Andrew Miller Friedhof der Unschuldigen

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Inhaltsangabe zu „Friedhof der Unschuldigen“ von Andrew Miller

Paris, am Vorabend der Revolution. Jean- Baptiste Baratte, Bauernsohn und frischgebackener Ingenieur, träumt von Straßen- und Brückenbau, da erhält er einen ungewöhnlichen Auftrag: Die Gebeine des alten Pariser Friedhofs Les Innocents sollen umgebettet werden die Ausdünstungen vergiften die Stadt, der Wein in den Kellern wird zu Essig. Baratte ist klar: Das Ausgraben jahrhundertealter Gebeine, der Abriss und Wiederaufbau der Kirche, wo ein alter Organist den Mäusen Bach vorspielt, ist eine Mission. So beginnt ein Jahr, das die sozialen Unruhen vorausahnen lässt und sein Leben von Grund auf verändert.

Ein aufwühlend ernsthafter, unglaublich facettenreicher und sprachgewaltiger Roman zwischen literarischer Fiktion und historischer Realität.

— nana_what_else
nana_what_else

Interessanter Roman, mit attraktiven Plot, allerdings mit unschönen Längen.

— zickzack
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  • Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer

    Friedhof der Unschuldigen
    stravaganza

    stravaganza

    30. September 2016 um 14:49

    Jean-Baptiste Baratte, 28-jährig, Ingenieur, aus der Normandie stammend, wird vom Minister – eher aus Zufall – mit der Aufgabe betraut, die Kirche und den Friedhof „Les Innocents“ (heute ein Marktplatz bei Les Halles) zu demolieren. Der Friedhof existiert schon seit Jahrhunderten und hat dementsprechend viele Tote aufgenommen und überquillt schon. Seit fünf Jahren sind Friedhof und Kirche deshalb schon geschlossen. Baratte macht sich daran, die Aufgabe, welche man ihm aufgetragen hat, zu erfüllen. Was ihm aber alles in dem Jahr, welches er brauchen wird, um seine Aufgabe zu einem Ende zu bringen, wiederfahren wird, damit wird er wahrscheinlich nicht gerechnet haben…. Wahrscheinlich wird jedem, welcher Süskinds „Das Parfum“ gelesen hat, zu Beginn dieses Romans so etwas wie ein Déjà vue wiederfahren. Der Vorname der Hauptfigur (Jean-Baptiste), das überaus stinkende Friedhofsquartier – der Atem der Leute, die Lebensmittel, die Luft, ja eigentlich stinkt alles nach Verwesung. Damit hört die Ähnlichkeit aber eigentlich auch schon auf, obwohl der „moderne“ Pistaziengrüne Anzug, welcher Jean-Baptiste (vorher trug er einen braunen Anzug) vom Organisten Armand ( einer Figur, mit welcher ich einfach nicht wirklich warm wurde) praktisch aufgedrängt wird – wir wollen ja zur Partei der Zukunft gehören – vielleicht eine Anspielung auf „Grenouille“ (Frosch) sein könnte? Und nachdem Jean-Baptiste im Verlauf des Romans angegriffen wurde, trägt er einen schwarzen Anzug (Genfer Pastor, Kalvinist). Ist er jetzt noch Anhänger der Partei der Zukunft, d.h. ein Freigeist, Schüler Voltaires, ein Vernunftmensch, oder nicht mehr? Die Geschichte erstreckt sich von Oktober 1785 bis Oktober 1786 (seltsamerweise wird einmal ein Montag 10. Juni erwähnt, das Jahr soll eigentlich 1786 sein, aber erst im Jahre 1788 war der 10. Juni ein Montag ?). Erzählt wird zwar in der dritten Person, aber manchmal hatte man das Gefühl, man würde eher ein Tagebuch lesen, Barattes Tagebuch. Es werden Episoden an Episoden gereiht, was eigentlich interessant ist, da man durch diese Art viel vom Alltagsleben der damaligen Zeit, der Protagonisten erfährt. Aber irgendwie wird dann auch etwas angedeutet, aber nicht weitergeführt (z.B. dieser Hundswolf/Wolfshund) oder man kann sich einfach nicht wirklich erklären, warum ein Protagonist seltsamerweise nun mal das tut, was über ihn geschrieben wird? Manchmal hätte ich mir eine bessere Erklärung über die Psyche/das Handeln der Protagonisten gewünscht. Das Ausräumen der Armengräber/Gruben, über zwanzig an der Zahl und überhaupt die Nähe zu diesem Friedhof, wird manch einer der handelnden Personen im Roman mit der Zeit zum Verhängnis. Krankheit, Vergewaltigung, Selbstmord und Irrsinn auf der einen Seite, wird durch das Erfahren von Freundschaft und Liebe auf der anderen Seite ergänzt, aufgelöst bzw. „gespiegelt“. Obwohl die Protagonisten im ganzen Roman vom Tod umgeben sind, werden aber nur zwei Menschen im Verlauf desselben sterben. Und was machen die Protagonisten sonst noch, ausser den Friedhof zu demolieren? Sie essen/fressen, trinken/saufen, lieben sich/huren herum, gehen ins Theater, machen Musik, reisen ein wenig herum und sind sonst ab und zu ziemlich selbstgefällig. Es ist der Beginn des Zeitalters der Aufklärung, der Vernunft, der Empfindsamkeit. Das Ancien Régime gab es lange genug in Frankreich, macht den Weg frei für die Partei der Zukunft, für die „Männer, die Paris reinigen“ und die „Vergangenheit beseitigen“ werden. Nur ein paar Jahre später wird die Französische Revolution ausbrechen. Aber sind die Menschen wirklich bereit dafür, für ein Zeitalter der Vernunft? Fazit: Mich hat dieses Buch aus zwei anfänglichen Gründen angesprochen. Zum einen das Titelbild, eine Abänderung von Goyas „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“, welches mir sehr gefallen hat. Zum zweiten der Autor Andrew Miller, von dem ich bereits „Die Gabe des Schmerzes“ gelesen hatte. Nun hat mich aber „Der Friedhof der Unschuldigen“ ziemlich zwiespältig zurückgelassen. Mit einzelnen der Protagonisten wurde ich einfach nicht warm und ich konnte ein, zwei Dinge, welche einzelne Figuren im Verlauf des Romans gemacht haben, einfach nicht wirklich nachvollziehen, warum hat ausgerechnet diese Figur diese Tat begangen? Andererseits wird mich dieses Buch sicher noch lange beschäftigen, bis ich vielleicht auch mehr davon verstanden und für mich enträtselt haben werde.

