Andrej Longo

 4 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Zehn, Sarahs Mörder und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Andrej Longo

Andrej Longo wurde 1959 auf Ischia nahe Neapel, Italien geboren. Er absolvierte ein Studium der Geisteswissenschaften und Philosophie an der Universität Bologna. Er arbeitete als Rettungsschwimmer, Kellner und Pizzabäcker bevor er seine Laufbahn als Autor für Theater, Radio und Film begann. Im Jahr 2002 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Verleger Meridiano Zero eine Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel »Più o meno alle tre«, ein Jahr später seinen Debütroman »Adelante« der mit dem »National Literary Award Pisa« ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2007 veröffentlichte er den vielbeachteten Roman »Zehn« für die Longo mit dem »Bagutta-Preis« und dem »Preis Piero Chiara« ausgezeichnet wurde.

Alle Bücher von Andrej Longo

Zehn

Zehn

 (10)
Erschienen am 01.06.2012
Sarahs Mörder

Sarahs Mörder

 (8)
Erschienen am 01.03.2013
Das Sonnenblumenfeld

Das Sonnenblumenfeld

 (4)
Erschienen am 13.10.2012
Das Sonnenblumenfeld: Roman

Das Sonnenblumenfeld: Roman

 (1)
Erschienen am 13.10.2012
Sarahs Mörder: Roman

Sarahs Mörder: Roman

 (0)
Erschienen am 01.12.2012

Neue Rezensionen zu Andrej Longo

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AuroraBorealiss avatar

Rezension zu "Das Sonnenblumenfeld: Roman" von Andrej Longo

Italien, warm, Sonnenblumen...
AuroraBorealisvor 3 Jahren

Dieser 193-seitige Roman von Andrej Longo ist perfekt für warme Sommertage. Er lässt sich schnell verschlingen und ist nicht besonders schwer zu verdauen. Der Autor kreiiert eine Atmosphäre die einen glauben lässt, man würde in der Hitze in Italien im Sommer eine kleine Tragödie erleben. Wobei man es vielleicht nicht Tragödie nennen kann.

 Die Protagonisten sind zum einen Lorenzo, der Schusterjunge und Caterina die Tochter einer Familie des Dorfes.  Ein bisschen wie in " Romeo und Julia " wird mit dem Klishee einer außergewöhnlichen Jugendliebe gespielt ( Sehr blumig) und auf der anderen Seite wie in "Kabale und Liebe" mit dem Klishee des Standesunterschiedes beziehungsweise, die jeweiligen Aussichten der beiden Liebenden. Lorenzo als einfacher Enkel eines Schusters und viel bescheideneren Lebensverhältnissen muss sich gegen seinen Nebenbuhler Fellone, der der Sohn des reichsten Arbeitgebers der Umgebung ist und dem die Mädchen hinterherschmelzen,durchsetzen. Ausgerechnet dieser möchte natürlich Caterina, die sich lieber für den Tomorraspieler Lorenzo entscheidet. Das ganze endet in einem Fiasko, welches sich aber zum Guten wendet.

Man erfährt nicht viel über die Personen. Nur grob  lernt man die Verwandtschaftlichen beziehungen kennen, sodass der Roman schon eher einer Kurzgeschichte anmutet. Die Handlung verläuft sehr geradlinieg mit Höhepunkt zum Ende des Buches, ein Buch für alle Happy-End-Liebhaber. Etwas genauer werden die familiären Verhältnisse von Caterina beleuchtet, die sich schweren Zeiten gegenübersehen. Viele Dinge werden nicht nach Moral oder für die Familie entschieden, da man sich in der wirtschaftlichen Krise über dem Wasser halten muss. Drahtzieher ist hierbei Fellones Vater, der als der Arbeitgeber von Caterinas Vater die Zügel fest im Griff hält und sich in Dinge einmischt, die ihn nichts angehen und unmoralische Angebote unterbreitet bzw. erpresst.

 Neben der Haupthandlung verläuft eine Nebenhandlung mit einem einfachen Arbeiter und Professoren als tragende Rollen. Sie mischen zum Höhepunkt hin kräftig mit. Insgesamt werden auf den wenigen Seiten doch viele verschiedene Themen angesprochen und Fragen aufgeworfen, über die man ein Weilchen in der Sonne sinnieren kann. Zum Beispiel Unterdrückung, Familie und wie abhängig man sich von seiner finanziellen Absicherung machen lässt. Ob man sich eher wünscht, dass das eigene Kind glücklich ist aber auch extreme Erziehungsfehler durch Überfluss und das Geld nicht Leben bedeutet. Man könnte es ewig weit spinnen und das Buch gibt einige Denkanstöße.

