Die Journalistin Angelika Hager hat ihren ersten Krimi vorgelegt und hat ihn nach ihrem Lieblings-Alter Ego Polly Adler benannt. Schon allein der Titel "Pardon, aber da schwimmt eine Leiche in der Schokolade" lässt Vielversprechendes ahnen und man wird nicht enttäuscht.
Polly Adler, die Journalistin eines Societymagazins, hat ihren Job verloren und findet sich sich nach dem Opernball, auf dem Bienenangriff stattgefunden hat, beim Würstelstand wieder. Sie bedauert sehr, darüber nicht schreiben zu können, daher keimt in ihr die Sehnsucht nach einer heißen Schokolade auf, die sie sich bei ihrer Freundin Iris Kranzler gönnen möchte. Allerdings findet sich in der Schokolade eine Leiche, die kurz zuvor am Opernball noch sehr lebendig war.
Die Interimskanzlerin Sissy Kogelnik kann ihren schweren Alltag nur mit Hilfe eines Callboys meistern und muss ein Pressestatement zum Bienenangriff abgeben, den auch die Opernballdame Gucki Trampusch entsetzlich findet. Keiner weiß wer das gemacht hat, und der ermittelnde Kommissar Gerry Sturz, der auch zum Mordfall herangezogen wird, ist ein Verflossener von Polly und so begegnen sie sich wieder. Ihr journalistischer Spürsinn und seine kriminalistische Erfahrung finden sich und gemeinsam schaffen sie es , alle Verwicklungen zu lösen.
Wer Angelika Hager mag, ist hier bestens bedient. Ein Wortwitz jagt den anderen, wobei die flotte Handlung rasant an Fahrt aufnimmt. Milieugerecht und stilsicher tritt Polly auf. Wien, seine Bezirke und Örtlichkeiten kommen einem schnell bekannt vor und wer persifliert wird, ebenso. Die österreichische Politik der letzten Jahre ist eine zusätzliche, gute Grundlage des Romanes, und wird auch ordentlich durch den Kakao, pardon Schokolade gezogen, was echt köstlich zu lesen ist. Die vielen wienerischen Ausdrücke als auch dazugehörige Anglizismen, die in der heutigen Sprache Platz gefunden haben, werden in Fußnoten erklärt, hindern aber nicht den Lesefluss, der einfach ein reines Vergnügen ist.
Ich bewundere immer wieder, was Angelika Hager alles einfällt und kann diesen Roman daher uneingeschränkt empfehlen und würde mich sehr über eine Verfilmung, am besten mit Petra Morzé als Polly, freuen.










