Angelika Felenda

 4,1 Sterne bei 180 Bewertungen
Autorenbild von Angelika Felenda (© Suhrkamp Verlag)

Lebenslauf

Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik lebt die Autorin Angelika Felenda in München, wo sie auch als literarische Übersetzerin arbeitet. Ihr Kriminalroman »Der eiserne Sommer« erschien 2014 und bildet den Auftakt zur Roman-Reihe um Kommissär Reitmeyer.

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Neue Rezensionen zu Angelika Felenda

Mein erster Fall des Kommissars

Der Kriminalroman spielt in München um 1920, also nach dem ersten Weltkrieg und erzählt den 2. Fall des Kommissars Reitmeyer

Kommissär Reitmeyer ist vom Krieg traumatisiert und hat immer wieder Panikattacken. Von einer regelrechten "Diebstahlseuche" ist die von Nahrungsmangel und Geldentwertung geplagte Bevölkerung heimgesucht. Dann wird auch noch die Leiche einer Frau aufgefunden. Was zuerst wie ein Unfall aussieht, entwickelt sich zu einem Mordfall, der ungeheure Ausmaße annimmt. Der zeitgeschichtliche Hintergrund des Romans ist sehr gut ausgebaut und während des Lesens informativ. Außerdem gibt es am Ende in den Anmerkungen noch Erklärungen die auf wahre Bezüge des Romans hinsichtlich auf die Historie andeuten.

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und man liest das Buch einfach schnell durch. Anzumerken hierbei ist auch, dass die Autoren den Text auf einem hohen Stilniveau verfasst hat, sich daraus aber keinerlei Unklarheiten während des Lesens ergeben. An manchen Stellen haben mir noch detailliertere Beschreibungen einzelner Orte beziehungsweise Situationen gefehlt, die zur besseren Anschauung gedient hätten.

Die Spannung wird nur sehr mäßig aufgebaut und die meiste Spannung befindet sich im letzten Viertel des Buches. Der Anfang legt sein Hauptaugenmerk auf die Vorstellung der Personen und ihre Ansichten, was das Ganze etwas zäh werden lässt.
Insgesamt wirkt aber der ganze Roman sehr authentisch sowohl von den Situationen als auch von den Charakteren.

Auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die historische Kriminalromane mögen deren Hauptaugenmerk auf der historischen Situation beruht.

Fragen des Verlages:

Ich habe den ersten Fall des Kommissars nicht gelesen. Trotzdem gab es für mich keine Schwierigkeiten den zweiten Band zu verstehen, was daran liegt, dass die Bände thematisch nicht ganz miteinander zusammenhängen.

Den Protagonisten fand ich sympathisch, weil er einen ganz eigenen Charakter hat, der auch im Buch deutlich wird, indem er zum Beispiel moralisch ist und Angst hat sein Kriegstraumata zuzugeben. Demzufolge finde ich persönlich, dass der Charakter Tiefe hat, die im Text deutlich wird.

Für mich gab es viele Stellen, die mir sehr gut gefallen haben, am meisten aber der Epilog.

Freikorps, Flittchen, Filmemacher

Spätherbst 1920 in München. Während die Reaktion politisch triumphiert und die Reste der Revolution von 1918 von Freikorps und Einwohnerwehren weggewischt werden, führt der Mord an einer jungen Schauspielerin Kommissär Reitmeyer ins reichlich zwielichtige Milieu der Filmindustrie, die damals ihre Goldgräberjahre erlebte.

Wie schon im ersten Band bekommen wir ein exaktes und sehr schön skizziertes Zeitgemälde, das die Befindlichkeiten jener Jahre gut einfängt, in der die einen den verlorenen Krieg der Linken in die  Schuhe schieben wollen und die anderen in den schrecklichen Erlebnissen der Front nur die Machtverhältnisse in Deutschland widergespiegelt sehen, in dem die Reichen und die Adligen in der Etappe Champagner saufen, während Arbeiter und Bauern an der Front verheizt werden.

Der Kriminalfall fällt dabei in den Hintergrund, und das ist vielleicht auch ganz gut so, denn die Verwicklungen sind einerseits ein bisschen arg kompliziert und dann in der Auflösung irgendwie enttäuschend banal.

