Andrew J. Robinson

 4.2 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von Star Trek - Deep Space Nine, A Stitch in Time und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Andrew J. Robinson

Star Trek - Deep Space Nine

Star Trek - Deep Space Nine

 (15)
Erschienen am 03.02.2011
A Stitch in Time

A Stitch in Time

 (5)
Erschienen am 01.05.2000
Clinical Electrophysiology

Clinical Electrophysiology

 (0)
Erschienen am 01.10.2007

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artphilias avatar

Rezension zu "Star Trek - Deep Space Nine" von Andrew J. Robinson

Herrlich!
artphiliavor 3 Jahren

Ein Stich zur rechten Zeit hat mich - bis auf den eklatanten Mangel an Ziyal (mich hätte interessiert, ob Garak sie tatsächlich geliebt hat oder welchen Stellenwert sie für ihn eingenommen hat) - komplett umgehauen und mit jeder Seite gefesselt.
Ich bin eigentlich kein großer Fan der Cardassianer, da sie durch DS9 (und TNG) nicht unbedingt in einem guten Licht dastehen. Umso interessanter fand ich dann allerdings, diesen Roman - Garaks Lebensgeschichte - zu lesen. Denn Garak war immer so herrlich undurchschaubar und somit einer der interessantesten Charaktere der Serie. Cardassia durch die Augen eines Cardassianers zu sehen, war herrlich erfrischend und lässt mich DS9 im Nachhinein mit ganz anderen Augen sehen. :)

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Ameises avatar

Rezension zu "Star Trek - Deep Space Nine" von Andrew J. Robinson

Rezension zu "Star Trek - Deep Space Nine" von Andrew J. Robinson
Ameisevor 8 Jahren

Als "Deep Space Nine" erstmals im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, hatte ich als zunächst meine Schwierigkeiten mit der neuen Serie. Zu sehr unterschied sich das düstere Ambiente von der vergleichsweise familiären Atmosphäre in TNG und TOS. Es dauerte bis weit in die dritte Staffel hinein, bis ich mich mit der dritten Star Trek-Serie anfreunden konnte. Eine Figur mochte ich aber von Anfang an, nämlich Elim Garak! Der von Andrew J. Robinson hervorragend dargestellte Cardassianer ist ganz klar eine der interessantesten und facettenreichsten Figuren im ganzen Star Trek-Universum und einer meiner absoluten Favoriten. Jahrelang fieberte ich der deutschen Veröffentlichung der Hintergrundgeschichte Garaks aus der Feder ebenjenes Andrew J. Robinson entgegen - und nun endlich ist es soweit!

Der Roman besteht aus Briefen, die Garak nach seiner Rückkehr nach Cardassia an Dr. Bashir schrieb. Dabei wechseln sich drei Zeitebenen ab: Zum einen erfahren wir, was Garak nach dem verheerenden Dominionkrieg auf seiner zerstörten Heimatwelt anstellt. Der zweite Handlungsstrang spielt zur Zeit der sechsten und siebten Staffel, kurz bevor sich Garak der Widerstandsbewegung gegen das Dominion anschließt. Den mit Abstand größten Raum nimmt jener Teil ein, den uns die Serie weitestgehend schuldig blieb: Garaks Vergangenheit. Hier erfahren wir über seine Kindheit, die jäh endet, als Elim für das renommierte Bamarren-Institut rekrutiert wird, seinen Aufstieg und Fall im Obsidianischen Orden, und wie es für ihn war, als er im Exil auf Terok Nor und dem späteren Deep Space Nine leben musste. Dabei wird schnell klar, dass Garaks Lebensgeschichte eigentlich eine sehr tragische ist: Vertrauen, dass nur allzuoft mit Verrat bestraft wurde, ein totalitäres Staatssystem, ein Vater, der sich nicht zu seinem Sohn bekannte und eine unerreichbare große Liebe - all diese Erlebnisse prägten Garak und formten einen zutiefst misstrauischen Charakter, der sein wahres Ich hinter einem dichten Netz aus Lügen und Halbwahrheiten verbag.

