet. Doch die Hauptfigur verharrt in einer Stille. In einer Zeit in Berlin, wo keiner so recht weiß wohin mit sich, wo ein Praktikum das andere jagt und ja doch nur Unterbrechungen einer großen Party sind. Wie ein Baum ist es ihm unmöglich seinen inneren Standpunkt zu wechseln und doch vielleicht gelingt es ihm seine alte Haut abzustreifen, wie die Platanen, die ihre Rinde erneuern, obwohl sie nach außen unveränderlich scheinen.

     

    Vielen Dank an den Autor Andreas van Hooven, dass er es mir ermöglichte mich aus meiner literarischen Wohlfühlzone hinauszubewegen und mal einen etwas anderen Blick auf das Leben zu bekommen. Als ich das Buch zunächst in der Hand hielt, dachte ich das ich einen unterhaltsamen Nachmittag vor mir hätte, doch weit gefehlt, diese Geschichte lässt sich nicht einfach so herunterlesen, zu sehr geht der Stil unter die Haut. Die Trägheit, Einsamkeit und Schwermut der Personen geht einem als Leser an die Nerven. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, dass auch mich eine bleierne Müdigkeit umfing und ich ein wenig perspektivlos in die Zukunft schaute. Aber wundersamerweise stürzte die Traurigkeit über mich herein oder verlor ich die Lust am Lesen, wie bei manch anderem Werk. Der lyrische Stil verlangsamt zwar das Lesetempo und das Gefühl für Zeit, dennoch dachte ich nicht eine Minute an Abbruch. Vielmehr hoffte ich die Hauptperson würde erkennen, dass das Leben seiner Freunde sich wandelt und sich ihm dadurch mehr als eine Möglichkeit bot daran zu wachsen. Hilflos sieht man ihm beim Scheitern zu sich zu entfalten und hofft dennoch darauf, dass er seinen Kokon verlässt. So verbunden habe ich mich selten mit einer so melancholischen Hauptfigur gefühlt.

     

    „Stadt der Platanen“ ist schwer zu beschreiben, vielleicht auch an manchen Stellen schwer zu lesen, vom Inhalt her, aber leicht von seiner Sprache. Die Geschichte lebt, durch die poetische Erzählung des Autors. Ich bereue keine Minute über meinen Tellerrand geschaut und an dieser Leserunde teilgenommen zu haben.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    wanuskewin022s avatar

    Ein Jahr Stadt der Platanen


    Stadt der Platanen (BoD, 2016) geht auf einen rund 10.000 Wörter längeren Text zurück, der 1999 von der Literaturagentur Graf & Graf in der Zeit des Berlin-Romans vertreten wurde. Der Text um das Motiv der Platanen - die ihre Rinde absprengen müssen, wollen sie wachsen - schaffte es damals wie 2015 in überarbeiteter Form nicht in einen konventionellen Verlag.

    Insofern ist die Geschichte, der Roman über den scheiternden, namenlosen Werbegrafiker inmitten einer Masse um Identität und Anerkennung ringender Menschen einerseits auch ein Scheitern des Textes selbst. Andererseits wachsen die "Platanen" inzwischen kräftig:

    "Kein Begriff für die Besonderheit des Romans"

    "Ein Panoptikum von Getriebenen" schreibt die Nordwest-Zeitung, "sehr szenisch ... wie sich auch einmal die nicht schillernden Seiten der Hauptstadt zeigen können" urteilt die Neue Osnabrücker Zeitung. Beate Loddenkötter im Literaturmagazin Asphaltspuren: "Ich finde keinen Begriff für die Besonderheit des Romans ... Wunderbar!"

    Alle LovelyBooks-Leserinnen und Leser sind zum Einjährigen der "Platanen" herzlich eingeladen, über das Buch zu diskutieren. Kritik ist willkommen! Ich verlose 20 Printexemplare. Bitte teilt mir eure postalische Adresse dazu mit: Entweder hier bei LovelyBooks oder an info@van-hooven.de

    Viel Spaß,

    Andreas van Hooven

    p.s. Mehr Infos und eine Leseprobe gibt es unter www.stadt-der-platanen.de

     

    dieschmitts avatar
    Letzter Beitrag von  dieschmittvor einem Jahr
    Aber sehr gerne geschehen, wirklich ein gutes Buch finde ich.
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    wanuskewin022s avatar

    Liebe Leserinnen und Leser bei LovelyBooks,

    Der kurze Roman "Stadt der Platanen" ist im März 2016 bei BoD als Taschenbuch und E-Book erschienen. Die Geschichte um den scheiternden Werbegrafiker in Berlin Ende 90er hat selbst eine längere Geschichte.

    Hintergrundmaterial zum Buch sowie eine Leseprobe für die eigene Beurteilung, ob ihr an der Leserunde teilnehmen wollt oder nicht, gibt es auf der Website zum Buch unter www.stadt-der-platanen.de.

    Ich möchte mit euch in dieser Leserunde darüber diskutieren, was der Text kann und was er nicht kann. Subjektivität ist dabei hoch erwünscht. Falsch oder richtig gibt es aus meiner Sicht in der Kunst nicht, aber Bewertungen, Eindrücke und auch Argumente.

    Mein nächster Roman "Klangkörper" ist seit einer Woche im Lektorat - er soll Ende 2017 erscheinen. Aktuell schreibe ich fortgeschritten an einer längeren Geschichte mit dem Arbeitstitel "Familie Frauenburg". Die Leserunde wird sicherlich Auswirkungen auf die inhaltliche Arbeit an dem Text haben.

    Eine Sache noch: Ich habe das Unterthema "Erzählposition" bewusst ans Ende gestellt.

    Ich bin sehr gespannt auf die Leserunde und freue mich auf euch!

    Herzliche Grüße, Andreas van Hooven

    Zur Leserunde

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