Andrzej Stasiuk Dojczland

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Inhaltsangabe zu „Dojczland“ von Andrzej Stasiuk

»Man muß in Tulcea gewesen sein, um den Anblick von Frankfurt am Main bewältigen zu können. Man muß einen Abdruck der rumänischen Steppe im Herzen tragen, um da heil rauszukommen.« Der Erzähler des Bestsellers »Dojczland«, ein literarischer Gastarbeiter auf Lesereise kreuz und quer durch die Bundesrepublik, verbirgt nicht, daß er lieber auf dem Bukarester Gara de Nord als am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen wäre. Warum fühlt er sich so unbehaglich? Warum wird er die Ängste nicht los? Und warum rührt ihn der deutsche Papst, der in Auschwitz niederkniet? Nach Deutschland fahren, das ist Psychoanalyse! So selbstironisch spielt Stasiuk mit Ängsten, Vorurteilen und Klischees, den eigenen, den fremden, daß ihn ein polnisches Skandalmagazin als bezahlten Einflußagenten Berlins anprangerte.

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  • Rezension zu "Dojczland" von Andrzej Stasiuk

    Dojczland
    sabisteb

    sabisteb

    30. March 2012 um 14:14

    Das germanische Phänomen Ich setze mich an den Tisch im Zimmer, knipse die Lampe an und stellte mir vor, ich müßte ein Buch über Deutschland schreiben, weil ich sonst dazu verdammt wäre, für immer und ewig hierzubleiben […] Ich würde alles aufschreiben, an was ich mich erinnerte. Tag für Tag, Stadt für Stadt, Hotel für Hotel, Literaturhaus für Literaturhaus, Buchhandlung für Buchhandlung, Kneipe für Kneipe. Flugzeug für Flugzeug und Zug für Zug. Dieses Zitat von Seite 28 gibt genau das wieder, was in diesem Buch über neunzig Seiten lang beschrieben wird (davon abgesehen dass müßte hier noch in der alten Rechtschreibung statt „müsste“ steht). Andrzej Stasiuk beschreibt komplett unzusammenhängend was er so auf seinen Lesereisen erlebt hat, oder besser woran er sich noch erinnern kann, denn so wie er es beschreibt, war sein ständiger Begleiter Jim Beam und er hat keine seiner Lesereisen auch nur annähernd nüchtern absolviert und er scheint darauf auch noch stolz zu sein. Mal erzählt er eine Episode aus der DDR, dann Berlin, dann was aus der Schweiz, ein klein wenig Freiburger bashing und so weiter und so fort. Er gibt offen zu „Ich habe immer mehr Ereignisse in Erinnerung, mit denen ich nichts anzufangen weiß.“ (S. 18) Das merkt man leider auch. Vielleicht hätte es geholfen, nicht jeden Tag eine halbe Flasche Jim Beam zu trinken. Er glaubt, dass er aufgrund seiner Lesereisen, bei denen er sich letztendlich nie wirklich die Zeit genommen hat, Deutschland oder die Deutschen kennenzulernen, über diese Land urteilen kann. „Ja, Melancholie und Nostalgie, das ist das einzige Mittel, um über Deutschland nicht den Verstand zu verlieren. Nur so kann man dieses Land psychisch Neutralisieren […] Ja, die Welt sähe ein bißchen besser aus, wenn man sich einen weinenden Deutschen vorstellen könnte. […] Gut gezügelte Melancholie und Alkohol in vernünftigen Dosen – nur so steht man die literarische Tour von München bis Hamburg durch“ (S. 32). Zumindest weiß der Autor selber „dieser Bericht ist voller Vorurteile, und ich habe nicht vor, das zu verbergen.“ (S. 37) Wenn ich nun versuchen würde, ein Buch über die Urlaube zu schreiben, die ich mit meinen Eltern als Kind erlebt habe, würde das genauso wirken wie dieses Buch: Als ich sechs Jahre alt war, flog ich mit meinen Eltern nach Bulgarien. Das war mein erstes Mal, dass ich mit dem Flugzeug geflogen bin. Ich erinnere mich nur noch daran, dass in Bulgarien die Betonplatten auf den Bürgersteigen Muscheln statt Kieseln untergemischt hatten. Teilweise waren die Muschelschalen noch da, teilweise nur noch die konkaven oder konvexen Abdrücke. Damals kauften meine Eltern drei traditionelle Keramikschalen mit den bekannten Engobemustern, wie man sie oft auf heute noch auf Flohmärkten findet. Die Schalen benutzen wir heute noch. Wen so was interessiert, der wird dieses Buch sicherlich spannend finden. Wer das eher langweilig findet, wird sich wohl genauso zu Tode langweilen, wie ich bei dieser vollkommen unzusammenhängenden Erinnerung eines permanent betrunkenen Autors über seine Lesereisen der letzten 20-30 Jahre.

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