Andrew Davidson

 4 Sterne bei 272 Bewertungen
Autor von Gargoyle, THE GARGOYLE und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Andrew Davidson

Andrew Davidson erblickte am 12.04.1969 das Licht in der kanadischen Provinz. 1995 schloss er sein Studium an der University of British Columbia mit einem B.A. in englischer Literatur ab. Zunächst arbeitete er für einige Jahre als Lehrer in Japan. Er kehrte nach Kanada zurück und lebt heute in Winnipeg.

Alle Bücher von Andrew Davidson

Gargoyle

Gargoyle

 (219)
Erschienen am 21.08.2010
Gargoyle

Gargoyle

 (25)
Erschienen am 18.08.2010
THE GARGOYLE

THE GARGOYLE

 (28)
Erschienen am 01.01.2009
Bloodlines

Bloodlines

 (0)
Erschienen am 01.07.1999

Neue Rezensionen zu Andrew Davidson

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Rezension zu "Gargoyle" von Andrew Davidson

Bewegende Geschichte
EmmaZeckavor 3 Monaten

Die Handlung beginnt mit einem Mann, der einen Autounfall überlebt. Allerdings trägt er schlimme Verbrennungen davon und muss daher mehrere Monate in einer Rehabilitationseinrichtung behandelt werden. Dort lernt er Marianne Engel kennen, die eine blühende Fantasie hat. Und so stellt sich die Frage: Ist sie einvach nur verträumt oder vielleicht sogar weise?

Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen: Zu Beginn erzählt uns der Verbrennungspatient erst einmal wer er ist und wie sein Leben bisher aussah. Seine Perspektive bewegt sich, nach dem Unfall, immer in der Gegenwart.

Als er Marianne Engel kennenlernt, setzt der zweite Handlungsstrang ein. Sie verbindet nämlich eine ganz eigene Geschichte mit dem Verbrennungspatienten. Und diese erzählt sie uns in ihrem Handlungsstrang.

Außerdem baut Marianne Engel immer wieder kleine Geschichten ein, die von Liebenden handeln. Menschen, die vor Entscheidungen gestellt werden. Wie viel wollen sie für ihre große, vielleicht sogar die einzige Liebe tun?
Und da bleibt natürlich die Frage, ob all diese Handlungsstränge wirklich zueinander führen.

Anfangs war ich etwas orientierungslos, weil ich nicht verstanden habe, in welche Richtung die Geschichte geht. Geht es um reine Krankheitsbewältigung? Hört die Geschichte an der Stelle auf an der unser Verbrennungspatient entlassen wird? Und was hat es mit Mariannes merkwürdigen, aber auch interessanten Geschichten auf sich?

Ich habe etwa das erste Drittel des Hörbuchs gebraucht, um zu verstehen, dass es sich hier um drei Handlungsstränge dreht, die früher oder später wahrscheinlich zusammenlaufen. Und als ich dann begriffen habe, wie jeder Handlungsstrang aufgebaut ist, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Diese Idee mit jedem der drei Handlungsstränge eine andere Perspektive von Liebe zu beleuchten, fand ich ziemlich genial. Gerade, weil es sich hier eben um einen Reise handelt: Liebe mit Höhen und Tiefen. Und gegen Schluss kristallisiert sich eine klare Frage heraus, die Andrew Davidson in seiner Geschichte beantwortet.

Die beiden Protagonisten von Gargoyle sind sehr interessant, weil sie beide Mühe haben, Beziehungen zuzulassen oder aufrechtzuerhalten.

Der Verbrennungspatient hatte bisher nie die Möglichkeit, eine tragfähige Beziehung aufzubauen. Die Erkenntnis seines bisherigen Lebens bestand darin, sich auf sich selbst zu verlassen und sich nicht von anderen Menschen abhängig zu machen. Und da taucht plötzlich Marianne Engel auf, die einfach so beschließt sich um ihn kümmern zu wollen. Dabei kennt er sie doch gar nicht. Wie soll das also funktionieren?

Marianne Engel hingegen scheint hin- und her gerissen zwischen dem Wunsch nach einer Beziehung und dem Bedürfnis für sich zu sein und sich nur um sich selbst kümmern zu müssen. Einige Personen stempeln Mariannes Verhalten als krankhaft ab. Und durch ihren Handlungsstrang lernen wir ihre Sicht auf die Welt kennen und finden heraus, dass ihre Gedanken durchaus Sinn ergeben.

