Angelika Felenda

 4.1 Sterne bei 161 Bewertungen
Autor von Der eiserne Sommer, Wintergewitter und weiteren Büchern.
Autorenbild von Angelika Felenda (© Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf von Angelika Felenda

Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik lebt die Autorin Angelika Felenda in München, wo sie auch als literarische Übersetzerin arbeitet. Ihr Kriminalroman »Der eiserne Sommer« erschien 2014 und bildet den Auftakt zur Roman-Reihe um Kommissär Reitmeyer.

Alle Bücher von Angelika Felenda

Cover des Buches Der eiserne Sommer9783518467138

Der eiserne Sommer

 (77)
Erschienen am 11.09.2016
Cover des Buches Wintergewitter9783518467190

Wintergewitter

 (51)
Erschienen am 29.10.2016
Cover des Buches Herbststurm9783518469231

Herbststurm

 (30)
Erschienen am 12.11.2018
Cover des Buches Der eiserne Sommer9783844516111

Der eiserne Sommer

 (3)
Erschienen am 18.08.2014

Neue Rezensionen zu Angelika Felenda

Neu

Rezension zu "Wintergewitter" von Angelika Felenda

Tod im Schauspielermilieu
SalanderLisbethvor 2 Monaten

„War sie denn früher schon einmal hier? „, fragte Reitmeyer. Der Kellner zuckte die Achseln. „Kann sein. Mit so andere Flitscherln vielleicht. Die kommen manchmal vom Kolosseum rüber. Aber sicher bin ich mir nicht.“ „Wieso ‚Flitscherln‘?“ „Ja, vom Konvent der Unbefleckten Jungfrau war die nicht. So wie die ausgesehen und gesoffen hat.“ „Es kann sich nur um einen tragischen Unfall handeln, Herr Kommissär“, fiel der Wirt dem Kellner ins Wort und funkelte seinen Angestellten an. „Was wir natürlich sehr bedauern.“ Auszug Seite 32, 33

Dies ist der zweite Kriminalroman um den Münchner Kommissär Sebastian Reitmeyer. Der erste Teil „Der eiserne Sommer“ spielte in 1914. Inzwischen sind sechs Jahre vergangen, der erste Weltkrieg ist vorbei und wie in ganz Deutschland leiden auch in München die Menschen unter einer katastrophalen Versorgungslage bei einer immer größer werdenden Inflation. Aufgrund des großen Nahrungs- und Wohnungsmangel blüht der Schwarzmarkt und aufgrund der hohen Beschaffungskriminalität hat die Polizei mehr als genug zu tun. Stichwort: „Diebesseuche“.

Tod im Schauspielermilieu

Allerdings boomt das Filmgeschäft und viele Frauen wittern ihre Chance und wollen auf die große Leinwand. So auch die junge Cäcilie Ortlieb, die jetzt im „Roten Adler“ tot am Fuße der steilen Kellertreppe liegt. Sie ist aber nicht, wie zuerst vermutet, gestürzt und an einem Genickbruch verstorben. Laut Gerichtsmedizin wurde Cilly Ortlieb mit einer Überdosis Heroin oder Morphium vergiftet. Wenig später stirbt eine enge Freundin von Cilly unter ähnlichen Umständen. Beide arbeiteten in dubiosen Produktionen des Münchner Filmkonzerns Emelka. Kommissar Reitmeyers Ermittlungen führen ihn in illegale Spielclubs, Bars und Bordelle und bis in die höchsten Kreise. Auch ohne Unterstützung seiner Vorgesetzten, die alles tun, um einen Sündenbock zu installieren.

In einem zweiten Handlungsstrang sucht Gerti Blumfeld, eine junge Frau aus Berlin in München nach ihrer verschwundenen Schwester. Sie gibt vor, an einer Dissertation über Prostituierte zu schreiben um sich besser im einschlägigen Milieu umsehen zu können. Dabei kreuzen sich mehrmals die Wege des Kommissärs und Gerti. Da sie nicht weiß, ob sie ihm trauen kann, hält sie Informationen zurück. Als sie in den Besitz einer Mappe mit brisantem Inhalt kommt, begibt sie sich in Lebensgefahr. 

