Ane Riel

 4 Sterne bei 118 Bewertungen
Autorin von Harz, Blutwurst und Zimtschnecken und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Ane Riel

Große Spannung aus einem kleinen dänischen Ort: Ane Riel wurde 1971 in Århus geboren und studierte nach ihrem Schulabschluss 1990 an der dortigen Universität Kunstgeschichte. Bereits ihre Mutter, Mette Brahm Lauritsen, war Schriftstellerin. Heute ist ihre Tochter in ihre Fußstapfen getreten.

Ane Riel veröffentlichte mehrere Kinderbücher, manche davon gemeinsam mit ihrer Mutter, bevor sie 2013 ihren ersten Kriminalroman »Slagteren i Liseleje« vorlegte. Das Buch, das als „Idyl Noir“ bezeichnet wurde, war ein großer Erfolg. Riel wurde dafür mit den größten nordischen Preisen ausgezeichnet, sie gewann den Debütantenpreis der Dänischen Kriminalakademie, den Preis für den besten Kriminalroman Skandinaviens sowie den norwegischen und schwedischen Krimipreis. 2016 erschien unter dem Titel »Blutwurst und Zimtschnecken« auch eine deutsche Übersetzung.

Mit ihren weiteren Büchern setzt Riel ihren Erfolg fort. Bereits ihr zweiter Roman konnte an ihr Krimidebüt anschließen. Für »Harz« wurde Riel mit dem Niels-Preis, dem Harald Mogensen-Preis und den „Glasnøglen“ (dt. „die Glasschlüssel“) ausgezeichnet.

Ane Riel lebt gemeinsam mit ihrem Mann, dem Jazzmusiker Alex Riel, und ihrem Hund Gandhi in Liseleje, einem kleinen Ort im Norden Dänemarks.

Alle Bücher von Ane Riel

Cover des Buches Harz (ISBN:9783442715534)

Harz

 (108)
Erschienen am 08.07.2019
Cover des Buches Blutwurst und Zimtschnecken (ISBN:9783442714087)

Blutwurst und Zimtschnecken

 (9)
Erschienen am 13.06.2016
Cover des Buches Harz (ISBN:9783844536348)

Harz

 (1)
Erschienen am 08.07.2019

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Rezension zu "Harz" von Ane Riel

Packende Familiengeschichte
SusanneSH68vor 19 Tagen

Liv ist mit sechs Jahren bei einem Bootsunfall in der Brandung ertrunken. Das zumindest lässt ihr Vater Jens die Behörden glauben. Jens ist ein krankhafter Sammler, getrieben von einer Angst: seine einzige Tochter zu verlieren. Und so lebt Liv in der Einsamkeit des elterlichen Hofes, versteckt in einem Container zwischen alten Puppen, Grammophonen, ausgestopften und in Harz konservierten Tieren – ein sorgsam von der Außenwelt abgeschirmtes Leben, ein Leben in der Falle. Das Buch erzählt von einer scheinbar verkehrten Welt, in der aus Liebe Obsession wird und aus dem Wunsch nach Sicherheit tödliche Gefahr.

Dieses Buch macht mich etwas ratlos und beschäftigt mich sehr. Ein Thriller ist es für mich nicht, aber trotzdem hat es auf ganz unheimliche Weise eine Sogwirkung auf mich ausgeübt. Ich konnte es nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Eine tragische Familiengeschichte, wobei man mit dieser Familie eigentlich nichts zu tun haben möchte. Auf der Rückseite heißt es „Ein dunkles Märchen über Liebe und Obsession“. Das trifft es ziemlich gut. Der Vater handelt aus Liebe zu seiner Tochter und auch die Tochter liebt ihren Vater, wie Kinder das tun. Aber irgendwann lebt die Familie nur noch in ihrer eigenen Welt, auch wenn der Vater für die Tochter immer noch ganz logische Erklärungen findet. Von der Sprache und vom Schreibstill ist es wunderbar zu lesen, einfach und klar geschrieben. Dabei wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt, aber auch das bereitet beim Lesen keine Probleme. Insgesamt ein sehr bemerkenswertes Buch, das bei mir lange nachwirken wird.