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  • Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller

    Friedhof der Unschuldigen
    nana_what_else

    nana_what_else

    25. August 2016 um 21:02

    Die Sterne über Paris sind Splitter einer gen Himmel geschleuderten Glaskugel. aus: Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller, Seite 78. Textrechte: dtv Der Klappentext: Die Französische Revolution begann in einem Pariser Friedhof: die mitreißende Geschichte des jungen Bauernsohns und Ingenieurs Jean Baptiste Baratte. Rezension: Der junge Ingenieur Jean Baptiste erhält vom französischen Königshaus einen Auftrag, den es unter größter Geheimhaltung und Verschwiegenheit auszuführen gilt: Er soll den Friedhof Les Innocents, der die Luft um Paris verseucht, dem Erdboden gleichmachen. Die Kirche soll weg und mit ihr alle Gräber und Gebeine, die sich im Laufe von Jahrhunderten angesammelt haben. Während Jean Baptiste seiner Aufgabe nachgeht, macht er Bekanntschaft mit dem Orgelspieler Armand, der Teil einer Bewegung von Freigeistern ist, die alte Eliten stürzen und eine neue, moderne Gesellschaft begründen möchte. Doch nicht nur das revolutionäre Gedankengut der Liberalen beschäftigt den jungen Baratte, auch die schöne Héloïse Godard, die belesene, käufliche Dorfschönheit, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Und während die einen bejubeln, dass die Vergangenheit niedergerissen und Les Innocents zerstört werden soll, stellen sich nicht wenige gegen das Vorhaben und Jean Baptiste. Revolution und Konservatismus treffen aufeinander, zwei Welten kollidieren. Als der Arzt gegangen ist, sieht Jean-Baptiste das Buch an und schlägt es einen Augenblick später auf. […] Er schließt die Augen, macht sie auf, sammelt sich, die Maschine seiner Konzentration, die ihm früher so gute Dienste geleistet hat. Er legt einen Finger oben links auf die linke Seite. Die ersten vier Worte bieten keine Schwierigkeit: „Wir wollen nun bedenken…“ Das nächste Wort kann er nicht lesen. Das nächste, glaubt er, ist ‚Beispiel‘. Das nächste ist nichts als eine Form, so bedeutungslos wie ein Tintenfleck. Ebenso das danach und das nächste danach. Und es sind nicht nur Wörter in Büchern, sondern auch die Wörter in seinem Kopf, die verschwunden sind. Namen von Dingen, ganz gewöhnlichen Dingen, Gegenständen, die ein Kind benennen könnte. Wie und . aus: Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller, Seiten 235-236. Textrechte: dtv Der Autor schürt die Faszination des Lesers, gerade da sich der Roman auch den düsteren Seiten von Paris widmet: dem Gestank und der Gaunerei, der scheinheiligen Frömmigkeit und der trostlosen Armut. Historische Fakten werden in sehr persönliche, turbulente Geschichten verwoben, das Romanpersonal ist durch und durch ambivalent, die Absichten der meisten Figuren sind undurchsichtig und wirken zweifelhaft, die Handlung ist durchdrungen von einer spannenden Dynamik und einer wehmütigen Stimmung, die sprachlich auf außergewöhnliche Weise umgesetzt wurden. Wie einfach das alles ist! Und wie schwachsinnig von uns, dass wir uns das Leben zur Plage machen! Als wollten wir geradezu unglücklich sein oder befürchteten, dass die Erfüllung unserer Wünsche uns zerspringen ließe! aus: Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller, Seite 271. Textrechte: dtv Persönliches Fazit: Andrew Miller hat einen aufwühlend ernsthaften, unglaublich facettenreichen und sprachgewaltigen Roman zwischen literarischer Fiktion und historischer Realität geschaffen, der die gespannte Atmosphäre am Vorabend der Französischen Revolution beinahe spürbar werden lässt. Friedhof der Unschuldigen von Andrew Miller | Originaltitel: Pure | Übersetzung: Nikolaus Stingl | dtv, 2015 | Taschenbuch, 384 Seiten | ISBN: 978-3-423-14397-4

