Angharad Price Das Leben der Rebecca Jones

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Inhaltsangabe zu „Das Leben der Rebecca Jones“ von Angharad Price

Eine literarische Perle – ein Werk von Anmut, Schönheit und tiefem Gefühl Rebbeca Jones wird Anfang des letzten Jahrhunderts in eine kleine ländliche Gemeinde im Maesglasau Tal in Wales hineingeboren. Ihre Familie hat das Land dort seit über tausend Jahren bewirtschaftet. Drei ihrer Brüder sind von einer genetisch bedingten Blindheit betroffen, und gerade dieses Handicap ermöglicht ihnen den Zugang zu Bildung und Erziehung außerhalb von Wales. Rebecca und ein weiterer Bruder aber bleiben zurück und bewirtschaften die Farm, halten fest an ihrer Sprache und Tradition, der heraufziehenden Moderne zum Trotz.

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  • Ein schönes Buch für lange Sommer- oder Winterabende.

    Sterne über Cornwall
    DarkReader

    DarkReader

    Ich las schon das eine oder andere Buch der Autorin, also stand dieses schon einige Zeit auf meinem Wunschzettel. Das war richtig, denn das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Sehr sympathische Charaktere, die ich durchweg mochte, wenn auch Hannah, die Stieftochter der Protagonistin, extrem genervt hat und ich sie manchmal gern verprügelt hätte. Zu Recht und verdientermaßen. Wundervolle Beschreibungen des alten Hauses, des Gartens und von Orten und Schauplätzen ließen mich teilhaben an der Schönheit Cornwalls und das liebe ich.Liz Fenwick schafft es immer wieder, dass ich mit den handelnden Personen mitleide, mich mit ihnen freue.Ich hoffe, noch viel von ihr zu lesen, kein Wunder, bei dem tollen Schreibstil.

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    • 9
    Floh

    Floh

    03. September 2016 um 03:18
    DarkReader schreibt Habt ihr vielleicht Tipps für mich, was ich noch lesen könnte aus dem Bereich? Ich liebe Bücher, die in England/Irland/Schottland spielen.

    Gerade bei den dtv Neuheiten entdeckt: * Jessicas Traum von Dörthe Brinkert Das Buch werde ich mir höchstwahrscheinlich bestellen. Hört sich sehr gut an. Kennst du sonst noch die Krimi Reihe aus ...

  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. 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  • O! Tyn y Gorchudd (Oh! Zieh hinfort den Schleier). Eine walisische Geschichte, leise Töne.

