Angelika Overath Flughafenfische

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Inhaltsangabe zu „Flughafenfische“ von Angelika Overath

In der Ortlosigkeit eines Flughafens kreuzen sich die Lebenslinien dreier Menschen. Eine erschöpfte Magazinphotographin gerät vor dem Riffaquarium der Transithalle in den Schwindel fragmentierter Reisebilder aus Afrika und Asien. Sie empfindet eine seltsame Nähe zu dem Mann, der hier die stillen Tiere pflegt wie seine Kinder. Während sich zwischen den beiden eine verschwiegene Liebe entwickelt, geht nebenan im Raucherfoyer eine Ehe zu Ende. Variiert werden im Wendekreis der Fische die Muster von Sehnsucht, Einsamkeit und Paarung …

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    Mr. Rail

    04. September 2010 um 20:27

    „Als ich zu schreiben begann, war es gut zehn Jahre her, dass ich auf dem Weg von Hongkong nach Stuttgart, müde und zwischen die Zeitzonen gefallen, ein paar Stunden im Transit des Londoner Flughafens Heathrow überbrücken musste. In der hohen Flughafenhalle stand ich auf einmal vor einem Meerwasseraquarium. Es war, so erinnerte ich mich, ein phantastischer Raumteiler, voller tropischer Fische und Blumentiere.“ Angelika Overaths „Flughafenfische“, erschienen bei Luchterhand, erzählt die Geschichte dreier Menschen, deren Lebenswege sich vor einem der größten Flughafenaquarien der Welt kreuzen. Es ist eher Schicksal als Zufall, dass diese Linien an einem künstlichen Riff zusammengeführt werden. Steht dieses riesige Aquarium doch als alles beherrschende Metapher für einen der modernsten und größten Flughäfen der Welt über dem Handlungsbogen der anmutig erzählten Geschichte. In Wellenbewegungen erreichen die Menschen die Transithalle, in ganzen Schwärmen – in wie von Geisterhand koordinierten gleichförmigen Bewegungen streben sie bestimmten Richtungen entgegen, unterschiedlichste Kulturen vermischen sich zu einem farbenfrohen Miteinander, Begegnungen mit Menschen die im Flughafen ihre Heimat und Berufung gefunden haben sind vorbestimmt und Gefahren lauern doch an allen Ecken und Enden. Der Flughafen ist Geburtstätte neuer Lebenswege und manchmal bitteres Ende einer ewigen Reise. Unerforscht und doch scheinbar gut organisiert entfaltet er seine gesamte Pracht ohne jemals zu ruhen. Welchem Bild würde ein Aquarium besser entsprechen? Elis, eine Magazinfotografin verfängt sich vor dem Riffaquarium der riesigen Flughafenhalle in ihren Gedanken an die vergangene Reise nach Afrika und findet auf seltsame Weise eine innige Nähe zu Tobias, der hier die Meerestiere pflegt wie seine eigenen Kinder. Während sich zwischen den beiden eine verschwiegene und leise Liebesgeschichte entwickelt, beendet gleich nebenan im Raucherfoyer ein alternder Biochemiker in einem alles abschließenden Monolog seine Ehe. Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich zum gleichen Zeitpunkt sehr oft eine andere. Hier wird der Flughafen nicht in seiner ursprünglichen Funktionalität als Start- oder Landepunkt, sondern durch die ihm eigene Faszination und das zentrale Biotop des Aquariums definiert. Das Verweilen wird zur Destination – nicht das Gehen. Angelika Overaths Melodie des Wassers beruhigt und vermittelt dem Leser das Gefühl, stets Teil der Handlungsgezeiten zu sein. Man wünscht sich den Flughafen nicht als Station, sondern als Ziel zu erleben und die Menschen kennen zu lernen, die hier “landend” oder “nicht startend” stranden.

