Angelika Overath

 3.9 Sterne bei 61 Bewertungen
Autorin von Flughafenfische, Alle Farben des Schnees und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Angelika Overath

Einblick in das Innere und die Welt: Die deutsche Reporterin, Literaturkritikerin und Dozentin Angelika Overath wurde 1957 in Karlsruhe geboren. Sie studierte Germanistik, Geschichte, Italianistik in Tübingen und promovierte 1986. Anschließend arbeitete sie einige Zeit in Griechenland, aber kehrte nach Deutschland zurück. Als Journalistin schrieb sie u.a. für die NZZ, GEO, ZEIT, Frankfurter Rundschau und für mare. Für ihre journalistische Arbeit erhielt sie 1996 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. Seit 1998 veröffentlicht sie vorwiegend Prosa und arbeitet zudem als Dozentin an der Schweizer Journalistenschule MAZ. Für ihre literarische Arbeit erhielt Overath u.a. de Thaddäus-Troll-Oreis und wurde für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Ihre bekanntesten Werke sind die Romane Nahe Tage“, „Flughafenfische“ und "Sie dreht sich um". Sie lebt mit ihrem Mann, dem Literaturwissenschaftler Manfred Koch, mit welchem sie drei Kinder hat, in Sent im Graubünden.

Alle Bücher von Angelika Overath

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Flughafenfische9783442742455

Flughafenfische

 (18)
Erschienen am 12.09.2011
Cover des Buches Alle Farben des Schnees9783442746965

Alle Farben des Schnees

 (17)
Erschienen am 14.10.2013
Cover des Buches Sie dreht sich um9783442714070

Sie dreht sich um

 (6)
Erschienen am 08.08.2016
Cover des Buches Ein Winter in Istanbul9783630875347

Ein Winter in Istanbul

 (5)
Erschienen am 10.09.2018
Cover des Buches Nahe Tage9783423137287

Nahe Tage

 (5)
Erschienen am 01.01.2009
Cover des Buches Genies und ihre Geheimnisse9783548607917

Genies und ihre Geheimnisse

 (3)
Erschienen am 12.04.2007
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für das Engadin9783492276702

Gebrauchsanweisung für das Engadin

 (2)
Erschienen am 01.09.2016
Cover des Buches Genies und ihre Geheimnisse, Band 29783548610016

Genies und ihre Geheimnisse, Band 2

 (1)
Erschienen am 08.09.2010

Neue Rezensionen zu Angelika Overath

Neu

Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

Deshalb mag ich Fische
Laubblattvor 2 Monaten

Während dem Lesen dieses Buches, habe ich mich gefühlt, als würde ich selbst auf meinen Flug warten und dabei gegen den Schlaf ankämpfen. Es war ein sehr eindrückliches Leseerlebnis. Die Stimmung ist das ganze Buch über ruhig und sehr gedämpft, als würde man sich unter Wasser befinden und auch die Buchfiguren nehmen nur wenig von ihrer Umgebung wahr, als ob sie selbst Fische wären. Im Zentrum der Geschichte steht ein Aquarium, das zusammen mit seinen Bewohnern sehr oft beschrieben wird. Durch Overaths Beschreibung der Fische und Rochen hat sich meine Sichtweise auf diese Meeresbewohner verändert und ich finde sie nun statt langweilig sehr faszinierend und wunderschön. Im Gegensatz dazu hat sich meine Meinung zur Haustierhaltung von Fischen verschlechtert. Wenn dieses Gefühl der Trägheit, Müdigkeit und Langeweile, das durch das Buch in mir hochgestiegen ist, der dauerzustand gefangener Fische ist, tun mir diese Wesen nur noch Leid in ihren engen und kleinen Glaskästen.

Kurzum, mich hat das Buch berührt und beeindruckt, es ist trotz der Schläfrigkeit und Gelähmteit der Figuren so lebensnah, dass es beinahe zu einer eigenen Erinnerung geworden ist.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Nahe Tage" von Angelika Overath

Verschlingende Mutterliebe
schillerbuchvor einem Jahr

Eine Tochter steht am Bett ihrer toten Mutter im Krankenhaus und hört sie immer noch atmen, obwohl das nicht sein kann. Als sie später in die Wohnung der Mutter ankommt, bestürmen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit. Eine Kindheit und Jugend, die dominiert war von einer Mutter, die sie nicht loslassen konnte, einem psychisch kranken Vater, der immer wieder in die Klinik musste, und von „Zuhaus“, der böhmischen Heimat, aus der die Mutter und ihre Familie nach dem Krieg vertrieben wurde. Wir tauchen gemeinsam mit Johanna für eine heiße Sommernacht ein in ihre einsame, beengte Vergangenheit und hoffen am Morgen mit ihr, daß sie sich von ihr wird befreien können.