    Das Leben der Rebecca Jones
    Floh

    Floh

    11. June 2016 um 04:52

    Nach dem Beenden dieses kleinen walisischen Meisterwerks, musste ich zunächst einmal in mich gehen und all diese neuen und besonderen Eindrücke und Kostbarkeiten des Lesens aufnehmen, wirken lassen und reflektieren. Ja, dieses Buch der walisischen Autorin Angharad Price wird nicht zu Unrecht als moderner Klassiker gefeiert. „Das Leben der Rebecca Jones“ ist ein ganz besonders leises Buch, was mit Zitaten, Botschaften, Poesie, Gedichten und Gedanken durchwebt und durchzogen ist. Es ist ein Meisterwerk am Rande der Masse, der seine Urigkeit, seine Urtümlichkeit und seinen walisischen Charme sogar in der Übersetzung noch behält. Wenn es einer Autorin gelingt, den Grat zwischen überwältigender Kulisse, malerischen Landstrichen, idyllischer Atmosphäre, Vergangenheit und finsterer Erlebnisse und Schicksalsschläge einer hart arbeitenden Familie bis in die Zeiten des Zweiten Weltkriegs hinaus in einem Roman zu vereinen, dann ist es die gefühlvolle und ambitionierte Autorin Angharad Price, dieses Buch mit Emotion, Schönklang und „Glücklichlesen“ zu untermalen. Ihr Roman „Das Leben der Rebecca Jones“ entführt auf eine Reise, die den Leser wahrhaftig mitnimmt und in eine andere Epoche vor mehr als 100 Jahren begleitet und ihn das walisische Landleben nahe bringt. Ein Kleinod, eine Insel im Meer des Alltags, Bilder, die sich wie ein Film vor dem inneren Auge abspielten. Erschienen im dtv Verlag (http://www.dtv.de/)Inhalt:„Ein Meisterwerk aus WalesRebbeca Jones wird Anfang des letzten Jahrhunderts in eine kleine ländliche Gemeinde im Maesglasau Tal in Wales hineingeboren. Ihre Familie hat das Land dort seit über tausend Jahren bewirtschaftet. Drei ihrer Brüder sind von einer genetisch bedingten Blindheit betroffen, und gerade dieses Handicap ermöglicht ihnen den Zugang zu Bildung und Erziehung außerhalb von Wales. Rebecca und ein weiterer Bruder aber bleiben zurück und bewirtschaften die Farm, halten fest an ihrer Sprache und Tradition, der heraufziehenden Moderne zum Trotz. Rebbeccas Erinnerungen erreichen uns mit anrührender Würde und Innigkeit. Kraftvoll und poetisch beschwört Angharad Price den Wandel der Zeiten und eines Lebens herauf, ihre Sprache, ihr Stil, sind von unvergesslicher Präzision und Anmut. Und am Ende lüftet die Erzählerin ein Geheimnis, das dem Leser den Atem raubt.“Handlung:Die Autorin erzählt aus ihrem Leben, aus ihrer Sicht, gemünzt auf Rebecca Jones. Von ihrer eigenen Familie, der Farm, die jahrhundertelang von ihrer Familie bewirtschaftet wurde, vom harten Leben im walisischen Maesglasau Tal. Im Mittelpunkt steht Rebecca, die ihr langes Leben gemeinsam mit Eltern und Geschwistern – später mit deren Familien – auf der Farm verbringt; sie erlebt Geburten und Todesfälle, Krankheiten und Hunger, arbeitet im immer gleichen Rhythmus der Jahreszeiten auf den Feldern, im Stall auf dem Hof und im Haushalt. Sie muss sich von ihren Träumen und Zukunftsvisionen verabschieden – das geringe Einkommen der Familie wurde für die Bildung der beiden blinden Brüder Gruffydd und William gebraucht, nicht für die des Mädchens.Vor dem Leser breitet sich das Panorama einer Kultur und der eigenen Sprache aus, die mitten in England blühte und doch anders war. Auch Atmosphäre und Stimmung in Angharad Prices Buch findet man eher in der irischen Literatur wieder. Hier hat sie ein Kleinod für ihr Land geschaffen. Damit ein Klassiker der walisischen Literatur. „Der Bach von Cwn Maesglasau bleibt nie derselbe, er verändert sich von einem Tag auf den anderen. Mein ganzes Leben habe ich an seiner Seite verbracht und trotz der Wandelbarkeit ist er mir vertrauter als das Blut in meinen Adern. Wenn er aufhört zu fließen, wird auch mein Leben zu Ende sein. Dies zu wissen, gibt mir Ruhe.“ (Seite 45/46)Schreibstil:Der Autorin Angharad Price ist ein authentischer, erlebbarer, gemalter und sinnbildlicher Roman der düsteren, aber auch sehr emotionalen und atmosphärischen Töne gelungen, der nicht nur aufgrund der authentischen und biografischen Geschichte und der bewegenden Schicksalsschläge der einfachen Leute Jones und der hiesigen Begebenheiten intensiv erscheint. Besonders der geschickte Aufbau des Romans, bei dem zwischen Vergangenheit und Rückblick und Aneinanderreihung von Erzählungen und Überlieferungen und dem Bezug zur Gegenwart ein schmaler Grat bewältigt wird. Die walisische Autorin nutzt unterschiedliche Stilmittel, ihren Roman so greifbar und echt anmuten zu lassen. So erzählt sie aus der Perspektive der kleinen Rebecca Jones, die von der Ehe und dem Leben ihrer Eltern und dem Wachsen der Familie erzählt. Aus dieser sehr nahen Perspektive wird das harte Landleben der walisischen Bauern und der Gemeinde sehr klar und nachempfindbar. Zudem ist dieses Buch mit mehreren Zitaten, Schriftstücken, Fassungen, Überlieferungen, Gedichten und Versen durchwebt. Diese Poesie bringt viel Ruhe und Ausklang in die Schilderungen des harten Lebens der Rebecca Jones. Zudem werden in kursiver Schrift Gedankenprotokolle geschildert, die so voller Wärme, Tragik, Drama und Worten sind, die Bilder malen und sich zu sensiblen Botschaften vereinen. Wunderschön. Hier braucht der Leser ein Auge für besondere Schreibkunst, um diese Stilmittel, die alles andere als alltäglich sind, zu schätzen zu wissen. Die Beschreibungen des harten Lebens, des Verlustes, das Leben mit den vielen Aufgaben, dem Glauben, der Sitten und Gepflogenheiten, die Liebe, die Familie, der Krieg, Wales im Wandel, die neue Gefühlswelle und die Rebellion, das Erwachsenwerden, mit all seinen Entbehrungen und Traditionen sind von der Autorin voller Verbundenheit und Herzblut niedergeschrieben und werden so enorm nachempfindbar für den Leser. All diese Facetten der Schriftstellerei versetzten mich während des Lesens wahrlich an die Kulissen der Berge und Täler von Tynybraich und Cwn Maesglasau, Wales, und des harten Lebens dort. „Aber all meine Wünsche waren vergebens. Olwen starb im Alter von zwei Wochen. Im Mai geboren, im Mai gestorben. Sogar die Glockenblumen blühen länger.“ (Seite 57)Meinung / Eindrücke:Das Buch ist definitiv kein reißerischer oder lebhafter Roman, es ist ein Werk der ruhigeren Töne, der großen Emotionen und der beschatteten Ereignisse. Den Aussagen und Gefühlen, denen die Autorin hier so viel Intensität verleiht, kann man sich als Leser einfach nur anschließen. Das Buch ist sehr wunderbar und sehr schön. Am Talent der Autorin mag ich gar keine Kritik äußern, genauso wenig wie an der Arbeit der Übersetzer, der Adaptionen, der Gesamtgestaltung des Buches, des Covers und all der Liebe die daraus hervorgeht… Jedoch sehe ich das Buch auch etwas zweigespalten… Als ich die vielen Literaturkritiken zum preisgekönten „Klassiker der Neuzeit“ las, wurde ich natürlich sehr neugierig. Hier wurde die Sprachkunst in höchsten Tönen gelobt. Zu Recht. Hier wurde von einer bewegenden Handlung, eines sagenhaft aufwühlenden Romans gesprochen. Naja, der Roman bleibt von der Handlung und vom Aufbau doch eher dezent, es ist eher eine Erzählung mit biografischen Zügen. Das Ende sollte eine Sensation und Überraschung werden. Das habe ich so aufbauschend nicht empfunden. Für mich ist dieses Buch trotz seiner Schwere und Tragik ein eher ruhiges Buch, was mich entführt, beseelt, entfliehen und träumen lässt. Das Hauptaugenmerk sind für mich die sagenhaften Kulisse, das Miterleben der Jahreszeiten, die Blüten, der Schnee, die Winde, die Kargheit, die Jahreszeiten, die Feste, die Traditionen, der Wandel der Kleider und Tiere und Aufgaben der Höfe. Toll, fantastisch. Die Ängste und Hoffnungen, der Umgang mit zwei blinden Kindern, Rebecca, die zurückstecken musste, damit ihre Brüder auf eine spezielle Schule gehen konnten, das kindliche Spiel, der Kirchgang, die Bildung, die Reife, der Krieg, die Familienzuwachse, die Liebe… Das Buch bietet auf so wenigen Seiten so viel. Man muss es nur erkennen und mit offenen Augen durch die