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    Zebrafink

    22. August 2010 um 08:30

    Tobias arbeitet als Aquarist in einem der größten Flughafen der Welt. Er betreut ein riesiges Aquarium. Für einen so introvertierten Menschen wie Tobias der ideale Job. Doch seit neustem hat er die Anweisung, Fragen der Fluggäste zu seinem Aquarium zu beantworten. Dabei trifft er auf viele Neugierige, unter anderem auch auf Elis. Elis eine Magazin-Photografin, die die Welt meist wie durch ein Objektiv betrachtet. Die beiden unterhalten sich und werden sich sympatisch. Tobias erzählt ihr von den Fischen und sie von ihrer verflossenen Beziehung. Und dann wäre da noch der Raucher, ein älterer Biochchemiker mit vielen Auszeichungen, der nach dreißig Jahren Ehe von seiner Frau verlassen worde. Er philosophiert, raucht und trinkt im Raucherraum über diese Trennung. Was der Raucher mit den beiden anderen zu tun hat, habe ich aber nicht verstanden, Ansonten ist der Roman in einer schönen Sprache geschrieben und war wohl zu Recht auf der Longlist des deutschen Buchpreises 2009.

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    Jari

    06. November 2009 um 18:19

    Es ist einer der grössten Fluhäfen der Welt. Die Reisenden kommen und gehen, wie Fischschwärme im Meer ziehen sie vorbei. Mittendrin eine übermüdete, aber schlaflose, Fotografin, ein verlassener Ehemann und ein Aquarist, der besser mit Fischen als mit Menschen kann. Und während der erfolgreiche Biochemiker Zigaretten raucht und Whiskey trinkt, treffen Elis, die Fotografin, und Tobias, der Aquarist, aufeinander, ohne dass sie es wollten. Es sind die Fische, das Aquarium, um das sich der ganze Flughafen zu drehen scheint. Langsam nähern sich die beiden Menschen einander an, ohne die Einsamkeit das Anderen berühren zu wollen. Sie reden, über Fische, Piloten, reisen. Aneinander vorbei und doch treffen sie sich genau in der Mitte. Ein Paar, das leben lernt, und ein Mann, der das Leben erkennt. Angelika Overaths "Flughafenfische" ist ein besonderes Buch, das man Stückchen für Stückchen in sich aufnehmen muss. Wie bei einer Umarmung, der man sich hingeben muss, muss man sich dem Buch hingeben, um zu fühlen, was das Buch einem sagen will. Das, was zwischen Elis und Tobias ist, lässt sich noch nicht Liebe nennen. Es ist noch zu früh. Die knapp 170 Seiten des Buches sind zu wenig, um diese tiefgründigen und vielschichtigen Charakteren gleich von Liebe sprechen zu lassen. Es ist eine langsame Annäherung, ein Abtasten und Davonrennen. Sie umkreisen sich, treffen sich wieder. Und immer die Fische. Sie sind das Zentrum ihres Universums. Ohne die Fische wäre das Buch bloss eine Geschichte. Man kann sich das grosse Aquarium vorstellen, die langsamen Bogen des Rochens, die raschen Flossenschläge der Anemonenfische. Nicht nur Elis lernt von Tobias viel über das Leben unter Wasser und die Pflege eines Aquariums, der Leser selbst erfährt durch ihn auch sehr viel neues. Überraschendes. Unglaubliches. Und die Anziehungskraft zwischen Tobias und Elis wird stärker. Man kann das Buch nicht einfach so lesen. Es öffnet einem eine ungeheure Seelenwelt. Ein Innenleben voller Traurigkeit und doch voller Hoffnung. Das Herz wird einem beim Lesen schwer. Man fühlt die Einsamkeit des Flughafens. Und die geheime Dankbarkeit der Beiden, sich gefunden zu haben. Nur der Chemiker, er hat verloren. Das Buch ist nominiert für den Schweizer Buchpreis 2009.

