Andrew Sean Greer Ein unmögliches Leben

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Inhaltsangabe zu „Ein unmögliches Leben“ von Andrew Sean Greer

»Dieser wunderbare Roman lehrt uns nicht weniger als Magie.« (John Irving) »Das Unmögliche passiert uns allen ein Mal« – Greta Wells widerfährt es gleich mehrmals: Sie wird durch die Zeit katapultiert, in alternative Versionen ihres Lebens, die sich 1918, 1941, 1985 zutragen. Überall trifft sie ihre Lieben wieder, den Zwillingsbruder, den Geliebten, die exzentrische Tante Ruth, aber jede Zeit kennt andere Träume und andere Tode, und jede Zeit macht Greta zu einer anderen. Welche dieser Frauen will sie sein? Andrew Sean Greer erzählt wie kein anderer vom rätselhaften Reichtum unserer Existenz. Ein unvergesslicher Roman, gefühlvoll und atmosphärisch, über unsere Möglichkeiten und was wir daraus machen, denn »wir sind so viel mehr, als wir meinen«.

Für mich eher ein unmögliches Buch...ich kam einfach überhaupt nicht rein...Schade, die Idee klang so zauberhaft...

— hello_marlie
hello_marlie

Anders als erwartet, aber trotzdem gut. Interessante Idee, die bis zur letzten Seite spannend umgesetzt wurde und unvorhersehbar blieb

— HarIequin
HarIequin

Atemberaubend spannend bis zur letzten Seite und ein interessantes Gedankenexperiment. Ich konnte es nicht weglegen, bis ich es durch hatte.

— Sylvia1985
Sylvia1985

Mir wurde es auf der Mitte zu wirr, hab es abgebrochen - es ist bestimmt kein schlechtes Buch, mir war aber die Zeitreiserei zu viel.

— BlueRhonda
BlueRhonda

Wunderbarer Schreibstil, so viel berührende Aspekte zwischen den Zeilen, ein Lieblingsbuch!

— Bücherwurm
Bücherwurm

Ein wunderbares Buch. Die Magie der Worte und die Zeitreisen, die Greta macht, sind eine unschlagbare Kombination.

— Elfenblume
Elfenblume

Ein Buch, dessen Geschichte ich eigentlich sehr interessant fand, bei dem mich der Erzählstil allerdings nicht überzeugt hat.

— Scheherazade
Scheherazade

Eine Zeitreise mit langatmigen Mittelteil verpackt mit Alltagsweisheiten

— schokoloko29
schokoloko29

Guter erster Teil, danach wirds schwülstig

— Buchina
Buchina

Ein Buch voller wunderschöner Worte, verknüpft zu einer berührenden Geschichte von Liebe, Leid und Leidenschaft.

— Pixelschubser.in
Pixelschubser.in

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  • Das Unmögliche passiert uns allen ein Mal

    Ein unmögliches Leben
    Scheherazade

    Scheherazade

    Greta Wells lebt 1985 und hat gerade ihren Bruder verloren. Eine spezielle Behandlung schickt sie auf eine Reise der besonderen Art. Nämlich auf eine Zeitreise, bei der sie in alternativen Versionen ihres Lebens landet. So findet sie sich in 1918 und 1941 wieder. In jeder Epoche trifft sie die Menschen wieder, die ihr wichtig sind, ihre Liebe, ihren Zwillingsbruder, den Geliebten, ihre Tante Ruth. Aber jede Zeit ist anders und so sind auch die Menschen, die in ihr Leben nicht immer gleich. Es gibt verschiedene Träume, andere Tode und Greta ist in jedem Leben eine andere, aber welche Greta möchte sie wirklich sein? Die Story an sich fand ich großartig. Der Aufbau war wirklich interessant. So ist die Geschichte in Tagen aufgeteilt und Grete erlebt wirklich wichtige Ereignisse der Weltgeschichte, die aber unterschiedlicher nicht sein können. In der einen Zeit das Ende eines Krieges und in der anderen den Anfang. Auch sind die Lebensgeschichten der einzelnen Protagonisten an die Zeiten angepasste, was ich sehr überzeugend fand. Weniger überzeugen fand ich den Grund für Gretas Zeitreisen. Sie litt an einer Depression und bekam Behandlungen. Allerdings hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, diese Depression war nur Mittel zum Zweck. Ich habe schon einige Bücher mit depressiven Protagonisten gelesen und so wie Greta, ihr Leben und ihre Handlungen hier beschrieben werden, passt es für mich nicht zu einer depressiven Person. Deshalb war Greta mir anfangs auch nicht sehr sympathisch. Da die Depression aber irgendwann auch gar nicht mehr erwähnt wurde (obwohl sie natürlich noch Behandlungen dagegen bekam), störte es mich im Laufe des Buches weniger. Den Erzählstil fand ich zu Anfang wirklich schrecklich und ich wusste nicht, ob ich das Buch zu Ende lesen würde. Für mich war es einfach zu überladen mit Bildern und wahnsinnig kitschig. Ein Beispiel: „…, wenn meine kleine Gasse alle Farben gegen Blau tauschte und im Westen der helle, lavendel zerfließende Sonnenuntergang über dem Hudson stand.“ (S. 26) Aber zum Glück wurde dieser Kitsch mit der Zeit weniger. Insgesamt ein Buch, dessen Geschichte ich eigentlich sehr interessant fand, bei dem mich der Erzählstil allerdings nicht überzeugt hat. Deshalb gibt es 3 Sterne von mir.

