Andrej Kurkow Der Milchmann in der Nacht

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Inhaltsangabe zu „Der Milchmann in der Nacht“ von Andrej Kurkow

›Der Milchmann in der Nacht‹ ist dreifache Liebesgeschichte, schwarze Komödie, Krimi und politische Satire zugleich – ein Roman mit so vielen Pointen, Wendungen und Geschichten wie Sterne in der Milchstraße.

Das Buch ist gut geschrieben + die Charaktere sind gut ausgearbeitet, aber die Handlung konnte mich nicht fesseln. Hätte man kürzen können.

— Jisbon
Jisbon

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    Der Milchmann in der Nacht
    Jisbon

    Jisbon

    29. December 2016 um 22:16

    "Der Milchmann in der Nacht" war mein erstes Buch des Autors und auch (soweit ich mich erinnere) das erste, das sich mit der Ukraine und den dortigen Lebensumständen befasst. Dadurch war ich sehr gespannt, wie das Buch mir gefallen würde... aber leider konnte es mich nicht wirklich packen. Die Geschichte ist gut geschrieben und mir hat auch gefallen, wie sorgfältig der Autor die eher ungewöhnlichen Charaktere und das Figurennetz ausgearbeitet hat, aber die Handlung an sich kam mir stellenweise langatmig vor und so, als würde nicht wirklich etwas passieren, obwohl es doch einige gravierende Veränderungen im Leben der Figuren gibt. Das Buch ist nicht langweilig und ich mochte den oft unterschwelligen, trockenen Humor, aber besonderes Interesse hatte ich eigentlich nur am Schicksal eines Charakters. Woran genau das liegt, kann ich nicht wirklich erklären - ich hatte irgendwie eine gewisse Distanz zur Geschichte und den Protagonisten, was vielleicht daran liegt, dass sie ziemlich skurril sind. Meiner Meinung nach hätte die Handlung auch ein wenig gekürzt werden können, aber das Ende an sich und die einzelnen Entwicklungen haben mir ganz gut gefallen und auch die Informationen über das Leben in der Ukraine und die politische Situation, die in die Geschichte eingearbeitet sind, fand ich interessant. Bewerten würde ich "Der Milchmann in der Nacht" mit drei Sternen. Das Buch ist nicht schlecht, konnte mich aber nicht fesseln oder begeistern. Für mich ist es durchschnittlich.

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  • Ich liebe diesen Autor, wurde aber mit diesem Buch nicht warm ....

    Der Milchmann in der Nacht
    engineerwife

    engineerwife

    15. January 2015 um 10:32

    Ich mag diesen Autor eigentlich sehr gerne. Seine "Pinguin" Bücher habe ich verschlungen. In dieses Buch kam ich leider nicht rein. Durch die Sprünge zwischen den unterschiedlichen Handlungsschauplätzen fühlte ich mich als Leserin verwirrt. Man erahnte und erkannte nach einiger Zeit auch lose Zusammenhänge, aber die Charaktere haben mich alle wenig berührt. Ich gebe den Autor jedoch nicht komplett auf, an sich mag ich den russischen Schreibstil und seinen Sinn für Humor.

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  • Rezension zu "Der Milchmann in der Nacht" von Andrej Kurkow

    Der Milchmann in der Nacht
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. July 2012 um 11:18

    Idee originell. Umsetzung zäh. Hätte ne gute Kurzstory werden können.

  • Rezension zu "Der Milchmann in der Nacht" von Andrej Kurkow

    Der Milchmann in der Nacht
    walli007

    walli007

    Dreierlei Mal wieder ein Buch von Andrej Kurkov. Von ihm habe ich schon einige schräge Geschichten gelesen und diese hier steht den anderen in nichts nach. Hauptsächlich geht es um drei Paare, die in der heutigen Ukraine in der Gegend von Kiew ihr Dasein so gut wie möglich gestalten wollen. Da sind zum einen Veronika und ihr Mann Semjon, der herausfindet, dass er unter die Schlafwandler gegangen ist. Weiter lernte ich Dima und Walja kennen, Dima, der nicht zugelassene Medikamente klaut und doch sehr über die Wirkung erstaunt ist. Und dann gibt es noch Irina und Jegor, Irina, die ihre Milch bei einer ausbeuterischen Firma abgeben muss, Jegor, der beim staatlichen Sicherheitsdienst arbeitet und so Irina den ein oder anderen kleinen Dienst erweisen kann. Das scheint zunächst etwas verworren zu sein zumal es auch noch einige Nebenstränge der Handlung gibt, dennoch liest sich das Buch sehr gut. Der Autor hat eine humorvolle, witzige, teilweise aberwitzige Art zu schreiben, die seine Protagonisten, selbst wenn sie recht ungewöhnliche Handlungsweisen an den Tag legen sympathisch machen. Das Buch kann einem die ukrainische Seele etwas näher bringen. Menschen, die mit einem System der Bevormundung klarkommen müssen, und doch versuchen das Beste draus zu machen. Auch die demokratische Revolution in der Ukraine wird in dem Buch gestreift. Allerdings muss ich hier gestehen, dass ich mit der politischen Entwicklung dieses Landes nicht unbedingt auf dem neuesten Stand bin, so dass ich nicht wagen würde, die Äußerungen des Autors diesbezüglich in irgendeiner Form einzuordnen. Ein Buch über Muttermilch und Ziegenkäse ist aber auch so ungewöhnlich genug, um eine uneingeschränkte Leseempfehlung auszusprechen.