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    leserin

    31. October 2009 um 15:51

    Tobias Winter, der Protagonist in dieser Geschichte, ist Fisch-Tierpfleger mit Leib und Seele. Er baute in einem Flughafengebäude (Transit) ein Salzwasser-Aquarium mit einem Korallenriff auf. Das allein dauerte Monate. In dieser Geschichte werden die Fischarten und ihr Leben sehr akribisch beschrieben. Es gibt sehr viele interessante Szenen, in denen seine Gefühle zu den Fischen, zur Technik des Aquariums darlegt und letztendlich Vergleiche mit den Menschen daraus zieht. Zwei weitere Bilder gibt es in dieser Geschichte. Elise, eine weltbereiste Fotografin, die sich von ihrem Freund, einen Piloten getrennt hat. Tobias und Elise beginnen mit einem Gespräch über die Fische und gewinnen Zuneigung zueinander. Das andere Bild ist ein Raucher, der in einem "Raucherkammerl" seinen Whiskey trinkt und über seine vergangene Ehe nachsiniert. Beide überbrücken die Zeit im Transitgebäude des Flughafens. Ein sehr gescheites und informatives Buch für jeden, speziell für einen Aquarienfreund, der aber auch die Tiefe unseres Menschseins nicht scheut. Der Titel "Flughafenfische" beinhaltet eigentlich schon alles. Dieser Transitraum mit dem Aquarium bedeutet für mich, Menschen machen HAlt, schwimmen in ihrem Leben (in Gedanken), ziehen ihre positiven oder negativen Schlüsse daraus und ziehen weiter.

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    Hasewue

    24. October 2009 um 17:27

    Ein Aquarium in einem Flughafen? Gibt es so etwas? – Ja. Schon die Vorstellung an dieses Szenario wirkt grotesk und man kann es gar nicht glauben, so wie die Photographin Elisabeth, genannt Elis, als sie bei einem Zwischenstopp ein riesiges Aquarium bemerkt, das zahlreiche Fischarten beherbergt. Während ihrer Erkundung des Flughafens lernt sie den Aquaristen Tobias Winter kennen, der für das Aquarium und dessen Bewohner zuständig ist. Die beiden kommen ins Gespräch und Tobias erzählt Elis von den verschiedenen Fischen, ihren Gewohnheiten und ihren Eigenschaften. Im Gegenzug dazu erzählt Elis von den einzelnen Ländern, die sie bereist hat und von ihrem Leben. Am anderen Ende des Flughafens befindet sich im Raucherbereich ein alternder Biochemiker, der versucht das Scheitern seiner Ehe zu begreifen. Angelika Overath erzählt mit solch einer Wortgewalt und so abwechslungsreich, dass der Leser in diesem Sog der Erzählung komplett gefangen genommen wird. Zunächst hatte ich einige Schwierigkeiten mich in der Handlung zu Recht zu finden, aber Overath schafft es mit nur wenigen Sätzen alle Zweifel zu beseitigen und sie schafft einen Tiefgang, der den Leser komplett überzeugt und zufrieden zurück lässt. Aus drei Perspektiven – Tobias, Elis und „Der Raucher“ – schildert Angelika Overath mit einer unglaublichen Liebe zum Detail die Probleme, Gedanken und Ängste der einzelnen Protagonisten mit einer ruhigen Art, die selbst an ein Aquarium erinnert. Nebenbei erfährt man einiges über Fische, was durchaus interessant ist. Angelika Overath hat mit „Flughafenfische“ eine bewegende, nachdenkliche und ansprechende Geschichte über drei völlig unterschiedliche mit der Einsamkeit kämpfende Charaktere geschrieben, in der man versinkt und am liebsten nicht mehr auftauchen möchte! 5 von 5 Sternen!

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  • Rezension zu "Flughafenfische" von Angelika Overath

