Angie Thomas The Hate U Give

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Inhaltsangabe zu „The Hate U Give“ von Angie Thomas

Inspired by the Black Lives Matter movement, Angie Thomas’s searing debut about an ordinary girl in extraordinary circumstances addresses issues of racism and police violence with intelligence, heart, and unflinching honesty. Soon to be a major motion picture from Fox 2000/Temple Hill Productions. Sixteen-year-old Starr Carter moves between two worlds: the poor neighborhood where she lives and the fancy suburban prep school she attends. The uneasy balance between these worlds is shattered when Starr witnesses the fatal shooting of her childhood best friend Khalil at the hands of a police officer. Khalil was unarmed. Soon afterward, his death is a national headline. Some are calling him a thug, maybe even a drug dealer and a gangbanger. Protesters are taking to the streets in Khalil’s name. Some cops and the local drug lord try to intimidate Starr and her family. What everyone wants to know is: what really went down that night? And the only person alive who can answer that is Starr. But what Starr does—or does not—say could upend her community. It could also endanger her life.

Unbedingt lesen!

— Roebbe

Ein wichtiges Must-Read-Buch, das Rassismus und Ungerechtigkeit anhand eines fiktiven Falles zeigt, der für die vielen realen Fälle steht

— Weltentraeumerin

Ein wichtiges Buch, das unbedingt gelesen werden sollte! Sprachlich leider nicht ganz so gut gelungen, aber darüber kann ich hinwegsehen.

— alicepleasance

Ein Buch bei dem ich dem Statement, jeder solle es gelesen haben, ausnahmsweise mal zustimme!

— weltenfinderin

Starrs Geschichte packt und lässt nicht mehr los. Eine sensibilisierende Geschichte, die dem Hype gerecht wird!

— daydreamin

Hype gerechtfertigt. Wichtige Themen verpackt in eine bewegende, spannende Geschichte, die aufwühlt und berührt.

— BlueSiren

Ein tolles Buch mit einem sehr aktuellen Thema. Schön, dass dies im Rahmen eines Jugendbuches aufgearbeitet wird.

— Luiline

Ein tolles Jugendbuch, das ein immer noch sehr wichtiges und aktuelles Thema behandelt. Leseempfehlung!

— TraumTante

Absolut lesenswertes Thema und so wichtig! Absolute Leseempfehlung :)

— Schlauri

Das Buch beantwortet nicht die Frage auf Gut und Böse, sondern zeigt die Realität, so wie sie ist. Schonungslos, emotional und wahr.

— igbuchblueten

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  • Eine Stimme gegen die Ungerechtigkeit

    The Hate U Give

    Weltentraeumerin

    10. October 2017 um 18:24

    Inhalt: Die Protagonistin Starr lebt in einem schwarz dominierten Viertel und geht auf eine weiß dominierte Schule, zwei Bereiche ihres Lebens, die sie konsequent trennt. Dann muss sie mitansehen, wie ihr Freund Kahlil bei einer Polizeikontrolle ohne ersichtlichen Grund erschossen wird. Bis dato jemand, der selbst gegen Ungerechtigkeit und Rassismus gegenüber Schwarzen protestiert hat, hadert Starr nun mit sich selbst, ob sie mit ihrer Zeugenaussage an die Öffentlichkeit gehen will. Doch die Wahrheit ist gefährlich. Vor allem, da sowohl die Polizei als auch die Medien die Tatsachen verdrehen und die Situation in Starrs Gemeinde sich zunehmend anspannt.Meine Meinung:Ich kann die Authentizität nicht bewerten, schließlich bin ich selbst privilegiert und weiß, und komme zudem nicht aus den USA, wo die Situation dann doch noch etwas anders ist als hier. Dennoch ist Rassismus mit Sicherheit nicht auf die USA beschränkt, daher sollte dieses Buch auch uns als Europäer*innen dazu animieren zu reflektieren.Aber ähnliche Fälle, in denen Polizist*innen oftmals unbewaffnete Schwarze ohne Grund erschießen und im Nachhinein kaum dafür geradestehen müssen, Fälle, in denen es zu Aufständen und Protesten kommt, zu gegensätzlichen Darstellungen und zu Gewalt ... solche Fälle kennen wir vermutlich alle aus den Medien. Und damit wäre deutlich, dass diese Geschichte vielleicht einen fiktiven Fall schildert, aber dieser letztendlich nur für die vielen realen Fälle steht.Das wiederum macht es so schwer, dieses Buch zu bewerten, denn wie will ich etwas bewerten, was in dieser Form mehrfach passiert ist und immer noch passiert?Dass die Autorin selbst als Schwarze auf ein weiß dominiertes College gegangen ist, lässt auch bei Starrs Alltag auf eine ausgeprägt Authentizität vermuten. Was ich generell mochte, war, dass bei der schwarzen Community, in der Starr lebt, sowohl die negativen als auch positiven Aspekte angesprochen werden. Es werden Bandenkriminalität, Drogenhandel, Armut oder Sachen wie die, dass es zu gefährlich ist, Kinder draußen spielen zu lassen angesprochen. Aber es wird auch gezeigt, was für ein familiärer Zusammenhalt es in der Community gibt, der außerdem sehr nachempfindbar rübergebracht wird.Die Autorin zeigt, wie ausgeprägt der Rassismus immer noch in der Gesellschaft ist und wie er sich im Alltag äußert, sie zeigt, wie Worte und Tatsachen verdreht werden, was mich fassungslos gemacht hat. Weil es ungerecht ist. Und grundlos. Der Hype um das Buch ist gerechtfertigt. Denn es ist ein Buch, das gelesen werden sollte. Weil es die Ungerechtigkeit in Worte fasst, denen eine Stimme gibt, die sonst keine haben, und weil wir ihr zuhören sollten. Und etwas verändern. Und sei es nur im Kleinen.Was übrigens das Englisch angeht: Sobald man sich an den Slang, der vor allem in Starrs Community gesprochen wird, gewöhnt hat, ließ sich das Buch meiner Meinung nach recht flüssig lesen.Fazit: Ein wichtiges Buch, das gelesen werden sollte, weil es Rassismus und Ungerechtigkeit gegenüber Schwarzen vor allem (aber nicht nur) in der US-amerikansichen Gesellschaft anhand eines fiktiven Falles zeigt, der für die vielen realen, genauso stattfindenden Fälle steht