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    • 2
  • „Wer sind wir, wenn wir nicht wir selbst sind?"

    Ein unmögliches Leben
    Regenblumen

    Regenblumen

    Hast du schon einmal gelebt? Und wie hätte dieses Leben ausgesehen? Sind dir die Menschen, die dir in diesem Leben wichtig sind, auch in den vorherigen Leben begegnet? Und sind wir in diesem anderen Leben die gleiche Person oder sind wir anders? Solche und andere Fragen stellt man sich, wenn man „Ein unmögliches Leben“ von Andrew Sean Greer liest. Die Geschichte wird erzählt von der Ich-Erzählerin Greta Wells. Greta lebt im Jahr 1985, eine ihrer wichtigsten Bezugspersonen ist ihr Zwillingsbruder Felix. Sein Tod und der Verlust ihrer 10-jährigen Liebesbeziehung stürzt Greta in eine tiefe Krise, die sie mit allen möglichen Mittel versucht zu bewältigen. Dann passiert das Unmögliche, Greta beginnt in der Zeit zu reisen. Sie lernt ihr Leben zu drei verschiedenen Zeiten kennen: 1918, 1941 und 1985 (das Jahr in dem sie normalerweise lebt). Jede Zeit stellt sie vor andere Fragen und bringt ihr verschiedene Erkenntnisse ein. Der Erzählstil ist ganz wundervoll, er gefiel mir sehr. Das Buch verfügt über sehr viel Tiefe, da zahlreiche Themen angesprochen werden, wie beispielsweise philosophische Aspekte des Daseins, die Rolle der Frau, Krieg und Frieden oder auch die Akzeptanz von Homosexualität. Die Sprache trägt natürlich ihren Teil zu dieser Tiefe bei. Wer in Gedanken gerne mit der „Was-wäre-wenn“-Frage spielt, findet in diesem Roman ein Spielfeld, auf dem diese Frage sein darf. Zusammen mit Greta kann man sich so auf die Suche nach den Antworten auf diese selten zu beantwortende Frage begeben. Zudem lege ich diesen Roman all denen ans Herz, die eine Vorliebe für Zeitreisen jeglicher Art hegen. Mir persönlich hat der Roman sehr gut gefallen, der Roman verdient definitiv die Auszeichnung „Lieblingsbuch“. Daher vergebe ich fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung. [„Wer sind wir, wenn wir nicht wir selbst sind?" steht auf S. 31]

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    • 3
    Regenblumen

    Regenblumen

    03. August 2014 um 15:56
  • "Der Kopf ist die Marionette des Herzens"

    Ein unmögliches Leben
    Ginevra

    Ginevra

    Begeisterte Kritiken, eine Leseempfehlung von John Irving himself: ich war auf dieses Buch total gespannt! Der Inhalt:London, 1985: Nach einem Seitensprung ihres Ehemanns und dem AIDS-Tod ihres geliebten Zwillingsbruders erkrankt Greta an einer schweren Depression. Ihr Psychiater empfiehlt eine Elektrokrampf-Therapie. Doch diese Behandlung hat bei Rose außergewöhnliche Nebenwirkungen: sie erwacht im Jahr 1918 - als sie selbst, in ihrem Zimmer, mit denselben Verwandten und Freunden, nur in völlig anderen Konstellationen. Der erste Weltkrieg hat seine Spuren in der Familie gelassen, Nathan kehrt traumatisiert zurück, und Greta hat sich inzwischen in den jungen Leo verliebt. Auch diese Version der Greta leidet an Depressionen und erhält als Behandlung Elektroschocks, die sie widerum ins Jahr 1941 katapultieren. Hier scheint alles perfekt zu sein: Greta und Nathan haben einen entzückenden Sohn, der Zwillingsbruder lebt, wagt aber nicht, seine Homosexualität auszuleben, was ihn sehr unglücklich macht. Der zweite Weltkrieg steht bevor, Nathan wird eingezogen. Auch diese Greta wird depressiv und mit Elektroschocks therapiert - und landet im Jahr 1985. Die drei Greta-Versionen reisen hin und her, und jede Zeitreise bewirkt bei Greta, dass sie ihr Leben genauer reflektiert, die Personen aus ihrem Umfeld von verschiedenen Seiten kennenlernt, und ihre Sichtweisen korrigiert. Sie versucht schließlich, in jedes ihrer Leben aktiver einzugreifen und das drohende Unheil abzuwehren, was ihr teilweise auch gelingt. Sie setzt das Puzzle ihres Lebens immer weiter zusammen - und wird dabei selbstbewusster. Neben der Rahmenhandlung gewinnen wir Einblick in Gretas Gedanken, die philosophischer Natur sind: - Können wir unser Schicksal abwenden? Tod und Unglück verhindern? - Was bestimmt unser Schicksal? - Welche äußeren Umstände führen zu Glück und Unglück? Andrew Sean Greer, geb. 1970, studierte Creative Writing und verdiente seinen Lebensunterhalt lange in New York mit Gelegenheitsjobs. Seit seinen ersten Romanerfolgen lebt er als erfolgreicher amerikanischer Schriftsteller mit seinem Ehemann in San Francisco. 2012/ 13 hatte er eine Gastprofessur in Berlin. Meine Meinung:Die Idee hinter diesem Roman gefällt mir sehr gut, auch die zugrunde liegenden Fragen beschäftigten mich grundsätzlich sehr. Der Erzählstil, der von einigen Kritikern mit dem Nabokovs verglichen wird, hat mich jedoch nicht überzeugt. Vielleicht lag es auch an der deutschen Übersetzung: ich fand viele Sätze vom Satzbau her umständlich und einige Vergleiche zu konstruiert und überzogen.Beispiele:- "Ein Herz wie aus Stein vor der Brust, eine Last. Hatte ich das irgendwo gelesen? Oder war es wirklich so?" (S. 307)- "Influenza, wir hatten die Grippe. Wir alle." (S. 309)- "Die Vorstellung eines Endes des Grauens, woher sollten sie wissen, dass ich verstand?" (S. 129)- "Ich blickte auf die Scherben ringsum. Dorothy enthext. Alice entkaninchent. Wendy nie nimmergelandet." (S. 330) Leider hat das mein Lesevergnügen getrübt, und die tiefsinnigen Gedanken wurden für mich oft unfreiwillig komisch. Deshalb gebe ich drei von fünf Sternen, betone aber, dass die Grundidee wirklich interessant ist. Macht Euch also Euer eigenes Bild! Aber bedenkt dabei: "Der Kopf ist die Marionette eines heimlichen Despoten: des Herzens"...