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    giulianna

    giulianna

    26. December 2010 um 10:41
  • Rezension zu "Der Milchmann in der Nacht" von Andrej Kurkow

    Der Milchmann in der Nacht
    leserin

    leserin

    03. April 2010 um 10:23

    Der Milchmann in der Nacht ist mein Erstes Buch von Kurkow. Der Inhalt umfaßt eigentlich 2 Geschichten Irina lebt mit Mutter und Kind zusammen und und verdient des Lebensunterhalt durch ihre Muttermilchspende Dima arbeitet am Flughafen als Hundeführer Es ist eine sehr verwickelte Geschichte, in der irgendwie alles zusammenhängt. Manchmal etwas langatmig zieht sie sich dahin, aber vielleicht nur, weil ich mit den russischen Namen so meine Schwierigkeit hatte und ich immer wieder vorblättern mußte. Aber in der Geschichte war doch soviel Spannung dabei, daß ich es doch fertiggelesen habe. Für mich auffallend und erschreckend war der häufige Alkoholkonsum , aber auch die große Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Personen.

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  • Rezension zu "Der Milchmann in der Nacht" von Andrej Kurkow

    Der Milchmann in der Nacht
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. October 2009 um 23:23

    Das Geheimnis lauert überall Eine junge Frau verlässt ihr Haus in Lipowka, im Kiewer Gebiet und sinniert über den nicht mehr existenten Rauch des Schornsteins, da der alte Ofen durch einen Heizkessel ersetzt worden ist. Diese Szene eröffnet den Roman von Andrej Kurkow und bringt schon hier die Tendenz der Melancholie und der Nostalgie in den Blick des Lesers. „Es gibt Geschichten, die beginnen eines Tages und gehen nie zu Ende. Sie können einfach nicht enden, weil sie mit ihrem Beginn Dutzende einzelner Geschichten hervorbringen, von denen jede ihre Fortsetzung hat. Wie wenn ein Stein in eine Windschutzscheibe schlägt […].“ So beginnt der Roman um einige Menschen in Kiew, die durch das Schicksal der Stadt, der ewigen Kälte und der politisch-industriellen Machenschaften bestimmt werden. Und tatsächlich spinnt der ukrainische Autor Andrej Kurkow eine Geschichte, die nicht mit einem wirklichen Ende gesegnet sein kann. Irina lebt ein Leben im ständigen Erinnern. Das zeigen ihr die Träume, das zeigen ihr die Gedanken, die sie hat. Irina ist alleinstehende Mutter einer kleinen, drei Monate alten Tochter. Die ernährt sie jedoch mit Milchpulver, ihre eigene Muttermilch verkauft sie in Kiew an eine Firma. Wohin die Milch geht, weiß sie nicht, aber bestimmt bekommt die irgendein Kind reicher Eltern. Das Geld braucht Irina alle Mal. Dima, der Flughafenwächter, sucht mit seinem Schäferhund Schamil in dieser Zeit auf dem Borispoler Flughafen nach Schmuggelware. Doch an jenem Morgen lässt er einen Koffer mit verdächtigem Inhalt von zwei gewieften Gepäckträgern, die ihn dazu überreden, dass dies ein gutes Geschäft für sie werden könnte, davon tragen. Dass dies für ihn und seine katzenverrückte Frau Walja noch zum Verhängnis werden könnte, stört ihn im Moment noch nicht. Semjon, ein Leibwächter, lebt mit seiner Veronika in Kiew. Doch nachts verschwindet Semjon immer wieder und Veronika glaubt, dass dahinter mehr als nur die zeitraubende Arbeit als Bewacher eines großen Politikers steckt. Vor allem aber bestimmen die Politik und der geheime Bund der Arzneiindustrie das Leben aller Figuren. In dem Koffer, den die Gepäckträger vom Flughafen Borispol entfernen und in Dimas Garage bunkern, befinden sich nach Baldrian duftende Ampullen, deren Inhalt kraftstrotzende Wirkungen hat. Und auch Irina, die sich in den adretten Jegor verliebt, den sie im Park in Kiew in den Pausen ihrer Arbeit als Milchgeberin kennenlernt und daher mit ihrer Arbeit als Amme aufhören will, ist verstrickt in eine politische Affäre, denn ihre Milch ist das Wundermittel zur Verjüngung für einen reichen