Klappentext:
Andrew X. Pham stürzt sich in ein mutiges Reiseabenteuer: Auf der Suche nach seinen Wurzeln wird der junge Vietnamese aus den USA zum Wanderer zwischen zwei Welten und zwei Kulturen.
Humorvoll, ironisch und sensibel - durch die dramatische Saga der Flüchtlingsfamilie Pham legt der Autor den Blick auf das moderne Vietnam frei.
Inhalt:
Der Autor ist als Kind mit seiner Familie vor dem Vietnamkrieg nach Amerika geflüchtet. 20 Jahre später besucht er erstmals wieder seine frühere Heimat. Mit dem Fahrad reist er zuerst durch Japan und dann für ein Jahr durch Vietnam, wo er die Stätten seiner Jugend und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten besucht.
Als Viet-Kieu - zurückgekehrter Auswanderer, der auch die Landessprache versteht - hat er einen besonderen Status: er ist weder Ausländern noch wirklicher Vietnamese, und wird mit Vorurteilen und Anfeindungen der Einheimischen konfrontiert, ganz ähnlich, wie es ihm auch in seiner Heimat Amerika geht.
Abwechselnd mit seinen Erlebnissen auf der Reise erzählt der Autor aus der Vergangenheit: Von Krieg und Flucht, vom Leben der Einwanderer in den USA und von den dunklen Geheimnissen seiner eigenen Familie.
Mein Lese-Erlebnis:
Literarisch nicht besonders herausragend, aber mir gefällt die Offenheit, mit der sich der Autor seiner eigenen Situation stellt: kein Beschönigen, kein Dramatisieren, kein Gesicht-Wahren. Diese Art des Reisens ist kein Honigschlecken, und die schönen Momente sind in der Minderheit. Und wenn man sich selbst, seiner Familie und seinen Landsleuten (sowohl in Vietnam als auch in Amerika) die Maske vom Gesicht reißt, kommt dahinter viel Unschönes zum Vorschein.
Der Lohn dafür: Authentizität. Und ein neues Verständnis für die "Anderen" sei es der ehemalige Kriegsgegner, der reiche Ausländer oder der eigene Vater.
Fazit:
gut, aber nicht großartig. Leseempfehlung für Vietnam-Reisende, Abenteuer-Touristen und alle, denen Echtheit wichtiger als vorgetäuschte Harmonie ist.