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    • 2
  • Ein Juwel!

    Ein unmögliches Leben
    selda

    selda

    "Du wünschst dir was, und es entsteht eine andere Welt, in der dieser Wunsch wahr wird, egal, ob du sie jemals zu sehen bekommst."  (Seite 46) Die jubelnden Kritiken und der Vergleich mit Nabokov machten mich neugierig auf diesen Autor.  Nach der Leseprobe wusste ich, dass ich "Ein unmögliches Leben" unbedingt lesen möchte.  Und ich bin reich belohnt worden! Greta verliert ihren Zwillingsbruder 1985 durch AIDS.  Kurze Zeit später verlässt sie ihr Ehemann- sie ist unfähig den Schmerz zu verkraften und stürzt in eine tiefe Depression.  Die Zeit vergeht und die Dunkelheit will nicht weichen. Sie schafft es einfach nicht, in ihr Leben zurück zu kehren.  Greta begibt sich in ärztliche Obhut und bekommt eine Elektrokonvulsionstherapie verordnet. Jede Anwendung katapultiert sie in eine andere Version ihres Lebens zu einer anderen Zeit.  Sie erfährt Verlust, Liebe, Schmerz und Heilung in jeder dieser Ebenen. Einmal an das Prinzip des Wechsels gewöhnt, beginnen alle Versionen Gretas, in das Leben der anderen einzugreifen. Das Buch wartet mit interessanten Gedankenspielen und einem überraschendem Ende auf. Andrew Sean Greer schreibt wunderschön, poetisch und philosophisch.  Trotz des bisweilen recht düsteren Inhalts schwebt die Geschichte. Er erzählt so fein und leichtfüßig- so lassen sich die Brutalität der Eingriffe und auch die harten Schicksalsschläge ertragen. Seine Hauptfigur Greta ist für mich eine echte Heldin ihres Lebens- sie fühlt und lebt mit tiefer Bereitwilligkeit- erträgt ohne zu jammern und ist dabei offen und neugierig auf das was kommt- eine echte Inspiration.  Philosophische Fragen sind elegant eingeflochten.  Der Leser wird angeregt, über das eigene Leben nachzudenken. Wer wollte ich einmal sein- und wer bin ich heute? Was ist aus meinen Träumen geworden?  Kein Leben ist perfekt, aber ich habe die Wahl, jeden Tag aufs Neue das Beste daraus zu machen… Für mich ist dieses Buch wie ein guter Wein- es braucht Zeit, sich zu entfalten und nach dem Genuss hallt es noch lange nach.  Ich werde dieses Buch definitiv noch einmal lesen und den Autor zu meinen Lieblingsautoren hinzufügen. Ein kleines Juwel. Unbedingte Leseempfehlung! 

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    • 3
    selda

    selda

    14. June 2014 um 15:24
  • Gute Geschichte, seltsames Ende

    Ein unmögliches Leben
    FreydisNeheleniaRainersdottir

    FreydisNeheleniaRainersdottir

    Ich muss sagen, die Beschreibung zu diesem Buch klang recht interessant und die Geschichte war auch nicht von schlechten Eltern. Da hatte sich Andrew Sean Greer eine wirklich interessant Story ausgedacht. Drei Frauen, die eigentlich ein und die Selbe sind, nur in einer jeweils anderen Zeit, sind mit dem Tod geliebter Menschen auseinandergesetzt und mit der Affäre ihres Lebensgefährten bzw. Mann. Beides reißt ihnen den Boden unter den Füßen weg und sie brauchen psychologische Hilfe. Da diese aber nicht anschlägt, schlägt der behandelnde Arzt Elektroschocktherapien vor. Diese bewirken, dass jeweils die Greta von 1985 mit der von 1918 tauscht und die Greta von 1918 mit der von 1941. Alle drei bringen jeweils das Leben der anderen in Ordnung oder eher durcheinander. Die Geschichte hat mir soweit gefallen, allerdings war ich der Ansicht, dass das Ende mehr als merkwürdig war, soll als hätte der Autor keine Lust mehr gehabt oder sollte das Buch schnell zu Ende bringen, sodass es in den Druck gehen kann. Leider irgendwie halbherzig. 

