Angelika Zöllner

 5 Sterne bei 3 Bewertungen

Lebenslauf

Autorin - Lyrik, Prosa, Kinderbuch. Publikationen in Anthologien, Literaturzeitschriften, Zeitungen, Rundfunk im In- und Ausland U.a. Das rote Haus (Märchenroman), Granatapfelzeit (Lyrik), Scherben und Federkleid ( Lyrik), wenn Helligkeit kostbar wird (Lyrik), der Widerschein des Todes (Lyrik, deutsch/englisch, Fotos ) Diverse Auszeichnungen und Stipendien, u.a. mehrfach in Griechenland und der Slowakei. Übersetzung des slowakischen Theaterstücks 'Krichen, der Unsterbliche' von Eva Maliti-Franova . Roman 'wenn das Gras schweigt'.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Angelika Zöllner

Cover des Buches singen, ehe der Himmel fällt (ISBN: 9783943599510)

singen, ehe der Himmel fällt

(1)
Erschienen am 02.12.2016
Cover des Buches Wenn das Gras schweigt (ISBN: 9783936103403)

Wenn das Gras schweigt

(1)
Erschienen am 01.05.2015
Cover des Buches Wie steig ich aus dem Karussell (ISBN: 9783936103809)

Wie steig ich aus dem Karussell

(1)
Erschienen am 15.12.2020

Neue Rezensionen zu Angelika Zöllner

Cover des Buches Wie steig ich aus dem Karussell (ISBN: 9783936103809)
Christine_Neumeyers avatar

Rezension zu "Wie steig ich aus dem Karussell" von Angelika Zöllner

Christine_Neumeyer
Geschichten der kleinen Leute

Das neueste Buch von Angelika Zöllner enttäuscht nicht. In 16 Kurzgeschichten erleben wir Geschichten der kleinen Leute. Leute mit Sorgen, Freuden und Gedanken, wie wir sie oft aus dem eigenen Leben kennen, nicht immer, denn die Geschichten reisen durch Deutschland, die Türkei, Italien, Griechenland, Spanien, Sapmi und besonders reizvoll und bemerkenswert - "Esoterien". Man merkt, wie weitgereist die Autorin ist, und wie genau sie hinschaut auf die Leute. Besonders jetzt, in der aktuellen Corona-Situation, die uns so einschränkt, bereitet die literarische Reise mit Angelika Zöllner Vergnügen, wenngleich dieses Buch keineswegs ein GuteLaune-Urlaubsreisebuch ist, sondern ein vielfältiges Werk an Geschichten zum Nachdenken und Mitfühlen.

Cover des Buches singen, ehe der Himmel fällt (ISBN: 9783943599510)
Anjaliedtkes avatar

Rezension zu "singen, ehe der Himmel fällt" von Angelika Zöllner

Anjaliedtke
Sehen und singen

„singen, ehe der Himmel fällt“


Als das Fernsehen seinen Höhepunkt feierte, war Lyrik out. Es war neuer und bequemer, Bilder an sich vorbeiziehen, anstatt sie im Kopf entstehen zu lassen. Doch seit sich die Fernsehbilder und -stimmen als kommerziell und schematisch entlarven, steigt das Bedürfnis nach authentischen Stimmen und Bildern, die tatsächlich etwas zu erzählen haben. Angelika Zöllner ist so eine authentische Stimme, die etwas zu sagen weiß. Die Fotografin und Lyrikerin versteht es, die Dramen des Lebens in soziales Engagement und Kunst zu kanalisieren.


Im Gedichtband „singen, ehe der Himmel fällt“ lotet Angelika Zöllner Nähe und Ferne zwischen Menschen aus. Und zwar nicht nur zwischen Liebenden und sich Entliebenden, sondern auch die Nähe und Ferne zu Menschen fremder Kulturkreise, die dem lyrischen Ich als Flüchtlinge begegnen oder denen das Ich als Tourist begegnet, oder zu Menschen unterschiedlicher Seelenzustände, wie zu Verwirrten, Verfolgten oder zum „Penner“. Diese Fremdlinge werden nicht nur vom Passanten neugierig beäugt, sondern angesprochen und befragt. Das macht aus ihnen Nahestehende, und immer stellt sich etwas Besonderes heraus: Der eine Penner stickt, der andere macht Urlaub in der Bundesbahn, der dritte hortet mehr Freiheit, als wir Beobachter besitzen. Die Autorin erfragt das Individuelle in den Menschengruppen.