Zeilen gleiten und sich hier und da einfach festhalten und durchatmen. Ein stiller, anmutiger und sehr leiser Roman, der an einzelne Ereignisse in Rebeccas Leben erinnert. Damit folgt er der Realität, wo man sich auch nicht – wie in Romanbiographien – minuziös an Tage, Wochen, Jahre erinnert, sondern nur an punktuelle Begebenheiten. Diese wiederum gewinnen durch die Erinnerung eine besondere Bedeutung, ebenso wie die Menschen, die mit ihnen verbunden sind. Durch echte Schwarz-weiß-Fotografien werden diese Sequenzen aus Rebeccas Leben echt und besonders klar. Sogar die Kleider werden genauso beschrieben, wie sie die Bilder und Fotos im Buch zeigen. Der walisische Titel (wörtlich übersetzt: „Oh, zieh hinfort den Schleier“) stammt aus einer Hymne Hugh Jones’ (1816-1897), der auch dieses Buch mit vielen Gedichten und Zitaten bereichert. Seine Worte und Poesie finden wir als Leser im ganzen Buch wieder. Ein Denkmal für den bedeutenden Vorfahr der Familie. Hugh Jones war ein hiesiger bekannter Diakon der anglikanischen Kirche, man merkt dem Roman auch stark den Bezug zu Gott und dem Glauben an. Das hat mir persönlich in der Umsetzung weniger gefallen. Aber es ist ehrlich und zeigt das Leben und Glauben dieser Familie. „Was ist eine Familie? Ein Anker, der uns an Ort und Stelle hält, uns sichert bei Sturm und zurückhält bei gutem Wetter. Ein Segen und eine Bürde zugleich – vor allem für die junge Generation und für jene, die nach Freiheit streben.“ (Seite 121)Die allergrößte Besonderheit in diesem Roman, der mich als Roman selbst, gar nicht so begeistern konnte, sind die Urtümlichkeit und der Schatz der walisischen Kultur und Sprache. Wunderbar. Dieses Buch ist durchwebt und durchtränkt mit wahren Worten, Redewendungen, Namen und Bezeichnungen, die nichts an Ursprung und Kern verloren haben. Wie Jane Aaron in ihrem Nachwort zum Roman anmerkt, ist die walisische Sprache sehr gefährdet. Umso mehr gelobe ich, dass dieses Buch, auch in seiner Übersetzung, daran festhält. Lange wurde überlegt, so erfährt man aus dem Nachwort, dieses Buch überhaupt in andere Sprachen übersetzen zu können. Ich kenne ja nur diese deutsche Übersetzung, die es über englische Umwege zu uns geschafft hat, und ich denke, dass dieses Buch viel eigenen Charme und Besitz behalten hat. Dass nun auch wir deutschen Leser in den Genuss der Zeilen von „Das Leben der Rebecca Jones“ kommen dürfen, ist ein literarisches Geschenk, es rückt in gewisser Weise, wenn man es sich vergegenwärtigt, das Problem der aussterbenden Sprache und der Landeskultur nun auch in unser Bewusstsein; gut so, damit die Welt nicht wieder ein Stück ärmer wird… „Ich habe die Schläge des Unglücks zu spüren bekommen und die Liebkosungen des Glücks. Viele dunkle Stunden habe ich durchlebt. Aber immer wieder wurde es hell. Ich habe gelernt: Haben bedeutet Verlieren. Das ist der Preis.“ (Seite 158)Man merkt beim Lesen dieser Romanerzählung mit diesen biografischen Zügen sofort, dass die Autorin weiß wovon sie erzählt, da sie ein sehr beeinflusstes und besonderes Leben führt. Sie liebt ihr Land, sie liebt ihr Umfeld, sie kennt die Familie Jones. Sie hat dieses Leben gelebt und erfahren, und konnte somit viele Eindrücke und Einflüsse mitnehmen, die sie nun in ihre Worte kleidet und in diese bewegende Familiengeschichte der Jones verpackt. Bisher war mir diese Autorin unbekannt, ich hoffe, dass sie noch großen Bekanntheitsgrad mit ihrem Roman und ihrer Liebeserklärung an Wales erlangt. Meiner Meinung nach stellt dieser Roman ein berührendes und zugleich erschreckendes Portrait einer Familie dar, die kämpft, Prioritäten setzt, sich der Zeit beugt und ihr Leben meistert. Aufopfernd, hart und unermüdlich. Klare Leseempfehlung für all diejenigen, die sich auf einen leisen und dennoch eindringlichen Gesellschaftsroman samt hoher Gefühlswelle und besonderer Schreibkunst fern der Masse einlassen wollen. Ein Buch, welches mit Sanftmut und Offenheit gelesen werden sollte. Dieses Buch verlangt ein besonderes Gespür und einen besonderen Blick. Auch wenn ich persönlich diesen erkennenden Blick nicht gänzlich hatte und mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen bin, so lobe ich die fantastische Umsetzung, die ich daraus erkenne. „Eines Tages kamen zwei Männer in Anzügen zu uns. Sie waren von der Regierung und brachten uns Gasmasken. Die Masken hatten nur zwei kleine Sichtfenster für die Augen. Ein Luftfilter bedeckte Nase und Mund. Unter den Masken hörten wir nichts als unser Atemgeräusch. Jetzt hatte der Zweite Weltkrieg auch unser Tal erreicht.“ (Seite 100)Kritikpunkt:Ich konnte mich leider nicht ganz fallen lassen. Das Buch ist ein Meisterwerk, ja, aber es weist auch ganz unerwartete Züge und Umsetzungen auf. Ich habe mehr Roman und weniger Biografie und Geschichtsmaterial erwartet. Mir fehlte doch in gewisser Weise die Leitplanke, die mir den Weg zeigt. So habe ich das Buch gelesen, die Geschichte kaum wahrgenommen und eher die Landschaften, die Sprache und die große Atmosphäre genossen und aufgegriffen. Das Leben der Rebecca Jones und ihrer Familie blieb mir so doch ein bisschen fern. Da die Thematik doch sehr erdrückend und emotionsgeladen ist, hätte ich mir hier gern mehr Pfiff und Dramaturgie gewünscht. Es gibt für mich persönlich doch wenig Tiefe, die jedoch nötig wäre, um all die ganzen Gefühle ganz aufnehmen und miterleben zu können. Das finde ich sehr schade, da dieses Buch sonst so bezaubernd schön und rund wäre. Aber ohne wirkliche Tiefe und Nähe gibt es zu wenig Intensität um ganz intensiv im Gedächtnis zu bleiben. Die Autorin:„Angharad Price wurde in Wales in der Nähe von Caernafon geboren. Sie ist Schriftstellerin, Kritikerin und Übersetzerin und unterrichtet Walisisch an der Bangor University. ›Das Leben der Rebecca Jones‹ ist ihr zweiter Roman, der bereits bei Erscheinen als erster walisischer Klassiker des 21. Jahrhunderts gerühmt wurde. Im Jahr 2012 feierte die Familie das tausendjährige Überdauern ihres Farmerlebens im Maesglau Valley.“Die Übersetzung:Aus Werk wurde zunächst in Absprache mit der Autorin unter ihrem Mitwirken aus dem Walisischen ins Englische vom bekannten Autoren und Übersetzer Lloyd Jones unter dem Titel „The Life of Rebecca Jones“ übersetzt. Anschließend erfolgte der mutige Schritt, diese Erzählung mit seinem Ursprung und seiner Urtümlichkeit, aus der überarbeiteten englischen Fassung aus 2012 in der Ich-Erzählung von Georg Runge ins Deutsche zu adaptieren und zu übersetzen. . Die Kapitel werden eingeleitet durch Zitate aus Werken von Hugh Jones (Diakon und Ahn der Familie Jones). Mit einem Nachwort von Jane Aaron. Für mich liegt das Meisterwerk in der Arbeit dieser Übersetzung. Ein mit Liebe und Gewissen, sowie Respekt übersetztes Buch. Der junge Übersetzer Georg Runge hatte hier sicherlich keine leichte Aufgabe, so wie ich diesen Roman nun nachgespürt habe, muss ich seine Arbeit einfach loben. Neben der Autorin selbst, hat auch Georg Runge ein Meisterwerk vollbracht, indem er uns diesen Roman in seiner Ursprünglichkeit überlassen und übersetzt hat. Ganz großen Respekt! Der Übersetzer:„Gregor Runge, geboren 1981 in Neubrandenburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und anschließend an der Hochschule für Film und Fernsehen München. Er lebt und arbeitet als Übersetzer in Berlin.“Das Cover:Das Cover ist eine Einladung schlechthin zu diesem besonderen Roman. Sanft, idyllisch, verlierend und traumhaft. Das Buch erscheint als Hardcover mit schmalen 173 Seiten, sehr festen und griffigen Papier, einer angenehmen Haptik und einem Lesebändchen. Edel, verdient und qualitativ. Fazit:Ein sehr emotionales, leises und bestimmtes Buch. Die Autorin hat Wiedererkennungswert und setzt sich mit „Das Leben der Rebecca Jones“ ein Mal. Ein Meisterwerk! 3 Sterne vergebe ich für meine persönlichen Leseeindrücke. 5 Sterne vergebe ich für das Talent und dem atemberaubenden Können der Initiatoren, Mitwirker und der Autorin selbst. 4 Sterne möchte ich diesem Buch gebühren!