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    • 3
    aba

    aba

    08. June 2014 um 13:06
  • Leserunde zu "Ein unmögliches Leben" von Andrew Sean Greer

    Ein unmögliches Leben
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    "Das Unmögliche passiert uns allen ein Mal" Greta Wells widerfährt es gleich mehrmals: Sie wird durch die Zeit katapultiert, in alternative Versionen ihres Lebens, die sich 1918, 1941, 1985 zutragen. Überall trifft sie ihre Lieben wieder, den Zwillingsbruder, den Geliebten, die exzentrische Tante Ruth, aber jede Zeit kennt andere Träume und andere Tode, und jede Zeit macht Greta zu einer anderen. Welche dieser Frauen will sie sein? Leseprobe Autor Andrew Sean Greer erzählt wie kein anderer vom rätselhaften Reichtum unserer Existenz. Ein unvergesslicher Roman, gefühlvoll und atmosphärisch, über unsere Möglichkeiten und was wir daraus machen, denn "wir sind so viel mehr, als wir meinen". Gemeinsam mit dem S.FISCHER Verlag vergeben wir 25 Leseexemplare für eine gemeinsame Diskussion von "Ein unmögliches Leben" sowie Rezension nach dem Lesen des Romans. Wir freuen uns auf Eure Bewerbungen bis einschliesslich 27. April 2014! Andrew Sean Greer wurde schon mit Nabokov und Proust verglichen, dabei gehört seine Stimme zu den eigenständigsten der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Mit seinem Roman "Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli" gelang ihm ein internationaler Bestseller und Kritikererfolg, seine "Geschichte einer Ehe" wurde zum Publikumsliebling. Auf Deutsch liegt außerdem Greers erster Roman "Die Nacht des Lichts" vor. Der Autor lebt in San Francisco.

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    • 433
  • Welches Leben wähle ich, wenn jede Zeit andere Schmerzen und andere Freuden birgt?

    Ein unmögliches Leben
    mabahu

    mabahu

    04. June 2014 um 18:30

    Im Jahr 1985 hat die Protagonistin Greta mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen: ihr geliebter Zwillingsbruder stirbt, ihr langjähriger Lebenspartner betrügt sie, bleibt dann doch bei ihr, um sie schließlich auch zu verlassen. Es ist wirklich nachvollziehbar, warum sie mit einer Depression zu kämpfen hat und eine Therapie beginnt, die schließlich ihr Leben für immer verändern wird... Das Prinzip der Geschichte ist ebenso faszinierend, wie tragisch. Man wird mit Greta in unterschiedliche Zeiten katapultiert (vermeintlich ausgelöst durch eine Elektrokonvulsionstherapie): 1918, 1941 und 1985 und lernt die verschiedenen Umstände jener Zeit kennen. Die geschichtlichen Aspekte sind spannend und bewegend. Alles Leid, wovon man in Geschichtsbüchern liest nun selbst erfahren zu müssen und zu wissen was kommt, unabwendbar. Es ist sehr interessant wie historische Aspekte mitinbegriffen sind und Bilder jener Zeiten vor den Augen entstehen und man gleichzeitig erlebt wie die gleichen Menschen sich in unterschiedlichen Zeiten und Situationen verhalten.  Jede einzelne Geschichte, jedes Fragment, auch wenn es durch "Zeitreisen" verursacht ist, entspringt dem Leben, zeigt es so wie es ist, in all seinen Facetten. Jede Zeit birgt andere Probleme, fordert andere Opfer. Die Fragen "Für was entscheidet sie sich am Ende? Für welches Leben, wenn jede Zeit andere Schmerzen und andere Freuden birgt?" habe ich mich den ganzen Roman über gestellt. Das Ende war für mich etwas enttäuschend, aber für solch eine Thematik ist ein 100% stimmiges Ende wohl schwer zu finden. Von Anfang an habe ich mich und er Geschichte inbegriffen und mit Greta verbunden gefühlt. Es ist unglaublich welches Empfinden und Mitgefühl der Autor auslöst. Die sprachliche Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Manchmal erschien es mir nicht wie ein Roman, sondern wie Poesie. Der Autor hat die Möglichkeit genutzt Grenzen verschwimmen zu lassen; es ist nicht nur so als würde man in einem Buch lesen, sondern gleichzeitig ein schönes Gemälde vor dem inneren Auge betrachten.  Der Roman ist sehr anspruchsvoll. Meine Meinung nach ist es kein Unterhaltungsroman, zum nebenbei lesen, wenn man denn alles verstehen und sich wirklich darauf einlassen möchte.  Mein Fazit: Der Roman ist lesenswert. Er ist schwermütig und "leise" spannend. Kein "Thriller-spannend", aber "Lebens-spannend".

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  • Gute Grundidee, Umsetzung mangelhaft

