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Andrei_Mihailescu

vor 2 Jahren

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Ein Journalist wird auf einer Baustelle brutal zusammengeschlagen. Von der Frau, die ihn rettet, sollte er sich aber in Acht nehmen. Denn sie gehört zu den Mächtigsten im Lande und die sind ihm gerade jetzt nicht wohlgesinnt. Sein Misstrauen schwindet jedoch als er merkt, dass sie, eine Architektin, gar nicht so richtig in der Gruppe seiner Verfolger passt.

Rumänien in den achtziger Jahren. Niemand ist, wer er zu sein scheint, oder nicht ausschliesslich. Mit jedem Schritt entfaltet sich das Bild einer Gesellschaft, in der sich alle verstecken. Der Schein kann über Leben und Tod entscheiden. Wahrheit und echte Gefühle sind hingegen ein rares Gut. Etwas, was darum noch stärker verbindet.

Mein Roman ist kürzlich bei Nagel und Kimche (Hanser) erschienen. Habt Ihr Lust auf eine Leserunde? Ich freue mich schon sehr darauf und verschenke 20 Bücher.

Autor: Andrei Mihailescu
Buch: Guter Mann im Mittelfeld

Julitraum

vor 2 Jahren

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Klingt äußerst spannend. Gerne würde ich mitlesen.

SaintGermain

vor 2 Jahren

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Klingt spannend. Würde gerne mitlesen.

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Julitraum

vor 2 Jahren

Teil 3
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Wieder ein sehr spannender Teil. Stefan ist so unvorsichtig, aber man kann ihn verstehen, endlich hat er die Frau gefunden, mit der er vertrauensvoll reden kann, sie sind sich ebenbürtig geistigund menschlich. Aber es konnte natürlich nicht lange gut gehen. Überall Spitzel und die Geheimpolizei. Es ist in diesen System immer das Gleiche. Harmlose Menschen werden zu gefährlichen Waffen, durch Druck oder durch Gewalt. Angst führt dazu, daß die Menschen sich auf das gemeine Spiel einlassen und mitmachen. Dies zeigte sich wieder einmal in dem anklagenden Brief von Stefans Nachbarn. Aber es war ohnehin alles nur fadenscheinig, die Anklage gegen Stefan wurde sich "zurechtgebastelt" und vorher mußte er noch unsagbar gequält werden. Auch Ilie mußte noch Gewalt an ihm ausleben. Erstaunlich, daß er wenigstens Raluca Florin überlasst. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber es passt eigentlich auch zu Ilie, er hat ohnehin wohl kein wirkliches Interesse an seinem Kind. Auch der Sohn ist nur ein Symbol, in dem er bei seinen Vorgesetzten und der Familie punkten kann. Was für ein abscheuliches System.
Raluca bleibt erstaunlich stark, auch wenn sie in eine völlig fremde Welt gerät. Keine Heizung, man darf sich nicht ernsthaft beschweren, der Personalchef, der sie unter Druck setzt. Bewundernswert wie sie noch die Kraft hat, sich dem gegenüber zur Wehr zu setzen. Zudem bleibt sie Stefan treu und hofft auch ein gutes Ende. Ecaterina kommt mir mittlerweile nicht mehr so hoffnungsvoll vor, sie hat keinen guten Eindruck von Stefan, als sie von ihrem letzten Besuch heimkehrt. Was mag wohl in diesen Gefängnissen mit Kranken passieren? Ich nehme an, ihr Schicksal liegt dann in Gottes Hand und es kümmert niemanden. Es macht so unglaublich wütend, von solchen Vorgängen zu lesen, die gar nicht mal so lange zurückliegen.
Sehr schlimm war auch wieder die Tatsache, daß Stefan einen Kollegen beschuldigen sollte, den er gar nicht kannte. Diesem System sind alle widerlichen Mittel heilig.
Ich bin gespannt, auf den letzten Teil.

Julitraum

vor 2 Jahren

Teil 2
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@Andrei_Mihailescu

Sehr gerne.
Ich finde, die Mischung ist hier sehr gut gelungen. Es muß nicht alles so detailgenau sein, das Buch vermittelt einen sehr guten Eindruck über das politische System, die unhaltbaren Zustände, die Denkweise, die Repressalien... Es macht so unglaublich wütend und zeigt aber auch wieder, daß alle totalitären System sich in den meisten Dingen sehr ähneln. Auch die einzelnen Figuren und ihr Innenleben kommen noch anschaulich herüber.

Julitraum

vor 2 Jahren

Teil 4
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alasca schreibt:
Ceauscescu war sogar mal ein Held des Nazi-Widerstands und bekam einen britischen Orden verliehen ... trotzdem wurde auch aus ihm ein Schlächter des eigenen Volkes. War Elena Ceaucescu nicht die Frau mit den vielen Schuhen? Nein, das war Imelda Marcos, die philippinische Diktatorsfrau ... wie sich diese Chargen auf der ganzen Welt ähneln ...

Ja, die ähneln sich ungemein, das merke ich auch immer wieder. Und immer wieder macht es einen so wütend und unfassbar ohnächtig, wie sich soche totalitären Regimes jahrelang halten können.