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  • Black Lives Matter

    The Hate U Give

    daydreamin

    01. September 2017 um 17:35

    Wir alle haben mit Sicherheit schon von der willkürlichen Polizeigewalt in den USA gehört, der bereits so viele schwarze Menschen zum Opfer gefallen sind. Angie Thomas ist dieser Thematik auf den Grund gegangen und hat ein packendes Jugendbuch geschrieben. Starr ist 16 und wohnt im Garden Heights, einer Gegend, die wir wohl als Ghetto bezeichnen würden. Bandenkriege, Drogen und Schießereien gehören zu ihrem Alltag. Eines Nachts werden sie und ihr bester Freundin Khalil im Auto von einem Polizisten angehalten und kontrolliert. Khalil tut nichts weiter, als Starr nach ihrem Befinden zu fragen, als er erschossen wird. Proteste und Gerichtstermine folgen und wirbeln Starrs Leben gehörig durcheinander."It's like a 'Fragile' sticker's on my forehead, and instead of taking a chance and saying something that might break me, they'd rather say nothing at all." (S. 33)Zunächst möchte ich die Dynamik loben, die zwischen Starr und ihrer Familie herrscht, aber auch zwischen den einzelnen Familienmitgliedern und anderen Bewohnern von Garden Heights. Im Englischen kam der Slang total gut rüber und der gesamte Stadtteil wirkte lebendig und authentisch (als wenn ich das beurteilen könnte, aber es kommt zumindest authentisch rüber). Ich hatte keinerlei Probleme mir Charaktere oder Schauplätze vorzustellen und habe mich sehr gut in die Geschichte fallen lassen können. "People like us in situations like this become hashtags, but they rarely get justice." (S. 59)Auch positiv aufgefallen ist mir, dass Starr selbst darüber nachdenkt, was Rassismus eigentlich bedeutet. Das Buch stützt sich natürlich hauptsächlich auf das Motto "Black Lives Matter", doch auch Angriffe auf Starrs asiatische Schulfreundin werden thematisiert. Starr bemerkt selbst, wie einfach es ist, einen Angriff zu überhören oder einfach hinzunehmen. Dass sich die Kritik also nicht nur auf rassistische Handlungen und Kommentare gegenüber schwarzen Menschen beschränkte, fand ich super."I feel like shit right now. I can't believe I let Hailey say that. Or has she always joked like that? Did I always laugh because I thought I had to? That's the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?" (S. 251f)Angie Thomas beschreibt das Leben in einer Gegend wie Garden Heights mit allem, was dazu gehört. Es geht um die Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt der Nachbarschaft, aber auch um die Angst und die Wut auf Gangs und Banden. Es geht um Drogenprobleme, wie und warum Menschen so leicht abrutschen können und was für ein Teufelskreis die Leute gefangen hält. Es geht um die zwei Identitäten, die Starr zum einen in Garden Heights, zum anderen bei ihren weißen Freunden aus der Schule besitzt. Und natürlich geht es um das grundlegende Problem des Rassismus, dem Generalverdacht und der Herablassung gegenüber schwarzer Menschen in genau solchen Gegenden wie Garden Heights, welche nicht nur friedfertige Proteste nach sich ziehen. All diese Themen hat die Autorin meiner Meinung nach sehr authentisch und spannend verarbeitet. "'It's okay. Like I was saying, I did everything right. I remember being in that delivery room, and when they pulled you out, I waited for you to cry. But you didn't. Everybody ran around, and your father and I kept asking what was wrong. Finally the nurse said you weren't breathing. I freaked out. Your daddy couldn't calm me down. He was barely calm himself. After the longest minute of my life, you cried. I think I cried harder than you though. I kew I did something wrong. But one of the nurses took my hand [...] looked me in the eye, and said, 'Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.'" (S. 154)Bei "The Hate U Give" handelt es sich aber keineswegs um einen durchweg traurigen, schockierenden oder belehrenden Roman. Dieses Buch macht tatsächlich oft wütend, genauso oft enthält es aber auch humorvolle, ermutigende und hoffnungsvolle Stellen. Fazit Der Hype um dieses Buch ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Aussagen wie "Jetzt schon ein Klassiker" kann ich absolut nachvollziehen und ich wünsche mir, dass dieses Buch seinen Weg in den Englischunterricht findet (oder die Übersetzung in den Deutschunterricht). Starrs Geschichte hat mich gepackt, mitgerissen und sensibilisiert und dafür gibt es volle 5 Sterne. 

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  • Ein Jahreshighlight!

    The Hate U Give

    Luiline

    18. August 2017 um 17:19

    Heute gibt es eine Rezension zu dem englischen Jugendbuch "The Hate U Give" von Angie Thomas.  Verlag: Balzer & Bray/ Seitenzahl: 444 / Erscheinungsjahr: 2017 / ISBN: 978-3-570-16482-2 / Preis: 9,50€ (gebundene Ausgabe bei Amazon)  Inhalt: Sixteen-year-old Starr Carter moves between two worlds: the poor neighborhood where she lives and the fancy suburban prep school she attends. The uneasy balance between these worlds is shattered when Starr witnesses the fatal shooting of her childhood best friend Khalil at the hands of a police officer. Khalil was unarmed. Soon afterward, his death is a national headline. Some are calling him a thug, maybe even a drug dealer and a gangbanger. Protesters are taking to the streets in Khalil’s name. Some cops and the local drug lord try to intimidate Starr and her family. What everyone wants to know is: what really went down that night? And the only person alive who can answer that is Starr. But what Starr does—or does not—say could upend her community. It could also endanger her life. Meine Meinung: Über dieses Buch wird so viel gesprochen, dass ich mir nun selbst einen Eindruck machen wollte.  Die Geschichte wird aus der Sicht der Teenagerin Starr erzählt, die direkt am Anfang der Geschichte mit ihrem Kumpel Khalil in eine Verkehrskontrolle gerät, bei der dieser von einem weißen Polizisten erschossen wird. Ab dieser Szene hatte mich das Buch schon gefesselt. Man begleitet nun Starr dabei, wie sie versucht das Erlebte zu verarbeiten, wie die Presse darüber berichtet, wie die Polizei reagiert und so weiter. Außerdem erfährt man einiges über die familiären Verhältnisse von Starr, die ebenfalls nicht ganz einfach sind. Sie leben in einer gefährlichen Nachbarschaft, die von verschiedenen Gangs beherrscht wird.   All diese Themen, die in diesem Buch behandelt werden, sind wahnsinnig interessant, aber stellenweise auch schockierend. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass diese Dinge auch täglich in der Realität passieren. Ich finde es sehr gut, dass sich ein Jugendbuch mit diesem Thema auseinander setzt, das Buch ist aber auch für Erwachsene eine Leseempfehlung.   Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, und er war auch sehr verständlich, auch wenn die Protagonisten manchmal "Slang" reden. Einige Begriffe waren mir fremd, diese habe ich dann aber kurz nachgeschaut. Die Figuren sind sehr schön ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren gehen hier nicht unter. Ich hätte gerne noch mehr über den Prozess und die Ermittlungen gegen den Polizisten erfahren. Dies ist aber auch mein einziger Kritikpunkt. Das Buch hat trotz der 444 Seiten keine Längen und ich konnte das Buch oft nicht aus der Hand legen.  Fazit: Dieses Buch ist eine klare Leseempfehlung und für mich ein Jahreshighlight! Ein wichtiges Thema wurde in diesem Buch angesprochen und aufgearbeitet und dieses Debüt ist der Autorin wirklich gelungen!       Daher gibt es von mir 5 Sterne!            

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  • Dieses Buch verdient seinen Hype!

    The Hate U Give

    BlueSiren

    16. August 2017 um 13:03

    Eine tolle, bewegende Geschichte mit aktuellen Themen und lebendigen Charakteren. Die ausführliche Rezension gibt es auf meinem Blog.

  • Unglaublich krass und beeindruckend!

