Angela Lehner

 4 Sterne bei 161 Bewertungen
Autorin von Vater unser, 2001 und weiteren Büchern.
Autorenbild von Angela Lehner (©zehnseiten.de)

Lebenslauf

Preisgekrönte Newcomerin: Angela Lehner wurde 1987 in Klagenfurt, Österreich geboren, wuchs in Osttirol auf und lebt heute als Schriftstellerin in Berlin. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien und der NUI Maynooth und absolvierte ihren Master im Fach Literaturstudien. 2019 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Vater unser“, mit dem sie es sofort auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 schafft. Bereits zuvor erschienen bereits eine Kurzgeschichte und mehrere Artikel von ihr. Sie schrieb beispielsweise für die Zeitschrift „metamorphosen“, seit 2018 ist Lehner Leiterin der metamorphosen/Nocthene-Schreibwerkstatt in Berlin. 2016 nahm sie an der Prosawerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin teil, 2017 am Klagenfurter Literaturkurs. Zusätzlich wurde sie bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, 2017 erhielt sie das Stipendium für Literatur des BMuKK.

Alle Bücher von Angela Lehner

Cover des Buches Vater unser (ISBN: 9783446262591)

Vater unser

 (113)
Erschienen am 18.02.2019
Cover des Buches 2001 (ISBN: 9783446271067)

2001

 (48)
Erschienen am 23.08.2021
Cover des Buches 2001 (ISBN: 9783423148764)

2001

 (0)
Erschienen am 12.10.2023
Cover des Buches Der Bär (ISBN: 9783955660857)

Der Bär

 (0)
Erschienen am 01.07.2018
Cover des Buches Vater unser (ISBN: 9783423147927)

Vater unser

 (0)
Erschienen am 18.06.2021

Videos

Neue Rezensionen zu Angela Lehner

Cover des Buches Vater unser (ISBN: 9783446262591)
Agnes_Autorins avatar

Rezension zu "Vater unser" von Angela Lehner

Ein bisschen mitdenken muss man schon! ;)
Agnes_Autorinvor 6 Monaten

Als Eva in Wien von der Polizei in die Psychiatrie gebracht wird, behauptet sie, eine ganze Kindergartenklasse mit einer Pistole erschossen zu haben. Ihr Vater habe sich umgebracht und ihre Mutter sei sowieso tot. Nur Bernhard, ihr magersüchtiger Bruder, der ebenfalls in der Klinik – nur auf einer anderen Station untergebracht ist – scheint Eva lieb und teuer. Sie will Kontakt zu Bernhard, er offenbar nicht. Eva erzählt aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart, wie sie sich „einlebt“, in der Klinik, ihrem Zimmer und vor allem an die Gespräche mit Doktor Korb „gewöhnt“. Zwischendurch springt sie in die Vergangenheit, in ihre und Bernhards Kindheit, in der sie oft viel zu viel Verantwortung für den Bruder übernehmen musste. Sie erinnert sich an den Vater, der stets rauchend hinter verschlossenen Türen lebte, und an die Mutter, die arbeitend und das Geld verdienend, oft ganz abwesend war. 

Doch Eva ist kein Kind von Traurigkeit, kein Opfer, im Gegenteil. Aktiv geht sie auf die Pflegekräfte und Ärzte zu, versucht ihren Bruder mit unlauteren Methoden davon zu überzeugen, dass sie zusammengehören, dass sie für ihn sorgen kann und wird und – dass sie gemeinsam den Vater töten müssen. 

Moment!? An der Stelle blättert man zurück. Hatte sie Doktor Korb gegenüber nicht behauptet, ihr Vater habe sich umgebracht? Ja, was denn nun? Spätestens hier wird einem bewusst, dass die Ich-Erzählerin nicht nur das Krankenhaus-Personal an der Nase herumführt, sondern auch mich als Leserin. Doch wann tut sie dies bewusst und wann unbewusst? Ihren Bruder irgendwann im Schlepptau erinnert das Buch, das aus drei Teilen besteht (der Vater, der Sohn, der Heilige Geist), an den Roadtrip à la Herrndorfs „Tschick“. Vollkommen angetan von Evas Persönlichkeit, ihrer vulgären Sprache und ihrem unsicheren, zerbrechlichen Kern folgt man ihr erst neugierig, was sie als nächstes anstellen und wird und begibt sich dann mit ihr auf die Suche nach der Wahrheit, die erst ganz am Ende steht. 

Nicht zuletzt durch ihren Humor, der die Schwere der Tatsachen zu übertünchen versucht (mit Erfolg!) erinnert mich Evas Geschichte an die meiner Protagonistin Josy in „Unberührt“. Auch der Sprung zwischen den Zeitebenen, ganze Redewendungen wie „Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei“, der Besuch der Protagonistin im Ziegengehege sowie der Umgang mit einem kleinen Tier, das in den eigenen Händen aufhört zu atmen – hat mich immer wieder aufhorchen lassen. Und, es ist Angela Lehners Debüt gewesen! Ganz, ganz stark!

Ich werde Angela Lehner, die 1987 in Klagenfurt geboren wurde und jetzt in Berlin lebt, eine Nachricht schreiben, dass ich mich mit ihr verbunden fühle. Dass ich ihr Buch wunderbar finde, dass ich gelacht und geweint habe, dass ich es weiterempfehlen und Eva und Bernhard noch eine ganze Weile mit mir tragen werde. Absolute Empfehlung!