Und, liebe Frau Felenda, lieber Suhrkamp-Verlag, liebe nichtvorhandene Lektor_innen  und Korrektor_innen: Johannes von Widenmayer, verdienstvoller Bürgermeister im schönen München, der u.a. die Abschaffung des Schulgeldes verfügte, schrieb sich -mayer mit a - nicht -meyer mit e. Und die ihm zu Ehren benannte Prachtstraße an der Isar, die in dem Roman als Adresse recht bedeutsam ist und drölfmal namentlich erwähnt wird, folglich auch.

Historisches Licht und Krimischatten

München, Sommer 1914. Zwei Leichen, bei denen er nicht an Unfälle glaubt, und eine hässliche Erpressungsgeschichte, in der eindeutige Fotos schwuler Offiziere als Druckmittel verwendet werden, beschäftigen Kommissär Reitmeyer. Blöd, dass der Bruder seiner Flamme Caroline eines der Opfer in der Erpressungssache ist. Doppelt blöd, dass Militärpersonen nicht der allgemeinen Justiz unterliegen, sondern der Militärgerichtsbarkeit. Und dass deren Priorität darauf liegt, den Ruf der Truppe untadelig zu halten, zumal in Zeiten, wo nach dem Attentat von Sarajewo ein militärischer Konflikt spürbar in der Luft liegt.

Auch wenn selbst wir Älteren uns nicht mehr an den Juli 1914 erinnern können, bringt ihn Angelika Felenda sehr plastisch zum Leben. Das Historische hat sie meisterlich drauf: Ohne uns ihr umfassendes Faktenwissen im Übermaß aufzudrängen (wozu fleißig recherchierende historische Schreiberlinge ja gerne neigen), bringt sie uns diese ferne Zeit und ihre Lebensumstände glaubhaft näher, lässt uns eintauchen in den Alltag der Kriminaler, die Standessorgen der Offiziere und die sich hochschaukelnde Erregung der Massen, die nach ungläubigem Schock den anstehenden Krieg kaum mehr erwarten können. Als historischer Gesellschaftsroman funktioniert "Der eiserne Sommer" einwandfrei.

Bei der Krimihandlung allerdings hapert's. Die Idee ist gut, das schizophrene Verhältnis der Wilhelminischen Zeit zur (männlichen) Homosexualität gibt eigentlich alles her, was man braucht. Die Zutaten stimmen, aber irgendwie will kein schlüssiger Plot draus werden. Die eingeschobenen Tagebucheinträge eines Offiziers und die Aktennoten aus dem Kriegsministerium lüften große Teile des Geheimnisses sehr früh, die Ermittlungsgeschichte hat ihre Hänger und Längen und bekommt irgendwie die Spannungskurve nicht. Und (Achtung! Spoiler!) die Auflösung? Sie ist mir zu unbestimmt und am Ende unbefriedigend, ein bissl Verschwörungsgeschichte, ein bissl offenes Ende vor dem Abgrund des entsetzlichen Krieges.

Licht und Schatten auch bei den Figuren: Ermittler Reitmeyer bildet jene freie Projektionsfläche fürs Publikum, die einer Ermittlerfigur gut zu Gesicht steht. Seine Liebeskapriolen sind Ablenkung genug. Polizeischüler Rattler hat mir gefallen, vor allem, als ihm auch Schattenseiten zugestanden wurden. Caroline ist mir zu sehr Plotdevice und ihr Bruder Franz, um den sich doch am Ende viel drehen wird, bleibt langweilig und blass und mit einer bis an die Unglaubwürdigkeit reichenden Dummheit geschlagen, die mich geärgert hat.

Für geschichtlich und an München interessierte Leser_innen allemal ein unterhaltsames Buch. Bei allen Vorbehalten werde ich die Reihe fortsetzen und hoffe, dass Suhrkamp in den beiden mir noch fehlenden Episoden eine_n Korrektor_in spendiert hat. Rechtschreibung ist nämlich nicht Frau Felendas ganz starke Seite, und offenbar hat niemand sich mehr die Mühe gemacht, die letzten Fehler zu eliminieren ...