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    • 12
  • Ach, Emma ...

    Madame Bovary
    Farbwirbel

    Farbwirbel

    Im Jahr 1879 wird in Frankreich der Roman „Madame Bovary“ von Gustave Flaubert veröffentlicht. Kurz darauf wird er verboten und zensiert... Flaubert sprach ein Thema an, welches für damalige Verhältnisse dermaßen frivol und unchristlich war, dass es verpönt wurde. Doch warum geht es? Zuerst einmal geht es um Charles Bovary, der mehr oder weniger ambitioniert Arzt wird und sich in einem kleinen Städtchen niederlässt. Eines Tages wird er aufgrund eines Beinbruchs zu einem Gut gerufen. Der Gutsherr wird von Charles gepflegt und dieser wiederum lernt seine Tochter Emma kennen. Wie der Name der bekannten Protagonistin schon verrät: die beiden heiraten. Charles und Emma sind zu diesem Zeitpunkt beide selig. Sie ziehen in ein anderes französisches Dorf um, welches in der Nähe Rouens liegt. Charles, der etwas einfältig wirkt, realisiert nicht, dass Emma sich von ihm löst. Sie verlangt mehr vom Leben, fühlt sich erdrückt von der Einfältigkeit ihres Lebens und sucht vor allem die große, leidenschaftliche Liebe. Ihr Herz ist nie gesättigt. Ihre Hände fangen dauernd etwas neues an. Ihre Gedanken scheinen ein endloser Strudel von Begehren und Wünschen. Die Liebe, glaubte sie, müsse ganz plötzlich kommen, mit feurigen Blitzen und Donnerschlägen – wie ein Himmelsorkan, der über das Leben hereinbricht, es aufwühlt, den eigenen Willen wie Blätter mit sich fortreißt und das ganze Herz in den Abgrund weht. - S. 129 Ganz nebenbei missachtet Emma die finanziellen Grenzen ihres Hauses und gibt sich dem Luxus und der Mode hin. Sie kauft vieles für den einmaligen Gebrauch, lässt sich Dinge anfertigen, weil sie leicht abgetragen wirken. Sie lernt Léon kennen, der sich augenblicklich in sie verliebt. Die beiden trauen sich jedoch nicht, eine Affäre zu beginnen, geschweige denn ihre Gefühle zu offenbaren. Léon zieht um – die Chance verpasst? Rodolphe, ein gut situierter Charmeur – heute würden wir wohl Womenizer sagen – zieht in die Nähe Emmas und bezirzt sie inniglich. Charles ist blind vor Liebe zu Emma und bemerkt keine ihrer Eskapaden. Er sieht ihre Verschwendungssucht genauso wenig, wie ihre Liebe zu anderen Männern... Ein Tölpel, ein Einfältiger, ein Ausgenutzter. „Was du dir manchmal in den Kopf setzt! Ich war heute in Barfeuchères. Nun gut! Madame Liégeard hat mir versichert, daß ihre drei Töchter, die in der Miséricorde sind, Stunden für fünfzig Sous pro Sitzung erhalten, und dazu bei einer bekannten Lehrerin!“ Sie zuckte mit den Schultern und öffnete das Klavier nicht wieder. Aber wenn sie daran vorbeiging, seufzte sie (wenn Bovary in der Nähe war): „Ach! Mein armes Klavier!“ Und wenn sie besucht wurde, dann versäumte sie nicht, einen wissen zu lassen, daß sie die Musik aufgegeben habe und im Augenblick nicht wieder damit beginnen könne, aus zwingenden Gründen. Man bedauerte sie. Das war schade! Sie, die so ein schönes Talent hatte! Man redete sogar mit Bovary darüber. Man machte ihm Vorwürfe […]. - S. 315 Doch auch Emma wird einem in diesem Roman nicht sympathisch. Gleichwohl sind nur wenige Dorfbewohner auf Anhieb sympathisch... Dies liegt womöglich an der intensiven auktorialen Erzählweise. Flaubert beleuchtet die Charaktere von allen Seiten, was diese komplexer erscheinen lässt. Gerade Emma ist aber kaum als Identifikationsfigur wahrzunehmen. Sie stieß mich ab. Es entwickelten sich durch die verschiedenen Gespräche aber auch sehr amüsante Passagen: „Es ist wie in der Bibel; dort gibt es... Sie wissen schon... mehr als eine reizvolle Stelle... Dinge, die wirklich... schlüpfrig sind!“ Und als Monsieur Bournisien eine unwillige Bewegung machte: „Oh, Sie werden doch zugeben, daß das kein Buch ist, das man einem jungen Mädchen in die Hand gibt, und ich wäre sehr ärgerlich, wenn Anthalie...“ „Aber es sind die Protestanten, und nicht wir, die die Lektüre der Bibel empfehlen“, rief der andere ungeduldig. - S. 266 Der Roman ist in drei Bücher eingeteilt, diese wiederum in Kapitel. Die wörtliche Rede irritiert teilweise, da sie nicht in der gewöhnten Schreibung gebraucht wird. Ich persönlich hatte bis zu der Hochzeit zwischen Charles und Emma einen lockeren Lesefluss, dann aber musste ich ca. 80 Seiten überbrücken, um wieder Fahrt aufnehmen zu können. Diese Durststrecke war parallel zu Emmas Langeweile in der neuen Umgebung und ist somit vermutlich vom Autor so angelegt. Für mich war es streckenweise etwas ermüdend. Zudem fiel mir auf, dass ich die detaillierte Schreibweise Flauberts nicht so schätzen konnte wie Austens oder Brontës. Tatsächlich ist das Buch vor allem aufgrund der historischen Brisanz interessant und man erkennt einmal mehr, in welch aufgeschlossenen Verhältnissen wir jetzt leben dürfen. Doch auch den Mut zu haben, eine anstrengende, nervige und selbstverliebte Protagonistin zu erdenken, macht den Reiz dieses Buchs aus. Nichts lohnte im Übrigen die Mühe, danach zu suchen; alles trog! Jedes Lächeln verbarg ein Gähnen der Langeweile, jede Freude einen Fluch, jedes Vergnügen seinen Ekel, und die besten Küsse hinterließen auf den Lippen nur die unstillbare Begierde nach einer höheren Wollust. - S. 324 Ich für meinen Teil hätte doch mehr von dem Roman erwartet, als er am Ende ablieferte. Dennoch empfand ich es als ein angenehmes Lesen und gerade die Charakterkomplexität begeisterte mich.

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    • 11
  • Ein Sommer in Wales von Constanze Wilken