Kommen wir nun zur Gestaltung des Hörbuches: Das Hörbuch wurde ungekürzt von der Hörverlag produziert und ich kann kaum glauben, dass die Geschichte schon zehn Jahre alt ist. Gefühlt hat das Hörbuch erst in den letzten fünf bis sechs Jahren zugelegt. Titel auf meinem Stapel ungehörter Hörbücher, die Anfang der 2000er Jahre produziert wurden, sind heute nicht mal mehr als Download erhältlich und das, obwohl es sich keinesfalls um schlechte Produktionen handelt. Deswegen freut es mich umso mehr, dass Gargoyle immer noch im Handel erhältlich ist.

Da wir hier zwei Protagonisten haben, kommen hier auch zwei Interpreten zum Einsatz und zwar Stefan Kaminski und Sascha Maria Icks. Beide Sprecher haben gut miteinander harmoniert.

Stefan Kaminski interpretiert hier einen Protagonisten der abgehärtet und bemüht ist, niemanden an sich heranzulassen. Doch nach seinem Unfall fällt er in ein tiefes Loch und Dämonen zeigen sich, die ihm das Leben schwer machen. Und gerade diesen Zwiespalt zwischen Stärke zeigen und kurz davor sein, zu zerbrechen, konnte Stefan Kaminski gut in Worte fassen.

Sascha Maria Icks kannte ich bisher nur aus der Lesung von Natascha Kampuschs 10 Jahre Freiheit. Und hier klang sie sehr hart und unterkühlt, was aber viel mit dem Inhalt zusammenhängt. Doch in Gargoyle interpretiert sie Marianne Engel, die sehr zerbrechlich wirkt. Und ich fand es sehr spannend, die Sprecherin in diesem anderen Stilmittel erleben zu dürfen. Sie hat es geschafft, mir Mariannes Gefühlswelt näherzubringen.

Das Spannende an Andrew Davidsons Schreibstil finde ich ist, dass er in der Perspektive des Verbrennungspatienten in der Gegenwart schreibt und für den Handlungsstrang der Marianne in die Vergangenheit schlüpft und das es sich überhaupt nicht schwierig liest, sondern mir der Wechsel zwischen den Zeiten erst nach einer Weile aufgefallen ist. Und dabei habe ich den Eindruck, dass dieser Wechsel häufig als Stilbruch ausgelegt wird.

Besonders beeindruckend fand ich, dass er das Thema Liebe mit bildhafter Sprache beleuchtet, ohne, dass es kitschig wird, aber so, dass alle wesentlichen Informationen enthalten sind.

Gesamteindruck: Als ich mit Gargoyle begann, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartete. Und nach der ersten halben Stunde spielte ich dann mit dem Gedanken, die Geschichte sogar abzubrechen. Zum Glück habe ich durchgehalten, die Orientierungslosigkeit überwunden und danach diesen Schatz gefunden.

Gargoyle ist für mich ein kleiner Geheimtipp bei dem man erst einmal genauer hinhören muss, um zu erkennen, welche Geschichte man hier vor sich hat. Ich kann das Hörbuch allen empfehlen, die eine besondere Liebesgeschichte suchen. 

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Rezension zu "Gargoyle" von Andrew Davidson