    Ein unmögliches Leben
    sofie

    sofie

    Die Grundidee von „Ein unmögliches Leben“ hat mir wirklich gefallen. Es geht um Greta Wells aus dem Jahr 1985 in New York, die ihren homosexuellen Bruder durch AIDS verliert. Dieser Verlust stürzt sie in eine Depression und ihr Arzt schlägt ihr deshalb eine Elektroschocktherapie vor. Die Therapie hat bei ihr aber ungeahnte Nebenwirkungen, denn nach der ersten Behandlung findet sie sich im Jahr 1918 wieder, nach der zweiten im Jahr 1941 und nach der dritten wiederrum in ihrem eigenen Leben. Und so weiter. Klingt spannend? Dachte ich auch. Die Daten sind natürlich nicht zufällig gewählt – 1918 das Ende des Ersten Weltkriegs, 1941 der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Leider macht der Autor aus dieser wirklich guten Prämisse nichts. Die vergangenen Zeiten bleiben eine bloße Kulisse, die beiden Kriege nur Gründe dafür, warum Gretas Mann Nathan nicht da ist oder gehen muss. Viele Dinge werden angedeutet, aber nichts in die Geschichte wirklich verwoben. So ist Gretas Vater zum Beispiel Deutscher. Es ist wäre spannend gewesen, was das in den Jahren 1918/41 bedeutet. Nur erfährt man darüber leider nichts. Fühlt sich die Protagonistin als Deutsche oder als Amerikanerin? Was bedeutet es für sie, dass diese beiden Länder Krieg führen? Von Greta erfährt man nichts dazu, sie reflektiert es überhaupt nicht. Einige Dinge werden angedeutet – ihr Bruder Felix wird zum Beispiel verhaftet – aber alles bleibt oberflächlich. Gretas Meinung lässt sich in „Krieg ist schlimm“ zusammenfassen. Statt auf die jeweiligen Besonderheiten der Zeiten einzugehen, geht es um die Beziehung von Greta zu ihrem Mann Nathan – in der einen Welt getrennt, in den anderen nicht – und zu ihrem Bruder. Ihr Mann hat eine Geliebte, sie hat einen Geliebten, ihr Bruder ist verheiratet und hat einen Geliebten und das ganze dann in drei Welten. Der Schreibstil konnte mich leider auch nicht überzeugen. Ausschweifende Beschreibungen der Umgebung, aber die Charaktere – ganz besonders Greta – bleiben blass und oberflächlich. Mir fehlte einfach der Tiefgang. Hier und da holpert dazu auch die Übersetzung. Insgesamt kann ich hier nur zwei Sterne für die wirklich sehr gute Grundidee vergeben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sich hier irgendwo tief drinnen ein gutes Buch versteckt, das der Autor aber nicht rauslassen wollte.

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    • 3
    schokoloko29

    schokoloko29

    02. June 2014 um 21:14
  • Leider kein "Burner"

    Ein unmögliches Leben
    schokoloko29

    schokoloko29

    Inhalt des Buches: Greta Wells lebt in den 1980 er Jahren in New York und hat durch AIDS ihren homosexuellen Bruder verloren. Darüber hinaus hat Nathan, ihr Liebhaber mit dem sie zehn Jahren liiert ist, sie verlassen. Diese Lebenskrise belastet sie so sehr, dass sie eine Elektroschock- Therapie beginnt. Nach jeder Behandlung springt sie in eine andere Zeit und zwar nach 1918 und 1942. Bei diesen Zeitsprüungen erlebt sie verschiedene Nathans und auch ihren verstorbenen Bruder lebt noch.... Eigene Meinung: Ich habe mir sehr viel von diesem Buch versprochen. Leider konnten meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Die Personen sind sehr eindimensional charakterisiert und auch die Protagonistin ist "blutleer". Auch mit den Alltagsweisheiten konnte ich nichts mit anfangen. Fazit: Eine Zeitverschwendung

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    • 3
  • Verschenktes Potential

    Ein unmögliches Leben
    Buchina

    Buchina

    1985, Greta möchte weg, weg aus ihrem jetzigen Leben. Gerade ist ihr Bruder Felix gestorben, ihr geliebter Zwillingsbruder. Nathan ihr Partner verlässt sie. Wofür soll sie leben. Damit sie nicht von ihren Depressionen übermannt wird, lässt sie sich auf eine Behandlung ein. Dr. Cerletti verspricht mit einer Elektrotherapie ihr Leben zu verändern. Erhält was er verspricht. Durch die Behandlung wird Greta ins Jahr 1918 geschleudert. Dort ist sie auch Greta, am gleichen Ort mit den gleichen Menschen, nur eben in einer anderen Zeit. Problemlos fügt sie sich in das Leben der anderen Greta ein. Auch diese Greta nimmt Behandlungen in Anspruch. Bei der nächsten Behandlung wird Greta (1985) ins Jahr 1941 gebracht. Auf allen drei Zeitebenen lernt der Leser die verschiedenen Facetten von Felix und Nathan kennen, beeinflusst von den Geschehnissen der jeweiligen Zeitepoche. Greta bleibt als Protagonistin seltsamerweise immer etwas blass. Selbst ihre Trauer über den Verlust ihres Bruders gingen mir nicht wirklich nahe. Felix, der eigentlich interessanteste Charakter war mir unsympathisch und Nathan blieb oft im Hintergrund. Die Idee hinter dem Roman finde ich sehr spannend, leider fehlte mir manchmal die Realität, denn für Greta gab es in keiner Zeit irgendwelche Anpassungsprobleme, auch merkte keiner ihrer Lieben, dass sie eigentlich eine andere Person war. Das fand ich nicht nachvollziehbar. Gleichzeitig fehlte mir der geschichtliche Bezug. Auch diese blieben im Hintergrund. Der Roman liest sich sehr gut, es gibt schöne Zitate. Mit den verschiedenen Zeitebenen kam ich nicht durcheinander. Eine schöne Sprache, die mir manchmal  zu schwülstig war, ähnlich einem "Genieße das Leben"-Buch. Leider hat der Roman insgesamt, das große Potential, was ich auf den ersten Seiten gespürt habe, verschenkt.