    Ein Sommer in Wales
    Helli

    Helli

    Ein Sommer in Wales von Constanze Wilken Buch:     Die sechzehnjährige Ally Carter verbringt die Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem zehnjährigen Bruder Simon im walisischen Küstenort Cardigan Bay. Als sie sich eines Tages heimlich mit dem Studenten David verabredet, anstatt sich um ihren Bruder zu kümmern, macht sich Simon auf, um das geheimnisvolle Morlan House zu erkunden. Doch Simon kehrt nie zurück; am Abend wird seine Leiche in der Bucht gefunden. Zehn Jahre später: Als Ally den Auftrag erhält, einen Reisebericht über Cardigan Bay und Morlan House zu schreiben, muss sie sich ihren Schuldgefühlen und Ängsten stellen. Doch bei ihren Recherchen macht sie eine schreckliche Entdeckung ...   Autor:     Constanze Wilken, geboren 1968 in St. Peter-Ording, wo sie auch heute wieder lebt, studierte Kunstgeschichte, Politologie und Literaturwissenschaften in Kiel und promovierte an der University of Wales in Aberystwyth. Constanze Wilken wurde als Autorin großer Frauenromane bekannt, bevor sie mit »Die Tochter des Tuchhändlers« ihren ersten sehr erfolgreichen historischen Roman geschrieben hat. Weitere Titel der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung. Quelle: http://www.randomhouse.de/Autor/Constanze-Wilken/p202031.rhd   Meinung:     Constanze Wilken hat mich mit ihrem Buch, Ein Sommer in Wales, überrascht. Der Schreibstil der Autorin ist bildhaft, sodass der Leser sich gut in die Story einfindet, aber auch die Landschaften vor den Augen hat. Die bildhafte Darstellung der Protagonisten führte dazu bei, dass ich mit Ally mitgefiebert und sie durch ihre Tragödie begleitet habe, die sie 10 Jahre später nochmal durchlebt. Die Story um Ally, ihre Familie und David ist packend und spannungsgeladen, was dazu führt, dass man in die Geschichte eintaucht. Sie macht Ferien mit ihrer Familie in Cardigan Bay, trifft sich heimlich mit David, doch ihr Bruder hat andere Pläne. Pläne, die Morlan House betreffen. Doch was ist da passiert? Kann David 10 Jahre später ihr helfen und rausfinden was damals war?   Fazit:     Wer eine wunderbare Story, die gespickt mit Liebe, Tragödie und Familien-Drama ist, mag, wird hier sehr gut unterhalten.   Meine Bewertung:   Ich vergebe           ★★★★★

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    • 3
  • Walisische Traditionsliebe

    Das Leben der Rebecca Jones
    NiWa

    NiWa

    Rebecca Jones wächst Anfang des letzten Jahrhunderts in einem kleinen Ort in Wales auf. Streng in der walisischen Tradition verhaftet bewirtschaftet ihre Familie schon fast 1000 Jahre lang Land und hat darum umso mehr damit zu kämpfen, dass drei von Rebeccas Brüdern mit angeborener Blindheit geschlagen sind. Es handelt sich tatsächlich um die Lebensgeschichte von Rebecca Jones und gleichzeitig um eine Familiengeschichte, die einen interessanten Einblick in das ländliche Leben in Wales gewährt und nebenher von den erblindeten Brüdern erzählt. Leider konnte mich dieser Roman nicht wirklich packen. Es ist auf jeden Fall ein sehr besonderes Buch und als Leser erfährt man sehr viel über das althergebrachte Leben in Wales und die Veränderungen durch die Moderne. Außerdem erhält man sagenhafte Einblicke in die wundervolle Landschaft, die ich mit ihren säuselnden Bächen und satten grünen Wiesen richtig vor mir sehe. Allerdings ist damit auch schon fast alles erzählt. Rebecca Jones berichtet von ihrer Kindheit, ihren Eltern, ihren Geschwistern und natürlich von ihren blinden Brüdern und deren Lebensweg. Sie selbst bleibt jedoch meistens im Hintergrund und man bekommt kaum Einblicke in ihre Beweggründe und so beschreibt sie äußerst gleichförmig die Ereignisse um den 2. Weltkrieg, die Neuerungen der Technik und Moderne, und so manchen Schicksalsschlag, den die Familie erdulden musste. Mittendrin sind immer wieder Gedichte von Hugh Jones aus dem 18. Jahrhundert eingearbeitet, die sich vor allem mit der walisischen Landschaft und Idylle auseinandersetzen. Leider kann ich persönlich Gedichten und Poesie nicht viel abgewinnen, daher waren sie zwar nett zu lesen, konnten mich im Endeffekt aber weder berühren noch haben sie - meiner Ansicht nach - den Inhalt der Erzählung unterstrichen. Ich denke, dass dieses Buch eher für Leser geeignet ist, die einen Bezug zu Wales oder ein starkes Interesse daran haben. So war es für mich eher die Chronologie einer Familie im Spiegel der Veränderungen durch die Zeit, die mich durch den monotonen Erzählstil nicht für sich gewinnen konnte. An dieser Stelle muss ich auch noch erwähnen, dass es sich um die tatsächliche Familiengeschichte der Autorin handelt, die ich auf jeden Fall würdige, aber in dieser Art nicht auf mein Interesse stößt. Das Ende wird im Klappentext als erstaunlich und spektakulär bezeichnet, dem ich nicht wirklich zustimmen kann. Es ist zwar eine unerwartete Wendung, aber vielleicht fehlt mir einfach das Feingefühl, um es als eindrucksvoll empfinden zu können. Die Beschreibungen von Wales haben mir gut gefallen, teilweise war es interessant von den hiesigen Traditionen zu erfahren, doch letztendlich denke ich, dass dieses Buch eher für Poesie- und Wales-Liebhaber als für Freunde des historischen Romans geeignet ist.

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    • 13
  • Das (außergewöhnliche) Leben der Rebecca Jones

    Das Leben der Rebecca Jones
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    26. April 2015 um 15:33

    Hier handelt es sich um ein literarisches Kleinod der Geschichte einer walisischen Familie "Eine Familie aus Wales und ihre Liebe zur Welt" steht auf dem sehr schönen, stimmungsvollen Cover des HC Romans, der im dtv-Verlag 2014 in Übersetzung von Gregor Runge ins Deutsche erschienen ist. Das Cover zeigt das walisische Tal (Tynybraich) nebelüberzogen und friedlich sowie in stiller Abgeschiedenheit vom Rest der Welt.... "Das Leben einer Frau. Die Stille eines walisischen Tals. Eine Geschichte von Tradition und Wandel voller Innigkeit und Würde". (Buchrückentext) Meine Meinung: Hier wird auf unsagbar leise, schlichte, wunderbare Weise und zuweilen lyrischem Erzählstil, aber auch Sätze voller Kraft und Leben, eine Familie ("Jones") beschrieben, die in besagter Abgeschiedenheit in Wales lebt und seit nahezu 1000 Jahren dort ihr Land bewirtschaftet. Wir lernen Rebecca Jones kennen, die Protagonistin und Ich-Erzählerin, die - unverheiratet - zum "Anker" ihrer Familie wird. Einige Vorfahren hatten wenig mit der Landwirtschaft im Sinn, sondern hatten sich eher dem Dichten und der Literatur gewidmet (Auszüge dazu "sprenkeln" den Text an geeigneten Stellen von Hugh Jones). Daher gibt es eine Familientruhe mit literarischem Inhalt, an der sich Rebecca und ihr Bruder Bob seit Kindheitstagen - und auch später "laben". So beginnt sie später ein Reisetagebuch zu schreiben, da sie - mittellos, nur lesend - in ihrer Vorstellung zu reisen beginnt... Ihr Bruder Bob ist Farmer wider Willen, zwei Brüder kommen blind zur Welt und nicht alle Geschwister überleben - Rebecca bleibt zeitlebens auf der Farm und stellt - zum Wohle der Familie - ihr persönliches Glück hintenan. Mit viel Würde und großem Zusammenhalt sowie der Wahrung alter walisischer Traditionen, die nach dem Wunsch von Rebecca "ewig fortbestehen sollen" wird z.B. über Jahre die dement gewordene 80jährige Mutter gepflegt. Als diese stirbt, heißt es - prosaisch und unendlich menschlich (Rebecca): "Noch ein Faden gelöst. Wieder verlor ich einen Halt in der Welt." Solcherart wunderschöner, poetischer - und wahrer Sätze aus dem Leben von Rebecca sowie ihre große Liebe zum Tal und zur Landschaft finden sich oft im Roman, der mich sehr tief berührt hat. Die Brüder, die Schwägerin und ihr tiefes Verständnis und die Liebe zueinander werden mit großer Menschlichkeit beschrieben, ergänzt wird die Nähe des Lesers zur Familie Jones mit Fotos, die in die entsprechenden Textpassagen eingefügt sind. Zeitlich erstreckt sich der Roman über fast 100 Jahre - vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Jahre 2012 - Jahre zuvor lösten sich einige Fäden: Auch die Brüder Rebeccas sind inzwischen verstorben und als (vermeintlich) alte Frau blickt Rebecca zurück auf ein glückliches Leben in einer wunderschönen Landschaft... Fazit: Dieser außergewöhnliche Roman, eine Art Biografie der Familie Jones , beschreibt das Leben der Rebecca Jones, die zum "Anker" der Farm in Tynybraich/Wales wird, von der Stille eines abgeschiedenen Tals in Wales, das (scheinbar) aus der Zeit gefallen ist: Eine nachdenklich stimmende Geschichte von Tradition und auch von Wandel, aber auch vom hohen Preis, den Rebecca zahlt - das Nicht-zulassen eines der wichtigsten Gefühle im Leben: Das der Liebe - lange schon gelebter Stolz, das Zögern, die Angst ... wissen dies zu verhindern, sie versagt sich diese Gefühle. Dafür liebt sie in unermesslichem Maße ihre Eltern, ihre Brüder, die Familie, die Kinder, die Landschaft und - das gleichmäßige Leben im Tal... Für diese (literarische) Reise nach Wales, die Fragen nach dem möglichen FORTBESTEHEN jahrhundertealter Traditionen und deren Verlust aufwerfen, aber auch eindrucksvoll eine Demut vor dem Leben beschreibt, vergebe ich mit einem Dank an die Autorin und den Übersetzer 100° auf der BC (Literatur-Couch) und 5 sehr leuchtende Sterne!