grandios!
nonostarvor 5 Monaten

Erzählt wird alles aus der Sicht eines namenlosen Ich-Erzählers. Er ist gutaussehend, drogenabhängig, hatte eine schwere Kindheit und lebte im Erwachsenenalter ein ausschweifendes Leben als Pornodarsteller und -produzent. Bis zu dem Tag an dem er selbstverschuldet einen Autounfall hat: Sein Wagen kommt von der Straße ab, überschlägt sich und fängt schließlich Feuer. Durch Zufall überlebt er den Unfall ist jedoch fortan entstellt und sein kompletter Körper verbrannt. Notgedrungen lässt er die Therapie über sich ergehen, doch insgeheim fasst er den Plan, sich sofort nach seiner Entlassung das Leben zu nehmen. Dies plant er bis ins kleinste detail, als plötzlich eine andere Patientin an seinem Bett steht: Marianne Engel. Sie behauptet, sie kenne ihn schon ihr Leben lang und sie wären vor 700 Jahren ein Liebespaar gewesen, sie eine deutsche Nonne, er ein Söldner, der ebenfalls verbrannt wurde. Irgendwie schafft sie es, den Lebenswillen des Erzählers wieder anzufachen, wodurch ist nicht ganz klar. Sie wird zum Dauergast im Krankenhaus, erzählt ihm von ihrer vermeintlich gemeinsamen Vergangenheit sowie weitere Geschichten über 2 Liebende. Schnell wird ihm klar, dass Marianne an Schizophrenie leidet. Wie selbstverständlich zieht der Erzähler nach seiner Entlassung zu ihr und ihm wird das Ausmaß ihrer Krankheit bewusst. Marianne ist eine gefragte Bildhauerin, die ausschließlich Gargoyles meißelt, oder mit ihren Worten ausgedrückt "sie aus dem Stein befreit". Während ihrer Arbeit durchlebt sie immer wieder mahnische, selbstzerstörerische Phasen in denen sie sich nur auf das Meißeln konzentriert. Sie vergisst zu essen, zu trinken und auch zu schlafen und niemand kann zu ihr durchdringen. Dies geht so lange gut, bis sie zusammenbricht. Traten diese Phasen früher nur 1-2x pro Jahr auf, häufen sie sich nun und sie ist am Ende schließlich nur noch Haut und Knochen. Sie arbeitet mit religiösem Eifer und ist der Meinung ihre drei Meister und Gott verlangen von ihr, die Gargoyles fertig zu stellen, da sie nicht mehr lange zu leben hätte.

Die Liebesgeschichte zwischen Marianne und dem Erzähler ist ein Herantatsen, nicht richtig fassbar, alles entwickelt sich nur sehr langsam, sie scheinen vertraut und doch gänzlich unbekannt. Wer eine Zurschaustellung von Gefühlen erwartet, wird enttäuscht, alles bleibt sehr zurückhaltend und die Gefühle des Erzählers kann man zwar immer wieder erahnen , doch so richtig zeigen sie sich erst am Ende des Buches. Der Autor schreibt sehr zynisch, fast schon brutal, Verbrennungen, Behandlungsmethoden und vieles mehr werden sehr detailgenau geschildert. Man merkt beim Lesen, dass er sich ausführlich mit der jeweiligen Materie befasst hat. Für mich gehört das zum Buch dazu, macht es erst zu etwas besonderem, doch viele mag diese Erzählweise abschrecken. Auch ich musste hin und wieder schlucken bei manchen Beschreibungen. Dennoch berührt mich die schonungslose Sprache auch immer wieder und ich finde die bildhafte Sprache macht es leichter, sich manche Dinge vorzustellen. (Ob man das nun möchte, sei dahingestellt.)

Die einzelnen Erzählstränge und Geschichten werden gut verknüpft, so dass es beim Lesen nie langweilig oder irgendwie verwirrend wurde. Obwohl vieles zusammenhanglos scheint und sich über mehrere Jahrhunderte erstreckt ist die Geschichte rund und am Ende passt alles zusammen. Der Roman an sich beschreibt keine große oder dramatische Handlung, es wird der Alltag im Leben des Verbrennungsopfers geschildert, durchbrochen von den erzählten Geschichten. Dies mag manchen langweilig erscheinen, ich fand es hingegen überhaupt nicht störend. Beim lesen fragt man sich "Kann das sein? Was ist real und was nicht?". Die geschihten sind wunderschön geschrieben, alle haben ein tragisches Ende, doch man man konnte die Liebe zwischen den Zeilen fühlen. Das verhalten von marianne spitzt sich immer weiter zu und man fragt sich unweigerlich, wie weit kann sie gehen, und v.a. wie würde man selbst an der Stelle ihres Mitbewohners handeln? Auch die Versuche ihr zu helfen scheitern an der Byrokratie, doch man fragt sich "hätte man mehr tun können, mehr tun sollen?". Das Ende fand ich etwas abrupt, dennoch ist das in meinen Augen nur ein sehr kleiner Minuspunkt.