    The Hate U Give

    Kaetzin

    13. August 2017 um 14:43

    Wie wird man einem Buch gerecht, dass nicht nur den Erwartungen und dem Hype gerecht wird, sondern zusätzlich noch darüber hinaus geht? - Diese Frage beschäftigt mich seit ich das Buch ausgelesen habe.Das Buch wurde von der Black Lives Matter Bewegung 2010 inspiriert und die Autorin Angie Thomas möchte mit ihrem Debütroman die menschliche Seite von solchen Fällen, in denen unbewaffnete Schwarze von weißen Polizisten erschossen wurden, zeigen. Sie möchte Menschen die Gefühle verstehen lassen, die besonders Schwarze in solchen Fällen haben. - Meiner Meinung nach ist dies der Autorin gelungen, sehr sogar. THUG ist ein Buch das mich zum Weinen und zum Lachen gebracht hat. Das mich wütend, traurig, sprachlos gemacht und mich vollkommen beeindruckt hat. Dieses Buch hat die Ungerechtigkeit und den Rassismus aufgewiesen, denen Schwarze täglich ausgesetzt sind. Genauso wie die Ignoranz und Arroganz weißer Menschen, die mich so unfassbar wütend gemacht haben.THUG ist nicht einfach nur ein Jugendbuch. Es ist ein Spiegel der Gesellschaft, den uns Angie Thomas vor die Nase hält. Für mich sind Nächte in denen auf den Straßen geschossen werden vollkommen fremd. Ich muss mich nicht in der Schule verstellen, damit meine Mitschüler nicht über mich als das "Mädchen aus dem Ghetto" denken. Ich muss mich nicht mit Mitschülern quälen die in ihrer Arroganz und Ignoranz, einen toten Jungen dazu benutzen schulfrei zu haben, rassistisch sind und mich durch rassistische Witze, die eigentlich toootaaal lustig gemeint waren, zutiefst verletzen. Ich muss keine Angst davor haben, dass mich ein Polizist nur aufgrund meiner Hautfarbe für gefährlich hält und mich wohl möglich erschießt, weil ich eine falsche Bewegung mache oder er eine schwarze Haarbürste für eine Pistole hält...Nur weil etwas für mich normal ist, heißt das nicht, dass das auch für andere gilt. Genauso umgekehrt. "Normal" ist sowieso das falsche Wort um Lebensverhältnisse etc. zu beschreiben. Und so hat THUG mir eine vollkommen unterschiedliche Welt aufgezeigt und wie gut es mir als weiße, privilegierte junge Frau geht, der alle Türen offen stehen."Brave doesn't mean you're not scared, Starr," she says. "It means you go on even though you're scared. And you're doing that." Seite 331Der Titel dieses Buches lautet: "The Hate U Give" und abgekürzt: THUG (Gangster) und wurde von dem Tattoo des Rappers Tupac inspiriert: THUG LIFE (the hate u give little infants fucks everybody) und dieses Motto zieht sich durch das ganze Buch. Der Hass den man Kindern mitgibt fällt auf jeden irgendwann zurück. - Aus dem Täter wird ein Opfer und aus dem eigentlichen Opfer wird ein Täter gemacht. Khalil soll also selbst daran schuld sein, erschossen worden zu sein, weil er mit Drogen gedielt hat und möglicherweise auch noch ein Gangster und Gangmitglied gewesen ist. Wie wenn Frauen beschuldigt werden, an ihrer Vergewaltigung selbst schuld zu sein, weil sie sich zu aufreizend angezogen und damit provoziert hätten. Man sieht etwas und urteilt sofort. Man geht nicht darauf ein, versucht nicht zu verstehen und nachzuvollziehen, denn "Oh weh" am Ende ist man selbst nochschuld. - Angie Thomas weißt hier also auf die Ungerechtigkeit, den Rassismus und die Ignoranz und Arroganz weißer Menschen auf. - Dieses Buch hat mir teilweise das Gefühl gegeben, zu jedem Schwarzen auf dieser Welt zu gehen und mich dafür zu entschuldigen was Weiße getan haben unter dem Schwarze leiden mussten. Ich möchte mich mehr mit meinen weißen Privilegien auseinander setzen, ebenso mit Alltagsrassismus und sensibler dafür werden, was ich sage, damit ich andere nicht ungewollt verletze. Denn am Ende fällt alles auf mich zurück. Man erntet was man sät.What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?Seite 252Kommen wir zu dem Buch als Jugendbuch und wie ich "normale" Jugendbücher eigentlichrezensieren würde. - Die Autorin hat viele verschiedene, glaubwürdige und realistische Charaktere erschaffen. Sie konnte mich fesseln und hat meine Gefühle und meine kleine, heile, weiße Welt durch den Fleischwolf gedreht.Manchen mögen das Leben von Starr als unrealistisch empfinden, weil sie in einem Viertel lebt in dem offen auf der Straße geschossen wird, Menschen sterben, mit Drogen gedealt wird und in dem man entweder zu einer Gang gehört oder nicht. Diese Menschen haben sich nicht gut genug informiert, denn das ist die nackte Realität, nicht nur von Starr, sondern von vielen Schwarzen in Amerika. Allerdings geht es Starr vergleichsweise sogar noch richtig gut. Klar, mit Khalil hat sie gleich zwei beste Freunde sterben sehen und ihr Vater ist ein Ex-Knasti. Aber ihre Eltern haben beide einen Job, sie und ihre Brüder gehen auf eine Privatschule und nicht auf die lokale Schule, wo sie keine gute Bildung erhalten würden. Starrs Eltern lieben sich, lieben ihre Kinder und schaffen es trotz einiger, wirklich harter Probleme zusammen zu bleiben und für ihre Kinder immer da zu sein. Ihre Beziehung und Starrs Beziehung mit Chris sind wirklich realistisch, "richtig" und ein besseres Vorbild als so viele andere Beziehungen in Jugendbüchern. Starrs Mutter Lisa ist ein wundervoller Charakter! Sie ist stark, selbstbewusst und ist immer für ihre Kinder und besonders Starr da, um sie zu unterstützen, sie zu stärken und gegebenenfalls zu schützen. Wir brauchen keinen Sam. Was wir brauchen ist eine Lisa! Fazit: Ich hoffe, dass ich diesem Buch irgendwie gerecht werden konnte. Zumindest habe ich es versucht. Ich hoffe auch inständig, dass ihr versteht was ich meine und dass ihr dieses Buch auch lesen werdet. Denn dieses Buch ist wichtig für uns Menschen und unsere Gesellschaft. Es regt zum Nachdenken an und zeigt wie viel Ungerechtigkeit es noch gibt, die wir beseitigen müssen. Ich möchte meine Rezension mit Lisas Worten beenden: "Sometimes you can do everything right and things will go wrong. The key is never stop doing right." 

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  • Ein Meisterwerk sowie ein Herzensbuch des aktuellen Jahrgangs!