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  • Haben bedeutet Verlieren. Das ist der Preis.

    Das Leben der Rebecca Jones
    IraWira

    IraWira

    08. January 2015 um 21:05

    Rebecca Jones und ich brauchten einige Zeit, bis wir uns aufeinander einließen. Auch wenn mich ihre schöne Sprache von Anfang an begeisterte, war sie mir manchmal doch ein wenig düster und manches Mal stolperte ich über die Dinge, die ihr das Leben schwer machten und wurde zornig, weil ich ihr Leben zu hart dagestellt fand. Dann wurde mir bewusst, dass ich hier über das Leben eines Menschen lese, der tatsächlich gelebt hat, der genau dieses Leben durchlebt hat - und nicht daran verzweifelt ist. Wie steht es auf Seite 158: "Viele dunkle Stunden habe ich durchlebt. Aber immer wieder wurde es hell. Ich habe gelernt: Haben bedeutet Verlieren. Das ist der Preis." Und dann wiederum kam der Moment, wo mir bewusst wurde, dass es nicht erst um die Jahrhundertwende (um 1900) beginnt, sondern dass die Familie das Tal bereits seit fast einem Jahrtausend bewirtschaftet, dass sich die Erzählung aber bis in die Zeit weit nach dem Zweiten Weltkrieg hinein erstreckt. Dieser Kontrast zwischen dem Kargen, dem Getragenen und aus der Zeit gehobenen Bild des Tals und des Lebens dort und dem Leben, das sich außerhalb des Tals abspielt, die langsamen Entwicklungen, die sich ihren Weg auch hierhin bahnen, hat mich fasziniert. Auch die Geschichte der drei blinden Brüder und ihre Lebenswege haben mich sehr bewegt. Ich weiß, dass man auch als Blinder gut leben und auch viel erleben kann, aber vor dem Hintergrund dieser rauen Landschaft, hat es mich sehr beeindruckt, wie die Jungen und späteren Männer ihr Leben gemeistert haben und was sie für sich auch erreicht haben, Wenn der Vater über William sagt, dass seine einzige Behinderung seine Pingeligkeit sei (S.92/93), drückt das aus, was mir beim Lesen auffiel. Natürlich war das Leben als Blinder nicht einfach und es gibt Stellen, wo man spürt und liest, dass es auch manches Mal hart war, aber dennoch lassen sich die Drei durch ihre Behinderung nicht einschränken - etwas, was mich gerade im Hinblick auf die Zeit damals, sehr beeindruckt. Doch auch die anderen Mitglieder der Familie sind auf ihre Weise bemerkenswert und auch ihre Einzigartigkeit wird immer wieder deutlich. Deutlich ist auch der starke Zusammenhalt in der Familie, das Miteinander, das sich auch in dem Verständnis desssen, was Familie sein soll ausdrückt: " Was ist eine Familie? Ein Anker, der uns an Ort und Stelle hält, uns sichert bei Sturm und zurückhält bei gutem Wetter. Ein Segen und eine Bürde zugleich - vor allem für die junge Generation und für jene, die nach Freiheit streben." (S. 121) Ein hartes Leben, ein Leben, das nicht immer gut und nicht immer freundlich ist, das aber dennoch lebenswert und schön erscheint. Kein einfaches Buch, anfangs haben wir manches Mal ziemlich gekämpft, weil es störrischer war und mir nicht immer das erzählte, was ich hören wollte, aber wenn man sich darauf einlassen kann, ist es ein wunderschönes Buch, das einen immer wieder von Neuem bezaubern kann.

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  • Ein ruhiges Fest für meine Augen

    Das Leben der Rebecca Jones
    Nina2401

    Nina2401

    05. January 2015 um 21:52

    Ich bin oft skeptisch, wenn Bücher über den grünen Klee gelobt werden. Aber hier verflog meine Skepsis mit den ersten Sätzen, die ich genießen durfte. „Sie nahm die herben Schläge des Schicksals an und bezog sie in ihr reiches Seelenleben ein, das tief in ihr schimmerte wie eine Perle, deren Glanz bis auf ihre Haut drang.“(S. 26) Bei solchen Sätzen muss ich tief durchatmen und sie dann gleich noch mal lesen und genießen. Angharad Price bedient sich einer unglaublich kraftvollen und gleichzeitig poetischen Sprache. Dadurch wird der Alltag auf der Farm, dem sie sich sehr intensiv widmet, zu etwas ganz Besonderem. Von der Geschichte geht eine wohltuende Ruhe aus, die sich auf mich beim Lesen übertragen hat. Das klingt jetzt vielleicht langweilig, ist es aber keinesfalls. Angharad Price erzählt langsam und detailliert und zwischen den Zeilen knistert die Liebe zu ihrem Land. Ich fand es faszinierend, wie zufrieden man mit einem einfachen Leben sein kann. Rebecca nimmt ihr Schicksal an und hadert nicht. Und das hat mir als Leserin ungemein gut getan. Angharad Price ändert immer mal wieder das Tempo, detaillierte Schilderungen und Zeitsprünge wechseln sich ab. Sehr eindrucksvoll schildert sie den Abschied der Brüder: „Wir sind drei fahle Liebende in der großen Einsamkeit des Tals und blicken den drei von uns Geliebten nach, die sich in der Ferne verlieren“ (S. 52) Die gesamte Geschichte lässt sie Rebecca erzählen, beginnend mit der ersten Begegnung ihrer Eltern. So begleite ich Rebecca durch ihr erfülltes Leben, erlebe mit ihr die erste und einzige Liebe, ertrage die Trennung und fühle mich fast schon auf ihrer Farm zu Hause. Ich wollte es am Ende kaum glauben, dass diese Geschichte auf lediglich 170 Seiten erzählt wird. Aber diese wenigen Seiten haben waren so reichhaltig und wunderbar, dass sie in mir mehr zurück gelassen haben als mancher dicke Wälzer. Fazit: Man muss sich schon einlassen auf die eigenwillige und kraftvolle Sprache von Angharad Price. Aber wenn man das schafft, dann erlebt man einen puren Genuss, den nur Worte bereiten können.

