Angelika Pauly Kieselsteine

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Inhaltsangabe zu „Kieselsteine“ von Angelika Pauly

Die Autorin erzählt ein Leben in Dekaden. Ihr Leben. Indem sie über 250 Einzelsituationen aus ihrer Lebensgeschichte schlaglichtartig beleuchtet, beschreibt sie nicht nur ihre persönlichen Erfahrungen sondern zeichnet auch ein Bild von der Gesellschaft der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

Angelika Pauly lädt die Leser ein, ihr in die Phantasiewelt des Kindes – das sie war – zu folgen. So beispielsweise in einen winzigen Garten ihrer Träume, in dem sich nur ein kleines Mädchen zu bewegen vermag, das einen Kiesweg entlang läuft. Sie lässt den Leser teilhaben an ihrem Besuch auf einem Friedhof mit weißen Kieselsteinen auf den Gräbern. Zuletzt beschreibt sie einen kleinen Garten mit einem Marmorstein in Herzform und Blumen, vor denen Kieselsteine liegen– in dem gerade genug Platz für eine erwachsene Frau ist. Sie nennt ihn ihr „Garten-Grab“. Es ist das Grab ihres eigenen Sohnes.

Die Reihung der biografischen Erfahrungen scheint zunächst zufällig, doch beim Lesen ergeben sich schnell Querverbindungen. So ziehen sich neben dem Motiv der Kieselsteine, die Motive der Angst und der Zeit durch das gesamte Buch. Themen wie Kindheit, Ausbildung und Familie, Erfolge und Scheitern, freudige Erlebnisse und Krisen sind Gegenstand der Autobiografie. Das Erzählte scheint eine Gleichwertigkeit zu bekommen, die den Leser den aktuellen Moment als das Wichtigste erfassen lässt. So verliert auch die ärztliche Diagnose Borderline – die die Autorin irgendwann bekommt – im Blick auf die gesamte Lebensgeschichte ihre Dramatik. Sie bleibt ein Kieselstein in der Biografie, die eine Summe einzelner Erfahrungen ist.

Angelika Pauly hat für das Erzählen ihrer Lebensgeschichte, eine Beobachterrolle gewählt die fast durchgängig ohne Wertung auskommt und in der jeweils der Anteil ihrer Selbst zu berichten scheint, der das Alter der entsprechenden Dekade repräsentiert. Das Buch ist spannend zu lesen. Durch die Aufteilung in kurze Abschnitte, entsteht beim Leser eine Neugier auf den jeweils nächsten Abschnitt. Ein lesenswertes Buch für alle, die nicht nur gerne Autobiografien lesen, sondern sich durch die Lektüre auch anregen lassen wollen, über die eigene Geschichte nachzudenken.

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leolas

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