Andrew Keen Das digitale Debakel

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Inhaltsangabe zu „Das digitale Debakel“ von Andrew Keen

Das Internet bringt den Menschen mehr Demokratie, wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Vielfalt. Es ist ein Raum der Transparenz, Offenheit und Gleichberechtigung. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Wer das glaubt, sagt Silicon-Valley-Insider Andrew Keen, liegt völlig falsch. Nicht die Gesellschaft profitiert von einer „hypervernetzten“ Welt, sondern eine elitäre Gruppe junger weißer Männer. Was ihnen immer mehr Reichtum beschert, macht uns in vielerlei Hinsicht ärmer.
Das Internet vernichtet Arbeitsplätze, unterbindet den Wettbewerb und befördert Intoleranz und Voyeurismus. Es ist kein Ort der Freiheit, sondern ein Überwachungsapparat, dem wir kosten- und bedenkenlos zuarbeiten. Kurzum: Das Internet ist ein wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Debakel. Andrew Keen liefert eine scharfe, pointierte Analyse unserer vernetzten Welt und zeigt, was sich ändern muss, um ein endgültiges Scheitern des Internets zu verhindern.

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    Das digitale Debakel

    SwissCouchPotato

    08. January 2018 um 10:00

    Es schadet gewiss nicht, wenn ein Buch wie dieses die „schöne neue Welt“ von Google, Facebook, Uber etc. kritisch beleuchtet. Spannend fand ich die These des Autors, dass sich eine neue Feudalgesellschaft wie im Mittelalter herausbildet, deren Oberschicht – die CEOs des Silicon Valleys – ebenso von der Realität der einfachen Leute abgehoben sind wie damals der Hochadel. Meiner Meinung nach hätte aber deren Umgang mit den Userdaten etwas mehr Platz eingeräumt werden müssen, während viele andere Angaben im Buch nur mässig relevant sind. Der grösste Schwachpunkt des Buches ist vielleicht, dass es sich nicht entscheiden kann, ob es eine Polemik oder ein Sachbuch sein will: Für eine Polemik ist es viel zu lang, zu viel „Google-Bashing“, und für ein Sachbuch zu einseitig und subjektiv.

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  • Augenöffner

    Das digitale Debakel

    michael_lehmann-pape

    06. February 2015 um 12:09

    Augenöffner Andrew Keen gehörte dazu. Zum Silicon Valley. Zu der „neuen Elite“. Zu jener Atmosphäre der Weltveränderung, Weltverbesserung, zum fast messianischen Gehabe der führenden Gestalten der „neuen digitalen Welt“. Und er hat „die Seiten gewechselt“. Was seine fundamentale Kritik fundiert und glaubwürdig macht, denn nicht „Herausgeworfen“ oder „Gescheitert“ ist er an diesem Ort, sondern eher „geläutert“ bei der Hinterfragung all dieser Heilsversprechen und all der charismatischen „Leader“ der digitalen Welt. Im Übrigen wir Keen auch kein einfacher „Technikfeind“, sondern differenziert durchaus zwischen der „Hilfe für den Menschen“ und der „ideellen Überhöhung“ dieser Technik und des Internet (die meist handfeste finanzielle und machtorientierte Interessen hinter den pathetischen Worten finden lässt). Finanzielle Interessen und eine Form der Egomanie, die in manchen Fällen (Amazon, Uber, Google etc.) alle dafür in Gang setzt, die eigenen Interessen und den eigenen Willen auf Kosten der sozialen Strukturen durchzusetzen und das Ganze wohlfeil als fast als evolutionär gewollte „neue Lebensform“ deklarieren. Das Internet der Gegenwart und die führenden Firmen und Figuren, die dieses Gestalten und dessen Fäden ziehen mit all ihren Pages und Apps und Gadgets steht in den Augen Keens für letztendlich die reine Gier am eigenen Erfolg, für einen Kapitalismus destruktivster Art auf dem Weg zur Konzentration der materiellen Ressourcen nur in den Händen weniger. „Werkzeugmacher der digitalen Zukunft“ nennt Keen dabei so manch führende Figur der „neuen Welt“, denen er vielfach und hochgradig „mangelnde Selbsterkenntnis“ attestiert (bis hin zum Autismus, den er bei Mark Zuckerberg verortet). Eines vor allem ist das Internet nach Keens Analyse eben nicht (entgegen all der markigen Werbesprüche), es ist kein „Ort der Transparenz, Vielfalt und Gleichberechtigung“, der „wirtschaftliche Chancen für alle eröffnet“. Ein verqueres, gewolltes Bild, dass „im Silicon Valley“ entsteht, da, wo „persönliche Bereicherung mit gesellschaftlichen Nutzen gleichgestellt wird“ und die Fakten der zunehmenden und sich potenzierenden Ungerechtigkeit und Ungleichheit schlichtweg nicht thematisiert werden. Das Gegenteil ist der Fall, wie Keen flüssig und leger formuliert, verständlich und sehr überzeugend Seite für Seite im Buch darlegt. Gewachsene Strukturen sozialer Sicherheit und gesellschaftlicher Übereinkünfte werden nicht „korrigiert oder reformiert“, sondern schlichtweg versucht zu zersetzen (siehe Über und die Taxi Branche), wo sie einer „Geschäftsidee“ im Wege stehen könnten. So ist die digitale Welt und ihr „weltlicher Ausläufer“, das Internet, laut Keen nicht anderes als ein „Big Data“ Unternehmen, auf Werbung basierend und für die Werbung arbeitend. Meistbietend, versteht sich. Auf Kosten des „sozialen Klebstoffes“ gewachsener Strukturen und auf Kosten einer zunehmende „neuen Verarmung“, zumindest eines „Abrutschens nach unten“, wenn man nicht zu „den Machern“ gehört. Und das alles vollzieht Keen nicht in einem polemischen Ton, sondern er unterlegt seine Analyse mit harten Fakten, Statistiken und Zahlen, die all die Heilsversprechungen jener „Macher“ teils ad absurdum führen. Ein hochinteressantes Buch, das zur Reflexion geradezu aufruft und das ebenso nach einer Entwicklung von Strukturen ruft, der „Hypereffizienz“ und der harten materiellen Interessen hinter den schalen Worten Herr zu werden, bevor „nichts mehr geht“ und aus vollmundigen „sozialen“ Innovationen weiterhin das Soziale zerstörende Fakten schafft. „Es ist eine Tatsache, dass die vernetzte Wirtschaft die Kluft innerhalb der Gesellschaft weiter vergrößert“. Wenn dem Silicon Valley und seinen Protagonisten weiterhin allzu freie Hand gewährt wird. Sei es bei der Steuer, sei es beim „Mithören“, sei es beim Daten Sammeln in jedweder Hinsicht, sei es bei den autokratischen Strukturen, die in den Internetkonzernen vorherrschen und die, nach deren Willen, „Schule „machen sollten.

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