Andrew Brown Trost

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Inhaltsangabe zu „Trost“ von Andrew Brown

In einer Synagoge wird die Leiche eines muslimischen Jungen in Gebetskleidern gefunden. Grausam hingerichtet in einer Opferzeremonie. Inspector Februarie soll den Fall klären. Und zwar schnell. Denn als die Öffentlichkeit davon erfährt, droht die Stadt von einer Woge der Gewalt überschwemmt zu werden. Plötzlich stehen sich Vertreter aller religiösen Gesinnungen feindlich gegenüber. Und auf den Straßen Kapstadts geraten die ersten Demonstrationen außer Kontrolle. Februarie und die jüdische Sozialarbeiterin Yael Rabin ahnen jedoch, dass der Fall komplizierter ist, als es auf den ersten Blick scheint. Aber können sie das beweisen, bevor der Sturm losbricht?

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    Trost
    sabatayn76

    sabatayn76

    25. May 2015 um 10:46

    Inhalt: Arthur Shimansky ist Hausmeister einer Synagoge in Kapstadt und findet dort eines Morgens die grausam zugerichtete Leiche eines muslimischen Jungen in Gebetskleidern. Der Fall wird Inspector Eberard Februarie übertragen, einem Polizisten, den kaum noch etwas im Leben hält und der sich Tag für Tag mit Alkohol betäuben muss, um halbwegs funktionieren zu können. Doch Februaries Recherche wird bald von Erfolg gekrönt: der ermordete Junge war gar kein Muslim, sondern allem Anschein nach ein verwahrlostes Straßenkind. Wer hat den Jungen getötet und die Tat wie ein jüdisches Opferritual aussehen lassen? Mein Eindruck: Ich habe bereits 'Würde' und 'Schlaf ein, mein Kind' von Andrew Brown gelesen, wobei mir das erstgenannte besser als das zweite gefallen hat. Auch 'Trost' ist ein gelungener Roman über die Zustände in Südafrika, aber auch dieses Buch reicht meiner Meinung nach nicht an 'Würde' heran. Insgesamt empfand ich 'Trost' als sehr spannenden Roman: sowohl aufgrund der bedrückenden Atmosphäre in Kapstadt mit Armut, Drogen, Prostitution und Gewalt, als auch aufgrund des interessanten und aktuellen Hintergrunds aufeinanderprallender Religionen, Traditionen und Überzeugungen sowie aufgrund der düsteren, aber glaubwürdigen Lebensumstände von Februarie. Sprachlich ist der Roman flüssig lesbar, inhaltlich oft sehr explitit und brutal, was wegen des Milieus, in dem sich die Protagonisten bewegen, nicht überrascht. Mein Resümee: Spannend, aber nicht so gut wie 'Würde'.

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  • Ermittlungen im Pulverfass

    Trost
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. October 2014 um 13:25

    Ermittlungen im Pulverfass Trost können die Beteiligten dieses fast depressiv zu nennenden Kriminalromans in Kapstadt, Südafrika, durchgehend gut gebrauchen. Allen voran Inspector Eberard Februarie. Mitten in einem Leben, das völlig aus der Bahn geworfen scheint. Dem Suff treu ergeben, ohne den geringsten Trost im Alkohol zu finden. Seine engste Beziehung bildet das Bettgespann mit Angel, einer cracksüchtigen Prostituierten, die selber Trost in rauen Mengen benötigen würde. Seine Ehe zerstört, der Versuch, wenigstens zu seiner Tochter innerlich eng verbunden zu bleiben immer wieder unter starker Anspannung. Und nun bekommt Februarie von seiner Vorgesetzten einen komplexen und äußerst sensiblen Fall zugewiesen. In einer der wichtigsten Synagogen der Stadt wird ein Junge in einer Art und Weise abgeschlachtet, die nur als rituell bezeichnet werden kann. Bedeckt von einem muslimischen Gebetsmantel inmitten einer allgemein explosiven Stimmung zwischen den Religionen, in einem Land, einer Stadt, das angesichts der explodierenden Korruption und der stattlichen Demotivation eigentlich alle Hände mit sich selbst voll hat. Und warum hat nun gerade er diese undankbare Ermittlungsaufgabe bekommen? Warum muss er sich mit militanten Moslem, mit arroganten christlichen Pastoren und aggressiv klagenden Juden herum schlagen, die sich seit alters her auf den Straßen unversöhnlich gegneüberstehen? Sicher, jene Yael, die er über den Fall kennenlernt, könnte ein Lichtblick sein. Aber selbst diese attraktive Frau bietet keine Wärme, sondern lässt ihn eher ein um das andere Mal wie auf eine massive Betonwand auffahren. Spannung liegt in der Luft, die ersten Steine fliegen, Pistolen werden verdeckt getragen, Ermittlungen verlaufen im Sande, Ergebnisse passen nicht zusammen und bei all dem auch noch ständig gegen den Kater am Morgen ankämpfen zu müssen, raubt Februarie auch noch die letzten Kräfte. Wenn da nicht dieser neue, junge Kollege wäre, der ihn aufrichtet, der ihm hilft, nicht locker zu lassen, wären die Ermittlungen sicher bald ergebnislos beendet. Doch ein letzter Rest an Stolz treibt Februarie um, ein Wissen um das, was geschehen wird in der religiös aufgeheizten Atmosphäre in Kapstadt, wenn er nicht schleunigst Ergebnisse vorzuweisen hat. Und so langsam lichtet sich der Nebel. Mit dramatischen Folgen zunächst für Februarie und die Seinen, denn die andere Seite kennt kein Pardon. Bestens trifft Andrew Brown die düstere, in Teilen apokalyptisch wirkende Atmosphäre in Kapstadt, die Korruption, die vielfachen verdeckten Machtinteressen bis in höchste Regierungsämter hinein. Und lässt als Gegenbild nicht nur Februarie als gebrochenen Helden mehr durch die Straßen taumeln als aufrecht seinen Weg ziehen. Allerdings ist der Fall selbst, auch in seiner späteren Auflösung und manchen eher unrealistisch-zufällig wirkenden Ermittlungsergebnissen nicht in Gänze überzeugend. Vieles am später bekannt werdenden Hintergrund des Mordes an dem Jungen wirkt doch konstruiert, manche Erzählfäden (der anregende Kontakt zum jungen Rabbi) verlieren sich im Lauf der Geschichte zu sehr, manche Ereignisse bleiben stellen sich in den späteren inneren Zusammenhängen als nicht hundertprozentig überzeugend dar. Wobei auf der anderen Seite Brown eine große Stärke darin zeigt, seine Figuren differenziert, mit Licht und Schatten und, vor allem, in ihrer Gebrochenheit und dem dennoch dahinter liegenden Mut überzeugend zu charakterisieren. So verbleibt am Ende ein nicht ganz in sich stimmiger, aber in den Personen überzeugend und mit Spannung versehener Kriminalroman, der die Atmosphäre des Südafrika der Gegenwart mit seinen Spannungen und Brüchen überzeugend darstellt.

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