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    • 2
  • Ein unmögliches Leben

    Ein unmögliches Leben
    ilovebooks86

    ilovebooks86

    24. May 2014 um 09:24

    Klapptext: "Das Unmögliche passiert uns allen ein Mal" Greta Wells widerfährt es gleich mehrmals: Sie wird durch die Zeit katapultiert, in alternative Versionen ihres Lebens, die sich 1918, 1941, 1985 zutragen. Überall trifft sie ihre Lieben wieder, den Zwillingsbruder, den Geliebten, die exzentrische Tante Ruth, aber jede Zeit kennt andere Träume und andere Tode, und jede Zeit macht Greta zu einer anderen. Welche dieser Frauen will sie sein? Meinung: Der Autor Andrew Sean Greer befasst sich in diesem Buch mit einer anderen Art von Zeitreise und der Frage „Wer bin ich und möchte ich diese Person wirklich sein?“ Die Protagonistin erlebt in verschiedenen Epochen der Zeit unterschiedliche Versionen ihres Lebens und muss in jeder dieser Versionen feststellen, das das Leben in keiner weise perfekt zu sein scheint. In jeder Version muss sie sich mit anderen Situationen auseinander setzen, erfährt aber in jeder Freundschaft, Liebe, Trauer und Verlust. Der Schreibstil des Autors ist etwas besonderes. Er schreibt sehr poetisch und philosophisch. Daher ist das Buch keine leichte Lektüre für zwischendurch. Anfangs war ich noch recht begeistert von der Idee und der Geschichte, doch je mehr ich gelesen habe, umso mehr schlug auch meine Begeisterung um. Die Handlung plätscherte für mich größtenteils einfach nur daher und die Emotionen der Protagonisten haben mich einfach nicht erreicht.

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  • Unmöglich schöne Belletristik!

    Ein unmögliches Leben
    Maggi

    Maggi

    23. May 2014 um 02:23

    Greta ist Anfang 30 und wohnt mit ihrer Tante Ruth, einer spleenigen, leicht verrückten aber überaus sympathischen und einmaligen Frau, zusammen in den 1980er Jahren in einem gemütlichen alten Haus in einem dörflich verbliebenen kleinen Viertel in Manhatten, New York. Sie hat eine enorm enge Bindung an ihren Zwillingsbruder Felix. Doch Felix ist krank, tödlich krank. Er hat das damals noch unbekanntere und vor allem kaum behandelbare Aids und stirbt schon zu Beginn des Buches in den Armen von Greta und seinem Lebensgefährten Alan. Greta ist völlig am Ende, steht neben sich und versinkt so sehr in ihrer Depression, dass nur eine unkonventionelle Behandlungsmethode bleibt, um sie aus dem stetigen Strudel nach unten zu reißen. Sogenannte Elektrokonvulsion , die insgesamt 25 mal angewendet werden sollen. Doch die Behandlung hat eine unvorhergesehene Nebenwirkung: Greta reist auf einmal durch die Zeit und landet in parallelen Leben, einmal 1918 und einmal 1941, in denen zum Beispiel ihre Beziehung nicht gescheitert ist, sie verheiratet oder sogar Mutter ist. Nach jeder erneuten Behandlung (die in allen drei Zeiten stattfinden, was auch sehr glaubhaft und stimmig erklärt wird) reist sie zyklisch immer in die nächste Zeit, während die beiden Gretas aus diesen Zeiten ebenfalls in der Zeit springen. Das mag jetzt verwirrend klingen, ist es aber ganz und gar nicht, sondern wird sehr gut erklärt und auch am Beginn des Buches mit einer kleinen Grafik anschaulich gemacht. In jedem Leben trifft sie alle ihre ihr eng verbundenen Leute wieder, ihr Expartner Nathan, der sie in den 1980ern verlassen hatte, ist in den beiden anderen Leben ihr Ehemann und Felix ist wieder am Leben und sie ist darüber unfassbar glücklich. Mir gefällt der Gedanke dieser Art schicksalhafter Verbundenheit aller Protagonisten! Doch schnell zeigen sich auch in den beiden anderen Leben Risse. Die Umstände sind so anders, im frühesten Leben lebt Greta in den letzten Tagen des 1. Weltkrieges, im zweiten Leben ist bereits der Vorabend des 2. Weltkrieges, was aber außer Greta natürlich niemand weiß. Die Erwartungen an eine Frau, die gesellschaftlichen Gegebenheiten, der Alltag... einfach alles ist in kleinen Nuancen in jedem Leben anders und das hat auch Auswirkungen auf die Menschen, die in dieser Zeit leben. Jede Zeit hat ihre Freiheiten und Unfreiheiten, ihre schönen und schwachen Momente und Greta beginnt langsam zu begreifen, dass sie auf kurz oder lang eine wichtige Entscheidung wird treffen müssen. Ich konnte mit Greta jederzeit sehr gut mitfühlen, habe mich regelrecht in die Geschichte hineingezogen gefühlt. Alle Charaktere sind einfach so liebenswürdig, so speziell, so originell, ein bisschen verrückt - Vor allem Tante Ruth natürlich - und damit so lebensecht. Wirklich perfekt ausgearbeitete Romanfiguren! All das hat das Lesen zu solche einem Genuss gemacht! Ich habe gehofft dass alles gut ausgeht und gebangt, ob auch „alle Gretas“ glücklich werden am Ende und ob nicht doch noch etwas Unvorhergesehenes ihr potentielles Glück verhindert... Das Buch gefiel mir wirklich durchweg sehr, sehr gut! Greta war mir als Protagonistin sympathisch und das Buch erzeugte von Anfang an eine wirklich äußerst interessante, intensive Stimmung! Am liebsten wäre auch ich sofort losgereist, denn der Gedanke, wie eines oder mehrere parallele Leben aussehen könnten, reizte mich sehr und die Sprünge wurden im Buch so lebendig und flüssig beschrieben, dass ich richtig mitfühlen konnte und mich frage, wie es wohl aussehen würde, wenn ich die Chance hätte, solch weitere Leben zu besuchen. Das Felix in den anderen Leben noch am Leben war hat mich so sehr berührt! Doch dass er in den anderen Leben nicht er selbst sein kann, als Schwuler und Partner von Alan ist herzzerreißend, wenn auch verständlich. Damals war die gesellschaftliche Akzeptanz nicht vorhanden. Aber ich fand es traurig zu sehen, wie sehr dieses Versteckspiel Felix´Charakter verändert und das Verhältnis zu seiner Schwester Greta. Auch Nathan, der nicht gegangen ist, sondern sie geheiratet hat, ist ein interessanter Charakter. Es ist geschickt umgesetzt, wie die verschiedenen Charaktere immer mehr vorkommen und so nach und nach ein immer lebendigeres Bild entsteht. Die emotionalen Verstrickungen und Zerissenheit Gretas insgesamt sind sehr nachfühlbar und verständlich beschrieben, so dass ich mich ihr und ihren drei Leben im Laufe der Lektüre sehr verbunden fühlte! Das Buch ist ein wirklich großartiges Buch, das man am liebsten an einem Stück zu Ende lesen würde und das ich bestimmt noch mal lesen werde. Allein die wunderschöne, dichte, atmosphärische Sprache ist es sooo wert!!! Ein Beispiel gefällig? Bitteschön: „Es ist fast unmöglich, wahre Trauer zu fassen; sie ist ein Tiefseegeschöpf, das nicht ans Licht geholt werden kann.“ (S. 25)   Ich bin echt restlos begeistert! Ein großartiges, stimmungsvolles und sehr schönes Buch! Die Idee ist ja nun nicht gerade innovativ oder neu, aber die Umsetzung war einfach genial! Viele philosophische, lebensentscheidende Gedanken werden mit dem Leser geteilt und das alles in einem sehr gekonnten Schreibstil, der eine äußerst angenehme Lesestimmung erzeugt. Daher gibt es volle Punktzahl von mir!