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  • Bereinigung von Paris

    Friedhof der Unschuldigen
    zickzack

    zickzack

    24. April 2016 um 16:37

    Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte bekommt vom Minister den Auftrag den "Friedhof der Unschuldigen" aus Paris zu entfernen. Nicht überschwänglich beugt sich Baratte diesen Befehl, welchen ihn vor eine große Herausforderung stellt.Ich muss gleich zu Anfang sagen, dass dieses Buch nicht gerade zu meinem Beuteschema gehört. Eher zufällig bin ich über dieses gestolpert.Allerdings muss ich sagen, dass es mir recht gut gefallen hat. Es war die meiste Zeit spannend zu lesen. Nur an manchen Stellen hatte das Buch ein paar Längen, besonders am Anfange, dass das Lesen etwas zähflüssig gemacht hat. Ansonsten sind immer wieder Wendungen drin gewesen, teilweise sehr plötzliche und unvorhergesehene und Probleme die sich Baratte stellten, die somit seine Aufgabe nicht vereinfachten.Ein paar detaillierte Anmerkungen (es kann passieren, dass ich leicht spoiler, wer das nicht mag, sollte am besten gleich zum Fazit springen):Der Name des Protagonisten Jean-Baptiste Baratte erinnerte mich aufgrund des Vornamens stark an den Hauptaktuer von "Das Parfüm", obwohl dies beiden Charakter nichts gemeinsam hatten. Der Autor kann nichts dafür, dass ich so eine Verknüpfung schaffe, aber es hat mich beim Lesen doch leicht gestört.Allgemein waren die französichen Namen von Personen, Städten, besonders Straßen für mich anstrengend. Nicht nur beim Lesen, da ich nie genau wusste wie man sie nun ausspricht, sondern auch um die verschiedenen Charakter auseinander zu halten. Am Anfang hatte ich eine ganze Weile, warum auch immer, Armand und Lecoure verwechselt. Auch wurden manche französischen Floskeln nicht übersetzt, deren Bedeutung sich man wohl aus dem Textzusammenhang nehmen sollte. Teilweise gelang dies, teilweise aber auch nicht und da ich nicht die gesamte Zeit ein Wörterbuch nehmen mir hatte, war das schade.Auch habe ich irgendwie verpasst, warum Jean-Baptiste zwei Namen hat oder warum er diesen zweiten erhalten hat (ich glaube so eine seltsame Idee von Armand). Es war zudem schade, dass dieser Plotstrang so stiefmütterlich behandelt wurde. Wie viele Konflikte hätten sich noch gebildet, wenn tatsächlich herausgekommen wäre, dass er Beché ist und wenn man dabei auch mehr über die Partei der Zukunft erfahren hätte?Die Kaptillängen waren ziemlich ungünstig. Teilweise sehr lang bis sehr kurz. Das kürzeste war nicht einmal eine Seite, das längste... keine Ahnung... 30? 40 Seiten?Teilweise war der Schreibstil vulgär und unpassend, teilweise Details die nicht hätten sein müssen (Ziguettes erste Blutung, Erektion von Jean-Baptiste, wie Baratte hinter einem Zelt sein Geschäft verrichtet...) Es waren Details, die weggelassen werden konnten, denn man hätte das Buch auch ohne diese verstanden.Dann noch eine kleine Sache: Ich frage mich, warum sich Armand und Jean-Baptiste bis zum Schluss gesiezt hatten, obwohl sie inzwischen gute Freunde waren. Ob dies ein Übersetzungsfehler war? Ich weiß gar nicht wie das Buch im Orginalen geschrieben ist. In Englisch? Da ist der Untschied zwischen Sie und Du ja nicht immer ganz eindeutig.Armand war für mich ein unschlüssiger Chara. Anscheinend hat er es hingenommen, dass seine Kirche, seine Orgel zerstört wurde, weil er ziemlich zukunftsorientiert ist und doch hätte ich mit etwas Widerstand von seiner Seite gerechnet. Aber im Grunde war er einer der interessantesten Charas in dem Buch.Die Beziehung von Heloise und Jean-Baptiste fand ich recht plötzlich. Es gab zwar Andeutungen, dass er etwas für sie empfindet, aber dass er plötzlich von ihr verlangte bei ihm einzuziehen... ich schiebe es mal auf seinen Kopfschlag oder den Zeiten, wann das Buch spielt. Aber ich fand diesen Plotstrang allgemein nicht sehr attraktiv, da es auch etwas klischeehaft war, wie der Ingeneuer eine Beziehung mit einer Hure eingeht. Irgenwie waren seine Gefühle für sie (für mich) nicht überzeugend dargestellt wie auch andersherum.So, positiv möchte ich noch sagen, dass mich die Präsensform überhaupt nicht gestört hat. Sonst ist meistens die Präsensform in Büchern störend, aber hier habe ich es erst bei der Mitte überhaupt bemerkt, dass es in Präsens geschrieben ist.Dann haben mich natürlich die vielen Wendungen im Buch begeistert und überhaupt die Idee für diesen Plot (auch wenn man ihn an der ein oder andere Stelle hätte anders umsetzen können). Eine angenehmer (bis auf die wenigen Ausnahmen) Schreibstil noch dazu.Fazit:Ein schönes Buch, dass für mich aber eine Zwischendurchlektüre ist. Ich habe einige Kritikpunkte aufgelistet, aber das sind teilweise Kleinigkeiten und persönlicher Geschmack, teilweise auch mein eigenes Unverständnis, da ich normaleriwese historische Romane nicht lese (da sie oft trocken sind). Ich habe das Buch gemocht und würde es weiter empfehlen. Wer den französischen Flair mag, auf historische Hintergründe steht und eine realistische Umgebung mag, sollte dieses Buch lesen.Daher von mir drei Sterne.