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Herbststurm
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Babylon München – ein stürmischer Mord im Herbst 1922


Sibirische Kälte über München im Jahr 1922: Im Kriminalroman Herbststurm von Angelika Felenda ermittelt Kommissär Reitmeyer in gleich zwei Mordfällen und einem Vermisstenfall. Dabei gerät er in die Kreise von russischen Exil-Monarchisten und nationalen Freikorps-Gruppen. Reitmeyers dritter Fall entführt Euch in die bayrische Hauptstadt der 1920er Jahre – ein Muss für Liebhaber von Babylon Berlin.

Kommissär Reitmeyer ist zurück!

Worum geht’s genau?
München, 1922: In der bayrischen Hauptstadt tummeln sich illustre Gesellschaften, die ausufernde Partys feiern, russische Exil-Monarchisten und Mitglieder der Französischen Gesandtschaft, die wegen der Reparationszahlungen und der steigenden Inflation von den Nationalisten bedroht werden. Als zwei Leichen auftauchen ist klar, wer sich den Fällen annehmen muss: Der unerschrockene Kommissär Reitmeyer nimmt die Ermittlung auf und hilft nebenbei seinem besten Freund, dem Rechtsanwalt Sepp Leitner, bei der Suche nach der vermissten Tochter einer russischen Adligen. Nach und nach wird deutlich, dass die Fälle miteinander in Verbindung stehen … 

Das klingt schon mal gut? Dann schau doch mal in unsere Leseprobe » 

Wollt Ihr mit Kommissär Reitmeyer auf Spurensuche gehen? Dann bewerbt Euch einfach bis zum 22. November über den blauen „Jetzt bewerben“-Button* für die Leserunde – und beantwortet uns dazu folgende Frage:

Wenn Ihr eine Zeitreise unternehmen könntet – wie würdet Ihr einen Tag im München der 1920er Jahre verbringen?


Über die Autorin: Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik lebt die Autorin Angelika Felenda in München, wo sie auch als literarische Übersetzerin arbeitet. Ihr Kriminalroman Der eiserne Sommer erschien 2014 und bildete den Auftakt zur Roman-Reihe um Kommissär Reitmeyer.

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459 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Der eiserne Sommer − Kriminalroman (Kommissär-Reitmeyer-Serie 1)
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Wer schwach ist, muss untergehen.

Adventszeit ist Lesezeit! Und was gibt es da Schöneres, als sich mit einem packenden Krimi in den Lieblingssessel zu verkrümeln? Deswegen haben wir ein tolles Gewinnspiel für Euch vorbereitet und verlosen 15 Leseexemplare von Angelika Felendas mitreißendem Krimi Der eiserne Sommer!

Zum Buch:
Juni 1914: Zwei Schüsse fallen in Sarajewo, und die Welt rückt an den Abgrund. Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, ist tot. Zur gleichen Zeit steht Kommissär Reitmeyer in München vor einer schwierigen Entscheidung. Er hat es satt, die Marionette des Polizeipräsidenten zu sein. Die Leiche eines jungen Mannes führt ihn von den Arbeitervierteln bis in die Villen der Großbürger. Und in das berüchtigte Café Neptun, Vergnügungsort der Offiziere. Der Polizeipräsident drängt ihn, nicht noch tiefer zu schürfen, und gegen das Militär darf er per Gesetz nicht ermitteln. Da macht Reitmeyer eine ungeheuerliche Entdeckung, die nicht nur ihn selbst zum Abschuss freigibt, sondern die das ganze Land in den Untergang stürzen könnte. Hier geht’s zur Leseprobe »

Als kleinen Vorgeschmack könnt Ihr Euch schon einmal den Trailer anschauen:



»Die Zeit um 1914, der Beginn des Ersten Weltkriegs, das war für mich immer weit weg ... Der eiserne Sommer lässt diese Zeit in meinem Kopf lebendig werden. Schafft ein Gefühl für die Verklemmtheiten, das Obrigkeitsdenken und die geistigen Zwänge. Spannend und lehrreich!« – Christian Beisenherz, WDR

Na, Lust auf einen historischen Krimi bekommen? Dann beantworte uns bis 8. Dezember 2014 einfach folgende Gewinnfrage:

Wie stellst Du Dir München im Jahr 1914 vor?


Wir freuen uns auf Eure Antworten!

Zur Autorin:
Angelika Felenda hat Geschichte und Germanistik studiert und arbeitet als literarische Übersetzerin in München. Der eiserne Sommer ist ihr erster Roman.

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