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Rezension zu "Harz" von Ane Riel

Ein Thriller mal ganz anderes
Aljuvor 2 Monaten

Worum geht es?

Auf einem kleinen Teil einer Insel, der ‚Kopf‘ genannt wird, lebt eine junge Familie. Der Vater namens Jens hat den Schreinereibetrieb seines Vaters übernommen und führt im ehemaligen Elternhaus mit seiner Frau Maria und seiner kleinen Tochter Liv ein zurückgezogenes Leben. Fast autark wohnt dort die kleine Familie, den sie haben im Grunde alles, was sie zum eigenen Überleben brauchen. Da die restlichen Bewohner der Insel Jens für einen wortkargen, introvertierten und etwas befremdlichen Mann halten, bleiben sie ihm fern. Jens hat eine besondere Beziehung zur Gegenständen und eine eigene Sicht auf die Welt und die Natur. Besonders die Tannen und ihr Harz üben auf ihn eine Faszination aus, den dieser klebrige Saft hat die Eigenschaft Dinge zu speichern und zu bewahren – ebenso wie Jens manischen Drang verspürt, Gegenstände zu sammeln, zu horten und sich nicht von ihnen trennen zu können. Und dieser Drang entwickelt sich nicht nur zu einer psychischen Obsession, sondern zu einem langsam heranschleichenden Grauen.


Meine Meinung:

„Harz“ ist ein ganz besonderes Buch und behandelt das Thema der Verlustangst und das ‚Nichtloslassen-Können‘. Die Geschichte entwickelt sich langsam und gleicht eher einem durch traurige und tragische Elemente gekennzeichnetem Familiendrama, als einem Thriller.
Die Besonderheit dieses Romans liegt in der Weltvorstellung des Vaters Jens und seine befremdliche Beziehung zu Objekten sowie sein schon manischer Wunsch alles krampfhaft festzuhalten. Der Leser erhält eine sehr intensive Darstellung dieser Welt- und Wertvorstellung, die insbesondere auf Jens kleine Tochter Liv abfärbt. Durch ihre kindliche und unschuldigen Augen kann die schleichende Verwahrlosung und die katastrophalen Lebenszustände nur erahnt werden.
Der eigentliche Thrill und der wahre Schrecken enthüllt die Geschichte erst durch den Wechsel der Erzählperspektive. Hier zeigt der Roman seine wahre Stärke und hat mir nicht nur eine Gänsehaut beschert, sondern den einen oder anderen Moment der Abartigkeit und des puren Ekels.
„Harz“ ist kein Roman der lauten Worte, sondern eine traurige Familiengeschichte, die erst mit der Zeit sein Potenzial entfaltet und in der Klimax das Schreckliche und Grauenhafte offenbart.
Trotz eines eher ruhig gestalteten Anfangs, der für einige Leser möglicherweise zu gemächlich für einen Thriller verläuft, hat mich insbesondere der Schluss und die narrative Raffinesse des Romans überzeugt.

Daher kann ich diesem Roman voll verdiente 4 Sterne vergeben.

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Rezension zu "Harz" von Ane Riel

"HARZ" von Ane Riel
lovelinesvor 2 Monaten

>>Du musst festhalten, was du liebst.
Ganz fest.<<

„Harz“ von Ane Riel ist ein ziemlicher düsterer Thriller, der thematisch ziemlich deutlich macht, wie weit Kontrolle und die Angst etwas verlieren zu können führen kann. Die Autorin ließ mich hier in Abgründe und eine ziemlich dunkle Verrücktheit eintauchen, die mich ziemlich beklommen zurück gelassen hat. Ich muss ehrlich sagen zu Beginn ging alles etwas schleppender voran, aber insbesondere das letzte Drittel des Buches bringt viel Spannung mit sich und zeigt vieles in einem klareren Licht. Besonders gelungen fand ich hier neben den sehr gut gezeichneten Protagonisten die Briefe von Maria, die mit eingebunden werden und nochmal verdeutlichen, wie sich die Lage bei den Haarders zuspitzt. Alles in allem ein wirklich gelungener Thriller, der aber erst im verlauf an Fahrt aufnimmt. 

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Zusätzliche Informationen

Ane Riel wurde am 25. September 1971 in Aarhus (Dänemark) geboren.

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