Angelika Waldis

 4,1 Sterne bei 158 Bewertungen
Autorin von Ich komme mit, Die geheimen Leben der Schneiderin und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Best Agerin und mehrfach ausgezeichnete Autorin: Die Schweizer Schriftstellerin und Journalistin wurde 1940 in Luzern geboren. Nach ihrem Anglistik und Germanistik Studium an der Universität Zürich, arbeitete sie jahrelang als Journalistin bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. Mit ihrem Ehemann Otmar Bucher gründete die Jugendzeitschrift "Spick" und leitete das Magazin auch bis zu dem Jahr 1999. Im Jahre 2000 wurde sie mit dem Schweizer Jugendbuchpreis für ihre Erzählung "Tita und Leo" ausgezeichnet. Auch ihre Bücher wie "Aufräumen", die sie für Erwachsene geschrieben hat, wurden mehrfach mit Preisen geehrt. Wenn sie nicht an einem neuen Buch schreibt, kann man sie bei der Gartenarbeit antreffen oder ihre Faszination für etwas neues miterleben. Waldis lebt in der Nähe von Zürich umgeben von ihren zwei Kindern und Enkelkindern.

Alle Bücher von Angelika Waldis

Cover des Buches Ich komme mit (ISBN: 9783442489688)

Ich komme mit

(101)
Erschienen am 16.09.2019
Cover des Buches Die geheimen Leben der Schneiderin (ISBN: 9783442489282)

Die geheimen Leben der Schneiderin

(15)
Erschienen am 17.05.2021
Cover des Buches Aufräumen (ISBN: 9783492305471)

Aufräumen

(12)
Erschienen am 10.11.2014
Cover des Buches Die geheimen Leben der Schneiderin (ISBN: 9783905811902)

Die geheimen Leben der Schneiderin

(8)
Erschienen am 21.07.2014
Cover des Buches Marktplatz der Heimlichkeiten (ISBN: 9783492309486)

Marktplatz der Heimlichkeiten

(7)
Erschienen am 01.12.2016
Cover des Buches Tita und Leo (ISBN: 9783473523719)

Tita und Leo

(6)
Erschienen am 24.06.2008
Cover des Buches Berghau (ISBN: 9783715258027)

Berghau

(4)
Erschienen am 10.10.2024
Cover des Buches Lauter nette Menschen (ISBN: 9783442315895)

Lauter nette Menschen

(2)
Erschienen am 15.03.2021

Neue Rezensionen zu Angelika Waldis

Cover des Buches Aufräumen (ISBN: 9783715258089)
RenaMs avatar

Rezension zu "Aufräumen" von Angelika Waldis

RenaM
Angelika Waldis – Aufräumen

Bei diesem Roman bin ich völlig hin und her gerissen. Und das nicht nur, weil wieder einmal der Klappentext absolut in die Irre führt, gaukelt er doch, wenn auch vielleicht unbeabsichtigt, vor, es handele sich um einen leichtfüßigen, humorvollen Roman. Ein Roman, in dem eine Frau nach jahrzehntelanger Ehe plant, ihren Gatten zu ermorden.

Neben diesem leichten Ärger über den falsche Erwartungen weckenden Klappentext ärgerte ich mich während der Lektüre auch permanent über die Protagonistin. Diese ist auf der Reise nach Genua zu ihrem Ehemann, um diesen aus der Welt zu räumen.

Luisa, inzwischen über 70, hat beschlossen, ihr Leben aufzuräumen. Nach all diesen Jahren, in denen sie alles klaglos ertrug, quasi ihr Leben, ihren Mann und ihr Schicksal einfach geschehen ließ, will sie nun plötzlich die Initiative ergreifen. Und sich sozusagen für all das Ungemach, das Ehemann Alfred ihr in diesen vielen Ehejahren zufügte, rächen. Am liebsten auch gleich noch an weiteren Männern aus ihrem Leben, wie ihren Schwiegersohn, der ihrer Tochter so gar nicht guttut und dem Arzt, der eine Operation verpfuschte und so das Leben ihrer anderen Tochter vollends zerstörte.

Nun sitzt sie also im Zug nach Italien, während ihre Tochter und andere glauben, sie sei in Wien. Möglichst nicht auffallen, so dass sich später niemand an sie erinnert, so plant sie den Mord an ihrem Mann. Mittels eines Menüs, das er liebt und dem sie eine ganz besondere, eine tödliche Zutat beizufügen plant.

Auf dieser Reise blickt sie auf ihr Leben zurück, auf Alfred, den Künstler, der sich stets verdrückte, wenn das Leben schwierig wurde, der immer irgendwo eine andere Frau hatte, der nie genug Geld besaß und sich daher ständig von Luisa aushalten ließ.

Sie, die als Hauswirtschaftslehrerin arbeitete, hetzte dafür umso mehr durch ihr Leben, Kinderbetreuung, Haushalt, Beruf, später noch die unheilbar kranke, behinderte Tochter wegen eines ärztlichen Kunstfehlers, all das hielt sie diese ganzen Jahre durch, ohne sich zu beklagen. Nur die Hilfe ihrer ungewöhnlichen Mutter hatte sie in dieser Zeit, während Alfred irgendwann gar nicht mehr auftauchte.

Im Zug lernt sie einen Mann kennen, der sich merkwürdig verhält. Zuerst misstraut sie ihm, dann schließen sie sich zusammen und reisen gemeinsam weiter, werden ungestüm, Luisa tut Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte und genießt das. Dann schließlich kommt sie in Genua an.

Mich hat einerseits die gewaltige Art des Erzählens von Angelika Waldis beeindruckt, ihr Stil ist mal ergreifend, mal sanft ironisch, nie verurteilend, immer leicht distanziert. Manchmal schweift sie ein wenig zu sehr vom aktuellen Handlungspfad ab, verliert sich in ihren eigenen schwungvollen Formulierungen, Metaphern und Beschreibungen.

Andererseits wurde ich, je weiter ich las, umso wütender auf Luisa, auf diese Hauptfigur, die sich alles gefallen ließ, die ihrem Alfred selbst dann noch Tausende Euro überweist, nachdem er sie mit all den Sorgen und Nöten allein gelassen hatte. Die einen Kollegen anhimmelt, sich in ihn verliebt, dies aber nie ausspricht, nun, viele Jahre nach dessen Tod aber immer noch von ihm träumt. Mir ist diese Protagonistin zu defensiv, zu weich, um nicht zu sagen schwach. Trotz all dessen, was sie ausgehalten hat, hat sie sich nie gewehrt, und nun plötzlich, mit über 70 soll sie den Mut und den Antrieb haben, ihren Mann zu ermorden. Das schien mir etwas unglaubwürdig, nicht recht plausibel.

Daher diese Zwiespältigkeit, mit der ich den Roman sehe, weswegen er mich auch nicht zu 100 Prozent überzeugen konnte. So perfekt und gelungen er stilistisch sein mag.

Angelika Waldis – Aufräumen
atlantis, Februar 2025
 Taschenbuch, 191 Seiten, 18,90 €

Cover des Buches Hier. Dort. Fort (ISBN: 9783715250472)
yellowdogs avatar

Rezension zu "Hier. Dort. Fort" von Angelika Waldis

yellowdog
Eine zerbrechliche Gemeinschaft

Angelika Waldi ist eine erfahrene Schweizer Autorin mit einem ganz eigenen, eigenwilligen Stil, an den man sich erst gewöhnen muss. Es sind kurze Sätze, prägnant. Die Perspektiven wechseln. Am wichtigsten sind Mina und ihr Mann Rick sowie die Jugendliche Effi, die schließlich aufeinandertreffen. Denn Mon ist bereit die elternlose und orientierungslose Effi bei sich aufzunehmen. Und dann ist da noch Tom, in den Effi sich verliebt. Wie es mit dieser zerbrechlich wirkenden Gemeinschaft weitergeht, sei hier noch nicht verraten. Es ist ein interessantes Buch.