Das klingt nach einer Dichterin, die mit der Zeit geht. In anderen Gedichten gibt sie sich als eine, die aus der Zeit fällt. Das tut sie bedacht, um erstens von einer höheren menschlichen Warte aus über ihre Zeit(-zeugenschaft) zu berichten und um zweitens zu mahnen, das Menschsein überhaupt erst einmal zu erreichen, statt in naturferner Hetze und Alltäglichkeit unmenschlich zu werden. Beispielhaft hierfür steht „SO NETT SEPTEMBRIG“. Der Titel ist pure Ironie und hält nicht, was er verspricht. Vielmehr leiten die gehäuften Enjambements von einer Katastrophe zur nächsten, um in der Schlüsselstrophe zu münden: „wenn wir uns weiter schöpfung einverleiben/und aus den bäumen unsere lieder schneiden/so stürzt der himmel unserer kinder nieder“. Die Variation des Titelverses des Buches deutet auf eine der zentralen Aussagen des Bandes: Wir dürfen unsere Kultur nicht länger aus der Natur herausschneiden, andernfalls zerstören wir sie, vielmehr sind wir gehalten, sie im Einklang mit unserer menschlichen Natur und unserer natürlichen Umgebung zu gestalten.

Die Autorin scheint sich mindestens sprachlich bereits auf einem guten Weg zu diesem Ziel zu befinden, so lassen sich ihre Wortverbindungen jedenfalls interpretieren, die das Menschliche und das Natürliche aufs Engste zusammensetzen wie in „baumsprache“ und „herzringen“ im Gedicht „BEZIEHUNGS-SEPTEMBER“.

Diese Funktion der Wortverbindungen wird im Gedicht WINKEL/HAUPTSTRASSE (Sommer und Herbst) noch einmal gesteigert, bis komplexe Bilder entstehen: „festgestandnes haus“, „kinderkirschbaum“, „nie mehr nachgeschmeckten julifrüchten“, jahrhundertkühl der winzerlebenswein“, „der liebgegossene oleander“, „dem schweren leidensbündelkleid“, „auf der wartebank“.


Angelika Zöllner ist eine, die den Blick für Mensch und Natur gleichermaßen hat und, wie die deutschen Romantiker zu sagen pflegten, die Chiffreschrift der Natur zu entziffern vermag. Wenn sie die Natur wieder als Ausdruck der Seele entdeckt, wirkt das keineswegs altmodisch oder gecovert, denn die „tiefgefrorenen gesichter“ bewegen sich stets in einer aktuellen Gesellschaft. Selbst wenn es sich um ein Wandererlied wie WINTERS ENDE handelt, spüren wir den aktuellen Zeitbezug in den Details: „wenn die winterhaare den rucksack entlangwachsen/ist es zeit zu gehen“.


Die starken, klaren Bilder und die Witz evozierenden Stilmittel werden auch dem enttäuschten Fernsehzuschauer den Umstieg auf das lyrische Medium erleichtern und ihn zum Schmunzeln, Mitfreuen und Mitleiden verführen.



Cover des Buches Wenn das Gras schweigt (ISBN: 9783936103403)
Christine_Neumeyers avatar

Rezension zu "Wenn das Gras schweigt" von Angelika Zöllner

Christine_Neumeyer
Wenn das Gras schweigt - eine besondere Empfehlung

Der Wuppertaler Elija liebt die Schwedin Anna-Lynn. Doch sie hat ihn verlassen und reist mit ihrem Professor Helge in die Heimat.
Dort bemerkt sie bald eine unüberwindbare Distanz zu Helge und sie spürt ihre Sehnsucht nach Elija. Elija hingegen reist nach Griechenland um sich traurig durch die Trennung über sein weiteres Leben Gedanken zu machen und auch um Wahrheiten zu finden. Die Schriften von Platon und Aristoteles beeindrucken ihn dort ebenso wie die philosophischen Gedanken eines einfachen Schusters. Er denkt viel nach über die Tugenden, verliebt sich in eine Prostituierte und entdeckt auch bei ihr eine Art von Tugend. Geläutert kehrt er nach Deutschland zurück wo er auch Anna-Lynn sehr verändert wieder trifft. "Die meisten Leute verlassen sich auf Sinneseindrücke, die sie von ihrem gewohnten, eingeengten Standort aus anschauen, diese Sichtweise wird oft verändert, wenn sie von einem erweiterte Blickfeld aus geschieht." Platons Weisheit ist nur eine von vielen in diesem wunderbaren Buch von Angelika Zöllner. Ein ungemein kluges Buch und eine wirklich großartige Erzählung.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

2 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks