Andrei Mihailescu

 4 Sterne bei 16 Bewertungen
Andrei Mihailescu

Lebenslauf von Andrei Mihailescu

Andrei Mihailescu, geboren 1965 in Bukarest, floh 1981 mit seiner Familie aus Rumänien in die Schweiz, wo er später Informatik, Politikwissenschaften und Ethnologie studierte. Sein erster Roman "Guter Mann im Mittelfeld" wurde 2014 mit einem Werkpreis des Kantons Zürich ausgezeichnet und erscheint im August 2015 bei Nagel&Kimche. Mihailescu lebt in der Nähe von Zürich und arbeitet als Informatiker.

Alle Bücher von Andrei Mihailescu

Guter Mann im Mittelfeld

Guter Mann im Mittelfeld

 (16)
Erschienen am 24.08.2015

Neue Rezensionen zu Andrei Mihailescu

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Rezension zu "Guter Mann im Mittelfeld" von Andrei Mihailescu

Leider war ich nicht die richtige Adressatin
Carigosvor 2 Jahren

Bei einer Lovelybooksaktion habe ich dieses optisch sehr ansprechende Buch bekommen. Leider muss ich gestehen, dass ich nur bis S. 40 vorgedrungen bin und mich trotz mehrerer Anläufe nicht weiter zur Lektüre motivieren konnte.

Meine Absicht war es, über dieses Buch ein wenig mehr über das kommunistische Regime und die Umstände in Rumänien zu erfahren, weil da ein schwarzes, geschichtliches Loch in meiner Allgemeinbildung klafft. Eine gute Freundin ist zu dieser Zeit dort aufgewachsen und es wäre mir ein Anliegen gewesen, mich mit ihr darüber zu unterhalten.

Mir ist klar geworden, dass dieses Buch etwas für Menschen ist, die entweder über die nötigen Vorkenntnisse oder - noch besser - über eigene Erfahrungen in dieser Zeit verfügen. Viele politischen Feinheiten konnte ich nicht nachvollziehen und kam etwas durcheinander, was aber sicher nicht am wirklich guten Schreibstil lag. Etwas verwirrend war jedoch der Zeitsprung zu Anfang.

Ja, es stimmt mich traurig, dass ich nichts mit dem Buch anfangen konnte, da ich nach den paar Zeilen trotzdem der Überzeugung bin, dass der Autor sehr viel Persönliches und Herzblut mit einfließen hat lassen.

Fazit: Für andere kann dieses Buch eine Perle sein - aber für mich im Hier und Jetzt bedauerlicherweise nicht.

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Rezension zu "Guter Mann im Mittelfeld" von Andrei Mihailescu

Eine Liebe in Zeiten des totalitären Regimes in Rumänien
Julitraumvor 3 Jahren

Rumänien in den frühen 1980er Jahren. Der angesehene Journalist Stefan arbeitet bei einer großen Zeitung in Bukarest. Er ist unverheiratet, in den Dreißigern und lebt bei seiner Mutter. Die richtige Frau hat er noch nicht gefunden, aber er ist mit seinem Leben keineswegs unzufrieden. Er hat eine sehr gute Anstellung und kann durch seine Kontakte und Beziehungen auch in Zeiten von knappen Lebensmitteln für seine Mutter und sich schon einmal etwas "unter der Hand" bekommen. Bei der Zeitung, bei der arbeitet gibt es natürlich wie überall in Rumänien Zensur und ein Mitglied der Securitate, der Geheimpolizei, hat ebenfalls direkt in der Redaktion ein Büro und überwacht die Vorgänge. Ein Zustand, mit dem man leben muß, aber irgendwann kommt Stefan auf die leichtsinnige Idee, eigentlich harmlose Leserbriefe, die sonst vom Mitarbeiter der Securitate in Augenschein genommen werden, abzufangen. Stefan möchte so, den Briefeschreibern, Unheil und Repressalien ersparen, denn Kritik am totalitären System unter Ceausescu und dem Parteikader wird nicht straflos hingenommen. Doch seine Tat bleibt nicht unbemerkt und er hat den Zorn des Securitate-Mitarbeiters auf sich gezogen. So verschwindet Stefan einges Tages für einige Tage spurlos. Seine Mutter rechnet schon mit dem Schlimmsten. In diesen Tagen wird Stefan brutalst misshandelt, bis man ihn wieder freilässt. Schmutzig, heruntergekommen und durstig findet er sich in einer unbekannten Gegend wieder und gerät durch einen dummen Zufall wieder in eine gefährliche Situation, bei der er den Sündenbock abgeben soll. Unverhofft erhält er hier jedoch lebensrettende Hilfe von der Architektin Raluca. Raluca hinterläßt bei Stefan gewaltigen Eindruck und er sieht sie wieder. Die Beiden kommen sich näher als es gut für sie ist, denn eine Liaison ist äußerst gefährlich, da Raluca die Ehefrau eines Parteikaders mit weitreichenden Beziehungen und großen Ambitonen ist. Auf Stefan kommen schlimme Zeiten zu, die nicht spurlos an ihm vorbeigehen und seine Sichtweise und sein Handeln völlig verändern.

Dieser Roman verbindet äußerst gelungen eine fiktive Liebesgeschichte mit der realen Vergangenheit Rumäniens. Als Leser erfährt man von den unglaublichen Zuständen der damaligen Zeit, kann sich in die Menschen hineinversetzen und spürt zwischen den Zeilen förmlich ihre Abgestumpftheit, Angst oder Verzweiflung, aber vor allem auch ohnmächtige Wut... Was macht ein so totalitäres Regime aus den Menschen? Wie kann man in solch einer Umgebung aus Unsicherheit, Angst vor Bespitzelung, vor Willkür leben? Keine Möglichkeit zu haben, die eigene Meinung, geschweige denn die Wahrheit zu sagen, immer Angst haben zu müssen, daß eine unüberlegte Äußerung dramatische Konsequenzen haben könnte. Dieser Aspekt wird äußerst facettenreich in diesem Buch behandelt, denn was macht ein solches politisches System aus einer hoffnungsvollen Liebesbeziehung zweier Menschen zueinander, die sich vorbehaltlos vertrauen? Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten, es war ungemein spannend und sehr bewegend zu lesen, welche Zustände in Rumänien geherrscht haben. Dieses Buch hat mir Ansporn gegegeben, mein bisher recht bescheidenes Wissen über die Vergangenheit Rumäniens zu erweitern und hat mich wütend und fassungslos gemacht, wozu solche Systeme alles fähig sind.

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Diana182s avatar

Rezension zu "Guter Mann im Mittelfeld" von Andrei Mihailescu

Interessante Liebesgeschichte
Diana182vor 3 Jahren

Das Cover ziert ein junger, gut aussehender Mann. Dieses Bild und auch die dazugehörige Beschreibung ließen mich neugierig werden. Hier geht es um eine interessante, außergewöhnliche Liebesgeschichte.


Kurz zum Inhalt:
Die Geschichte erzählt von Stefan, einem jungen motivierten Journalist bei der  Zeitung. Jedoch wird immer deutlicher, dass der Staat (Die Geschichte spielt in Rumänien) alles überwacht und kontrolliert. Ein falsches, geschriebenes Wort kann sofort negativ ausgelegt  und aufgefasst werden. Stefan lässt kritische Leserbriefe verschwinden um den Menschen mit Problemen helfen zu können. Doch leider fliegt er auf und muss ins Gefängnis. Hier wird er eine Woche gefoltert und gequält. Doch dann trifft er auf Raluca und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Eine schöne Liebesgeschichte, die so perfekt sein könnte – wäre sie nicht verheiratet und das auch noch mit einem hohen Parteimitglied. Hier treffen  zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten…Hat ihre Liebe eine Chance?


