Angelika Schrobsdorff Grandhotel Bulgaria

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Inhaltsangabe zu „Grandhotel Bulgaria“ von Angelika Schrobsdorff

Ein literarisches Reisejournal
Das Ende des Kommunismus war für die Völker Osteuropas der Beginn einer Hoffnung und zugleich eine Reise ins gesellschaftliche und ökonomische Elend. Eine Schriftstellerin wie Angelika Schrobsdorff, die dort acht Jahre ihres Lebens verbracht hat, kann das nicht kalt lassen. Sie kennt die Verhältnisse, hat sie doch als Kind mit ihrer Mutter, einer deutschen Jüdin, den Naziterror in Bulgarien überlebt. Jetzt will sie selbst helfen.
Als sie Anfang Dezember 1996 ein Anruf aus Sofia erreichte und ihre Nichte ihr von der Not und der Bedrückung der Menschen erzählte, machte sie sich spontan auf den Weg. Sie setzte sich in ihrer neugefundenen Heimat ins Flugzeug und flog in das Land ihres ehemaligen Exils. Während ihres Aufenthalts führte sie Gespräche mit alten und neuen Freunden und erlebte am Jahreswechsel den Beginn der Demonstrationen gegen die letzten Überreste des autoritären Regimes. Ihr Tagebuch ist ein Bericht aus erster Hand und ein erstaunliches literarisches Dokument.

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  • Grandhotel Bulgaria von Angelika Schrobsdorff

    Grandhotel Bulgaria

    Daphne1962

    Wenn ich dieses Buch lese kann ich mich nur wundern, dass Bulgarien heute in der EU ist.Allerdings hat Angelika Schrobsdorff dieses Buch Ende der 90er Jahre geschrieben. Die Zustände, die dort herrschten sind schon sehr schlimm gewesen.  Spontan beschließt sie über Weihnachten ihre dort verbliebene Familie und Freunde zu besuchen. Mit einer Menge Geld im Gepäck. Sie versucht ein Waisenhaus zu finden um den Kindern wenigstens zu Weihnachten eine Freude zu machen. Leichter gesagt als getan. Es lässt sich keines finden. Die Waisenhäuser sind geschlossen worden über die Feiertage. Wo verbleiben Waisenkinder dann? Sie haben ja keine Familie mehr. Unfassbar. 8 Jahre hat Angelika in Bulgarien gelebt und ist auch dort zur Schule gegangen. Sie hatte noch immer Kontakt zu einigen Schulfreundinnen und so erfährt sie auch einiges über das Leben in dem Land, was vom Kommunismus ausgebeutet und geschunden wurde. Bogdan, ein guter Freund von Angelika ist trotz der hohen Benzinpreise motorisiert und kann ihr einige Fahrten ermöglichen, auch raus aus der Stadt. Allerdings wird alles geklaut, was nicht niet und nagelfest ist. Eine paar Tage wohnt sie im berühmten Grandhotel Bulgaria, wo sich das Personal langweilt, weil keine Gäste kommen. Im neuen Jahr wurde das Hotel von der Mafia aufgekauft. Wer mit der Mafia verbündet ist, ist fein raus. Wer sich selbst treu geblieben ist muss hungern. Während des Aufenthalts von Angelika kommt es zu vorsichtigen Aufständen von Demokratie-Anhängern die Neuwahlen fordern. Erst als Blut floß wurden die ausländischen Länder aufmerksam und fingen an über Bulgarien und den anfänglichen Umschwung zu berichten. Für Angelika Schrobsdorff ein schmerzlicher und auch melancholischer Besuch in ihrer alten Heimat, wo sie im Exil lebte. Toller Einblick in ein Land, von dem man nicht so viel weiß. Lesenswert, wie alle ihre Bücher.

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