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  • Geschichte kann auch spannend sein!

    Friedhof der Unschuldigen
    badwoman

    badwoman

    16. August 2015 um 15:58

    Jean-Baptiste Baratte ist ein junger Ingenieur im Frankreich des 18. Jahrhundert. Er erhält den Auftrag, den "Friedhof der Unschuldigen" samt der zugehörigen Kirche zu beseitigen. Vom Friedhof geht ein widerlicher Gestank aus, da er völlig überbelegt und sich selbst überlassen ist. Jean-Baptiste heuert für die Grabungen Bergleute an, deren Anführer mit ihm befreundet ist. Natürlich sind nicht alle Menschen mit der Störung der Totenruhe einverstanden, was Jean-Baptiste schmerzhaft zu spüren bekommt. Doch auch bei den Grabungen und den zwischenmenschlichen Beziehungen läuft nicht alles reibungslos. Das Buch ist flüssig geschrieben, der Autor versteht es, den Leser in diese düstere Zeit hinein zu versetzen. Man erfährt viel auch über das alltägliche Leben dieser Zeit. Mir, als bekennende Thrillerleserin, hat dieses Buch recht gut gefallen, wobei ich gar nicht mal sagen kann, was genau mich hier gefesselt hat, aber es war spannend. Auch das Cover gefällt mir, es passt sehr gut zum Roman. Ich war positiv überrascht und kann dieses Buch weiter empfehlen.

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  • Originell!

    Friedhof der Unschuldigen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    An einem späten Nachmittag betritt Ingenieur Jean-Baptiste die Kirche und trifft dort auf den Musiker Armand. Er befindet sich mitten in einem Pariser Viertel des 18. Jahrhunderts, dass von Gegensätzen geprägt ist . Doch Jean-Baptiste Baratte ist aus einem ganz anderen Grund dort , er bekam den Auftrag den Friedhof der Unschuldigen zu zerstören . Die vielen Toten , die auf dem Grund des Friedhofs liegen , verpesten die Luft . Überall riecht es nach Verwesung . Baratte hat große Zweifel , soll er wirklich die Totenruhen stören ? Armand und er , trinken, essen , lachen und führen politische Gespräche über die Revolution, denn diese steht kurz bevor! Wird Jean-Baptiste Baratte den Auftrag des Ministers erfüllen und wann tritt die Revolution an die Tagesordnung ... Ich finde das Cover dieses Buches ist so aussagekräftig und toll gestaltet . Das Buch ist spannend und einzigartig geschrieben . Ein wirklich tolles Thema , dennoch glaube ich , dass dieses Buch nur etwas für Liebhaber dieser Zeit sein könnte . Da die Spannung nicht unbedingt im Mittelpunkt der Geschichte liegt , sondern mehr versteckte und teils poetische Botschaften , Szenen . Eine etwas anspreuchsvollere Lektüre , die dennoch ihrern ganz eigenen Reiz mitbringt !

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    • 2
  • Schnörkellos und bildgewaltig

    Friedhof der Unschuldigen
    Jade

    Jade

    Der grösste Traum des jungen Ingenieurs Jean-Baptiste Barrat ist es, ein berühmter Brückenbauer zu werden. Aber als ein Auftrag aus Versailles an ihn herangetragen wird, muss er sich mit einem  Projekt befassen, das ihn in eine gänzlich andere Richtung führt: Er soll den sogenannten Friedhof der Unschuldigen in Paris vollständig leeren und die dazugehörige Kirche zerstören. Denn die grausigen Ausdünstungen des Friedhofs sind alles durchdringend, machen die Menschen krank, den Wein sauer und das Fleisch faul. Die logistischen und technischen Probleme, die er mit Hilfe seines alten Freundes Lecour aus Bergwerkszeiten in Angriff nimmt, sind ungeheuerlich. Die Nachbarschaft des Friedhofs ist in Aufruhr. Abergläubische Pariser Bürger stellen sich dem jungen Ingenieur in den Weg, sie möchten den Friedhof belassen um die Totenruhe nicht zu stören. Unterstützung bekommt er jedoch von den modernen Denkern in der Tradition Voltaires.   Miller lässt die Ära kurz vor der Französischen Revolution lebendig werden. Schnörkellos beschreibt er die harte, unmenschliche Arbeit auf dem Friedhof und wie der junge Barrat dabei zum verantwortungsbewussten Mann wird, der seine Arbeiter unter widrigsten Umständen zu motivieren vermag. Trotz allem findet er in dieser schweren und düsteren Zeit wahre Freundschaft und sogar die grosse Liebe.   Sprachlich schön und bildgewaltig entführt uns diese Geschichte ins Paris Ende des 18. Jahrhunderts. Ich kann dieses Buch jedem Leser von gehaltvollen historischen Romanen wärmstens empfehlen!

