Angela Steidele

 4,2 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf von Angela Steidele

Wissenschaftlich recherchieren – literarisch schreiben ist Angela Steideles Markenzeichen in Werken wie Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens (2010), Anne Lister. Eine erotische Biographie (2017), Zeitreisen (2018) sowie Poetik der Biographie (2019). Für ihren Roman Rosenstengel (2015) erhielt sie den Bayerischen Buchpreis. Die Autorin, geb. 1968, lebt in Köln. Wie das passieren konnte, weiß sie allerdings nicht.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Aufklärung (ISBN: 9783458643401)

Aufklärung

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Neu erschienen am 12.09.2022 als Gebundenes Buch bei Insel Verlag.

Alle Bücher von Angela Steidele

Cover des Buches Anne Lister (ISBN: 9783957576477)

Anne Lister

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Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Rosenstengel (ISBN: 9783442715190)

Rosenstengel

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Erschienen am 10.04.2017
Cover des Buches Goethe Männer Knaben (ISBN: 9783458175421)

Goethe Männer Knaben

 (2)
Erschienen am 13.08.2012
Cover des Buches Aufklärung (ISBN: 9783458643401)

Aufklärung

 (2)
Erschienen am 12.09.2022
Cover des Buches In Männerkleidern (ISBN: 9783458179450)

In Männerkleidern

 (1)
Erschienen am 01.11.2021
Cover des Buches Zeitreisen (ISBN: 9783957576354)

Zeitreisen

 (0)
Erschienen am 31.08.2018

Neue Rezensionen zu Angela Steidele

Cover des Buches Aufklärung (ISBN: 9783458643401)
Buecherfreundinimnordens avatar

Rezension zu "Aufklärung" von Angela Steidele

Bachs Töchter
Buecherfreundinimnordenvor 2 Monaten

Johann Sebastian Bach gilt uns heute als Genie, in seiner Zeit stand ihm dieser Titel in den Augen vieler Zeitgenossen aber nicht zu. In Leipzig hielt man ihn tatsächlich teilweise für „mittelmäßig“ und war mit seiner Amtsführung als Kantor der Thomaner nicht immer zufrieden. Ein lebendiges Bild der Epoche liefert Angela Steidele in dem Roman „Aufklärung“ - geschrieben aus der Sicht der ältesten Bachtochter Dorothea. Es sind  Episoden, mit denen sie nicht nur das Familienleben der Bachs, sondern auch das gesellschaftliche und geistige Leben in der Stadt Leipzig zeichnet. Das hat teilweise Charme und Witz, doch hatte es für mich eher den Charakter einer Anekdotensammlung. Die Figuren entwickeln sich kaum, eine stringente Handlung gibt es nicht. Die Autorin hat gewissenhaft recherchiert und damit ein interessantes Bild der Zeit gezeichnet: Erstmals ergreifen Frauen das Wort, um sich an intelligenten Debatten zu beteiligen. Was jedoch fehlt, sind Konflikte, die die Charaktere lebendig werden lassen. Bei einem Roman dürfte die Mehrheit der Leser genau diese Konstellation aber erwarten. Insofern gibt es drei Sterne für die Kulisse, die teilweise amüsanten Betrachtungen und die Abbildung des Zeitgeschehens - für mehr reicht es bei mir leider nicht.

Kommentare: 20
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Cover des Buches Rosenstengel (ISBN: 9783442715190)
Daeny_Levis avatar

Rezension zu "Rosenstengel" von Angela Steidele

Queerness im 18. und 19. Jahrhundert
Daeny_Levivor 2 Jahren

Ich habe das Buch für meinen Unikurs Queere Literaturwissenschaft gelesen und obwohl ich es nicht mag, "Bücher aufgedrückt zu bekommen", hat mich die Handlung sehr fesseln können.

Die Geschichte wird als Briefroman in zwei Zeitsträngen (einer im 17. Jh., der andere im 18.) erzählt. Dadurch gibt es keine beschriebenen Handlungen, man erfährt über die Figuren nur anhand ihrer eigenen Schriftstücke und Aussagen, was man über sie wissen muss. Angela Steidele hat die Charakterzüge ihrer Figuren wirklich gelungen darstellen können.

Man bekommt einen guten Einblick auf die partiell sehr homophoben und misogynen Denkweisen der Wissenschaften im 19. Jahrhundert. Ich finde es sehr gut, dass man allerdings auch ein paar Figuren hat, die diese Meinungen nicht teilen und gegen sie arbeiten.

Alles in allem ist es eine gut erzählte Geschichte, die durch Konflikte und Wendungen ihre Handlung voranbringt. Die Figuren lösen Emotionen in einem aus; man leidet mit ihnen oder hasst sie.

