Angelika Schrobsdorff Der Vogel hat keine Flügel mehr

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Inhaltsangabe zu „Der Vogel hat keine Flügel mehr“ von Angelika Schrobsdorff

»Peter war wie eine Sternschnuppe in meinem Leben ...« Angelika SchrobsdorffDie Briefe Peter Schwieferts an die Mutter, die mit den Töchtern Angelika und Bettina im bulgarischen Exil lebt, sind ein einzigartiges Dokument: Es sind die Briefe eines jungen Mannes, der mit zärtlicher Sehnsucht an seiner Mutter hängt und nichts mehr erhofft als ein Wiedersehen, während der Krieg die beiden für immer trennt. Peter, der junge einundzwanzigjährige Sohn aus bürgerlichem, assimiliertem Haus, verlässt Deutschland 1938. Er, der ›Halbjude‹, erklärt sich als Jude und begibt sich auf eine Odyssee durch halb Europa und den Nahen Osten, bevor er schließlich mit den Truppen des Freien Frankreich gegen Hitler kämpft. Ein politischer Kampf, aber auch ein persönlicher – für das, was für ihn größte Bedeutung hat: neben Kunst und Schönheit, Freiheit und Würde.Mit Kommentaren von Claude Lanzmann und Angelika Schrobsdorff.Ein einzigartiges, intimes und zeitgeschichtliches Dokument – mit zahlreichen Photographien und FaksimilesSZ/NDR-Bestenliste Sachbuch Dezember 2012

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  • Rezension zu "Der Vogel hat keine Flügel mehr -" von Angelika Schrobsdorff

    Der Vogel hat keine Flügel mehr
    Clari

    Clari

    25. November 2012 um 14:27

    1938 verlässt der 21 Jährige Peter Schwiefert Deutschland, da er sieht, dass Juden in Deutschland keine Chancen mehr haben werden. Er ist assimiliert und aufgeklärt wechselt jedoch bald nach seiner Flucht nach Portugal die Religion und bekennt sich zum Judentum. Auf dem deutschen Konsulat in Portugal lässt er sich als Jude registrieren, auch, um damit eine Rückkehr nach Deutschland unmöglich zu machen. Er ist der ältere Halbbruder von Angelika Schrobsdorff, die ihm mit der Veröffentlichung seiner Briefe an die Mutter ein spätes Denkmal setzt. In den Briefen begegnet uns ein leidenschaftlicher junger Mann. Er hängt mit großer Liebe an seinen beiden jüngeren Halbschwestern und der gemeinsamen Mutter. In aufwühlenden Gedanken begründet er sein inneres Bekenntnis zum Judentum und zeigt seine Überlegungen zu seinem eigenen Zustand. Es klingt wie ein langer Monolog, mit dem er sein Denken und Fühlen den Seinen und vor allem seiner Mutter offenbart. Ungewöhnlich ist die Anrede „Mutti“, mit der man erst begreift, wie jung der Briefschreiber war. Die Innigkeit und Offenheit seiner Aussagen zeugen von der Hingabe und tiefen Liebe, mit der er an der Mutter hängt. Die Mutter ist 1938 nach Bulgarien und in eine Scheinehe geflohen. Dort überlebte sie mit ihren beiden Töchtern den Zweiten Weltkrieg. Wieder einmal ist man mit den Schrecknissen und unglaublich dramatischen Verhältnissen, mit denen Hitlerdeutschland Europa überzogen hat, konfrontiert. In dieser Zeit verloren Familien ihren Bezug zu einander und wurden in alle Welt verstreut. Der junge Mann von 21 Jahren musste sich alleine durchschlagen und seine Existenz sichern. Rührend sind seine Beteuerungen, der Mutter zu helfen. Und unbeholfen versucht er, sie von unwägbaren Entscheidungen zu warnen. Diese beziehen sich offensichtlich auf ihre Scheinehe mit einem Bulgaren. Der Kontakt zum Sohn verliert sich im März 1941 ganz. Sehr viel Später kommt die Todesnachricht. Peter Schwiefert hat unter de Gaulle gegen Hitlerdeutschland gekämpft und ist im am 7. Januar 1945 im Kampf gefallen. Else Schrobsdorff ist über den Tod des Sohnes wohl nie hinweggekommen. Die hier vorliegenden Briefe und Zeugnisse bieten Einblicke in die Lebensumstände einer unmenschlichen Zeit. Ungewöhnliche Bedingungen zerstörten Familien und deren Lebensglück. Liebe und Tod, Hinwendung und Krieg bieten allen Beteiligten ein zerrissenes Dasein, an deren Folgen sie bis zum Ende hin gelitten haben oder noch leiden. Angelika Schrobsdorff hat in ihren Büchern ihre Familiengeschichte festgehalten und deutlich gemacht, welche Katastrophen ihr Leben und das ihrer Familie belastet haben. Sie sollten uns Warnung sein, wie ein Land in die Fesseln einer Diktatur geraten konnte, von der das Unheil in die Welt zog, und die erst durch den totalen Zusammenbruch ihr Ende fand.

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