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    • 2
    Floh

    Floh

    03. September 2014 um 11:52
  • Die Männer, die Paris reinigten

    Friedhof der Unschuldigen
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    „Sie werden Straßenzüge nach uns benennen – die Männer, die Paris reinigten.“ Es ist das Jahr 1785, der Vorabend der Revolution. Durchaus optimistisch gehen der junge Ingenieur Baratte und sein Freund Lecoeur an ihre Aufgabe heran. Sie sollen den in Paris gelegenen Friedhof der Unschuldigen und die angrenzende Kirche zerstören und die ausgegrabenen Gebeine der unzähligen Toten umbetten lassen. Denn der vom Friedhof ausgehende Gestank beeinträchtigt mittlerweile in erheblichem Maße das Leben der dortigen Bevölkerung. Und ist es nicht ein wunderbares Zeichen des Fortschritts, dort statt des ohnehin geschlossenen Friedhofs einen schönen Platz zu errichten? Müssten nicht alle dafür dankbar sein? Doch der Fortschritt hat nicht nur Freunde. Die mühselige Arbeit des Ausgrabens belastet alle damit Beschäftigten und schließlich kommt es zu ungewöhnlichen Vorfällen, Unglücken und Unfällen… Ein wirklich fesselnder Roman! Sehr eindringlich wird ein Bild der damaligen Zeit gemalt, die Beschreibungen sind so deutlich, dass ich alles vor mir sah, den Gestank fast schon riechen konnte. Es gibt sehr vielschichtige Charaktere, von denen einige sehr interessante Entwicklungen durchlaufen. Toll auch das Sittenbild der damaligen Zeit und alles geschrieben in einer Sprache, die einen glauben lässt, dass man tatsächlich ein Werk des 18. Jahrhundert vor sich hat. Auch die Zerrissenheit des jungen Baratte hat mich sehr berührt – sein Zwiespalt zwischen Fortschrittswille einerseits und Skrupel wegen der Handlungen, die der Fortschritt ihm abverlangt, andererseits. Das alles war so menschlich und ich konnte mich in vieles gut hineinversetzen. Zudem hat mir das Cover sehr gefallen; die Farben und der Druck sehen tatsächlich noch viel besser aus als auf dem Bild. Fazit: Sehr interessant und mal was anderes! Allerdings aufgrund der Sprache nicht immer leicht zu lesen.

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    • 2
    NiWa

    NiWa

    15. June 2014 um 15:52
    Igelmanu66 schreibt Sehr eindringlich wird ein Bild der damaligen Zeit gemalt, die Beschreibungen sind so deutlich, dass ich alles vor mir sah, den Gestank fast schon riechen konnte.

    Das möchte ich auch lesen, dürfte richtig gut geschrieben sein.

  • Symbolschwanger

    Friedhof der Unschuldigen
    alasca

    alasca

    Das Dach der Kirche Les Innocents wird eingerissen. „Sie werden den Himmel hineinlassen. Das ist die Zukunft!“ „Das“, sagt Jean-Baptiste, „ist eine Metapher.“ Mit der nüchternen Replik des Protagonisten ist das Thema dieses historischen Romans schon umrissen: Die Revolution wirft ihre Schatten voraus, und die Gemeinde der Idealisten, die an das Zeitalter der Vernunft glaubt, ist im Begriff, in den bevorstehenden blutigen Exzessen der Französischen Revolution ihre Unschuld zu verlieren. Miller fasziniert diese Zeit aus ähnlichen Gründen, aus denen Ilies sich mit dem Jahr 1913 auseinandergesetzt hat: Es ist der Vorabend eines blutigen, alles verändernden Ereignisses. Jean-Baptiste Baratte ist ein zerrissener Held: Zwar glaubt er inbrünstig an seine Göttin Vernunft, sieht aber auch das Wilde im Menschen. Seine Aufgabe, die radikale Entfernung des überfüllten Friedhofs, der Gestank und Krankheit in den angrenzenden Vierteln verbreitet, strotzt nur so vor Symbolik: Das Alte soll dem Neuen, der Aberglaube dem Licht der Vernunft weichen. Der Auftrag des Ministers, den er nicht ausschlagen kann, befeuert seinen Ehrgeiz, und um ihn erfüllen zu können, heuert er mithilfe seines alten Freundes Lecoeur eine Horde flämischer Bergleute an. Die Arbeit ist hart, grausig und nichts für schwache Mägen – Tausende von Leichen und Gebeinen müssen ausgegraben und umgebettet werden, die Kirche abgerissen. Tag und Nacht brennen die Feuer auf dem Friedhof, um die Luft zu reinigen – ein Höllenszenario. Im Verlauf der Arbeiten gerät Baratte an die Grenzen seiner Überzeugungen und Kräfte; von Lecoeur und den Utopien ihrer Jugend fühlt er sich entfremdet und von den Arbeitern isoliert - sie sind für ihn „rätselhaft wie Aale“. In der Bevölkerung stößt er auf ein Gemisch aus Ablehnung und Idealisierung, das ihn irritiert, und er ist sich zunehmend selbst ein Rätsel, denn „Die Hälfte der Zeit, so scheint es, weiß man nicht, was man denkt, was man will.“ Schließlich erhält Baratte einen lebensgefährlichen Schlag auf den Kopf, der ihm Migräne und Wortblindheit beschert, aber in anderer Hinsicht für plötzliche Klarheit sorgt: Endlich traut er sich, sich Heloise zu nähern, öffentliche Frau, leidenschaftliche Leserin und eine der überzeugendsten Figuren in diesem mit gut gezeichneten Charakteren bevölkerten Roman. Nicht nur Baratte, auch Lecoeur und die Bergleute drohen unter der Last der morbiden Arbeit einzuknicken; täglich erhöhen sich die Schnapsrationen, die ausgegeben werden müssen, die Befindlichkeiten spitzen sich zu, bis Lecoeur beweist, dass „der Übergang zwischen Philosophie und Wahnsinn (…) fließend“ ist. Am Ende hat Baratte seinem Ehrgeiz abgeschworen und möchte nur noch „etwas Kleines“ arbeiten, „etwas, bei dem nicht Leute über ihn verfügen, die er nicht respektiert“. Stilistisch bewegt der Autor sich auf hohem Niveau; seine Symbolik ist unmissverständlich. Durch die Verwendung des Präsens als Erzählzeit erzeugt Miller eine Unmittelbarkeit, die einen wie per Zeitmaschine in die Vergangenheit versetzt. Die Details der Arbeiten, der Logistik werden kenntnisreich geschildert, ebenso die angrenzenden Viertel und ihre Bewohner: Wir sind gefühlt vor Ort, und ich war nur froh, dass ich mir den Geruch von Les Innocents nur vorstellen und nicht riechen musste. Was mir außerdem angenehm auffiel, war das große Mitgefühl, das Miller in seiner Schilderung vom Mensch und Tier allen gequälten Kreaturen entgegenbringt, seien es Lasttiere oder Bergarbeiter. Fazit: Symbolschwangerer, gehaltvoller, süffig zu lesender historischer Roman mit Anspruch. Wer „echte“ historische Romane mag, wird dieses Buch lieben.

