Diese wahre Geschichte hat ein gutes Ende, so viel vorab, und das lässt diese unglaublichen Vorgänge, diese Ignoranz und Arroganz mancher Beteiligter etwas erträglicher werden. Aber nur etwas!
Wie kann man so anmaßend sein und einem Kind über Jahre hinweg unterstellen, es würde seine Kopfschmerzen nur simulieren? Zumal es ja durch das stark eingeschränkte Wachstum auch äußere Anzeichen gab, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Das ist für mich einfach nicht nachvollziehbar. Außerdem war ich der Ansicht, dass zunächst alle erdenklichen Untersuchungen durchgeführt werden würden, die eine physische Erkrankung ausschließen, bevor es auf die Psyche geschoben wird. Ein Irrtum, wie ich durch diese Geschichte erkennen musste.
Wobei ich auch nicht verallgemeinern möchte. Ein anderer Arzt, ein anderes Krankenhaus, hätte vielleicht die richtigen Entscheidungen sofort getroffen, es bedrückt mich aber, dass man in dieser Hinsicht ohnmächtig ist und einfach darauf vertrauen muss, dass man an die richtige Adresse gerät.
Welch ein Segen für die kleine Katharina, dass sie eine so starke Mutter hatte, die halt nicht so leichtgläubig und vertrauensselig war. Die gekämpft hat und nicht eher Ruhe gab, bis die Krankheit ihrer Tochter erkannt wurde. Auch wenn man meinen sollte, dass das selbstverständlich ist, so fürchte ich dennoch, dass viele andere Frauen in ihrer Lage diese Kraft nicht aufgebracht hätten.
Ein wunderbares Buch, dass ich unbedingt weiterempfehlen möchte.
Fünf Sterne
P.S.: Die DVD mit der Verfilmung liegt auch schon bereit. Ich bin gespannt, ob der Film dem Buch gerecht wird.



