Angelika Overath Sie dreht sich um

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Inhaltsangabe zu „Sie dreht sich um“ von Angelika Overath

Es ist der Klassiker und trotzdem ein Schock: Ihr Mann betrügt sie mit einer jungen Kollegin! Und Anna Michaelis geht. Sie packt etwas Wäsche zusammen und nimmt den erstbesten Flug nach Edinburgh. Ihr Weg führt sie in die Nationalgalerie. Auf einem Gemälde von Gauguin beginnt eine Frau, als Rückenansicht dargestellt, plötzlich zu sprechen. Es ist der Anfang eines Spiels. Anna reist weiter. Sie steht vor Bildern in aller Welt und entdeckt Komplizinnen, die von Sehnsucht, Ehealltag, Liebe erzählen. In der Beschäftigung mit den Kunstwerken sieht Anna auf ihre eigene Ehe zurück und findet den Mut zu einem neuen Selbstbild.

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  • Mix zwischen Reise- und Museumsführer

    Sie dreht sich um
    talisha

    talisha

    26. November 2014 um 14:49

    Auf dieses Buch war ich sehr gespannt. Ich wollte sogar zu einer Lesung, die letzthin abgehalten wurde. Doch ich war verhindert und nach dem Lesen des Buches sogar froh darüber: Das Buch hat mich enttäuscht.  Die Idee, Bilder mit Rückansichten von Frauen sprechen zu lassen, find ich klasse. Das Buch ist bis etwa zum zweiten Bild, zur zweiten Reise recht gut. Doch danach wird das neue Reiseziel nicht mehr wirklich systematisch ausgewählt (die Frau aus dem Bild gab einen Hinweis), sondern extrem konstruiert. So im Sinne von: "Berge? Hhm, erinnert mich an St. Moritz, fahr ich halt mal hin." Ganz zufällig gibt es dort eine Ausstellung… Gähn… Während die ersten Erzählungen der Bilderfrauen interessant sind, werden sie gegen Schluss belangloser. Trotzdem haben mir diese Erzählungen besser gefallen als die Haupthandlung an sich. Die war ab dem zweiten Bild nur noch langweilig und die Protagonistin macht Dinge, die sie handkehrum ihrem Mann vorwirft. Wenn zwei dasselbe tun ist es halt nicht dasselbe.  Die Autorin möchte mit ihrer Sprache ausdrucksstark rüberkommen, aber ich war von den Beschreibungen eher gelangweilt. Die Sprache ist zu bemüht (wie pack ich möglichst viele Fremdwörter in den Text und wie schreib ich möglichst lange Sätze, die nicht wirklich Sinn ergeben?), oft zu gestelzt, v.a. bei den nachträglichen Bildbetrachtungen. "Ein schwindelsanfter Tod" - was ist das? Schwindel empfinde ich nicht als sanft. Aber vielleicht bin ich einfach zu fantasielos.  Ich kannte nicht alle der sieben erwähnten Bilder und so fand ich es sehr schade, dass im Ebook (und soviel ich weiss auch in der Hardcoverausgabe) die erwähnten Bilder nicht abgebildet sind. Ich musste jedes einzeln googeln und so die Lektüre unterbrechen. Wenn das Bild direkt im Text abgebildet wäre, hätte man direkt mitbetrachten können.  Das Buch ist ein Mix zwischen Reise- und Museumsführer, garniert mit einem bisschen Roman, dessen roter Faden zu wenig ausgefeilt ist. Statt an möglichst interessant tönenden Neukreationen von Wörtern hätte die Autorin besser ein wenig mehr in den Inhalt investiert. Kann man lesen, muss man aber nicht.  2 Punkte. 

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  • Eine wunderbare und poetische Prosa

    Sie dreht sich um
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. November 2014 um 15:14

      Anna Michaelis, die Protagonistin des neuen Romans von Angelika Overath, laut Jochen Schimmang „eine der eigenständigsten Stimmen in der deutschsprachigen Literatur“, ist eine 50-jährige erfolgreiche Journalistin. Als sie eines Tages, wie beiläufig von ihrem Mann erfährt, dass er eine sehr viel jüngere Geliebte hat, eine Kollegin an seiner Schule, wo er als Lehrer arbeitet,  mit der er auch ein Kind bekommen will, da verlässt sie sofort das Haus und fährt zum Flughafen. Dort setzt sie sich in den ersten Flieger, den sie bekommen kann. Er fliegt nach Edinburgh.  Von dort aus wird sie noch weitere Städte und deren Gemäldegalerien besuchen - eine Reise ins Ungewisse, mit Städten, die sie nicht kennt und in denen sie zum ersten Mal ist.   Und mit Bildern von bekannten und weniger bekannten Malern. Die dort abgebildeten Personen haben alle eines gemeinsam. Sie zeigen dem Betrachter ihre Rückenansicht. Die betrachtet die Bilder, um nach dem großen Schock wieder so etwas wie Boden unter die Füße zu bekommen, "frischverlassen, sich wie fünf fühlend. Wie fünf, oder fünfzehn. Ein Alter, in dem man gerade schreiben lernt. Oder lieben. Frisch verlassen, mit einem flatternden Ich." Die Museen und Galerien, die sie in den Städten überall auf der Welt aufsucht, findet sie so etwas wie Halt und Orientierung:  "Museen waren sichere Orte. Tarnkappen. In ihren Räumen musste man sich nicht verhalten. Im Grunde war man gar nicht da. Die Bilder waren da, und man selbst konnte untergehen in ihrem Muster oder sich wegschauen in das Leben anderer.  Bilder hatten eine einladende Überzeugungskraft. Sie waren versöhnlich, gesammelte Zeit. Schon geleistete Erfahrung."   Doch die Bilder bleiben nicht nur Objekt ihrer Betrachtung, sie beginnen mit Anna zu sprechen. Die abgebildeten Frauen auf den Bildern erzählen ihrer Betrachterin mit leiser Stimme etwas über deren Seelenleben, über ihre Erschaffer und diverse Hintergründe. Und sie geben Anna stets einen vagen Hinweis auf ihr nächstes Ziel, ihren nächsten akustisch-visuellen Aufenthaltsort. Aber auch auf ihre eigene Befindlichkeit und ihr eigenes Leben. Von Edinburgh nach Kopenhagen, über Boston und St.Moritz, nach Paris und schließlich nach Skagen führt sie ihre Reise, für die sie offenbar sie ausreichenden finanziellen Mittel hat.   Überall entdeckt sie etwas für sich selbst und ist am Ende wieder bei sich selbst angekommen. Der Leser hat unterdessen Maler und Bilder und deren Geschichten kennengelernt durch eine wunderbare und poetische Prosa, die ihn beim Lesen immer wieder regelrecht gefangen genommen und verzaubert hat.    

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