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  • Ein Zeitreiseroman der anderen Art

    Ein unmögliches Leben
    anushka

    anushka

    New York, 1985: Greta Wells hat in den letzten Monaten ziemlich viel verloren - ihren Zwillingsbruder, ihren Lebenspartner, einen engen Freund. Um sie aus ihrer Depression herauszuholen empfiehlt ihr Therapeut eine Elektrokonvulsionstherapie. Greta ist skeptisch, probiert es jedoch aus, und landet nach der ersten Anwendung im Jahr 1918 als ... Greta. Und auch im Jahr 1941 findet sie sich im Leben einer Greta wieder. In "Ein unmögliches Leben" begegnet die Protagonistin durch Zeitreisen verschiedenen Lebensentwürfen ihres eigenen Lebens, in denen sie geliebte Menschen wiederfindet, sich aber auch damit auseinandersetzen muss, dass andere Versionen ihrer selbst ihr Leben anders gestalten. Abgesehen davon, dass die verschiedenen Zeiten den Figuren unterschiedliche Zwänge und Einschränkungen auferlegen, unterscheiden sich auch die vermeintlich gleichen Charaktere voneinander, besonders die verschiedenen Gretas. Es bleibt dabei nicht aus, dass sie auch gegenseitig in ihre Leben eingreifen. Und kurz vor Ende der Behandlung stellt sich die Frage, in welchem Leben möchte Greta bleiben und darf sie das moralisch überhaupt? Andrew Sean Greer ist mit diesem Roman ein sehr philosophisches Buch gelungen. Außerdem bewegt sich ein Großteil der Handlung auf der Beziehungsebene der Figuren. Greta erhält die Möglichkeit, in ähnlichen Situationen unterschiedliches Verhalten auszuprobieren und aus bisherigen Fehlern zu lernen. Das Buch ist teilweise sehr emotional, da die Verluste Gretas zu Beginn des Buches sehr einfühlsam beschrieben werden und man Gretas emotionales Chaos bei ihren ersten Zeitsprüngen förmlich selbst spüren kann. Das Buch bietet viele Denkanstöße, aber auch viel Identifikationsfläche, überraschende Wendungen und wartet am Ende mit einer Überraschung auf. Mich hat dieses Buch sehr berührt und der Schreibstil ist poetisch und philosophisch. Das Buch bietet auf so vielen verschiedenen Ebenen Nachdenkpotential. Letztlich bleibt die Botschaft jedoch, dass keines der Leben perfekt ist. Ich fand die Zeitreisethematik gut gelöst und das Buch wirklich auf die alternativen Lebensverläufe und ihre persönlichen Implikationen fokussiert. Hier geht es weniger im historischen Tourismus als tatsächlich um die Chancen, sein Leben zu ändern. Ich empfehle dieses Buch gern voller Begeisterung weiter.

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    • 3
  • Traumhaft schön und verspielt!

