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Ani

vor 3 Monaten

(69)

Am Nord-Ostsee-Kanal wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden. Kommissarin Lisa Sanders nimmt mit ihren Kollegen die Ermittlungen auf. Dabei stellt sich heraus, dass es sich bei dem Getöteten um Carsten Hunold, einen kürzlich entlassenen Sexualstraftäter, der vor siebzehn Jahren zwei Jungen missbraucht und danach ermordet hatte, handelt. Ist der Mord an Hunold ein Fall von Selbstjustiz? Lisa Sanders beginnt im Umfeld der damals betroffenen Familien zu ermitteln. Als ein weiterer Mann ermordet aufgefunden wird, stehen Polizei und Staatsanwaltschaft vor einem Rätsel. Es hat den Anschein, als ob viel mehr hinter den Morden stecken könnte....

"Wassersarg" ist nach "Kiellinie" und "Kielgang" der dritte Fall für Kommissarin Lisa Sanders. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Fällen folgen. Zum besseren Verständnis der privaten und beruflichen Nebenhandlungen empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der vorgesehenen Reihenfolge.

Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt mühelos, da ein spannender Prolog, in dem man den Mord an Carsten Hunold beobachtet, dafür sorgt, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Man stellt sich die Frage, wer den Mann mit unglaublicher Brutalität umgebracht hat.

Der Fall ist nicht nur für die Ermittler rätselhaft, denn auch als Leser bleibt man lange im Ungewissen und zieht verschiedene Möglichkeiten in Betracht.  Doch nichts scheint so zu sein, wie es auf den ersten Blick scheint. Durch überraschende Wendungen muss man die eigenen Ermittlungen und Spekulationen über den Haufen werfen und ganz neu ansetzen. Dadurch bleibt die aufgebaute Spannung bis kurz vor Schluss erhalten. Denn diese Auflösung ist überraschend und kaum vorhersehbar.

Das Thema regt außerdem zum Nachdenken an, da man einen Einblick in die Gefühlswelt der Eltern bekommt, die ihre Kinder durch Carsten Hunold verloren haben. Trauer, Schmerz und Wut der Hinterbliebenen werden einfühlsam vermittelt, sodass man die Brisanz des Themas auf sich wirken lassen kann.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Es gelingt Angelika Svensson hervorragend, die besondere Stimmung der Küstenregion einzufangen und zu vermitteln. Man ist sich stets bewusst, dass sich die Handlung im Winter zuträgt, denn die Schilderungen der Witterung sind so glaubhaft, dass man beim Lesen schon beinahe zu frösteln anfängt.

Die Protagonisten wirken ebenfalls authentisch und ihre Handlungen glaubhaft und lebendig. Man kann sich gut in sie hineinversetzen. Es gibt auch in diesem Band wieder einige Einblicke in das Privatleben von Lisa Sanders und Oberstaatsanwalt Thomas von Fehrbach. Die beruflichen und privaten Nebenhandlungen nehmen allerdings nicht zu viel Raum ein, sondern sorgen dafür, dass man sich ganz auf die Charaktere einlassen und mit ihnen mitfiebern kann.

Ich habe mich beim Lesen wieder sehr gut  unterhalten und gebannt den Kriminalfall und die Nebenhandlungen verfolgt. Das Ende war für mich überraschend und kaum vorhersehbar. Außerdem hat mich das Thema zum Nachdenken angeregt, sodass mir dieser Kriminalfall sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und freue mich schon jetzt auf weitere Ermittlungen.

Autor: Angelika Svensson
Buch: Wassersarg
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