 

„Vater unser“ von Angela Lehner, dtv, 2021

 

Passend zum Roman las ich vorher ein Kapitel aus „Wahnsinns Frauen“ (hrsg. von Sybille Duda und Luise F. Pusch) – und zwar über Johanna die Wahnsinnige (1479-1555) von Swantje Koch-Kanz und Luise F. Pusch. Viel ist Spekulation über Johanna nach so langer Zeit, aber noch viel mehr spricht für das, was das Vorwort hervorragend zusammenfasst – die Rolle der Frau war und ist noch immer keine leichte in unserer Gesellschaft. 

Cover des Buches 2001 (ISBN: 9783446271067)
Julia92s avatar

Rezension zu "2001" von Angela Lehner

Angela Lehner - 2001
Julia92vor 9 Monaten

Inhalt: Es ist das Jahr 2001 und im Tal ist alles wie immer. Die Berge sind schroff, die Touristen unersättlich, die Jugendlichen auf der Suche nach Alkohol und Abenteuern und die Eltern abwesend. Eine Zukunft hat hier keiner, am allerwenigsten Julia, die in der Hauptschule zum sogenannten Restmüll gehört, was ihr egal ist -, denn für sie zählt nur eins: Hip-Hop und der Zusammenhalt ihrer Crew. Bis ihr Geschichtslehrer eines Tages die ganze Klasse zwingt, an einem politischen Experiment teilzunehmen, und damit eine Lawine an folgenschweren Ereignissen lostritt.


Meinung: Ich kam gut in die Geschichte rein, da mich Lehners Schreibstils von Beginn an sehr unterhalten hat. Man lernt Julia und ihre Crew kennen, sowie ihren Bruder und Klassenkameraden. Der österreichische Schmäh und die Ansicht der Jugendlichen auf Touristen sind besonders gelungen und haben mich mehrere Male zum Schmunzeln gebracht. Leider konnte ich zu keinem der Charaktere einen Bezug aufbauen, was vermutlich von der Autorin beabsichtigt ist, aber für mich ist es etwas zu viel von dieser Hoffnungslosigkeit, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Jugendlichen haben (zumindest der Großteil) keine Perspektive, keinen Antrieb, keinen Ansporn, der sie dazu bewegt, etwas aus ihrem Leben zu machen. Anfangs taten mir Julia & Co leid, mit der Zeit machte sich Fassungslosigkeit breit. Auf die Rolle der Eltern gehe ich hier nicht näher ein (eventuell Spoilergefahr). Gegen Ende bekommt man Brocken vorgeworfen, die auf eine Veränderung, auf eine Lösung hindeuten, doch ich wurde schließlich enttäuscht. Viele Fragen sind offen geblieben. Vermutlich will die Autorin die Leserschaft dazu animieren, sich alternative Möglichkeiten der weiteren Entwicklung auszudenken, doch mich konnte der Schluss nicht überzeugen. Im Gegenteil. Ich hatte gehofft, dass gewisse angeschnittene Themen noch aufgelöst werden. Ich kann das Buch weder empfehlen noch davon abraten. Man muss sich auf die Message einlassen, um sich eine Meinung bilden zu können.

Aufgrund des tollen Schreibstils und der interessanten Grundidee vergebe ich 3 von 5 Sternen. 

Cover des Buches 2001 (ISBN: 9783446271067)
Werner_Knoefels avatar

Rezension zu "2001" von Angela Lehner

Schmerzhaftes Erwachsenwerden
Werner_Knoefelvor 2 Jahren

Von dem Buch habe ich aus dem Fernsehen erfahren, Angela Lehner finde ich sehr sympathisch, entsprechend neugierig war ich auf das Buch.

Die Handlung, die, wie der Titel nahelegt, im Jahre 2001 spielt, dauert von Januar bis zum elften September. Es wird durchgehend aus der Perspektive der fünfzehnjährigen Hauptperson Julia erzählt, die eine Hauptschule besucht und dort nicht zu den besten gehört.

Man findet sich sehr schnell in der Geschichte zurecht. Das Personal ist übersichtlich, der fiktive Ort ("Das Tal") erfüllt seinen Zweck.

Die Hauptperson wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer, da sie wirklich konsequent jeden Gedanken an die Nützlichkeit ihrer Handlungen, an ihre 'Zukunft', wie es die anderen nennen, verweigert und also keine Karriere machen will. Ebensowenig hat sie Vorurteile.

Doch obwohl der Plot mit gesellschaftlichen Reizthemen voll ist - ich möchte hier nicht spoilern - somit Gelegenheit zur Auseinandersetzung  vorhanden ist und auch Kritik geübt wird, fehlt doch ein wenig der Aha-Moment, das Erhellende, mir jedenfalls. Hierzu wären die Nebenfiguren sogar vorhanden, sie bleiben aber etwas zu blass.

Die Musik spielt eine ziemlich große Rolle, die Playlist dazu findet man aber erst am Ende des Buches.

Es ließ sich bis zum Ende gut und flüssig lesen, deshalb vergebe ich drei von fünf Sternen



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Zusätzliche Informationen

Angela Lehner wurde am 02. September 1987 in Klagenfurt (Österreich) geboren.

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Community-Statistik

in 210 Bibliotheken

auf 38 Merkzettel

von 6 Leser*innen aktuell gelesen

von 3 Leser*innen gefolgt

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