    Ein unmögliches Leben
    Pixelschubser.in

    Pixelschubser.in

    22. May 2014 um 01:28

    Ich habe im Inneren dieses Buches etwas vollkommen anderes erwartet. Nun ja, etwas anderes. Das Cover ist irgendwie unpassend. Denn der Inhalt ist sehr verspielt und wunderschön. Ich kann gar nicht glauben, dass ein Mann sich so gut in ein Leben einer Frau einfühlen kann... Es geht um Greta im Jahre 1985. Ihr Zwillingsbruder ist verstorben und ihr Lebensgefährte, der schon längst eine andere liebte, verlässt sie. Gretas Welt ist finster und sie findet nicht wieder in Leben zurück. Eine ärztliche Therapie soll ihr wieder auf die Beine helfen. Während dieser Anwendung reist sie in parallele Welten und findet dort immer ihre Lieben wieder. Nun fast immer, den jede Welt birgt andere Tode und Trennungen, aber auch verloren gegangene Liebe. Doch während sie durch die Zeiten wandelt, rotieren auch die Gretas der jeweiligen Welten und pfuschen im Leben der anderen... Ich musste mich zu beginn erst in die Geschichte einfinden. War es wirklich Wissenschaft oder doch Magie? Es bleibt ein Rätsel. Aber die Geschichte ist wunderschön. Allein der Schreibstil lässt einen genussvoll langsam die Geschichte kosten. Sie ist wirklich wunderschön und fantasievoll. Jede Figur agiert im Leben der anderen, skrupellos, was mich etwas erschreckt hat. Obwohl man auch noch aus Sicht einer Greta die Geschichte erzählt bekommt. Auf jeden Fall werden alle 3 Leben durch das Mitwirken der anderen verändert, das es wirklich spannend macht. Zu dem spielen alle 3 in unterschiedlichen Zeiten: 1918, 1941 und 1985 und der Autor hat es wirklich toll umgesetzt und gut recherchiert. 

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  • Rezension zu "Ein unmögliches Leben" von Andrew Sean Greer

    Ein unmögliches Leben
    aba

    aba

    Versionen eines Lebens Zeitreisen in Büchern und Filmen haben mich immer wieder angezogen, vor allem, wenn das Ziel dieser Reisen das 19. oder 20. Jahrhundert ist. So interessante Zeiten, so anders als die heutige, und gleichzeitig gab es so viel, was sich bis heute nicht verändert hat: Telefon, große Städte voll mit Autos, Sommerschlussverkauf... Die New Yorkerin Greta Wells - nomen est omen -, selbstständige und unabhängige, aber an einer Depression leidende Frau der 80er Jahre, erlebt genau das, was viele Menschen sich gewünscht haben, seit H. G. Wells' Roman "Die Zeitmaschine" 1895 erschienen ist: durch die Zeit reisen. Anders als gewöhnliche Zeitreisende landet Greta Wells nicht mitten in einem unbekannten Szenario in einer anderen Zeit, sondern sie wacht plötzlich im Körper einer anderen Version ihrer selbst in der Vergangenheit auf. Familie und Freunde, sogar ihr Hausarzt, sind dieselben wie in ihrer Gegenwart im Jahr 1985 (die Ähnlichkeit mit dem Jahr 1895 ist mir auch aufgefallen), sie sind nur anders angezogen, je nach dem in welchem Jahr Greta sich nach einem Zeitsprung befindet. Günstigerweise besitzt Greta eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit. Alle paar Tage erscheint sie abwechselnd im Jahr 1918 und in 1941. Wenige Schwierigkeiten bereiten ihr der Alltag und der Umgang mit den Menschen, und letztere scheinen niemals zu bemerken, dass sie in Wirklichkeit eine Zeit-Touristin ist. Mit seinem Roman "Ein unmögliches Leben" versucht Andrew Sean Greer uns klar zu machen, dass, wenn wir Menschen nicht mit unserem Leben zufrieden sind, und die Gelegenheit hätten, mehrere Versionen desselben zu "testen", würden wir uns auf jeden Fall für die schönste, leichteste und vor allem für die entscheiden, in der alle geliebten Menschen, die in der ursprünglichen Version tot sind, wieder zum Leben erweckt werden. Unabhängig von der Jahreszahl. Nach einem guten Anfang, in dem ich eine original New Yorker Atmosphäre in drei unterschiedlichen Jahrzehnten genießen konnte (für mich das Beste am Buch!), musste ich feststellen, dass ich ab der zweiten Hälfte viel weniger zu genießen hatte. Viele Weisheiten und Sprüche, die, wie ich annehme, dem Roman einen philosophischen Charakter verleihen sollten, waren in meinen Augen eine Aneinanderreihung an Allgemeinplätzen. Die Ausführung der Traurigkeit und der Melancholie der Hauptfigur, von der ich gehofft hatte, berührt zu werden, hat nicht die dafür notwendige Tiefe erreicht. Gretas Schmerz um die Menschen, die sie in den verschiedenen Zeiten verliert, oder ihre Verzweiflung, wenn sie nicht weiß, wie es weiter gehen soll, und vor allem in welchem Jahr, habe ich nicht spüren können. Und so verlor der Roman mit jeder Seite an Kraft und Schönheit und wurde aus meiner Sicht immer belangloser. Das Thema von diesem Roman ist ohne Zweifel ein faszinierendes. Andrew Sean Greer hat es mir aber leider nicht einfach gemacht, und so konnte sich meine anfängliche Begeisterung nicht bis zum Ende halten. Mit Greta Wells würde ich nicht gerne tauschen. Unter diesen Bedingungen durch die Zeit zu reisen, stelle ich mir alles andere als einfach vor. Die Zeit zurückzudrehen und Höhepunkte meiner Existenz wieder durchleben zu dürfen, das wäre für mich viel schöner.

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