    The Hate U Give

    Benni_Cullen

    06. August 2017 um 13:33

    Ich sah das Cover, ich las den Klappentext und ich musste es mir einfach besorgen. Denn wer hat nicht die schrecklichen Nachrichten rund um die Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in Amerika verfolgt, jüngst hat die Aktion #BlackLivesMatter für Aufsehen gesorgt und sogar große US-Weltstars zu einem politischen Statement hinreißen lassen. Eine sehr aktuelle Thematik also, großartig, dass es dazu schon ein Buch gibt - und zwar was für eins!Starr lebt in zwei völlig voneinander unterschiedlichen Welten: Wenn sie bei ihrem Papa im Laden arbeitet dann ist sie die Starr, die Slang spricht, Ausdrücke verwendet und das taffe junge Mädel raushängen lässt - und die gleichzeitig niemand bemerkt. Doch wenn sie ihre Schule in einem besseren Viertel der Stadt besucht, ist sie eine völlig andere: Hier achtet sie auf das, was sie sagt, trägt ihre teuren Markenschuhe und taucht im Tummel der Schüler unter - und fällt dennoch aufgrund ihrer Coolness auf. Die beiden Welten scheinen aufeinander zu prallen, als in einer turbulenten Nacht Starrs bester Freund aus Kindergartentagen von einem Polizisten - völlig ohne Grund - erschossen wird. Das Leben des Teenagers verändert sich komplett und Starr stellt sich immer wieder die Frage: Passen ihre beiden Welten zusammen oder ist das von vornherein zum Scheitern verurteilt?Ich kann gar nicht genug beschreiben, wie großartig dieses Buch ist. So ehrlich, so authentisch, so glaubwürdig - ab der ersten Seite war ich mitten drin in der Geschichte und fühlte sofort mit Starr mit. Dabei ist die Autorin wirklich schonungslos und geht bewusst dahin wo es weh tut - nur um den Leser zum Nachdenken zu bringen und wichtige Impulse zu geben, die zu einer wirklich tiefgründigen Reflexion führen. Selten hat mich ein Buch so ergriffen und dazu motiviert, Dinge nachzuschlagen, sie zu definieren, hinterfragen und mich letztendlich mit genau den Fragen zu beschäftigen, die das Buch stellt: Ist das, was passiert ist, tatsächlich Realität? Ja. Leider. Wie fühlen sich Betroffene in einer solchen Situation? Was macht das Geschehene mit mir? Und was ist mein Urteil? Welche Rolle spielt die Presse? Wie wichtig sind Organisationen für Betroffene? Und sind Aufstände wirklich nur sinnlos oder erfüllen sie einen tieferen Zweck? Fragen, die das Buch stellt, sie vielleicht nicht immer beantwortet, aber definitiv tiefgründig erörtert.Und das tut es nicht irgendwie, sondern für Jugendliche zugänglich und sehr leicht zu durchsteigen: Die Charaktere sind so nah am aktuellen Zeitgeist, greifen beispielsweise moderne Formulierungen auf, nennen aktuelle Musikstücke oder alte Evergreens, die heute noch bekannt sind und schafft somit nicht nur eine Bindung zum Leser, sondern gibt auch einen tollen Einblick in die Kultur des Ghettos, in dem Starr lebt. Darüber hinaus sind die Figuren sehr unterschiedlich, was eine Auseinandersetzung aus verschiedenen Blickwinkeln ermöglicht und auch unterschiedliche Zugänge schafft: Chris, Starrs weißer und reicher Freund denkt und verhält sich beispielsweise anders als Starrs Stiefschwester Kenya, die selbst im Ghetto lebt und deren Vater DER Drogenboss schlechthin ist. Ja, man mag vielleicht nicht jede Figur, aber doch ist jede auf ihre Weiße bedeutend - und genau das machte die Geschichte spannend und interessant. Ob ich es als klischeebehaftet empfunden habe? Nein, denn es wird deutlich, dass das ein möglicher Alltag in einem solchen Viertel ist, dennoch zeigt die Autorin Dinge auf, über die so schon berichtet wurde, gewährt aber auch sehr persönliche Einblicke, die aus ihrer eigenen Erfahrung stammen.Doch der wichtigste Aspekt muss erst noch genannt werden: Die Thematik. Wie oben bereits geschrieben, ist diese brandaktuell und macht sie deshalb umso wichtiger. Das Buch schafft einen klaren Rahmen, auch wenn er natürlich bei der Menge gar nicht alle geschichtlich relevanten Fakten rund um die Diskriminierung Schwarzer in den USA verarbeiten kann, dennoch bringt er einige Entwicklungen klar zur Sprache und bietet somit zumindest eine Einführung in die Thematik. Ab hier muss man dann als Leser selbst aktiv werden und Personen wie Martin Luther King, Malcom X oder das Konzept des Black Jesus recherchieren. Und genau das ist das wirklich gut gemachte an diesem Buch: Es zwingt einen, durch mehrmaliges Erwähnen dieser Schlüsselfiguren und/oder Konzepte diesen auf den Grund zu gehen, obwohl man die eigentliche Geschichte natürlich auch verstehen würde, wenn man diese Dinge nicht nachschaut. Trotzdem macht man es, weil man die Story in ihrer ganzen Fülle erschließen möchte - zumindest war das bei mir so.Zum Schluss noch ein paar Gedanken zur Sprache: Ich habe die Geschichte in Englisch gelesen und die wichtigsten Kapitel (also den Großteil, denn es gibt kaum ein Kapitel, das nicht zur Geschichte beiträgt) auf Deutsch gerereadet. Ich muss sagen: Ich bin froh, dass ich sie in Englisch gelesen habe, denn dadurch wirkt die Geschichte einfach nochmal authentischer. Die Ausdrücke, Formulierungen, Konzepte, der Slang - das alles kommt erst so richtig zum Tragen, wenn man es in der Originalsprache liest. Dennoch möchte ich anmerken, dass ich die deutsche Übersetzung als gelungen ansehe, denn sie versucht die Unterschiede zwischen den beiden Starrs, die auch völlig anders reden, deutlich zu machen - ja, sie ist natürlich beschränkt, denn genauso kann man es nicht auf Deutsch übersetzen, dennoch ist sie passend und hat zumindest einen Hauch des Originals, auch wenn es für Hater von Anglizismen ein Graus seinen dürfte in einem deutschen Werk die Ausdrücke boyfriend und girlfriend zu lesen. Wer also die Wahl hat, sollte zur englischen Ausgabe greifen, diejenigen, die es sich nicht trauen, machen aber mit der deutschen auch nichts falsch - hinzu kommt noch, dass ich das deutsche Printexemplar als sehr viel hocherwertiger empfinde als das englische Pendant.Mein Fazit:Was soll ich sagen? Großartige Charaktere, wichtige Thematik, eine authentische Sprache und eine grandiose Umsetzung - was will man mehr? Dieses Buch sollte quasi in jeder Schule gelesen, von jedem Buchfan verschlungen und von jedem Menschen inhaliert werden. Ich war verzweifelt, habe geweint, gelacht und mitgerappt und war zur selben Zeit völlig verliebt in einzelne Charaktere - wenn ein Buch das schafft, dann habe ich es hier mit einem Meisterwerk zu tun. Und genau das ist es. Noch viel mehr: Es ist eines meiner Herzensbücher im Jahr 2017 und erhält deshalb auch einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal. Achso, und natürlich 5 Sterne. Lest es. Liebt es. Und reflektiert es - denn dann ist es nicht nur ein Buch mit ganz viel Herz, sondern auch eins mit ganz viel Sinn.

