Die Nordstaaten-Armee unter General Sherman zieht 1864/1865 durch die Südstaaten Georgia, South und North Carolina und hinterlässt dabei eine Schneise der Verwüstung: niedergebrannte Farmen, verwüstete Städte und ausgebeutete Landstriche. Und das ganz bewusst, denn nach Shermans Ansicht sollten diese Südstaaten am eigenen Leib und Hab und Gut zu spüren bekommen, was es heißt, einen Krieg vom Zaun zu brechen. "Es sind heute viele Jungs hier, die im Krieg nur den Ruhm sehen, aber Jungs, es ist die Hölle" hatte Sherman Jahre später einmal in einer öffentlichen Rede gesagt. Dem Autor gelingt es, die Verheerungen dieses Krieges anschaulich darzustellen, indem er das Erleben vieler unterschiedlicher Menschen schildert: Soldaten der Nord- wie der Südstaaten, ausgebeutete Farmer wie auch deren befreite Sklaven, überforderte Militärärzte und ihr angelerntes Hilfspersonal kommen ebenso zu Wort wie Sherman selbst. Abraham Lincoln kurz vor dessen Ermordung widmet der Autor ein kurzes, gespenstisch anmutendes Kapitel. In meinen Augen ein großartiger Roman. 5 Sterne dafür.
Angela Praesent
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Stell dir vor, du bist zwölf Jahre alt, eingepfercht in eine Limousine mit deinen ständig streitenden Psychologen-Eltern und deinem übergewichtigen älteren Bruder, während du durch das Europa der 70er Jahre tourst. Klingt nach einem Abenteuer, oder? Willkommen in „Bongo Europa“ von Dirk Wittenborn, wo Humor und schräge Familiendynamik auf eine nostalgische Reise durch die Alte Welt treffen.
Der Protagonist, Dirk, ist der kindliche Beobachter, der mit einer Mischung aus Naivität und Scharfsinn die Eskapaden seiner Familie und die kulturellen Schätze Europas beschreibt. Diese Memoiren eines pubertierenden Jungen sind so scharf und präzise wie die Taschenmesser, die Dirk unterwegs sammelt. Wittenborn gelingt es, die Kultiviertheit und die skurrilen Eigenheiten einer amerikanischen Durchschnittsfamilie liebevoll und zugleich bissig zu porträtieren.
Der Plot beginnt damit, dass Dirk endlich seinen lang gehegten Traum erfüllt sieht: Dank eines Fehltritts seiner Schwester Jill wird die ganze Familie nach Europa geschickt, wo Jill auf eine Benimmschule verbannt wird. Von den Niederlanden bis nach Frankreich erlebt Dirk eine Vielzahl von Abenteuern, die von Museumsbesuchen mit nackten Statuen bis zu Magenverstimmungen durch europäisches Leitungswasser reichen.
Wittenborns Schreibstil ist flüssig und humorvoll, und es macht Spaß, den kindlichen und oft witzigen Gedankengängen von Dirk zu folgen. Besonders unterhaltsam sind seine Versuche, die mangelnde Intimsphäre und die ständigen Streitigkeiten seiner Eltern zu kompensieren, indem er immer größere Taschenmesser kauft.
Allerdings, wie bei vielen Reisen, gibt es auch hier einige holprige Stellen. Die Charakterentwicklung der Nebenfiguren wie Dirks Schwester Jill oder seiner Mutter kommt etwas zu kurz, und manchmal wünscht man sich, mehr über die individuellen Abenteuer der Familie zu erfahren. Auch wenn das Buch als „Memorien eines zwölfjährigen Sexbesessenen“ beworben wird, bleibt der erotische Aspekt sehr jugendgerecht und fügt sich nahtlos in die humorvollen und oft peinlichen Erlebnisse eines Zwölfjährigen ein.
Mit seinen nur 76 Seiten ist „Bongo Europa“ ein kurzweiliges Lesevergnügen, das man leicht an einem Nachmittag durchlesen kann. Der charmante und nostalgische Ton des Buches sowie die spitzen Beobachtungen über kulturelle Unterschiede machen es zu einer angenehmen Lektüre, auch wenn es sich eher wie eine ausgedehnte Kurzgeschichte anfühlt als wie ein Roman.
Wenn du Lust auf eine humorvolle, leichtfüßige Reise durch das Europa der 70er Jahre hast, begleitet von einem scharfzüngigen, jungen Erzähler, dann ist „Bongo Europa“ genau das Richtige für dich. Und wer weiß, vielleicht fühlst du dich nach dem Lesen auch inspiriert, dein eigenes Taschenmesser zu kaufen – oder zumindest deine eigenen Familienurlaube mit einem Augenzwinkern zu betrachten.
"Vom Winde verweht" und "Fackeln im Sturm" sind unvergesslich und haben uns den Amerikanischen Bürgerkrieg miterleben lassen. Doctorow verzichtet aber auf romantische und verklärte Ansichten und konzentriert sich auf die Fakten. 1865 der Amerikanische Bürgerkrieg neigt sich dem Ende zu. Die Südstaaten sind den Nordstaaten weit unterlegen und die Sklaverei scheint abgeschafft zu sein. Plantagen stehen in Flammen, die Sklaven befreit und General William T.Sherman marschiert mit sechzig Mann durch die Gebiete Georgia, North- und South Carolina. Mit dabei die junge Pearl, eine befreite Sklavin die allerdings wei? ist. Ihre Mutter hatte mit dem Massa geschlafen und sie wurde geboren. Ein Soldat verliebt sich in sie und will sie heiraten, aber sie macht ihm klar, dass wenn sie Kinder bekommen sie ihm wahrscheinlich ein "Teerbaby" schenken wird. Gemeinsam mit anderen marschieren sie durch "ihr" Land. Es gibt in diesem Krieg eigentlich keine Gewinner, denn alle verlieren. Die Nordstaaten wollen die "Nigger" nicht wirklich und so sind sie zwar frei, aber mittel- und chancenlos. Doctorows Marsch wurde schon mit mehreren Preisen ausgezeichnet und beschreibt ein eindringliches Bild über einen wichtigen Teil der Amerikanischen Geschichte. Nicht einfach, aber sehr lesenswert.
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