Stimmiges Sittengemälde

Angelika Fender, die u.a. Geschichte studiert hat, zeigt uns hier ein stimmiges Bild der Gesellschaft um 1920. Geschichtliche Aspekte werden geschickt mit der Handlung verknüpft, die Thematik mit Kleinkriminellen, Neureichen und schlüpfrigen Filmproduktionen ist gelungen und so entsteht eine dichte und lebendige Atmosphäre. Die politische Situation spielt eine große Rolle und Felenda hat sich intensiv damit auseinandergesetzt. Die Bevölkerung leidet unter den hohen Auflagen der Siegermächte, die Rationierungen werden als ungerecht empfunden und es entsteht eine wütende, aufgeheizte Stimmung. Diese bildet den Nährboden für eine stark rechtspopulistische neue Politikrichtung und auf politischen Treffen begibt sich ein neuer Festredner in Stellung: Adolf Hitler. Die zunehmende Gewaltbereitschaft zeigt sich auch in rechten Gruppierungen wie zum Beispiel die Einwohnerwehr, in der ehemalige Soldaten Aufnahme finden, die jetzt neben der Polizei für Ordnung sorgen wollen und das Gesetz oft in die eigene Hand nehmen.

Dafür fehlte es der Kriminalgeschichte irgendwie an Zugkraft und die grundsolide Polizeiarbeit blieb oft im Ansatz stecken und führte zu nichts. Für mich gab es einige Ungereimtheiten, so zum Beispiel die ganze Passage, in der Gerti Unterschlupf bei Caroline, einer Jugendfreundin von Reitmeyer findet und die beiden sich da zufällig wieder sehen. Die Handlungsstränge waren teilweise verwirrend und aufgrund einer großen Anzahl an Figuren bedarf es einer großen Konzentration. Im letzten Viertel wird noch mal an der Spannungsschraube gedreht und die Auflösung am Schluss hat mich dann auch nicht richtig überzeugt. 

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, hätten an der einen oder anderen Stelle noch etwas Tiefe gebrauchen können. So ist Reitmeyer der sympathische, stets besonnene und korrekte Polizist. Der Fahrradfahrer versucht immer im Rahmen seiner Möglichkeiten für Gerechtigkeit zu sorgen. Auch an ihm ist der Fronteinsatz nicht spurlos vorbei gegangen. Er leidet unter Panikattacken, die er zu verbergen sucht. Das hätte man noch vertiefen können, es hätte ihm noch Ecken und Kanten verliehen.

Wie gehetzt lief Reitmeyer den Gang entlang und mit ein paar Sätzen die Treppe hinauf. Erst vor dem Haus wagte er, wieder tief durchzuatmen. Der faulig modrige Geruch in der Kellerwohnung, der Mief aus altem Bettzeug, Windeln und aufgewärmtem Kohl hatte ihm fast die Luft abgeschnürt. Am liebsten hätte er sich geschüttelt wie ein Hund nach einem Regenguss. So mussten diese Leute leben. Es war menschenunwürdig. Aber sie waren nicht die Einzigen. Es herrschte verheerende Wohnungsnot. Auszug Seite 17

Korbinian Rattler ist der pfiffige, etwas übereifrige Polizeischüler, der die älteren Kollegen mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden nervt. Er leidet unter Lungenproblemen aufgrund von Gasverletzungen im Krieg. Die sprunghafte Gerti war für mich nicht richtig greifbar. Skrupellos spielt sie Reitmeyer gegen seinen besten Freund Sepp, einen Rechtsanwalt aus.

Besonders informativ fand ich über den Sonderstatus Bayerns in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg zu erfahren, wie auch am Ende des Buches noch mal in den Anmerkungen der Autorin erklärt.