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  • The Hate U Give

    The Hate U Give

    BluevanMeer

    06. August 2017 um 10:43

    They probably heard me crying. Great. What's worse than being the Angry Black Girl? The Weak Black Girl. (S. 116) Starr ist 16 Jahre alt und hat endlich eine Balance für die unterschiedlichen Welten gefunden, in denen sie lebt. Einerseits ist da das schwarze* Problemviertel, in dem sie aufgewachsen ist und mit ihrer Familie lebt und andererseits das weiße* Viertel, in dem ihre Privatschule steht und sie als "Quotenschwarze" gilt. Ihre Mitschüler*innen reden gerne vom „gehtto“, wenn sie über Starrs Viertel sprechen - die meisten von ihnen waren noch nie dort. Starr hat sich daran gewöhnt, dass diese beiden Welten ,in denen sie lebt, nicht miteinander vereinbar sind. Starrs Leben ändert sich mit einem Schlag, als ihr bester Freund Khalil von einem Polizisten bei einer Routinekontrolle seines Fahrzeugs erschossen wird. Khalil war unbewaffnet. Landesweit berichten die Medien über Khalils Tod. Von vielen wird er als Drogendealer abgestempelt, andere protestieren in seinem Namen gegen Polizeigewalt. Die Polizei und die Gangs des Viertels fangen an Druck auf Starrs Familie auszuüben, denn Starr saß im Auto ist die einzige Zeugin des Vorfalls... Angie Thomas hat ein Buch geschrieben, das wirklich jede_r lesen sollte. Es geht um Alltagsrassismus, Racial Profiling und rassistische Polizeigewalt und fiktionalisiert so Ereignisse, die 2013 unter dem Hashtag #BlackLivesMatter auf Twitter und verschiedenen SocialMedia-Kanälen thematisiert wurden. Neben vielen anderen Fällen von rassistischer Polizeigewalt, sorgten drei Todesfälle in den Jahren 2013 und 2014 für Aufsehen. 2013 wurde der 17-jährige Trayvon Martin in Californien von dem Nachbarschaftswachtmann George Zimmermann erschossen. Zimmerman behauptete, er habe in Notwehr gehandelt, als er den am Boden liegenden Jugendlichen erschossen habe und Trayvon habe sich zudem verdächtig verhalten. Trayvon war unbewaffnet. Zimmerman wurde freigesprochen. 2014 wurde der 18-jährige Michael Brown von dem weißen* Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Brown war unbewaffnet, Wilson feuerte insgesamt zwölf Schüsse auf den Jugendlichen ab, einige Zeugen sagen, Brown habe sich „bedrohlich“ auf den Polizisten zubewegt. Als die Grand Jury entscheidet, dass es kein Verfahren geben soll, kommt es in der Folge der Ereignisse zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Ferguson.   Im selben Jahr stirbt der 43-jährige schwarze* Michael Garner bei seiner gewaltsamen Polizeiaktion in New York. Garner wurde von der Polizei verdächtigt, illegal Zigarretten zu verkaufen. Garner verneinte das und wehrte sich gegen eine körperliche Untersuchung, daraufhin wird er von dem Polizisten Daniel Pantaleo in einen für Einsatzkräfte eigentlich verbotenen Würgegriff genommen. Obwohl Garner, der an Asthma litt, mehrmals rief, dass er nicht atmen könne, warfen mehrere Polizisten den Mann zu Boden und behielten ihn in dem Würgegriff. Garner starb vor Ort. Keiner der anwesenden Polizisten versuchte Garner wiederzubeleben. Die Grand Jury klagt die Polizisten nicht an. In diesem gesellschaftlichen Klima beginnt Angie Thomas, die in Mississipi lebt und Creative Writing studiert hat, ihren Debütroman zu schreiben, der aktueller nicht sein kann und zum Bestseller wird. Inspiration für den Titel ist für die ehemalige Rapperin der Musiker und Rapper Tupac Shakur (1971-1996), der auch für Khalil einen Heldenstatus inne hat. 2Pac war Mitglied der HipHop-Gruppe Thug Life und hat in seiner kurzen Musikkarriere über 75 Millionen Alben verkauft. Im Amerikanischen Slang werden Kriminelle häufig als Thugs bezeichnet. Tupac deutet den Begriff Thug Life für sich um. „Listen! The Hate U - the Letter U - Give Little Infants Fucks Everybody. T-H-U-G L-I-F-E. Meaning what society gives us as youth, it bites them in the ass when we wild out. Get it?“ (S.21) Starr muss sich nach dem Tod von Khalil nicht nur mit ihren besorgten Eltern herumschlagen. Sie hat selbst Angst vor der Polizei und Angst davor, wie es mit den Kings (den Gangchefs ihres Viertels) weiter geht. Außerdem hat sie niemandem in ihrer Schule von dem Abend erzählt. Nach Khalils Tod ändert sich ihr Leben. Vieles, was für sie selbstverständlich war, ist es nicht mehr. Ihre neue Wachsamkeit für die eigene Situation führt auch dazu, dass sie anfängt, ihr eigenes Leben zwischen den verschiedenen Welten zu hinterfragen. The Hate U give ist ein Roman, den man so schnell nicht vergisst. Weil er wahr ist und weh tut. Theamtisiert werden race, identity, Freundschaft, Liebe und besonders das gesellschaftliche Klima, das in den USA herrscht. Angie Thomas zeigt die konkreten und tödlichen Folgen von Vorurteilen und Rassismus und macht so Alltagsrassismus greifbar - auch für Weiße* Menschen wie mich, die Diskriminierung - zum Glück - nie erleben mussten.  The Hate U give hat eine Menge Potenzial zum modernen Klassiker zu werden. Lest dieses Buch.

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  • Tut euch den Gefallen und lest dieses Buch !

