Andy Nicholls Scally

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Inhaltsangabe zu „Scally“ von Andy Nicholls

Andy Nicholls ist jedem szenekundigen Polizeibeamten beim Fußball in England bekannt. Für über ein Vierteljahrhundert war Nicholls einer der aktivsten Hooligans des Landes. Bei seinem Verein, Everton, galt er als führender Kopf des gewalttätigen Anhangs.§Nicholls kassierte mehr als zwanzig Haftstrafen wegen fußballbezogener Delikte. Aus Belgien, Island und Schweden wurde er ausgewiesen, sein Fanzine "Get Into Them" wurde von den Behörden verboten, und er selbst hat mittlerweile Stadionverbot in allen Grounds Großbritanniens.§In dieser autobiografischen Schilderung blickt er detailliert auf seine aktive Zeit zurück."Scally" sorgte für einen Sturm der Entrüstung, als das Buch in England erschien. Liverpooler Tageszeitungen verlangten sogar ein Publikationsverbot.

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  • Rezension zu "Scally" von Andy Nicholls

    Scally
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    14. February 2010 um 00:41

    In Zeiten, wo jede auch nur halbwegs bedeutsame englische Hooligan-Firm bereits ihre Memoiren veröffentlicht hat, ist es schwer, noch irgendwie hervorzustechen und etwas Essentielles auf den Markt zu werfen. Everton-Fan Andy Nicholls hat dies mit seiner Lebensgeschichte "Scally" zweifelsohne geschafft. Normalerweise liest sich ja jeder Roman über Fußballgewalt ähnlich: Ein paar Jungs sind erst Fans, bekommen irgendwann das erste Mal aufs Maul, wehren sich und sind wenig später bereits selbst die Jäger, bevor sie durchs ganze Land marodieren, die Größten von allen sind, irgendwann Ärger mit der Polizei haben und sich letztlich vom Geschehenen distanzieren. Der Fußball selbst spielt dabei selten eine Rolle. Schon dies ist der Unterschied zu Scally: Nicholls ist nicht nur Schläger, sondern Everton-Fan durch und durch. Und neben den Erlebnisfahrten an sich verliert er stets auch einige Worte zum Spiel und zur jeweiligen Gesamtsituation des Clubs, während man in zahlreichen vergleichbaren Werken meist nicht mal Spielergebnisse erfährt. Die Szenen, wegen der der Großteil der Zielgruppe dieses Buch gekauft hat, werden ebenfalls ausführlich behandelt. Nicht mit einer gekünstelten Distanz, sondern sehr detailgetreu wird die Gewalt beschrieben, wenn auch nicht verherrlicht. Selbst über den brutalen Einsatz von Waffen – meistens Teppichmessern – wird unumwunden gesprochen, einige Male in einer schockierenden Offenheit, die den Leser schlucken lässt. Nicht verschwiegen werden auch einige peinliche Niederlagen gegen Firms kleinerer Vereine wie QPR oder der immer wiederkehrende Hauptmangel von Evertons Firm: Große Masse, aber schlechte Organisation. Und zu guter Letzt entfällt auch das Distanzieren von den eigenen Taten mit dem frisch gewachsenen moralischen Zeigefinger. Manche Leser mögen sich hier sicherlich ein Verurteilen seines Handels seitens des Protagonisten wünschen. Nicholls allerdings gibt offen zu, dass er der Fußballgewalt nie abschwören wird, was das Leseerlebnis nur authentisch macht. Ebenso wie die Sprache – hart und direkt, aber nie primitiv oder prollig. Wer also ungeschönt lesen möchte, wie es in Englands Stadien der 70er, 80er und 90er Jahre zuging, kommt an „Scally“ nicht vorbei. Neben „The man in black“ oder „The football factory“ ist dies die meiner Meinung nach realistischste Geschichtsschreibung über eine Subkultur, die dem Spiel in Großbritannien beinahe den gesellschaftlichen Todesstoß versetzt hätte. Die aber auch phasenweise zum größten Exportschlager der Vereinigten Königreiche wurde. Ob man das nun wahrhaben will oder nicht…

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