Kommentare: 4
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Rezension zu "Herbststurm" von Angelika Felenda

Spannende Geschichte
Clarissa03vor einem Jahr

Spannend geschriebene Geschichte, aus einer Zeit, die man nicht mitgemacht haben möchte. Die Personen waren detailliert beschrieben und das Buch war durchweg ohne Längen. Ich hatte das Gefühl mitten drin zu sein.

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Rezension zu "Herbststurm" von Angelika Felenda

Polizeiliche Ermittlungsarbeit im hochbrisanten München der 20iger Jahre
elmidivor einem Jahr

„Herbststurm“ ist nach „Der eiserne Sommer“ und „Wintergewitter“ der dritte Roman der Krimiserie von Angelika Falenda. Die Reihe spielt im München der 20iger Jahre, schon ist zu ahnen und zu spüren, dass das rechte Lager an Macht gewinnt. Aber auch die Folgen des ersten Weltkriegs sind noch allzu sichtbar – sei es in seelischen und körperlichen Kriegsverletzungen oder in den drückenden finanziellen Verhältnissen des neuen demokratischen Staates.

In dieser Zeit ist Kommissär Reitmeyer mit polizeilichen Ermittlungen befasst, denn es geht um zwei Mordfälle, die zu Rätseln aufgeben. Viele bereits aus den früheren Büchern bekannte Personen sind wieder mit von der Partie, wie etwa der Rechtsanwalt Sepp Leitner, der einen Suchauftrag zu einer vermissten jungen Frau annimmt und dabei unvermittelt mit Reitmeyers Mordermittlungen kollidiert. Und Caroline, die von Reitmeyer immer noch aus der Ferne angeschmachtete junge Ärztin, die es jetzt in die Pathologie verschlagen hat. Und Rattler, der junge Ermittler, gerade aus der Ausbildung, aber von einem Gasangriff im Krieg schon schwer mitgenommen. Er trifft eine junge Russin und wird in ihre verworrene Geschichte mit hineingezogen.

Es wird schon jetzt klar, dass man besser den einen oder anderen Vorgängerroman gelesen haben sollte, um einigermaßen mit den parallelen privaten und beruflichen Geschichten Schritt halten zu können. Als Einstieg in die Reihe ist „Herbststurm“ nicht unbedingt zu empfehlen.

Überhaupt brauchte es meine ganze Konzentration, um das Buch in seiner Komplexität zu verstehen. Denn im Laufe der Ermittlungen tauchen einige rechte Soldatenvereinigungen auf und auch russische Gruppen und Einzelpersonen, die miteinander im Geheimen zusammenarbeiten. Oder doch nicht?

Im Ganzen habe ich weniger einen spannenden Krimi gelesen. Vielmehr handelt es sich um einen Roman über polizeiliche Ermittlungsarbeit im politisch und gesellschaftlich hochbrisanten München der 20ger Jahre. Dabei sind die Protagonisten in diesem Krimi allesamt sehr sympathische und lebensnah dargestellte Akteure. Sie tragen durch eine hochkomplexe Handlung und sind insgesamt die starke Seite dieses Romans.

Am Ende des Buches findet man eine gute Darstellung der geschichtlichen Verhältnisse und im Buch erwähnten Organisationen und Vereinigungen. Reitmeyer selbst positioniert sich in diesem Krimi durchaus deutlich in Opposition zu den ihn umgebenden rechten Gesinnungen. Eine spannende Vorlage für die zukünftigen Romane, denn dies führt ihn ganz sicher in gefährliche Situationen.

Wer diesen Krimi liest, sollte sich Zeit dafür nehmen und ihn mit Konzentration lesen können. Sicher ist diese absolute brisante und spannende Zeit, die hier gut und kenntnisreich geschildert ist, es wert und Angelika Falendas Arbeit, die in der ausgefeilten Recherche liegt, ist sehr zu würdigen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Herbststurmundefined

Babylon München – ein stürmischer Mord im Herbst 1922


Sibirische Kälte über München im Jahr 1922: Im Kriminalroman Herbststurm von Angelika Felenda ermittelt Kommissär Reitmeyer in gleich zwei Mordfällen und einem Vermisstenfall. Dabei gerät er in die Kreise von russischen Exil-Monarchisten und nationalen Freikorps-Gruppen. Reitmeyers dritter Fall entführt Euch in die bayrische Hauptstadt der 1920er Jahre – ein Muss für Liebhaber von Babylon Berlin.