    The Hate U Give

    -anna-

    05. August 2017 um 21:20

    Inhalt In "The Hate U Give" geht es um die 16-jährige Starr Carter. Sie wächst in einer ärmlichen Gegend auf, die geprägt ist von Bandenaktivitäten, Gewalt und Drogen. Um der Nachbarschaft wenigstens teilweise zu entkommen und um bessere Zukunftsaussichten zu haben schicken ihre Eltern sie und ihre Brüder auf eine 45 Minuten entfernte High School, wo sie zu den wenigen dunkelhäutigen Schülern gehören. Eines Nachts auf dem Rückweg von einer Party in der Nachbarschaft werden Starr und ihr Jugendfreund Khalil von einem Polizisten angehalten und dieser erschießt Khalil, weil er sich von ihm bedroht fühlte. Schon bald macht sein Tod Schlagzeilen, es werden Stimmen laut die sagen er war ein Gangmitglied und Drogendealer und daher eine Bedrohung gewesen, jedoch war Khalil am Abend seines Todes unbewaffnet. Starr als Zeugin kommt immer mehr in Zugzwang, denn offen zu reden würde sie selber in Gefahr bringen. Immer mehr Proteste kommen in den Straßen auf, die meist in Gewalt enden und letztendlich steht die Frage im Raum ob es zu einem Urteilsspruch gegen den Polizisten kommt, der Khalil unbegründet erschoss. "The Hate U - the letter U - Give Little Infants Fucks Everybody. T-H-U-G L-I-F-E. Meaning what society gives us as youth, it bites them in the ass when we wild out." Cover und Gestaltung Das Cover ist schlicht gestaltet, ein Mädchen ist abgebildet, vermutlich Starr, sie hält ein Schild in der Hand auf dem der Buchtitel steht. Innen ist das Buch in 5 Abschnitte eingeteilt, von der Nacht von Khalils Tod bis nach der Entscheidung über den Urteilsspruch des Polizisten. Meine Meinung  "The Hate U Give" ist inspiriert von dem "Black Lives Matter movement" und erzählt eine Geschichte von Rassismus und Polizeigewalt.  Als jemand, der sonst keine Einblicke hat in die Welt in der Starr lebt war es wirklich wahnsinnig interessant, faszinierend, schockierend aber stellenweise auch schön ihre Geschichte zu lesen.  In Garden Heights regieren die Banden, es werden Drogen verkauft und wer den King Lords in die Quere kommt bzw. wer zu viel verrät der bekommt seine gewaltsame Strafe. Auch Starrs Vater war früher ein Bandenmitglied hat aber den Absprung geschafft, Khalil wird nachgesagt er selber wäre ein King Lord gewesen und habe Drogen verkauft und je mehr Starr sich durch ihre Aussage über Khalils Tod aber auch sein Leben in seine Angelegenheiten verstrickt desto mehr droht ihr und ihrer Familie Gefahr von beiden Seiten. Von den King Lords aber auch der Polizei. Die Medien versuchen es so darzustellen, dass es Khalils eigene Schuld gewesen wäre, dass er erschossen wurde und das führt zu immer mehr Protesten und Aufständen in Garden Heights. "I didn't know a dead person could be charged in his own murder, you know?" Ab einem gewissen Punkt im Buch schwingt immer ein Gefühl von Gefahr und Bedrohung mit, denn jeden Moment kann es zur Eskalation kommen. Aber neben all der Aggressivität die mitschwingt herrscht zwischen den Leuten im Garden ein sehr starker Zusammenhalt. Starr und ihre Brüder wachsen in einer Familie voller Liebe und Geborgenheit auf. Sind die Kinder für ihre Eltern doch: "Something to live for, something to die for. [...] Love letters in the simplest form."   Und man merkt, dass das keine leeren Worte sind, sondern dass sie todernst gemeint sind. Auch außerhalb der Familie helfen sich die Leute, so hilft Starrs Vater Khalils Großmutter die Beerdigung zu finanzieren, es ist eine Ehrensache. Gerade die Szenen mit Khalils Familie nach seinem Tod fand ich wahnsinnig traurig und dass Starr in so jungen Jahren schon zum zweiten mal den Tod eines Freundes verkraften muss war wirklich sehr bewegend. Auch Starrs Kampf ihre Herkunft und Art vor ihren hellhäutigen Mitschülern und Freunden zu verbergen, hat viel Dramatisches an sich, da eigentlich jeder Mensch die Freiheit haben sollte sich so zu verhalten wie es seiner Natur entspricht. "I choose every word carefully and make sure I pronounce them well. I can never, ever let anyone think I'm ghetto." Der einzige kleine Kritikpunkt den ich habe ist, dass es mir einen "touch too much" war, dass Starr zwei Schulfreundinnen hat und zwar ein weißes amerikanischen Mädchen Hailey, das sich als "rassistisch" herausstellt und ein chinesisch-stämmiges Mädchen Maya, das sich irgendwie auch schon immer von Hailey unfair behandelt gefühlt hat, weil sie nicht weiß ist. Mir ist klar, dass die Autorin sich dazu entschieden hat, Maya chinesische Wurzeln zu geben um zu zeigen, dass es nicht nur weiß und schwarz gibt. Aber irgendwie fand ich es übertrieben, dass Maya und Starr sich dann als "nicht-Weiße" gegen die böse weiße Hailey "verbünden". Maya hätte auch einfach ein amerikanischen Mädchen sein können, dass sich trotzdem auf Starrs Seite stellt. Aber das ist wirklich nur auf hohem Niveau genörgelt. Fazit "The Hate U Give" ist eine sehr bewegende Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Sie bietet Einblicke in eine Welt, von der manche nichts ahnen. Sie erzählt von Hass, Liebe, Gewalt , Zusammenhalt und Freundschaft. Ich kann wirklich nur empfehlen, das Buch zu lesen! "Once upon a time there was a hazel-eyed boy whith dimples. I called him Khalil. The world called him a thug"

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  • Sei mutig!

    The Hate U Give

    Booklove91

    05. August 2017 um 18:04

    Inhalt:Sixteen-year-old Starr Carter moves between two worlds: the poor neighborhood where she lives and the fancy suburban prep school she attends. The uneasy balance between these worlds is shattered when Starr witnesses the fatal shooting of her childhood best friend Khalil at the hands of a police officer. Khalil was unarmed. Soon afterward, his death is a national headline. Some are calling him a thug, maybe even a drug dealer and a gangbanger. Protesters are taking to the streets in Khalil’s name. Some cops and the local drug lord try to intimidate Starr and her family. What everyone wants to know is: what really went down that night? And the only person alive who can answer that is Starr. But what Starr does—or does not—say could upend her community. It could also endanger her life.Meine Meinung:Ich muss sagen, dass "The Hate u give" ein sehr aussagekräftiges Meisterwerk von Angie Thomas ist.Es begeistert, fasziniert und fesselt.Man begleitet Starr in Momenten von Trauer und Mut. Mut, den Mund aufzumachen Did I always laugh because I thought I had to? That's the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be? (ZITAT)"Brave doesn't mean you're not scared, Starr", ,she says. "It means you go on even though you're scared. And you're doing that." (ZITAT)Auch der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz."Don't call me that. Especially since She Who Must Not Be Named gave me that nickname. Dame. She Voldemorted Hailey.(ZITAT)Der Schreibstil, sowie die englische Sprache, sind leicht verständlich, der Slang lockert die Geschichte auf und macht diese noch authentischer.Das Einband des Buches ist perfekt. Besser könnten Story und Cover nicht harmonieren.Ein Buch das in allen Medien kreist - und dies zurecht. Ich empfehle dieses Buch weiter, denn es nicht gelesen zu haben, ist definitiv eine große "Leselücke" - Defnitv für mich bis jetzt schon ein Jahreslesehighlight.

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  • Zahm und zahnlos.

    The Hate U Give

    wandablue

    04. August 2017 um 22:15

    Zahm und zahnlos. In den USA wird gegen schwarze, junge Männer seitens der Straßenpolizei häufig unverhältnismässig hart und rassistisch motiviert vorgegangen. Diese Vorkommen prangert die Autorin mit ihrem Roman an. Oder nutzt sie aus für ihr Buch. Wie man es sehen möchte, ich bin mir nicht ganz schlüssig. Sweet Starr Carter muss miterleben wie ihr Jugendfreund Khalil von Officer Cruise erschossen wird. Obwohl er nichts getan hat. Ermordet. Er war zwar ein Drogendealer, aber hauptsächlich war er schwarz. Wie Starr auch. Es kommt zu einer Anhörung vor der Grand Jury. Wird der weiße Officer zur Verantwortung gezogen werden oder wird die Sache unter den Tisch gekehrt werden?Die Autorin spielt mit sämtlichen Klischees, die man in Bezug auf die schwarze Bevölkerung im Kopf hat. Die großen Gegensätze in den Städten - hier die armen Viertel der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung, dort die reichen und abgeschotteten Wohnviertel der reichen Weißen. Die einen wissen nichts von den Problemen der anderen. Gemischtrassige Beziehungen sind problematisch und nicht gern gesehen. Gangs und Drogen, prekäre häusliche Lebensverhältnisse, schlechte Schulleistungen, Null Chancengleichheit. Doch Starr und ihre Eltern wollen dem Ganzen entkommen. Deshalb geht sie zusammen mit ihrem Bruder auf eine „weiße höhere Schule“, so dass sie in zwei Welten lebt. In beiden Welten ist sie angepasst und nicht richtig sich selbst. Als wäre das nicht genug, hat sie sich einen weißen Boyfriend angelacht. Das wird ihrem Vater nicht gefallen! Die Autorin fährt mir zu viel auf. „The Hate U Give“ ist ein Jugendbuch und Autoren müssen natürlich schwierige gesellschaftliche Themen an ihre junge Leserschaft bringen. So weit, so gut! Der Text ist nett, mit leichter Hand geschrieben, die Familienverhältnisse der Protagonisten mit kreativen, sowohl lustigen wie traurigen Elementen versetzt, die Dialoge sind meistens spritzig und dennoch ist der Funke nicht übergesprungen. Zu plakativ werden die Verhältnisse dargestellt und viel zu oberflächlich wird das eigentlich düstere, komplexe Thema abgehandelt.Die vermeintliche Sozialkritik ist so dick aufgetragen, dass sie einfach nicht mehr glaubwürdig ist, man kann sie mit Löffeln vom Buchcover kratzen, doch die angebotenen Lösungen sind nett und ähneln Luftschlössern, die mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun haben. „Echt jetzt?“ möchte ich im Jargon bleibend, immer wieder sagen. Ich fürchte, man darf nicht so positiv eingestellt sein, sowohl was die Gegenwart wie auch was die Zukunft angeht, sonst betrügt man die Kinder, beziehungsweise lullt sie ein. Obwohl die Autorin zum Schluss nicht alles in Wohlgefallen auflöst, ist mir dennoch zu viel rosa Brille im Spiel, zu viel Hoffnung und Perspektive gegeben, in einer Welt, in der der Rassismus eher zunimmt und es überhaupt keinen Grund für Optimismus gibt. Das sollten die Jugendlichen aushalten können. Fazit: Ein Roman über Rassismus, immerhin, mit einer schwarzen Protagonistin, die auch Erzählerin ist, immerhin,  junge Liebe und Sozialkritik, ist The Hate U give ein Buch, das junge Leser begeistern wird und dessen Thematik nicht verkehrt ist. Aber zu rosarot und schonend, trotz seiner leichten Hand deshalb zahm und zahnlos. Kategorie: JugendbuchVerlag: Walker Books, 2017