Ich muss gestehen das Cover hat mich im ersten Moment überhaupt nicht angesprochen, aber ich wurde positiv überrascht. Beim Titel Gargoyle und dem Klappentext hätte ich zunächst an eine Liebesgeschichte mit ein bisschen Fantasyhintergrund gedacht, doch diese beschreibung wird dem Buch nicht gerecht. Es ist kein typischer Liebesroman mit romantischen Szenen, keine Fantasy-geschichte mit epischen Schlachten oder neuen Welten, aber auch kein rein historischer Roman, der die Vergangenheit schildert. Es ist nichts von alledem, aber doch irgendwie alles zusammen. Ich persönlich bin restlos begeistert, das Buch ist aufgrund von Sprache und "fehlender" Handlung nicht für jeden geeignet.

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Rezension zu "Gargoyle" von Andrew Davidson

Gargoyle – für mich ein enttäuschendes Buch
HappiestGirlvor 6 Monaten

Das Buch stand schon so lange auf meine Leseliste. Ich war immer begeistert von der Trickfilmserie „Die Gargoyles“ im Fernsehen. Die fantastischen Wesen, die erwachen, sobald die Dämmerung hereinbricht, und die zu Stein erstarren, sobald der neue Morgen erwacht.

Doch dieses Buch ist ganz anders. Am Anfang fand ich etwas schräg. Da der Hauptprotagonist ein Pornodarsteller ist. Ja, es geht um Gargoyles. Marianne Engel, die ihn anfangs immer wieder im Krankenhaus besucht und ihn dann später mit Einverständnis der Ärzte, bei sich daheim pflegt. Sie ist besessen von den Gargoyles, die ihr angeblich vorgeben, wann sie von ihr erschaffen werden wollen. Sie stößt dadurch immer wieder an ihre Grenzen, vergisst oft zu essen und zu schlafen.

Vom Wesen der Gargoyles kommt in diesem Buch aber herzlich wenig vor.
Die Geschichten, die sie ihm am Krankenbett aus der gemeinsamen Vergangenheit erzählt, sind allerdings so schön erzählt (handeln allerdings auch nicht von Gargoyles), dass ich hin und wieder ein Taschentuch zücken mußte. Für mich war das eher ein Zeitreise-Roman. Dafür war es dann wieder ok. Aber ansonsten am eigentlichen Thema vorbei geschrammt.

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Gespräche aus der Community

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Mein Buch: Gargoyle soll auf Wanderschaft gehen. Da ich das Buch bereits gelesen habe, würde ich die Liste mal noch unbegrenzt machen.

** Wie das Wanderbuch funktioniert ** Ihr sagt einfach hier Bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste ein. Ich schicke es an den Ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar.

Es gelten natürlich die üblichen Wanderbuch Regeln:
- Jeder geht mit dem Buch um als wäre es das Eigene
- Jeder sagt bitte Bescheid, wenn es angekommen bzw weitergeschickt wurde
- Jeder hat 2 Wochen Zeit, das Buch zu lesen, bevor er es weiter schickt
- Ihr kümmert euch selbst um die Weitergabe der Anschriften!!

Momentan laufen folgende Anmeldungen:

von chatty am 04.10.2012 abgeschickt

  1. gamaschi -> erhalten am 10.10.2012 -> verschickt am 15.10.2012 zu
  2. nicole_von_o -> erhalten am 19.10.2012 -> Versanddatum wurde leider nicht mitgeteilt
  3. ayanea -> erhalten am 12.11.2012 -> verschickt am 22.11.2012 zu justitia
  4. justitia-> erhalten am 29.11.2012 -> verschickt am 14.01.2013 zu
  5. nicole_l -> erhalten am 22.01.2013 -> verschickt am 07.02.2013 zu
  6. Rilana -> erhalten am 15.02.2013 -> verschickt am 11.03.2013 zu
  7. alex_os -> erhalten am 15.03.2013 -> verschickt am: 23.05.2013 zu
  8. alchemilla -> erhalten am 05.06.2013

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EIN VÖLLIG VERDRECKTES BUCH ZURÜCK ERHALTEN, DASS DEFINITV NICHT DAS BUCH WAR, WAS ICH VERSCHICKT HATTE.

 

Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Andrew Davidson wurde am 12. April 1969 in Pinawa (Kanada) geboren.

Community-Statistik

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