Am Anfang hat mir der Schreibstil, der sich den jeweiligen Zeiten anpasst, etwas Probleme gemacht. Aber gerade an den Stil des 19. Jahrhunderts konnte ich mich recht schnell gewöhnen.

Ein weiterer Pluspunkt ist für mich das Personenregister am Ende des Buches, der einen guten Überblick bietet, gerade wenn man sich mit den historischen Vorlagen der Buchfiguren nicht auskennt. 

Besonders sympathisch war mir die Darstellung der Figur der Kaiserin Elisabeth und auch Müller ist wirklich interessant und vielschichtig geschrieben.

Ich bin sehr froh, dass ich im Rahmen meines Kurses auf dieses Buch gestoßen bin.

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Cover des Buches Anne Lister (ISBN: 9783957576477)
Hilde1945s avatar

Rezension zu "Anne Lister" von Angela Steidele

Lesbisch leben im 19. Jahrhundert - Anne Lister scherte sich kaum um Konventionen
Hilde1945vor 2 Jahren

Anne Lister war eine Landadelige im England des 19. Jahrhunderts, die einen völlig anderen Lebensweg ging, als dies von jungen Frauen der besseren Gesellschaft damals erwartet wurde: sie heiratete nicht (im konventionellen Sinn). Sie setzte durch, für den Familienlandsitz verantwortlich zu sein. Sie kümmerte sich um die finanziellen Angelegenheiten. Sie blieb Zeit ihres Lebens unabhängig von einen Mann und sogenanntem Haushaltsvorstand. Denn Anne Lister war lesbisch, und sie dachte nicht daran, dass keusche Leben einer Nonne zu führen und an diesem Umstand zu verzweifeln. Im Gegenteil: sie führte ein Liebes - und Sexleben, dass manche Lesbe des 21. Jahrhunderts regelrecht vor Neid erblassen lassen dürfte.

Durch den Film "The Diaries of Anne Lister" hörte ich zum ersten Mal von dieser an sich bemerkenswerten Person und nutzte die Chance, durch Angela Steideles Buch mehr über sie zu erfahren. Das Ergebnis war ernüchternd. Während Anne Lister im Film noch liebenswerte Züge hatte und mir auch manchmal bei ihrer Suche nach einer Gefährtin leid tat, verlor ich anhand Steideles Zusammenfassung, die ja auf den Originalaufzeichnungen von Listers Tagebüchern beruht und deren eigene Gedanken widergibt, jegliche Sympathie für diese Person. Anne Lister war narzisstisch und egozentrisch, hatte wenig Mitgefühl für andere und jonglierte mit den Frauen, die sie durch astreine Manipulation in ihren Bann zog., wie mit Schachfiguren. Ihr ganzes Bestreben: Sex, Geld und Macht. Sie wählte die Frauen aufgrund von gesellschaftlicher Stellung und finanziellem Hintergrund aus; persönliche Zuneigung war zeitweise wirklich sekundär. Erstaunlich viele ließen sich auf sexuelle Abenteuer mit ihr ein, heirateten aber doch einen Mann. 

Die vermeintlich reiche Erbin Ann Walker bildete da eine Ausnahme. Während Ann im oben erwähnten Film als ziemlich naiv dargestellt wird, war sie es (wie den Tagebuchaufzeichnungen zu entnehmen ist) nicht in diesem extremen Ausmaß. Sie wusste zum Großteil, auf wen und was sie sich da einließ, als sie sich Anne Lister ins Bett holte. Trotzdem verzweifelte sie in den wenigen Jahren, die sie mit ihr verbrachte, wurde depressiv und landete nach Listers Tod sogar für einige Jahre in einer Irrenanstalt, was nicht weiter verwundert, wenn man mitverfolgt, wie Anne Lister auch diese Frau manipulierte, mit ihr spielte und jonglierte - und dies von Anfang an mit dem klaren Ziel, an ihr Vermögen zu kommen. Da Ann Walker nicht so dumm war, wie im Film dargestellt, muss sie das durchschaut haben und ist daran womöglich auch verzweifelt. Denn sie hatte auch noch Gefühle für Anne, was umgekehrt nicht ganz so klar ist.

Angela Steidele hat mir Anne Lister durch die Aufarbeitung ihrer Tagebücher näher gebracht und dabei sämtliche Illusionen zerstört, was aber nicht negativ gemeint ist. Die Tagebücher sind einfach ein Zeitdokument; der Film ist einfach das beschönigende Machwerk. Im Übrigen: wenn die Autorin darauf verweist, dass die Tagebücher insgesamt eine recht langweilige Lektüre sind, glaube ich das sofort. Denn abgesehen von der Anzahl ihrer Orgasmen ("Kisses") hat Anne Lister auch finanzielle Angelegenheiten, tagtägliche Geschäftsvorgänge rund um den Landsitz und allerlei anderes akribisch festgehalten, was nicht unbedingt nach spannender Lektüre klingt....




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