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    • 3
  • The Hate U Give little Infants ...

    The Hate U Give

    Ascari0

    28. July 2017 um 11:19

    Wie beginnt man die Rezension zu einem Buch, das wohl schon seit seinem Erscheinen im englischsprachigen Raum für Aufmerksamkeit sorgte? Und mir scheint, seit es nun auch auf Deutsch zu haben ist, hat der Hype ein neues Level erreicht ... Aber egal: Das Thema machte mich neugierig und so durfte es vor einiger Zeit im Original als E-Book bei mir einziehen. Zum Inhalt: "The Hate U Give" erzählt die Geschichte des 16jährigen Mädchens Starr Carter, das in zwei Welten aufwächst. Das von Schwarzen bewohnte Viertel Garden Heights ist ihr Zuhause, während sie tagsüber auf die Williamson Prep Schule geht, die hauptsächlich von Weißen besucht wird. Diese Trennung geht solange gut, bis sie mit ihrem Sandkastenfreund Khalil von einer Party in ihrem Viertel nach Hause fährt und mit ansehen muss, wie ihr Freund von einem weißen Polizisten bei einer Verkehrskontrolle erschossen wird ... Meine Meinung: "The Hate U Give" wirft den Leser gleich unmittelbar in die Geschichte hinein, den Khalil dient mehr oder weniger eigentlich nur als Auslöser für die gesamte Geschichte. In Folge begleitet man Starr in ihrem weiteren Leben, wie sie versucht, mit der Tatsache fertig zu werden, dass bereits zum zweiten Mal in ihrem jungen Leben eine Person aus ihrem unmittelbaren Umfeld zu Tode kommt. Der Hype hat leider dafür gesorgt, dass ich einige Erwartungen an das Buch geknüpft hatte, die so nicht unbedingt erfüllt wurden. Sehr häufig wird das Buch nämlich als Aufruf gegen Rassismus verstanden. Es ist in meinen Augen aber nicht unbedingt als Appell zu sehen, eher als Bericht, wie eben sich das Leben für eine junge Schwarze heutzutage abspielt ... Der Grund ist, dass Starr selbst nicht frei von Vorurteilen ist. Dies zeigt sich vor allem in den Szenen mit ihrem weißen(!) Freund. Dieser ist eigentlich fast zu gut, um wahr zu sein, während Starr damit kämpft, sich schuldig zu fühlen, nach Khalils Tod ausgerechnet mit einem Weißen zusammen zu sein. Aus diesem Grund erntete das Buch, soweit ich mitbekommen habe, auch einiges an Kritik, aber ich finde es in Ordnung so. Die Wirklichkeit sieht eben so aus, dass Schwarze auch Weiße umgekehrt diskriminieren, dies wird nur deutlich seltener bei uns thematisiert. Angie Thomas bemüht sich in ihrem Buch redlich, diese Vorurteile anhand verschiedener Nebenfiguren aufzubrechen. Es passieren aber trotzdem einige Dinge, die ich ein wenig zu vereinfacht dargestellt fand (Ich werde jetzt hier nicht ins Detail gehen, da dies wohl schon Spoiler darstellt, sorry). Starr selbt kam oft sehr widersprüchlich rüber, was sie mir nicht immer sympathisch machte, was aber aufgrund der äußeren Umstände verständlich ist. Auch mit ihrem Familie wurde ich nicht immer warm, sie ist aber letztendlich etwas, was man sonst in Jugendromanen selten findet: Vorhanden! Starrs Umgang mit ihren Eltern, die Unterstützung, die sie von ihnen vor allem in der Hälfte des Buches bekommt, die Verbundenheit mit ihrem Bruder und Halbbruder, auch das wirkt realistisch. Warum ich dem Roman das Prädikat "großartig" trotzdem nicht verleihen kann, ist in meinen Augen dem Schreibstil zu verdanken. Es fehlen für meinen Geschmack einfach die Passagen, die mich emotional überwältigen konnten ... Warum? Weil Thomas meiner Meinung nach fast ein bisschen zu distanziert beschreibt, was Starr die Dinge wahrnimmt und was sie tut. Aus dem Kontext heraus lebt und fühlt man mit Starr natürlich mit, versteht damit auch ihre Entwicklung - aber ein kleines bisschen blieb sie mir am Ende doch fremd. Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus, da das Buch eine Problematik thematisiert, die wir als Europäer kaum bis gar nicht wahrnehmen, wenn überhaupt nur aus Serien und Filmen kennen. Und wer gut genug Englisch kann, sollte das Buch trotz des Slangs im Original lesen, denn daran gewöhnt man sich nach den ersten Kapiteln. Die deutsche Ausgabe fällt hier schon wegen der vielen englischen Ausdrücke (die man in meinen Augen zum Teil durchaus übersetzen hätte können, sie reden beispielsweise vom "Girlfriend"?) eher ab ... Mein Fazit: "The Hate U Give" ist ein gutes und wichtiges Buch, das man schon wegen des Themas gelesen haben sollte, da wir als Europäer eher wenig darüber wissen. Für das Prädikat "großartig" fehlte mir allerdings doch noch ein bisschen was ...