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    • 2
  • Liebeserklärung an ein walisisches Tal

    Das Leben der Rebecca Jones
    lord-byron

    lord-byron

    Rebecca Jones wird 1905 in dem einsamen walisischen Tal Maesglasau geboren, das von hohen Bergen umgeben ist. Sie erzählt uns vom harten und entbehrungsreichen Leben ihrer Familie. Ihr ein Jahr jüngerer Bruder Robert, möchte später einmal Arzt werden, aber als 3 seiner Brüder blind geboren werden, müssen er und Rebecca die Familie unterstützen, damit die blinden Brüder zur Schulde gehen und eine gute Ausbildung erhalten können. Robert hasst die Arbeit eines Bauern, aber er fügt sich den Wünschen des Vaters. Rebecca ist zufrieden mit ihrem Leben. Sie hilft die Geschwister zu versorgen und als diese alt genug sind, kauft sie eine Nähmaschine und verdient mit dem Nähen und Ausbessern von Kleidung ein wenig Geld. Die Arbeit ist hart, der Vater Evan verlässt im Morgengrauen das Haus und kommt erst nach Sonnenuntergang wieder. Die Mutter hat so gut wie nie eine freie Minute. Hier müssen alle zusammen halten um zu überleben. In sehr poetischer Sprache erzählt die Autorin vom Leben ihrer Vorfahren und lässt uns durch Rebeccas Augen an ihrem Leben teil haben.  "Der Schöpfer der Ruhe war ein Hüter des Widerspruchs. Vom Augenblick der Zeugung bis zum Augenblick des Todes ist in uns und um uns diese Ruhe. Sie wahrzunehmen im Lärm des Lebens ist nicht einfach. Sie scheuen unsere gereizten Sinne, jede körperliche Erregung, sie flieht unseren ersten Schrei, das Licht, das in unsere Augen flutet, und die zärtliche Hingabe unserer Lieben, sie flieht salzige Tränen uns süße Küsse, irdische Fäulnis und Verwesung, das grässliche Ächzen des Todes." (Seite 10) Als ich das Buch angeboten bekam, war mir sofort klar, dass das keine Geschichte ist, die man mal schnell zwischendurch liest. Man muss sich wirklich ganz darauf einlassen, mit Rebecca das harte Leben leben, Kummer, Trauer und Angst mit ihr teilen und sie bei der harten Arbeit begleiten. Wenn man das kann, wird man mit einem wundervollen Buch belohnt. Einem Buch der leisen Töne, die aber unendlich viel Kraft besitzen. Es machte mich traurig zu lesen, wie Robert und Rebecca auf eigene Wünsche verzichten mussten. Rebecca sogar auf eine eigene Familie um ihre Eltern und Geschwister zu unterstützen. Erst spät im Leben möchte sie auf eigenen Füßen stehen, aber die Familie bleibt trotzdem immer ihr Mittelpunkt. Vor jedem Kapitel findet man ein Zitat von Hugh Jones und eine kursiv geschriebene Kurzzusammenfassung des folgenden Kapitels. Auch gibt es immer wieder Gedichte, die ich aber als sehr anstrengend empfand. Gut gefallen, haben mir die alten Fotografien, die man immer wieder zwischen den Kapiteln findet. Man sieht die Farm, die Familie, das Tal und kann gut nachvollziehen wenn Rebecca etwas erzählt. "Damals hob ich den Blick über die Felswand von Maesglasau und blickte aufs Hochland. Zwar sehe ich es nur in der Erinnerung, aber das Bild ist nicht verblasst.  Seit ich zuletzt dort hinaufgeklettert bin, ist ein ganzes Vierteljahrhundert vergangen. Seither muss ich mich mit dem Leben im Tal begnügen. Bevor mich das Alter bezwungen hat, bin ich oft dort hinaufgestiegen, manchmal zum Vergnügen, meist der Arbeit wegen. Ganze dreihundert Meilen Silurgestein." (Seite 77) Am Ende des Buches kam dann etwas, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte, und das mir die Tränen in die Augen trieb. Aber mehr möchte ich dazu nicht schreiben. Währen die vielen Gedichte nicht gewesen, hätte ich volle 5 Punkte vergeben. Aber da ich diese als sehr anstrengend zu lesen empfand und sie auch meinen Lesefluss sehr störten, bekommt das Buch von mir 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für alle, die einmal etwas ganz anderes lesen möchten. Ich kann mir gut vorstellen, dass begeisterte Leser von "Das Seelenhaus" auch dieses Buch gut gefallen wird. © Beate Senft                            

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    • 9
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    05. January 2015 um 21:21
  • Die walisische Seele

    Das Leben der Rebecca Jones
    TochterAlice

    TochterAlice

    20. December 2014 um 12:43

    offenbart sich dem Leser während der Lektüre dieses Buches - die Geschichte eines Bauernvolkes, das die Einwohner von Wales zu großen Teilen jahrhundertelang bildeten, wird hier in einer kurzen, ja lakonischen Schilderung des Schicksals einer Familie - wohlgemerkt: der realen Familie Jones dargestellt. Merkwürdig irgendwie: ein Roman, in dem Familienfotos und Bilder der Umgebung dargestellt werden. Aber allmählich kommt man der Autorin auf die Schliche, was es denn damit auf sich hat, dass sie die Geschichte ihrer eigenen Familie, bzw. Teile davon als fiktive Erzählung darstellt: Sie dürfen gespannt sein! Auf jeden Fall kommt die Geschichte um Rebecca, ihre Brüder und Eltern, die ihren Anfang zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat, ganz schön realistisch daher: ja, so könnte es damals in Wales ausgesehen haben, das waren die Schwierigkeiten, mit denen die Bauern zu kämpfen hatten bzw. - auf der anderen Seite - die Hoffnungen, die sie hegten: ja, es ist die Stimme des Volkes, die da zu uns spricht. So oder ähnlich mag es zugegangen sein im Wales des frühen 20. Jahrhunderts. Auch wenn das Buch die Brittanier vom Hocker gerissen hat - auf der Insel ist es hoch gelobt worden, ist meines Erachtens erkennbar, dass Angharad Price die Schriftstellerei nicht unbedingt in die Wiege gelegt wurde - das Buch liest sich aus meiner Sicht nicht durchgehend flüssig, zeitweilig kommt es ein bisschen holperig daher und das liegt definitiv nicht an den eingefügten familiären Versatzstücken - Texten, die die Autorin offenbar geerbt hat. Auch wenn das alles ganz klar zum Text passt und ein hohes Maß an Originalität offenbart, tat ich mich damit zeitweilig ein wenig schwer. Der recht kurze Text war zwar nicht langatmig geschrieben, aber gelangweilt habe ich mich stellenweise schon - der Stil hätte durchaus packender sein können. Doch wer gerne Authentisches liest, sich in die Welt vor mehr als 100 Jahren versetzen lassen und der walisischen Seele auf die Spur kommen will, der ist mit diesem Buch nicht optimal, aber durchaus gut bedient!