Julitraum

vor 2 Jahren

Teil 4
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Gulan schreibt:
Raluca denkt und handelt, wie eine Mutter handelt. Das ist einerseits völlig nachvollziehbar, Stefan bringt sie und die Kinder in Gefahr. Andererseits legt sie die devote Haltung an den Tag, die ein solches Regime so lange an der Macht hält. Aber Raluca ist konsequent, sie hat Ilie verlassen, weil die Partnerschaft und das Familienleben nicht ihrer Vorstellung entsprach, nun legt sie dieselben Maßstäbe an Stefan an. (Dass sie Ilie und Stefan in einen Topf wirft, ist schon hart, aber in ihrer Denkweise logisch - es erinnert mich ein wenig an Konservative, die Antifas und Neonazis über einen Kamm scheren.)

Raluca kann auch ich gut verstehen. Sie hat schon Recht. Irgenwie ähnelt Stefan Ilie. Bei allem Verständnis, auch Stefan ist nur von seiner Sichtweise gefangen, es ist verständlich, bei dem was er durchgemacht hat. Aber er hat jetzt eine Familie und er müßte auch hier ein wenig auf diese eingehen, auf Raluca, die versucht trotz aller Widerstände das Beste aus ihrem Leben zu machen und wieder steht sie doch alleine da, ohne wirkliches Interesse ihres Partners. Tragisch.

Julitraum

vor 2 Jahren

Teil 4
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Irgendwie hatte mich das Ende der Beziehung zwischen Raluca und Stefan anfangs traurig gestimmt, aber es ist verständlich. Raluca mußte nicht nur aus Angst um ihre Kinder einen Schlussstrich unter die Beziehung zu Stefan ziehen, nein es ging auch um sein Desinteresse an ihrer Person, ihrer Liebe zueinander. Es stimmte schon, auch Stefan sah nur sein Zeil vor Augen und nicht ihre kleine heile Familienwelt. Das war eben nicht das Leben, da sich Raluca trotz aller Widerstände erhofft hatte.

Trotzdem war ich erstant, daß Stefan so einfach weitermachen konnte, Gut so. Ich hatte fast befürchtet, daß er wieder von der Securitate gefangengenommen wurde, aber vielleicht war es eben in den ländlichen Gegenden nicht so gefährlich?

Ein sehr interessantes Buch, in dem ich mich mit vielen Figuren identifizieren konnte. Stefan, der wenigstens etwas bewirken wollte, nicht an der äußerst gefährlichen vordersten Front, sondern eher durch feines Taktieren im Mittelfeld, damit er vielleicht ein bischen dazu beiträgt, seinen Kindern eines bessere Zukunft zu bereiten. Ecaterina, die fast schon abgestumpft duch ihre tragische Vergangenheit ist und dennoch aus allem das Beste macht. Raluca, die sich anpasst, anpassen muß, weil sie die Verantwortung für zwei Kinder trägt und ihre kleine Familie nicht ins Unglück stürzen will, die einfach nur geliebt werden will und der die Politik eigentlich egal ist und so viele anderen Nebenfiguren, die geprägt duch dieses schreckliche Regime waren. Ein Buch, das mir sehr anregende Lesestunden bereitet hat.

Julitraum

vor 2 Jahren

Rezensionen / Fazit
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Vielen Dank, daß ich dieses interessante und bewegende Buch mitlesen durfte. Es hat mich sehr berührt und während des Lesens oft so wütend gemacht. Ich bin immer sehr erschüttert, wenn ich von der Willkür politischer Systeme lese und frage mich immer, wie es ist, so leben zu müssen. Man kann nicht dankbar genug sein, so etwas nicht miterleben zu müssen. Umso wichtiger ist es, daß Zeitzeugen ihre Erfahrungen uns "ahnungslosen" Lesern vermitteln. Dafür sage ich herzlichen Dank und bin schon gespannt auf das nächste Werk.

Hier meine Rezi-Links:

http://www.lovelybooks.de/autor/Andrei-Mihailescu/Guter-Mann-im-Mittelfeld-1213432950-w/rezension/1221441942/

https://www.amazon.de/review/RGIO0L822RZZW/ref=cm_cr_rdp_perm

http://wasliestdu.de/rezension/eine-liebe-in-zeiten-des-totalitaeren-regimes-in-rumaenien

StefanieFreigericht

vor 2 Jahren

Rezensionen / Fazit

Ich bin gerade in der Leserunde für "Im Himmel gibt es Coca-Cola", "spielt" im Nach-Wende Georgien - und ich verstand zunächst Handlung und Humor so gar nicht. Geschrieben von einer Amerikaner, also, mit welchem Bezug? Ich bin dann im Netz auf das hier gestoßen:

http://www.theparisreview.org/blog/2014/08/07/the-comic-voice-an-interview-with-christina-nichol/

"In communist nations, they’d heard all these terrible things about how capitalism works—someone gets money and then doesn’t provide the service he’s been paid for—and they’d say, Well, that’s the free market economy for you! Then, under capitalism, they began to live the kind of ideology of the propaganda they’d been brought up with. It was actually an even worse form of capitalism than ours."

Das passt wunderbar zum Thema, fand ich - es fragten ja einige, wie es weitergehen könnte. Und Teile zeichnen sich ja vermutlich schon in dieser Parallelwelt zum Kommunismus, mit Tauschen, sich Anbiedern usw. ab.

Außerdem fand ich
http://www.taz.de/!111598/
Rumänien - Literatur zum Einlesen und noch ausgearbeiteter unter
Perlentaucher
https://www.perlentaucher.de/buchKSL/188_Rumaenische_Literatur.html

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