Cover des Buches Die geheimen Leben der Schneiderin (ISBN: 9783442489282)
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Rezension zu "Die geheimen Leben der Schneiderin" von Angelika Waldis

Coriso
Wortbilder die verzaubern

Jolie Hansen lebt ein sehr zurückgeuzogenes Leben. Das Tor zur Welt ist ihr kleines Schneideratelier und die Gespräche mit ihrer Kundschaft. In Gedanken blickt sie zurück auf ihre Kindheit mit 4 Geschwistern und das Familienleben, das mit dem Ertrinken des 17-jährigen Bruder Franz einen Knick erfahren hat. Jolie war damals 11 Jahre alt. Bis heute kann sie nicht recht glauben, dass Franz wirklich damals ertrunken ist. Sie hegt eine leise Hoffnung, dass er möglicherweise damals nur verschwunden ist.

Jolie heiratete, die Ehe mit Adrian ging allerdings bald in die Brüche und so war Jolie für ihre mittlerweile erwachsene Tochter Maxi viele Jahre selbst verantwortlich. Die Eltern von Jolie sind noch am Leben, den Vater erlebt Jolie "wie versteinert" und die Mutter ist mittlerweile an Demenz erkrankt, im Pflegeheim. Beide werden im Herbst 80 Jahre und Jolie hat die Idee, alle Geschwister und die Eltern zu einer Geburtstagsfeier einzuladen. 

Das Buch ist haptisch wunderschön, im WUNDERRAUM-Verlag erschienen. Herausragend ist für mich die bildhafte Sprache von Angelika Waldis, z.B. S. 42: "Jolie hatte oft das Gefühl, das Denken finde ohne sie statt, sie stelle lediglich ihren Schädel als Konferenzraum zur Verfügung". So sitzen wir als Leser:innen quasi wie stille Zuhörerinnen in Jolies "Konferenzraum", blicken aus Jolies Sicht auf ihr Leben und das ihrer Geschwister. Ich hatte das Gefühl, dass die schüchterne Jolie sich ihre Welt in gewisser Weise zurechtbiegt. Sie bleibt in "ihrer Blase", "bleibt Woche für Woche in der lauwarmen Brühe der Gewohnheit sitzen ..." (S.98)

Am Ende bleit doch einiges offen. Die Faszination waren für mich die bildhaften Sätze, die bei mir innere Räume öffneten und eine wunderbare Sicht auf das Leben an sich werfen. "Manche Menschen laufen nicht in ihrem eigenen Körper herum, sondern in denen, die sie gerne hätten." (S. 9). Ein wunderbares Buch zum "eintauchen" und sich von Wortbildern verzaubern zu lassen.

Gespräche aus der Community

Angelika Waldis "Marktplatz der Heimlichkeiten" steckt voller Geschichten und Heimlichkeiten. Wir freuen uns sehr, wenn ihr gemeinsam die Geheimnisse lüftet und am Ende eine Rezension über das Buch schreibt. Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen!

Zum Buch:
"Menschen wie Medien in diesem Roman sind erfunden. Aber erfunden ist nicht gelogen. Das Medienhaus ist ein Marktplatz, hier werden Geschichten verkauft, möglichst frisch. Über alles, was läuft, draußen in der Welt. Was drinnen läuft, in den Menschen, die hier arbeiten, bleibt ungesagt. Sie verwahren ihre Heimlichkeiten voreinander. In diesem Buch werden sie aufgedeckt, an ein paar Sommertagen und ein paar Wintertagen im Jahre 2012. Erstaunliches kommt zum Vorschein. Die Volontärin, die durch alle Kapitel mitgeht, ahnt es erst zum Schluss."
Angelika Waldis

Informationen zur Autorin:  www.angelikawaldis.ch




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