Zuerst dachte ich, der Schreibstil in Form von Tagebucheinträgen könnte spannend sein – und ja, es ließ sich dadurch leicht lesen. Aber leider hat der Stil die Story nicht gerettet. Die Handlung zieht sich wie Kaugummi, obwohl das Buch nur knapp 200 Seiten hat. Ich habe fast zehn Tage dafür gebraucht – und ich lese eigentlich schnell. Das sagt schon alles.
Immer wieder wollte ich abbrechen, aber ich habe gehofft, dass es besser wird. Wurde es nicht. Im Kern geht es nur darum, dass Paul mit Marie schläft und sie ansonsten links liegen lässt. Sie hadert mit sich selbst, versucht ihn zig Mal zu vergessen, redet sich ein, dass sie mehr verdient – und sobald er sich wieder meldet, fällt sie ihm erneut in die Arme. Richtig anstrengend!
Erst auf den letzten fünf Seiten erfahren wir, warum Paul sich nie wirklich meldet – und ganz ehrlich: Das ist kein Grund. Das Ende wirkt völlig lieblos hingeklatscht mit dem Motto: „Man weiß nie, was das Leben noch bringt.“ – schön und gut, aber dann sollte man die ganze Geschichte so aufziehen und nicht 200 Seiten mit leeren Wiederholungen füllen.
Einen Stern vergebe ich, weil ich an ein paar Stellen mit Marie mitfühlen konnte, vor allem wenn sie über ihr chaotisches Leben schrieb – da habe ich mich selbst ein bisschen wiedererkannt. Aber der Rest? Enttäuschend. Und am Ende bleibt trotzdem eine Frage offen: Wer zur Hölle ist eigentlich Paul?
Das einzig Gute: Ich hab das Buch im Sale für 1 € bekommen. Mehr wär’s auch wirklich nicht wert gewesen.


