Parlamentarier, für den Semjon arbeitet. Der Autor erschafft in seinem Roman einen Bilderreigen an Menschen, das Leben drei junger Paare breitet er – getrennt voneinander - vor dem Leser aus. Ihre Schicksale lässt Kurkow sukzessive ineinander übergehen. So erstrecken sich die Puzzleteile der Geschichte größtenteils im Grau eines Alltags, der viele Entbehrungen birgt, doch dazwischen leuchten farbige Tupfer auf. Die Papageien zum Beispiel, die Dima auf dem Markt sieht, wo er einen neuen grauen Kater erstehen will für seine trauernde Frau, denn den geliebten alten Murik hat er mit dem Inhalt einer der Ampullen getötet; oder das frisch grün gefärbte Tuch, das Irina eigenhändig neu coloriert hat, um dem fremden Jegor zu gefallen. Besonders auffallend und sehr atmosphärisch ist des Weiteren, dass im Roman viel Wodka, viel Whisky und viel Kaffee getrunken wird. Aber was will man gegen die ewigen Kälte und das Leben der Entbehrungen schon anderes tun? Alle Figuren jedoch scheinen eher unwillkürlich in ungute Machenschaften verbunden zu sein, es beginnt im Leser der Gedanke zu reifen, dass diese Menschen, die in und um Kiew leben, etwas anderes zwingt, die Ruhe des eigenen Daseins zu gefährden: das System. Irina scheint die einzige Person zu sein, die nicht zum Bösen geleitet wird, die ihr Leben lebt in der Suche nach aufrichtiger Liebe und deren Dasein sich einfach nach vorn gestaltet, ohne große Überlegungen – wenn diese sie auch von selbst heimsuchen. Spätestens mit dem Unfall Irinas, die von einem Auto angefahren wird, läutet die Geschichte andere Tendenzen ein, hier wird es kein schönes Zusammenkommen der Menschen geben, alle Taten, alle Entscheidungen haben Folgen, auch wenn der ein oder andere diese verdrängen möchte, das Schicksal sucht sie doch heim. Man würde nicht genau wissen, in welchem Jahr der Roman spielt, gäbe es nicht diese kleinen, klaren Details. Ein Handy, das Irina geschenkt bekommen soll, um sich bei Jegor zu melden, der Laptop eines jungen Mädchens, der in einem Café aufgeklappt wird, die kleinen Ohrstöpsel, die als Funkverbindungen der Wachmänner dienen, weisen auf die Gegenwart hin, doch die Erzählweise ist recht traditionell, der Erzähler scheint allwissend zu sein, gar die Tiere sprechen hin und wieder und eine stark dem Realismus verhaftete Sprache drängt sich dem Leser nahezu auf. Doch die beängstigende Tendenz der Gegenwart, die Überwachung bezwingt das Althergebrachte, die Postmoderne verschlingt den Realismus. Jeder hat ein Geheimnis, überall lauert das Geheime, so schimmert es zwischen den Zeilen und wird für jeden Einzelnen im Buch zur immer klareren Gewissheit. Wenn auch jeder die Verantwortlichkeit für das eigene Handeln lieber zurückweisen würde. Als Semjon beispielsweise für seine nächtlichen Ausflüge, die er sich nicht erklären kann, vom Psychiater ein Attest ausgestellt bekommt, „dass Sie wirklich an Schlafwandlerei leiden und für Ihre nachts begangenen Taten keinerlei Verantwortung tragen!“, da ist er mehr als erleichtert „und ein nachdenkliches Lächeln erschien auf seinen Lippen“. Die Verantwortung für ihre Taten schreibt Andrej Kurkow tatsächlich nicht unbedingt seinen Charakteren zu. Man erlebt deren unheilvolle Geschichten und Verirrungen mit, die manchmal gar ein wenig zu überspitzt und unglaublich klingen, doch sie gehen in der großen Verschwörung der Welt unter, die sich über ihre Unglaublichkeit selbst gar nicht mehr wundert. Letztendlich geht jeder seinem eigenen Schicksal nach und hofft auf die Erfüllung der eigenen Träume. Dabei malt der ukrainische Autor hier ein recht düsteres Bild, das sich durch das Finale des Romans nicht sofort begreifen mag, doch durch die klare Oberhand der Großen und Mächtigen und die vielen kleinen Details des Buches überaus lesenswert gezeichnet wird.

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