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    • 2
    Arun

    Arun

    01. June 2014 um 01:45
  • Grabungsarbeiten

    Friedhof der Unschuldigen
    Arun

    Arun

    Klappentext: Frankreich, Ende des 18. Jahrhunderts: Im Schloss von Versailles wird dem jungen Ingenieur Jean-Baptiste Baratte von höchster Stelle ein Auftrag erteilt. Er soll den Friedhof der Unschuldigen demolieren, der, mitten in Paris gelegen, Hunderttausende von Toten beherbergt und dessen Ausdünstungen die Stadt langsam vergiften, so dass der Wein in den Kellern zu Essig wird, Fleisch binnen Minuten verfault. Aber es soll möglichst unauffällig geschehen, der Pöbel ist abergläubisch und will die Totenruhe nicht gestört sehen. Miller erzählt diese Geschichte vom Vorabend der Revolution und den widerstreitenden Kräften des Alten und des Neuen in einer kühnen, eleganten Prosa. Meine Meinung: Die Geschichte ist ja durch den Klappentext wohlbekannt, deshalb von mir nur einige Anmerkungen zu meiner Leseweise. In diesem Historischen Roman schaut der Autor genau hin, die Stimmung und der Zeitgeist wird meiner Meinung nach ziemlich gut wiedergegeben. Die Bilder des Paris von 1785 praktisch am Vorabend der französischen Revolution leben in den Beschreibungen von Andrew Miller für die Leser neu auf. Die Geschichte des Romans an sich kommt weniger spannend daher doch durch viele schöne Beschreibungen und Beobachtungen macht es Freude die Story zu verfolgen. Gut gefallen haben mir auch manche kleine Anekdoten wie zum Beispiel: Der Name des Arztes Dr. Guillotin der einige Zeit später in der Revolution von1789 zur Berühmtheit gelangte durch sein „Fallbeil“. Oder auch die Spannungen und Reibereien zwischen den Bergleuten (Ausländer) und den Steinmetzen/Dachdeckern (Einheimische) Für Freunde des historischen Romans auf jeden Fall interessant.

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    • 2
    NiWa

    NiWa

    24. May 2014 um 22:53
  • Von einem, der auszog erwachsen zu werden

    Friedhof der Unschuldigen
    Sabo07

    Sabo07

    14. January 2014 um 14:05

    Es gibt Bücher, die sind wie gute Freunde, man freut sich regelrecht auf sie. Und es gibt Bücher, die sind wie nervige Menschen, die verbannt man einfach aus dem Leben. Diese Buch gehört für mich einer Kategorie mit ganz wenigen Büchern an. Sie sind wie anstrengende (oft alte) Menschen, die erzählen und nicht aufhören können. Und immer wenn man denkt, jetzt geht nichts mehr, dann sagen sie etwas interessantes und fesseln den Zuhörer (Leser) wieder. Das Buch handelt von Jean-Baptiste, ein junger Ingenieur vom Lande, der nach Versailles kommt, um seinen Traum zu erfüllen. Er will Brücken bauen. Große Brücken, die 100te von Jahren Bestand haben. Brücken, die ihn ein wenig unsterblich machen. Er will eine bekannter und erfolgreicher Mann werden.  In Versailles angekommen, will der Minister ihn tatsächlich mit einer Aufgabe betrauen, allerdings anders, als gedacht. Jean-Baptiste soll den Friedhof der Unschuldigen entfernen. Er macht die Menschen krank, ihren Atem schlecht und ihr Essen ungenießbar. Auch die Kirche soll zerstört werden, die Orgel entsorgt. Jean-Baptiste beschließt das Beste daraus zu machen und es als Einstieg zu sehen. Doch schnell kommen ihm Zweifel, die er am Anfang noch entschuldigen und verwischen kann, die aber immer komplexer werden. Als er eines Tages seine Chancen auslotet, den Friedhof hinter sich zu lassen, muss er feststellen, dass er das nicht kann, weil der Minister ihn nie gehen lassen wird. Dieses Buch ist eine Geschichte des Erwachsen werdens, eine Geschichte von Freundschaften und auch eine Geschichte von Träumen, Realität und davon, dass diese beiden nicht oft das selbe sind. Mir fiel es zeitweise schwer bei der Stange zu bleiben und dennoch hat es mich so gefesselt, dass ich es bis zum Ende lesen wollte. Geschrieben ist es nicht in alltäglicher Sprache, dennoch nicht schwer zu lesen. Die vielen Fremdworte oder französischen Ausdrücke haben meinen Lesefluss nicht gestört, obwohl ich oftmals nichts mit den Wörtern anfangen konnte. Ich bin froh es gelesen zu haben und werde es in einiger Zeit noch einmal lesen.