Alles in Allem war es leider nicht meine Gerschichte. Mir gefällt wie der Autor seine Worte wählt und eine Atmosphäre bildet, die man förmlich spüren kann. Dennoch wirkte es für mich an einigen Stellen zu dick aufgetragen und ich konnte mir nicht wirklich einen Zeitraum für die Handlung vorstellen. Für die heutige Zeit war es zu "mittelalterlich" soll heißen, dass man das Gefühl hatte, dass der Hubschrauber die neueste Erfindung in dem Buch ist. Leider bin ich jedoch noch nie im Süden Italiens gewesen und weiß nicht ob die Dörfer nicht doch noch ein wenig verträumt in ihrer Modernität sind. =D Da es eine sehr knappe Story ist, war es also keine Zeitverschwendung aber leider auch für mich keine Perle der belletristischen Darstellung.

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widder1987s avatar

Rezension zu "Sarahs Mörder" von Andrej Longo

Das Schicksal einer jungen Neapelerin oder Sarahs unsichtbarer Mörder!
widder1987vor 4 Jahren

Inhalt: Acanfora, ein naiver junger Polizist, findet in einem vornehmen Stadtviertel Neapels eine Leiche: ein Mädchen, so alt wie er selbst, mit einer Wunde auf der Stirn und nackten Füßen. Bislang war er leidenschaftslos und angepasst, wollte vor allem wenig Aufsehen erregen, doch dieses Ereignis reißt ihn aus seiner Lethargie: Acanfora verbeißt sich in den Fall, er legt sich mit den Etablierten und Wohlhabenden an, er erkennt, wie sehr alles um ihn herum von kriminellen Strukturen beherrscht wird. Und am Ende, als sich die überraschende Lösung offenbart, ist für ihn nichts mehr, wie es war. Wie in seinem preisgekrönten Erzählungsband "Zehn" erzählt Andrej Longo auch in "Sarahs Mörder" von den Bewohnern einer Stadt, in der das Verbrechen regiert. In wenigen, brütend heißen Hochsommertagen entfaltet sich die Geschichte eines Erwachens - und ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der zugleich eine Hommage an Neapel ist.

Fazit: In "Sarahs Mörder" wird das Neapel des 21. Jahrhundert nach Christi im Hochsommer beschrieben als lebendige und emotionale italenischen Stadt am der Amalfiküste. Der Autor Andrej Longo schreibt mit Witz und Biss aus der Perspektive des Polizisten Acanfora in der Ich-Erzählform unkomplizerte und klare Sätze mit moderner Wortwahl gepaart.

Auf knapp 200 Seiten wird die neapolitosche Art der Wahrnehmung mit leichter krimineller Handlung verküppelt, die aber leider etwas zu kurz kommt...3,25 Sterne

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Eselsohren-Werners avatar

Rezension zu "Zehn" von Andrej Longo

Rezension zu "Zehn" von Andrej Longo
Eselsohren-Wernervor 6 Jahren

Zehn wuchtige kurze Erzählungen über seine Heimat Neapel hat Andrej Longo verfasst, die sich inhaltlich an die zehn Gebote anlehnen. Doch die Geschehnisse konterkarieren die Handlungsanweisungen aus dem Alten Testament.

Da ist der Junge, der nichts mit der Mafia zu tun haben will, und sich zwangsläufig in die einreihen muss, als er seine Freundin nicht beschützen kann und ihm vom örtlichen Camorra-Chef geholfen wird. („Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“)

Da ist der talentierte Sänger, der mit Hilfe der Mafia aufsteigt und von dieser fallengelassen wird, als er auch andere Kanäle für seine Karriere nutzen will. („Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen“)

Da ist der Kriminelle, der damit rechnet, erschossen zu werden, und trotzdem mit seinem Sohn auf den Jahrmarkt geht. („Du sollst nicht töten“)

Nicht alle Geschichten haben direkt mit der Mafia zu tun. Longo erzählt auch von einer Fernehe – der Mann arbeitet in Rom und kann nur dienstags nach Hause kommen. („Du sollst den Feiertag heiligen“) Oder von einem Mädchen, das eine Abtreibung vornehmen lässt. – Das Kind ist von ihrem Vater. („Du sollst nicht ehebrechen“)

Niemand in dieser Erzählungen entkommt dem Umfeld, in dem er oder sie lebt. Dennoch wirken sie nicht pessimistisch, sondern wie eindringliche Zustandsbeschreibungen. Wer in der Zukunft einmal wissen möchte, wie es dereinst in Neapel zugegangen ist, wird es in diesem Buch finden.

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