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  • Sehr distanzierter biographischer Roman

    Das Leben der Rebecca Jones
    anushka

    anushka

    19. December 2014 um 22:13

    Wales, 1905: Rebecca Jones wird als erstes Kind ihrer Mutter in dem abgelegenen Maesglasautal geboren. Nach ihr folgen noch mehrere Geschwister, zwei der Brüder von Anfang an blind, ein weiterer erblindet im jungen Kindesalter. Doch gerade diese Behinderung sichert den Brüdern eine ausgezeichnete Schulbildung, während Rebecca und ihr sehender Bruder die Schule verlassen müssen um auf dem Hof der Eltern zu helfen, die sich die Bildung der Brüder mühsam ersparen müssen. Das Buch schildert das harte Leben in der bergigen Landschaft Wales', das auch in der Neuzeit (beispielsweise den 60er Jahren) kein bisschen einfacher geworden ist. Parallelen ließen sich sicherlich auch zu kleinen Dörfern und Ortschaften in Deutschland ziehen. Es wird als moderner Klassiker gefeiert. Warum, wird vor allem im Nachwort deutlich, denn es geht vor allem um die walisische Kultur, die durch dieses Buch gewürdigt werden soll. Unterstützt wird dies immer wieder durch diverse Gedichte und Zitate. "Das Leben der Rebecca Jones" schildert das fiktive Leben eines Mädchens und später einer Frau, die einer realen Familie der Gegend entstammt. Der Roman wird immer wieder unterstützt durch tatsächliche Fotografien. Ein besondere Stimmung erhält er durch die Wendung ganz am Ende. Wer oft zu Beginn oder zwischendurch das Nachwort liest, sollte hier vorsichtig sein, da er/sie sich sonst diese Wendung vorweg nimmt. Insgesamt war mir diese Wendung aber zu wenig an Stimmung und Gefühl. Durch die Fotos wird einem schnell klar, dass es sich um reale Personen handelt, sodass man sich lange fragt, was der romanhafte Anteil ist. Das Buch wirkt oft einfach wie eine chronologische Aufzählung der Ereignisse und die Gefühle der Protagonistin werden kaum transportiert. Dies mag ein Stilmittel sein, um zu verdeutlichen, dass sich die Protagonistin in ihrem Leben den Luxus von Gefühlen nicht leisten kann. Insgesamt war mir das jedoch zu wenig, um mich mitzureißen. Von daher ist mein Fazit für dieses Buch: "Interessant? Ja. Packend? Nein."

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  • Rebecca Jones

    Das Leben der Rebecca Jones
    vormi

    vormi

    10. December 2014 um 22:58

    Rebecca Jones ist das 1. von 6 Kindern und wächst in einem abgeschiedenen Ort in Wales auf. 1903 geboren ist ihr Leben noch geprägt von harter Arbeit auf dem elterlichen Hof, moderne Hilfsmittel und landwirtschaftliche Maschinen halten erst gut 50 Jahre später ihren Einzug in Tynybraich. 3 ihrer jüngeren Brüder sind blind und werden daraufhin auf ein Internat für Blinde geschickt und kommen nur noch 3 x im Jahr in den Ferien nach Hause. Dafür bekommen sie eine ausgezeichnete Schulbildung und der Grundstein für ein Selbstbestimmtes Leben wird gelegt. Sehr fortschrittlich für damals, auch die Eltern lassen ungeahnte Weitsicht walten. Hochachtung! Auf das Buch bin ich durch das wahnsinnig gutaussehende Cover aufmerksam geworden. Atmosphärisch und stimmungsvoll, aber auch einfach hübsch, dieser eine Sonnenstrahl, der sich durch die dichte Wolkendecke geschoben hat. Und obwohl ich erst von dem Klappentext etwas abgeschreckt war - ich hatte Angst, daß mir das Buch zu traurig ist - habe ich mich aufgrund der ersten sehr guten Rezensionen umentschieden und mich ab dann sehr darauf gefreut. Eins vorweg - besonders traurig ist es nicht. Aber das liegt leider auch daran, daß das ganze Buch recht nüchtern geschrieben wurde. Es erinnert mehr an eine Aufzählung von Fakten, wer in welchem Jahr geboren wurde, durchsetzt mit vielen Beschreibungen der Landwirtschaft. Besonders der Teil der Arbeiten, die von Rebecca und ihrer Mutter verrichtet werden müssen. Alles interessant geschrieben, langatmig fand ich das Buch nicht. Aber ich hatte, nach den Vorschußlorbeeren die dieses Buch erhalten hat, doch etwas anderes erwartet. Eine eindringliche oder bildgewaltige Sprache zb. Für die Poesie sind viele Gedichte walisischer Dichter, die dem Text wahrscheinlich mehr Nachdruck verleihen sollen, abgedruckt. Insgesamt fehlt dem Buch, meiner Meinung nach, etwas Lebendiges. Ein bisschen mehr wörtliche Rede hätten der Story und den handelnden Personen bestimmt gutgetan. Es hätte die Protagonisten realistischer gemacht, man hätte mehr mit ihnen mitfiebern können. Und die Liebe zu ihrem harten Leben und ihrem wunderschönen Land wäre vielleicht noch besser zum Leser transportiert worden.

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  • Unpersönlich

    Das Leben der Rebecca Jones
    connychaos

    connychaos

    29. November 2014 um 22:27

    Rebecca wird Anfang des 20. Jahrhunderts in Wales geboren. Ihr ganzes Leben bleibt sie, unverheiratet und kinderlos, auf der Farm in Wales. Ihre blinden Brüder dürfen hinaus in die Welt und sich bilden, für Rebecca bleiben nur die alten Bücher. In diesem Buch wird die Lebensgeschichte von Rebecca erzählt. Man erfährt viel über das Leben ihrer Familie, wie es war, Im frühen 20. Jahrhundert auf einer Farm zu leben und zu arbeiten, wie hart und anstrengend es war und wie sich das kleine Tal zwischen den drei Bergen im Laufe der Zeit gewandelt hat. Gespickt ist diese Erzählung mit Schwarz-weiß-Fotos, Anekdoten und Zitaten. Mich konnte diese Geschichte aber leider nicht erreichen, für mich blieben die Figuren zu blass, auch für Rebecca könnte ich keine Sympathie entwickeln. Der Schreibstil war für mich schwierig zu lesen, eine unpersönliche Aneinanderreihung von Handlungen und Daten. Mir war es zu dröge. Nach dem Klappentext hätte ich etwas anderes erwartet und wurde leider enttäuscht.

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