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  • Ein junger Mann wird vor über 200 Jahren erwachsen

    Friedhof der Unschuldigen
    Gruenente

    Gruenente

    26. October 2013 um 08:30

    Ein junger, unerfahrener Ingenieur bekommt den Auftrag einen Friedhof samt Kirche inmitten von Paris zu räumen und abzureißen. In der Dämmerung der französischen Revolution wächst Jean-Baptiste an seinen Aufgaben und macht viele Erfahrungen, die ihn zu einem selbstbewussten Mann machen. Er lernt Gewalt, Freundschaft, Jähzorn, Liebe, Wahnsinn, eine Goethe lesende Prostituierte, Arbeiter, politische Spielchen, Dr. Guillotin, Heilige und vieles mehr kennen. Und alles passiert während die französische Revolution im Volk langsam Gestalt annimmt. Das Buch habe ich verschlungen, der Stil gefiel mir sehr gut. Die Einflechtungen von zeitgenössischer Musik, Technik und Literatur fand ich sehr gelungen. Die Beschreibungen des Alltags und Besonders von Versailles und der abschließenden Metapher hat mich überzeugt, daß es auch gute historische Romane gibt.

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  • Vorabend der französischen Revolution

    Friedhof der Unschuldigen
    locke61

    locke61

    24. October 2013 um 11:59

    *******Klappentext************ Kurz vor der französischen Revolution erhält ein junger, ehrgeiziger Ingenieur aus der Provinz den Auftrag, einen jahrhundertealten Pariser Friedhof zu beseitigen, dessen Ausdünstungen die Stadt verpesten und allmählich die Anwohner zu vergiften drohen. Jean-Baptiste Baratte versucht, sich in der neuen Umgebung und unter den fremden Menschen zurechtzufinden,die ihm keineswegs alle wohlgesinnt sind. Die bedrohlichen, unheimlichen oder auch nur unerklärliche Vorfälle zeigen, wie stark das Alte noch in den Köpfen der Menschen steckt. ****************************************** Dann noch eine Empfehlung von Hilary Mantel, der Autorin von "Wölfe" und "Falken": "Friedhof der Unschuldigen" bietet eine intime, eindringliche Version der Vergangenheit. Man spürt ihren Atem: Es ist der letzte Atemzug, das Todesröcheln des Anciem regime. Der Roman ist unerhört kenntnisreich und brilliant geschrieben, und er versetzt den Leser mit Haut und Haaren in das Frankreich vom Vorabend der Revolution. ******************************************* Ich habe JB Baratte wie ein stiller Beobachter durch die Geschichte begleitet, war dabei bei den Audienzen Schloss zu Versailles, sah einen Hund in die Ecke pinkeln und es verging viel Zeit bis uns der Minister empfing. Mit ihm ging ich über den Friedhof - den es wirklich gab und konnte mir sogar den Gestank vorstellen. Abends saßen wir in überfüllten Kneipen, tranken billigen Fusel und beobachteten die Menschen um uns herum. Es ist auch die Zeit der Opiumhöhlen und die werden rege besucht. Ja, dank dem Schreibstil von Andrew Miller konnte ich mir alles gut vorstellen. Im Hinterkopf hatte ich sogar die Filmszene von "Das Parfüm" als Jean-Baptiste Grenouille unter dem Tisch auf dem Fischmarkt inmitten stinkender Abfälle geboren wurde. Mir taten die angeheuerten Arbeiter leid, die metertief - bis zu 17 Meter und mehr - graben mussten und die Gebeine der Toten ausbuddelten. So mancher fiel wegen der giftigen Gase in Ohnmacht und konnte gerade noch gerettet werden. Sogar das Essen war davon durchzogen, die Menschen aus dem betroffenen Viertel verstanden es aber trotzdem zu feiern. Wer hier nun Aktion und Spannung erwartet wird enttäuscht sein. Die ganze Geschichte plätschert bis auf wenige Ereignisse vor sich hin. Es ist trotzdem ein interessantes Buch. Man kann sich, wie ich es oben beschrieben habe gut in die Menschen und die Zeit reinversetzen. Mir hat die Spannung gefehlt, deshalb keine volle Punktzahl, dafür ist das Cover wunderschön gestaltet. Vor Wochen habe ich dieses optisch wunderschöne Buch bei "vorablesen.de" gewonnen, nachdem ich einen Leseeindruck dazu hinterlassen habe.