Die Hauptpersonen

Johanna ist eine Frau um die vierzig und schon auf den ersten Seiten merkte ich, daß sie ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter gehabt haben muss. Das bestätigt sich im Laufe des Buches: Die Mutter wurde mit ihren Eltern, Johannas Großeltern, vertrieben und hat in der neuen Heimat nie Fuß gefasst. „Zuhaus“, das war die böhmische Heimat, die sie verloren hat und die Erfahrung dieses Verlustes prägt ihr ganzes weiteres Leben. Zahlreiche Umzüge, bedingt durch die Krankheit des Vaters, tun ein übriges. Johannas Vater ist auch nicht der Mann, den sie eigentlich heiraten wollte, ebensowenig wie die Mutter die Frau ist, die ihr Vater wirklich liebte. Und so wird Johanna zum Symbol für das, was erstrebenswert ist und zusammenhält: Eine Familie. Die einzige, bei der sie als Kind bis zu deren Tod ein wenig Verständnis erfährt, ist die Großmutter.

Meine Meinung

Dies ist ein stilles und bedrückendes Buch, das, wie Angelika Overath in einem Interview sagt, autobiographische Züge trägt. Streckenweise konnte ich die erdrückende Liebe von Johannas Mutter kaum ertragen. An einer Stelle spricht die Autorin von „Liebesgewalt“ und davon, daß sich die Mutter, je größer das Kind wurde, immer stärker festlieben musste, das Kind zum Haus der Mutter geworden ist. Natürlich kann man sich fragen, warum Johanna sich nicht zur Wehr setzt, spätestens in der Pubertät. Aber woher soll ein Kind wissen, was schlimm ist, fragt sie sich und an anderer Stelle sagt sie: „Für das Kind ist normal, was die Eltern tun.“

Für ihre Geschichte findet Angelika Overath eine sehr schöne Sprache. So erfindet sie beispielsweise das Wort „Weltern“, mit dem sie den Bruch zwischen der elterlichen Welt beschreibt, in der Kinder aufwachsen und der Welt, die Kinder irgendwann, meist in der Pubertät, selbst entdecken. Sie selbst hat ihre Pubertät durch das Schreiben dieses Romans nachgeholt.

Vieles in diesem Buch wird nur angedeutet und sie verzichtet auf jede Wertung. So blieb mir genügend Raum für eigene Gedanken und Phantasien, was hinter mancher Andeutung stecken könnte. Die Atmosphäre der 60er und 70er Jahre ist wunderbar eingefangen, an manches erinnerte ich mich gut aus eigenem Erleben.

Fazit: Auch wenn es teilweise überaus bedrückend ist, ein wirklich lesenswertes Buch in einer schönen, dichten Sprache!

Kommentieren0
3
Teilen

Rezension zu "Ein Winter in Istanbul" von Angelika Overath

Lesenswert!
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Cla, ein Gymnasiallehrer aus den Bündner Bergen, verbringt einen Winter in Istanbul, um über einen von ihm verehrten spätmittelalterlichen Gelehrten zu recherchieren.Er lernt Baran kennen, einen türkisch-griechischen Kellner, Reiseleiter und Übersetzer. Die beiden verlieben sich. Die Situation wird kompliziert, als Clas so-gut-wie-Verlobte Alva zu Besuch kommt.

In einem zweiten Erzählstrang, wird von der Reise des Gelehrten Nikolaus von Kues von Istanbul nach Venedig erzählt, die dieser zusammen mit dem byzantinischen Kaiser und dem Patriarchen von Konstantinopel im 15. Jahrhundert unternommen hat, um sie zu Verhandlungen nach Europa zu geleiten.

 

Der Roman ist sehr poetisch geschrieben. Im Kleinen und im Grossen geht es um die Themen Glaube und Religion, Erkenntnis und Wissen, Vergangenheit und Gegenwart, Verbindendes und Trennendes.

Der Schauplatz der Handlung sowie die Herkunft und Hintergründe der Protagonisten erlauben interessante Durch- und Einblicke in die verschiedenen Kulturen, Ansichten und Überzeugungen. 

Symbolik durchdringt den Roman und hält ihn zusammen. Die drei Protagonisten werden durch die drei trennenden und verbindenden Wasserstrassen in Istanbul voneinander getrennt und miteinander verbunden.

 

Mich hat der Roman von Angelika Overath in Form und Inhalt überzeugt. Die Geschichte von Cla, Baran und Alva ist meisterhaft erzählt unterhaltsam und mit überraschenden Wendungen gewürzt.  Sie ist raffiniert mit der Erzählung aus der Zeit kurz vor dem Fall von Konstantinopel, als Nikolaus von Kues gelebt hat, verwebt, so dass ein insgesamt stimmiges, vielschichtiges Bild entsteht.

Kommentieren0
2
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
vielleicht eine etwas pinglige frage, aber kann man buchinformationen ändern? ich lese gerade folgendes buch, das so hier angegeben wird: Alle Farben des Schnees Senter Tagebuch von Angelika Overath ISBN 9783630873404, Fester Einband, 160 Seiten, Zeitgenössische Literatur, erschienen am 01.09.2010 bei Luchterhand Literaturverlag *** das buch hat statt 160 seiten 255 seiten. es ist nur eine kleinigkeit, aber kann das jemand ändern?
1 Beiträge
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

Angelika Overath wurde am 17. Juli 1957 in Karlsruhe (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 106 Bibliotheken

auf 14 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks