Der Diversant

von Andree Hesse 
4,5 Sterne bei2 Bewertungen
Der Diversant
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Wirkungsvoll und beängstigend gibt Andree Hesse mit "Der Diversant" einen spannenden, düsteren Einblick in ein Kapitel deutscher Geschichte.

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Inhaltsangabe zu "Der Diversant"

»Diversant [lat.-russ.] der: (bes. DDR) Saboteur; jmd., der Störmanöver gegen den Staat mit Mitteln der Sabotage verübt.«(*) - Andree Hesse schildert die Geschichte eines jungen Menschen auf der Suche nach seinem Platz im Leben: von einem Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen und vom Zerfall einer Familie in der Nachkriegszeit. Der Roman handelt von der deutschen Teilung und einer doppelten Flucht, lässt eine Welt auferstehen, die unsere Gegenwart geprägt hat, in der Menschen lebten, die unsere Eltern und Großeltern sind, eine Generation, die bald sterben wird. Einfühlsam und packend direkt erzählt »Der Diversant« von dem, was lange verschwiegen wurde, und wie die Grausamkeit eines totalitären Sytems einfach jeden treffen kann – eine wahre Geschichte.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783827013194
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Berlin Verlag
Erscheinungsdatum:20.03.2017

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    baerbel2017vor einem Jahr
    Der Diversant - die Geschichte eines Menschen in einem anderen Deutschland

    Am Ende des Buches traten mir Tränen in die Augen. Dabei gab es während des Lesens so viele Stellen zum Schmunzeln, sich erinnern, zum wütend werden. Von Anfang an – und das meine ich wörtlich – hat es mich angezogen, mitgenommen. Weil hier ganz einfach das Schicksal eines ganz einfachen Menschen – aufgewachsen in der damaligen DDR – erzählt wird, ohne es ideologisch zu verbrämen. Es gehört eine Menge Mut dazu, die eigenen Wünsche und Unzulänglichkeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und es gehört eine Menge Einfühlungsvermögen des Autors dazu, die Geschichte zu schreiben ohne moralische oder politische Werte in den Vordergrund zu rücken.

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    Buecherherbstvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wirkungsvoll und beängstigend gibt Andree Hesse mit "Der Diversant" einen spannenden, düsteren Einblick in ein Kapitel deutscher Geschichte.
    Aus Leichtsinn zum Staatsfeind


    Als Mensch, der in ein vereintes Deutschland hineingeboren wurde oder zumindest die Zweistaatigkeit als Kind nur am Rande miterlebt hat und in einem Bewusstsein des Europas ohne Grenzen aufgewachsen ist, dieses im Alltag oder auch nur im Urlaub lebt, ist die Welt der deutschen Teilung kaum vorstellbar. Entgegengesetzte Ideologien, diametrale Ausrichtungen mit verfeindeten Verbündeten, eine Grenze, die zunächst nur patrouilliert, dann mit einer Mauer oder gar Panzern geschützt wurde – all das erscheint selbst beim Spaziergang entlang der (heute künstlerisch gestalteten) Berliner Mauer vollkommen irreal.


    Die vollständige Rezension unter https://buecherherbst.wordpress.com/2017/04/17/rezension-andree-hesse-der-diversant/?frame-nonce=f71359c39a

    Andree Hesse versucht in Der Diversant, diesen Teil der deutschen Geschichte ein Stück greifbarer zu machen. Er erzählt die wahre Geschichte seines Onkels – so wird es zumindest in dem an die Geschichte anschließenden Epilog dargelegt -, der in den 1950er Jahren in der DDR aufwuchs. Es ist eine Zeit, in der der Zweite Weltkrieg erst wenige Jahre vorüber war, die meisten Menschen die Erinnerung daran verdrängen wollten und die beiden frisch gegründeten deutschen Staaten stellvertretend für die ideologischen Systeme um die Vormacht in der Mitte Europas rangen; die einen dem Kommunismus zugeneigt, die anderen der westlichen, marktwirtschaftlich geprägten Demokratie. Beide Gesellschaften waren noch jung und auf der Suche nach der eigenen Identität.

    In der gleichen Phase befindet sich Meiner, der Ich-Erzähler. Während die Gesellschaft ihm keinen Halt geben, versucht er seine Position im Leben zu finden. Die meisten Menschen in seiner Umgebung haben tiefe Wunden von den beiden Weltkriegen davongetragen, physisch oder mindestens psychisch. Da ist beispielsweise Bauer Grothe – bei ihm hütet Meiner als Zehnjähriger in den Ferien die Schafe -, der nur noch ein gesundes Bein hat, da ihm das andere zerschossen wurde; Meiners Opa wurde bereits im Ersten Weltkrieg durch ein Bajonett am Kinn verletzt; sein Vater erlitt im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront einen Kopfschuss, woraufhin ihm die Schädeldecke ersetzt werden musste und er dauerhaft halbseitig gelähmt ist.

    [...]

    Wirkungsvoll und zugleich beängstigend gibt Andree Hesse mit Der Diversant einen spannenden, düsteren Einblick in ein Kapitel deutscher Geschichte, das viel zu selten literarisch beleuchtet wird. Die unmittelbare Nachkriegszeit aus ostdeutscher Perspektive ist im Vergleich zur überdrüssig abgehandelten Nazizeit oder auch den späteren Jahren der DDR, insbesondere jenen rund um die Wende, ein unbedrucktes Blatt Papier. Hesse verzichtet – glücklicherweise – darauf, den Westen rein als Sehnsuchtsort und einzigen Ausweg aus der sich immer stärker abschottenden DDR darzustellen. [...]

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