Der Autor hat einen sehr realistischen und mitreißenden Schreibstil. Kurze Kapitel sorgen ebenfalls für einen guten Spannungsaufbau und verhindern ein schnelles weglegen des Buches.
Bildhaft werden die einzelnen Szenen und Gefühle beschrieben und dargestellt. Die Charaktere sind sehr gut und verständlich ausgearbeitet:


Stefan ist anfangs voller Euphorie und sehr sympathisch. Er verliebt sich in Raluca und kämpft für ihre Liebe. Er würde alles für sie aufgeben und riskieren, nur um in ihrer Nähe sein zu können. Doch leider ändert sich das schlagartig, als er im Gefängnis ist und nach Jahren wieder frei gelassen wird.


Raluca ist eine starke Frau, die weiß, was sie will! Sie bekommt von ihrem Mann Illie nicht die gewünschte Aufmerksamkeit und Liebe. Daher bricht sie aus dieser Beziehung aus und beginnt ein neues Leben mit Stefan – für das sie alles aufgibt. Ab sofort gehört sie nicht mehr zur Ober-, sondern zur Unterschicht und beißt sich hier sehr gut durch. Doch leider ändert auch Stefan sein Wesen und sie muss nun wieder sehr stark sein – für ihren Sohn!


Die Geschichte hat sehr schöne Höhen aber auch tiefe Abgründe. Sie zeigt die politische Situation Rumäniens um die Jahre 1980. Hier wird vieles aufgezeigt, was mir bisher leider noch nicht bekannt war. Wie grausam der Staat Menschen foltert und einspert, nur weil sie eine andere Meinung haben und für ihre Freiheit kämpfen.


Das Ende ist für mich leider sehr unerwartet und nicht so, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Dennoch ist es sehr realistisch und passend gewählt.


Mein Fazit:
Eine spannende, außergewöhnliche Liebesgeschichte.

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Gespräche aus der Community

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Andrei_Mihailescus avatar

Ein Journalist wird auf einer Baustelle brutal zusammengeschlagen. Von der Frau, die ihn rettet, sollte er sich aber in Acht nehmen. Denn sie gehört zu den Mächtigsten im Lande und die sind ihm gerade jetzt nicht wohlgesinnt. Sein Misstrauen schwindet jedoch als er merkt, dass sie, eine Architektin, gar nicht so richtig in der Gruppe seiner Verfolger passt.

Rumänien in den achtziger Jahren. Niemand ist, wer er zu sein scheint, oder nicht ausschliesslich. Mit jedem Schritt entfaltet sich das Bild einer Gesellschaft, in der sich alle verstecken. Der Schein kann über Leben und Tod entscheiden. Wahrheit und echte Gefühle sind hingegen ein rares Gut. Etwas, was darum noch stärker verbindet.

Mein Roman ist kürzlich bei Nagel und Kimche (Hanser) erschienen. Habt Ihr Lust auf eine Leserunde? Ich freue mich schon sehr darauf und verschenke 20 Bücher.

StefanieFreigerichts avatar
Letzter Beitrag von  StefanieFreigerichtvor 3 Jahren
Ich bin gerade in der Leserunde für "Im Himmel gibt es Coca-Cola", "spielt" im Nach-Wende Georgien - und ich verstand zunächst Handlung und Humor so gar nicht. Geschrieben von einer Amerikaner, also, mit welchem Bezug? Ich bin dann im Netz auf das hier gestoßen: http://www.theparisreview.org/blog/2014/08/07/the-comic-voice-an-interview-with-christina-nichol/ "In communist nations, they’d heard all these terrible things about how capitalism works—someone gets money and then doesn’t provide the service he’s been paid for—and they’d say, Well, that’s the free market economy for you! Then, under capitalism, they began to live the kind of ideology of the propaganda they’d been brought up with. It was actually an even worse form of capitalism than ours." Das passt wunderbar zum Thema, fand ich - es fragten ja einige, wie es weitergehen könnte. Und Teile zeichnen sich ja vermutlich schon in dieser Parallelwelt zum Kommunismus, mit Tauschen, sich Anbiedern usw. ab. Außerdem fand ich http://www.taz.de/!111598/ Rumänien - Literatur zum Einlesen und noch ausgearbeiteter unter Perlentaucher https://www.perlentaucher.de/buchKSL/188_Rumaenische_Literatur.html
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