Andrew Marr Der Premierminister

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Inhaltsangabe zu „Der Premierminister“ von Andrew Marr

Andrew Marr lockt mit seiner BBC-Sendung – die ANDREW MARR SHOW – am Sonntagmorgen Millionen vor den Fernseher. Regelmäßig liefert er als einer der angesehensten Politikjournalisten Englands Gesprächsstoff für die ganze Woche. Jetzt legt er mit "Der Premierminister" eine scharfe Satire auf den Politzirkus vor. Wenige Tage bevor die Engländer über den Austritt aus der EU entscheiden sollen, ist das Land gespalten: Das Lager des Premierministers ist für einen Verbleib in der EU, die Opposition für den Austritt. Als der Premierminister nur wenige Tage vor der Abstimmung an einem Schlaganfall stirbt, beschließen seine engsten Berater, seinen Tod bis zum Referendum zu verheimlichen, um den Sieg bei der Abstimmung nicht zu gefährden. Mit von der Vertuschungspartie: ein Trupp hochqualifizierter Polen und vertrauenswürdige Geheimnisträger mit der Kernkompetenz üble Nachrede.

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  • Das egomanische Wuseln hinter den politischen Kulissen

    Der Premierminister

    michael_lehmann-pape

    07. January 2016 um 14:32

    Das egomanische Wuseln hinter den politischen Kulissen Dass der Print Bereich altehrwürdiger Zeitungen mehr und mehr ins ich zusammensinkt, das hat nicht nur wirtschaftliche Bedeutungen, sondern auch Folgen für die Arbeitsweise der Zeitungen, für deren Angestellte und für die ganze Form. Was eine nicht unerhebliche Rolle im frisch und mit klassisch trockenem, englischem Humor verfassten Roman / Thriller / Krimi von Andrew Marr spielt. Denn außer einem mehr als exaltiert zu bezeichnenden Journalisten „der alten Schule“, was unter anderem von einem reichhaltigen Genuß von Alkohol kündet, ist da nicht viel an Manpower, um einen der größten Skandale des politischen Getriebes aufzudecken, der je in England „passiert sein könnte“. „Reptilien. Wasserratten. Aber man konnte ihnen kaum einen Vorwurf machen“. Wobei Marr in anregender Form einige wesentliche Themen der Zeit einerseits aktueller Natur (das Referendum zum Verbleib in der EU) und grundsätzlicher Natur (Das „Gesumme“ in Downing Street 10 um den Premierminister herum, das „Aussterben“ politischer „Typen“ vom alten Schlag, eine klare Sicht auf den Zustand der europäischen Welt („zwei Generationen über alle Verhältnisse gelebt – am Ende angelangt – jeder Politiker weiß das – dem Volk ist dieses Wissen nicht zuzumuten) und auf das, was eigentlich Entscheidungen herbeiführt (persönliche Sympathien und Animositäten, eine schlagkräftige Bullenpeitsche, eine „graue Eminenz“ und Gier“. Wie Marr an dieser verwirrenden und rein strategisch denkenden Welt dann seine wenigen Figuren mit (noch) ideologischem Blick auf die Welt, Jenny, ihre immer schon ständig abdriftende Autorenmutter und Lucien McBryde) sich abarbeiten lässt (hoffnungslos, so scheint es zumindest) und dabei auch kleinere Verästelungen einer durchaus selbstverliebten, auf Rache schwörenden und dekadenten „Führungselite“ mit dem gewissen Maß an Gier zur eigenen Bereicherung ausgestattet, vor die Augen des Lesers führt, das ist anregend, interessant und sehr unterhaltsam zu lesen. Was genau der eigentliche „Plan“ sein wird, kann nicht offengelegt werden, ohne dem Roman zu sehr an Spannung zu nehmen, aber auch das Geschehen „um das Geschehen mittendrin“ herum zeigt eben in klarer Weise auf, was an Technik, Skrupellosigkeit, persönlicher Gier und damit doppelten Spielen zum Alltag des inneren Kreises der politischen Verantwortungsträger gehört. Zum Ende hin zieht sich dieses Konglomerat dann doch ein wenig zu sehr dahin, wirken die ein oder anderen Verbrechen und Verfolgungen eher einem „zu Ende bringen Müssens“ des ein oder anderen Erzählfadens geschuldet. Alles in allem aber eine treffende, im Stil anregende und Augen öffnende Lektüre. 

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