Alle Achtung! Andrew J. Robinson beweist mit seinem Debütroman eindrucksvoll, dass er nicht nur schauspielern und Regie führen kann, sondern auch noch ein begnadeter Autor in ihm steckt. Jedenfalls schafft es dieses Buch mühelos, die meisten Werke gestandener Star Trek-Romanautoren in den Schatten zu stellen. Meisterhaft verknüpft Robinson die drei gleichermaßen hochinteressanten Handlungsstränge zu einem schlüssigen, in sich runden Roman, der so komplex ist und hintergründig wie die Hauptfigur Garak selbst ist. Trotz des langsamen Tempos und den sehr sparsam eingesetzten Actionelementen kann man hier wunderbar in die Geschichte eintauchen und mitfiebern. Auffällig sind die vielen Anspielungen auf so ziemlich alle DS9- und TNG-Folgen, in denen Cardassianer mitwirkten, so dass es empfehlenswert ist, sich bestimmte Episoden nochmal anzusehen. Diese Anspielungen machen es für sporadische Star Trek-Zuschauer ziemlich schwer, die Handlung nachzuvollziehen, aber Kenner dürften ihre helle Freude daran haben.

Einen großen Reiz der Geschichte macht dabei zweifellos der Schauplatz Cardassia Prime selbst aus. Meines Wissens gab es nie zuvor einen Roman, der sich näher mit dem Hintergrund und der Kultur der Cardassianer beschäftigte. Machte Cardassia Prime in der Serie stets den Eindruck einer düsteren, ungastlichen Welt, so kann man beim Lesen dieses Romans gut nachvollziehen, warum Garak seinen Heimatplaneten allen Widrigkeitkeiten zum Trotz so sehr liebte.

n der Serie taten die Drehbuchautoren gut daran, Informationen über den geheimnisvollen Schneider nur in winzigen Häppchen herauszurücken, weshalb Garak bis zum Schluss rätselhaft blieb und für den Zuschauer schwer einzuschätzen war, weil man ihm im Prinzip alles zutrauen konnte. Klar wird er jetzt durch diesen Roman einem Großteil seiner Geheimnisse beraubt, die Frage ist nur: Ist das schlimm? Ich meine nein, denn mal ehrlich: Die Serie ist vorbei, und ich wollte endlich eine Antwort auf die vielen Fragen, die sich im Laufe der Zeit ansammelten. Auf den weiteren Lebensweg unseres Lieblingscardassianers bin ich nach wie vor sehr gespannt!

Ein kleiner Tipp noch: "Ein Stich zur rechten Zeit" ist ein Roman, der einigermaßen konzentriertes Lesen erfordert. Man sollte sich von Anfang an die Personen gut einprägen, die im Laufe der Handlung meist unter anderem Namen nochmal auftauchen werden - ein gutes Namensgedächtnis oder Notizen sind hier wirklich von Vorteil! Ich jedenfalls musste mehrere Male zurückblättern ("Wer war das nochmal?")
Auch die "Landkarte" am Anfang ist immer wieder mal einen Blick wert.

ch gebe gern zu, dass der Roman bei mir den Garak-Bonus hat. Hinzu kommt, dass ich sowieso eine Schwäche für Star Trek-Romane habe, die reine One-Man-Shows sind und deren Handlung sich über einen langen Zeitraum hinzieht. Auf jeden Fall ist "Ein Stich zur rechten Zeit" ein sehr ungewöhnlicher Star Trek-Roman, und nicht nur durch die bei ST-Büchern sehr seltene Ich-Perspektive. Er besticht vor allem auch durch seine wunderbare, eloquente Sprache, so dass man immer das Gefühl hat, Garak reden zu hören.

Fazit: Besser kann ein Star Trek-Roman kaum sein! Ein faszinierender Hauptcharakter, eine verschachtelte, anspruchsvolle und sehr berührende Story, Sätze, die man sich am liebsten einrahmen würde und lang ersehnte Antworten auf offene Fragen - Herz, was willst du mehr? Daumen hoch für den bisher besten Roman aus dem Hause Cross Cult!

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