Kommissär Reitmeyer ist zurück!

Worum geht’s genau?
München, 1922: In der bayrischen Hauptstadt tummeln sich illustre Gesellschaften, die ausufernde Partys feiern, russische Exil-Monarchisten und Mitglieder der Französischen Gesandtschaft, die wegen der Reparationszahlungen und der steigenden Inflation von den Nationalisten bedroht werden. Als zwei Leichen auftauchen ist klar, wer sich den Fällen annehmen muss: Der unerschrockene Kommissär Reitmeyer nimmt die Ermittlung auf und hilft nebenbei seinem besten Freund, dem Rechtsanwalt Sepp Leitner, bei der Suche nach der vermissten Tochter einer russischen Adligen. Nach und nach wird deutlich, dass die Fälle miteinander in Verbindung stehen … 

Das klingt schon mal gut? Dann schau doch mal in unsere Leseprobe » 

Wollt Ihr mit Kommissär Reitmeyer auf Spurensuche gehen? Dann bewerbt Euch einfach bis zum 22. November über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* für die Leserunde – und beantwortet uns dazu folgende Frage:

Wenn Ihr eine Zeitreise unternehmen könntet – wie würdet Ihr einen Tag im München der 1920er Jahre verbringen?


Über die Autorin: Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik lebt die Autorin Angelika Felenda in München, wo sie auch als literarische Übersetzerin arbeitet. Ihr Kriminalroman Der eiserne Sommer erschien 2014 und bildete den Auftakt zur Roman-Reihe um Kommissär Reitmeyer.

PS: Um über alle Leserunden und Buchverlosungen aus dem Insel Verlag auf dem Laufenden zu bleiben, schaut mal hier vorbei ...

* Im Gewinnfall verpflichtet Ihr Euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt des Buches sowie zum Veröffentlichen einer ausführlichen Rezension auf LovelyBooks.de, nachdem Ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet Ihr vor Eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben. Bitte beachtet, dass wir die Bücher nur innerhalb Europas verschicken. 
461 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Der eiserne Sommerundefined

Wer schwach ist, muss untergehen.

Adventszeit ist Lesezeit! Und was gibt es da Schöneres, als sich mit einem packenden Krimi in den Lieblingssessel zu verkrümeln? Deswegen haben wir ein tolles Gewinnspiel für Euch vorbereitet und verlosen 15 Leseexemplare von Angelika Felendas mitreißendem Krimi Der eiserne Sommer!

Zum Buch:
Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte. Hier geht’s zur Leseprobe »

Als kleinen Vorgeschmack könnt Ihr Euch schon einmal den Trailer anschauen:

###YOUTUBE-ID=TxssDKBf9tY###

»Die Zeit um 1914, der Beginn des Ersten Weltkriegs, das war für mich immer weit weg ... Der eiserne Sommer lässt diese Zeit in meinem Kopf lebendig werden. Schafft ein Gefühl für die Verklemmtheiten, das Obrigkeitsdenken und die geistigen Zwänge. Spannend und lehrreich!« – Christian Beisenherz, WDR

Na, Lust auf einen historischen Krimi bekommen? Dann beantworte uns bis 8. Dezember 2014 einfach folgende Gewinnfrage:

Wie stellst Du Dir München im Jahr 1914 vor?


Wir freuen uns auf Eure Antworten!

Zur Autorin:
Angelika Felenda hat Geschichte und Germanistik studiert und arbeitet als literarische Übersetzerin in München. Der eiserne Sommer ist ihr erster Roman.

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