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  • Ein Meisterwerk unter all den historischen Romanen

    Friedhof der Unschuldigen
    Fannie

    Fannie

    16. September 2013 um 14:16

    Im ausgehenden 18. Jahrhundert sucht der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte in Paris sein Glück. Im Schloss Versailles wird er mit einer heiklen Angelegenheit betraut: Er soll den “Friedhof der Unschuldigen” zerstören, der mitten in Paris liegt und langsam, aber stetig die Stadt und deren Bewohner vergiftet. Der engagierte Baratte trommelt Männer zusammen und treibt Material auf. Doch das Ausheben der unzähligen Gräber geht an seiner Mannschaft und ihm keineswegs spurlos vorbei. Andrew Millers “Friedhof der Unschuldigen” ist ein historischer Roman der ganz anderen Art. Auf eine dunkle Weise romantisch und dennoch schockierend beschreibt der Autor Frankreich kurz vor der Revolution derart eingehend, dass man die düstere Szenerie bildlich vor Augen hat. Der Friedhof der Unschuldigen ist ein geheimnisumwitterter Ort. Daran lässt Andrew Miller keinen Zweifel und lässt den Leser vollkommen am morbiden Charme des wohl ungewöhnlichsten Ortes, an dem je ein Roman spielte, teilhaben. Der Grusel, der den Leser schon nach wenigen Seiten umfängt, die scharfgezeichneten Charaktere und wohldosierte Andeutungen feinen Humors machen das Buch “Friedhof der Unschuldigen” zu einem Leseereignis, das seinesgleichen sucht. Die lyrisch anmutende Sprache, die vielen Eindrücke, die Miller auf seinen Leser niederprasseln lässt und die üppige, wenngleich durchgängig düstere Atmosphäre haben bewirkt, dass mich dieses Buch regelrecht in seinen Bann zog. Die letzten 100 Seiten habe ich mit besonderer Langsamkeit gelesen, denn ich wollte nicht, dass dieser beeindruckende Roman endet. Leider tat er das irgendwann doch. Im Ergebnis ist “Friedhof der Unschuldigen” für mich ein Meisterwerk, ja ein Kleinod unter all den historischen Romanen, dessen Mixtur aus Realität und Fiktion den besonderen Reiz ausmacht.

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  • Erwartungen wurden enttäuscht

    Friedhof der Unschuldigen
    cachingguys

    cachingguys

    07. September 2013 um 09:15

    Jean-Baptiste Baratte bekommt, eher zufällig aus Versailles, vom Minister persönlich, den Auftrag einen Friedhof Les Innocents nebst Kirche abzutragen. Mitten in Paris liegend verseuchen die Gebeine Tausender die Umgebung. Trotz Zweifel stellt sich der junge Ingenieure der Herausforderung. Wir schreiben das Jahr 1785, die Unruhe, die zur französischen Revolution führen wird, ist bereits gut spürbar. Atmosphärisch dicht geschrieben, entspricht das Cover der Stimmung des Buches. Die Menschen in seiner Umgebung und einige Verwicklungen bleiben alle eher an der Oberfläche, so dass es mir nicht gelang wirklich in das Buch einzutauchen. Zwar auf einer wahren Begebenheit beruhend ist das Buch nicht gut recherchiert, so wurde die angesprochene Desinfektion erst knapp 100 Jahre später überhaupt erst entdeckt. Ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen.

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  • Kaufen und genießen!

    Friedhof der Unschuldigen
    Gurke

    Gurke

    31. August 2013 um 19:53

    Der Ingenieur Jean-Baptiste Baratte will ein berühmter Brückenbauer werden, und um sich diesen Traum jeden Tag vor Augen zu halten, hängt in seinem Zimmer ein Kupferstich mit dem imposanten Motiv eben jener Verbindungen über das Wasser. Als dann aber ein Auftrag aus Versailles an ihn herangetragen wird, muss er sich nun mit einem gänzlich anderen Projekt befassen, denn der Friedhof der Unschuldigen, welcher mitten in Paris gelegen die gesamte Umgebung mit Verwesungsgestank vernebelt, hat ihren Zenit erreicht und soll (inklusive Kirche) zerstört werden. Der tüchtige Baratte weiß, dass man einem Minister des Königs nicht widersprechen darf und macht sich ans Werk. Doch die Bewohner sind abergläubisch und in Worten und Handeln gar nicht so unschuldig wie die zahlreichen Leichen aus längst vergangenen Zeiten. Es passiert nicht oft, aber hin und wieder gibt es diese Bücher, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seiten in eine andere Welt entführen und sowohl inhaltlich, als auch sprachlich regelrecht mitreißen. Leider fällt es mir bei diesen Exemplaren dann immer besonders schwer, meine Begeisterung in Worte zu fassen. Andrew Miller hat mich mit seinem sechsten Roman jedenfalls in einen wahren Papierrausch versetzt, sodass ich die Seiten innerhalb weniger Stunden inhaliert habe – trotz ziemlich anspruchsvoller Sprache, die mich bei anderen Autoren vermutlich angestrengt zu mehreren Lesepausen gezwungen hätte. Hier bekommen die schönen Wörter aber einen leichten und feinen Rahmen, der das Geschriebene umschmeichelt. Baratte und seine sehr unappetitlichen Arbeit haben mich gefangen genommen und in Verbindung mit der persönlichen Wandlung des Protagonisten durch verschiedene Frauenbekanntschaften (erfreuliche wie erschreckende) immer wieder begeistert. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich zu schnell durch den herausragenden Roman geflogen bin, denn man sollte sich viel mehr Zeit für die authentische Atmosphäre von Frankreich nehmen und den Vorabend der Revolution mit jeder Faser auskosten. Deshalb werde ich bald noch einmal in aller Ruhe durch die stinkenden Straßen der Stadt der Liebe wandeln und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen mit Baratte und seinen treuen Gehilfen, wie dem kommunikativen Organisten Armand und seiner rechten Hand Lecoeur auf dem trüben Pflaster. Der „Friedhof der Unschuldigen“ ist mein Highlight im August und für Leser aller Genres ein kleines Goldstück im Bücherregal!

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