    Flughafenfische

    HeikeG

    13. September 2009 um 16:51

    "Glauben Sie, dass man sein Leben ändern kann?" . Diese Frage wirft eine der drei Protagonisten in Angelika Overaths für den Deutschen Buchpreis 2009 nominierten Roman "Flughafenfische" auf. Elisabeth - genannt Elis - stellt sie ihrem Gegenüber Tobias Winter, seines Zeichens Aquarist und verantwortlich für das 200.000 Liter fassende Meerwasseraquarium in einem namenlosen großen Flughafen, einem Ort des ständigen Kommen und Gehens, der Unruhe und Betriebsamkeit, der flüchtigen Begegnungen - ein "blindes Einstimmen von Körpern, ein stummes Sortieren von Lebenswegen in den Bahnen funktionstüchtigen Materials." Doch Overaths Buch ist alles andere als laut und geräuschvoll, sondern ihre Erzählung fungiert beinahe wie eine stille Insel der Ruhe. Der Leser wird in einen autarken Raum der Lautlosigkeit, des Sichfallenlassens mitgenommen und nimmt nur verschwommen die Unruhe der Umgebung war. . Drei Personen werden mehr oder weniger zu Beobachtern und Erinnerern ihrer eigenen Lebensmisslichkeiten. Die Rolle des Betrachters kommt eindeutig Tobias zu. "Sein prüfender Blick auf das Leben der Fische war, ohne dass er es gewollt hätte, immer öfter und länger auf die Reisenden übergegangen. Wenn sie herabkamen aus der Höhe der gläsernen Halle, Flügellahme auf elektrischen Treppen, über mobile Bänder gleitend mit ihren Rollkoffern, registrierte er sie als Schwarm. Und dann war es gerade so, als ob er seine professionelle Fisch-Aufmerksamkeit nicht schnell genug auf Unschärfe stellen und ganz ausblenden könnte. (...) mit Mensche lebte Tobias Winter am leichtesten, wenn er sie als ein schwimmendes Muster begriff, als eine sich bewegte Wassertapete. (...) er stand in Verbindung mit allen. Er war der stille Messias der Meere. (...) Tobias interessierte sich für instabile Metamorphosen". . Instabilität zeichnet Elis aus, ohne Zweifel. Sie, die gefragte Magazinfotografin, hetzt von Ort zu Ort. Eine allgegenwärtige Verlorenheit, eine Müdigkeit ist ihr zu eigen, die auch der unruhige Schlaf nicht abstellen kann. Erinnerungsfetzen durchziehen ihren Geist, Sekundenmuster. "Man sagt, dachte sie, vor dem Tod eines Menschen ziehen seine Lebensbilder vorbei. Wenn das so ist, sterbe ich seit Jahren." Vor dem großen Wasserbecken trifft sie auf Tobias und "indem sie nun in die Bewegung der Fische sah, schien ihr auf einmal der ganze Raum langsam zur Ruhe zu kommen. (...) Sich vom Erinnerungsvermögen lösen. (...) Es ist wie schlafen, dachte sie. Fast wie schlafen." . Dritter im Bunde ist ein alternder Wissenschaftler, Inhaber eines der bedeutendsten Lehrstühle für Biochemie, der von seiner Frau verlassen wurde und nun seinen Schmerz in der Flughafenlonge mit Whisky und Rauchen zu betäuben versucht. Er passt scheinbar gar nicht in die flüchtige Symbiose von Tobias und Elis, was sich auch im geänderten Sprachstil bemerkbar macht. Werden die sich wechselnden Porträts der zwei jungen Leute von einem autarken Erzähler wiedergegeben, lässt Overath "den Raucher" - wie sie ihn nennt - als Ich-Erzähler fungieren und verleiht ihm zudem einen prekären Abgang. . Mit klaren präzisen Sätzen, ohne Tand und Schnörkel und unglaublich sensibler Beobachtungsgabe nähert sich Angelika Overath zart, behutsam und beinahe lautlos dieser Flughafen- Fata Morgana. Sie lässt den Leser in eine fast geräuschlose Welt eintauchen, die dem Wasserleben kaum nachsteht. An den Glaswänden des Aquariums spiegelt sie die hektische Einsamkeit, die (Lebens-)Müdigkeit der Reisenden und vermittelt dadurch eine zarte, aber gerade deshalb so intensive Nachdenklichkeit - eine kunstvolle Reduktion des Lärms unserer Zeit. . Fazit: Angelika Overath lässt in ihrem neuen Roman "Flughafenfische" aus drei kapitelweise wechselnden Perspektiven Menschen und Geschichten aufeinandertreffen und aneinander vorbeiziehen, jedoch nicht laut und hektisch, sondern leise und gedämpft. Die Autorin offenbart, dass alles mit allem zusammenhängt, egal ob Fisch, Flugzeug oder Mensch und das in einem hohen Maß an Wahrnehmungsstärke und einer fein abgestimmten Balance aus Einsamkeit und Bewegung.

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