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  • Wertvolles Buch über die Black-Lives-Matter-Bewegung

    The Hate U Give

    anushka

    24. July 2017 um 15:10

    Die 16jährige Starr manövriert zwischen zwei verschiedenen Lebenswelten. Einerseits geht sie auf eine Privatschule, in der sie eine von sehr wenigen afro-amerikanischen Schülern ist. Doch den Rest der Zeit lebt sie in Garden Heights, einem armen Ghetto, das von rivalisierenden Banden regiert wird und in dem Kindern und Jugendlichen schon zeitig beigebracht, der Polizei gegenüber maximal unterwürfig aufzutreten. An einem Abend jedoch nützt ihr und ihrem Kindheitsfreund Khalil das alles nichts. Khalil wird von einem weißen Polizisten erschossen. Starr ist die einzige Zeugin ...Die Geschichte um Starr und Khalil ist zwar fiktiv, aber es gibt zahlreiche tragische Vorbilder dafür, bei denen Afroamerikaner aus nichtigem Grund von Polizisten erschossen wurden, oft genug waren bisher auch Kinder und Jugendliche darunter. Starr geht auf eine Privatschule, weil ihre Eltern ihr wenigstens tagsüber ein wenig Sicherheit gewährleisten wollen und auch, damit Starr und ihre Geschwister eine Zukunft abseits von Kriminalität haben. Dafür opfern sie vieles und die Familie hat Glück, denn beide Elternteile haben ein recht gutes Einkommen. Trotzdem ist nicht alles rosig, denn auch Starrs Vater hat der Vegangenheit eine Gefängnisstrafe verbüßt, die auch heute noch auf die Familie wirkt. Und auch über verschiedene Randfiguren erlebt der Leser, wie es den weniger Begünstigten des Viertels ergeht. Auch Khalil gehörte zu denen, die sich durchs Leben kämpfen mussten. Vor allem über Starrs Gefühle für ihn und die Trauer der Familie transportiert sich die Tragik seines Todes für den Leser. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, was aber eigentlich auch mein einziger Kritikpunkt ist, ist dass Khalil ein wenig hochstilisiert und sein Drogenhandel teilweise relativiert wird. Gerade weil seine eigene Mutter drogensüchtig ist, sollte er sich doch davon fernhalten. Nein, das sind keine Argumente um seinen Tod zu rechtfertigen und zum Zeitpunktes seines Todes war er unbewaffnet. Trotzdem finde ich die Message in einem Jugendbuch etwas problematisch, denn bei den meisten anderen Figuren wird dieses Verhalten verurteilt.Trotzdem ist dieses Buch insgesamt ein ungemein wertvolles Buch und sollte Eingang in den heutigen Unterricht finden. In Deutschland sind wir von der "Black Lives Matter"-Bewegung vielleicht etwas weiter entfernt. Aber Diskriminierung, auch durch die Polizei, findet auch hier statt. Auch wenn es sich bei "The Hate U Give" um einen Jugendroman handelt, ist es auch für Erwachsene gut lesbar. Der Slang mag dann zwar etwas komisch wirken, gibt aber einen glaubhaften Einblick in die entsprechende Jugendkultur und wirkte auf mich sehr gelungen. Die Dramatik der Ereignisse und die Emotionen wissen zu fesseln und das Buch hinterlässt einen tiefen Eindruck. Der Bildungsaspekt liegt ganz klar darin, dass das Buch die "Black Lives Matter"-Bewegung verständlich macht und Zustände in der amerikanischen Bevölkerung thematisiert, die man in Europa nur am Rande in den Nachrichten mitbekommt. Zudem spielen alltäglicher Rassismus und alltägliche Diskriminierung eine zentrale Rolle und verdeutlichen so die Lebensrealitäten ganzer Bevölkerungsgruppen.

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  • The Hate U Give

    The Hate U Give

    Littlemiss_lissie

    20. July 2017 um 16:07

    “A hairbrush is not a gun.” Durch Bookstagram bin ich auf ein ganz wundervolles Buch aufmerksam gemacht worden. Natürlich passiert das relativ häufig – wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Der tägliche Austausch über Bücher bringt das zum Glück nun mal mit sich. Aber The Hate U Give von Angie Thomas ist anders. So anders, dass es mein Halbjahres-Highlight geworden ist und vielleicht sogar mein Jahres-Highlight wird. Ich habe geweint, ich habe gelacht, ich habe vor Wut getobt und ich habe mir gewünscht, dass jeder dieses Buch einmal lesen wird. Und das tue ich noch immer. Diese Geschichte bringt ein gewaltiges Thema auf den Tisch, was nicht ignoriert werden darf. Und zudem mehr als aktuell ist. Wie oft sieht man in den Nachrichten, dass es schon wieder passiert ist. Ein Mann, eine Frau oder ein Jugendlicher mit dunkler Hautfarbe sind von einem weißen Polizisten erschossen worden. Doch die genauen Hintergründe, wer das Opfer wirklich war und wie es dazu kommen konnte, werden nicht ausreichend thematisiert. Der Fall scheint in eine Schublade geschoben zu werden, dessen Ausgang meist der gleiche ist. Die Handlung des Polizisten wird mit verdrehten Tatsachen gerechtfertigt, der Täter fast schon zum eigentlichen Opfer erklärt und nicht belangt. Die Angehörigen des Ermordeten bleiben machtlos zurück. Mit einer solchen Situation sieht sich Starr in „The Hate U Give“ auseinandergesetzt. Sie wird Zeuge wie ihr Freund Khalil von einem weißen Polizisten auf offener Straße niedergeschossen wird. Und von nun an ist nichts mehr so wie es war. Starr gerät in einen Strudel aus Vorurteilen, Ungerechtigkeiten und ihrer eigenen Angst. Denn zu groß ist die Furcht vor dem was sie erwartet, wenn die Öffentlichkeit erfährt, dass sie alleinige Zeugin der Erschießung Khalils war. „I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down. Now I am that person, and I’m too afraid to speak.“ Schon von klein auf wurde Starr von ihren Eltern darin unterrichtet, wie man sich in der Gegenwart eines Polizisten zu verhalten hat: keine hastigen oder schnellen Bewegungen; nur reden, wenn man dazu aufgefordert wird und vor allem keine Widerworte geben. Und dazu kommt, dass Starr in zwei Welten lebt, zum einen in ihrer schwarzen Nachbarschaft, die von Drogengangs und Gewalt geprägt ist und zum anderen in der komplett gegensätzlichen Welt ihrer weißen Elite-Schule, welche sie als eine von wenigen Dunkelhäutigen auf den Wunsch ihrer Eltern hin besucht. Bisher konnte sie beide Welten gut voneinander trennen, da sie sich viel Mühe gibt nicht mit dem Ruf ihres Viertels identifiziert zu werden. Was ihr allerdings nicht immer leicht fällt, da Starrs Vater selbst bereits als ehemaliges Gangmitglied im Gefängnis gewesen ist und die vorherrschenden Vorurteile nur weiter füttert. Doch Starr leidet genauso unter den Gangs wie die meisten in ihrem Viertel und auch darunter, welches Bild dadurch in der Öffentlichkeit von ihnen verbreitet wird. „That's the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What's the point of having a voice if you're gonna be silent in those moments you shouldn't be?”  Der Druck, der von der Polizei, den Medien und ihrer eigenen Nachbarschaft auf Starr ausgeübt wird, steigert sich ins Unermessliche und schon bald muss sie sich entscheiden, welche Seite sie wählt. Und ob sie die Stille durchbrechen und ihre Stimme dazu nutzen will, etwas zu verändern, oder es zumindest zu versuchen. Egal, welche Konsequenzen dies mit sich bringt. Denn Khalil hat immerhin nicht mehr die Möglichkeit für sich selbst einzustehen. Bei dieser Entscheidung wird sie von ihrer liebevollen Familie wundervoll unterstützt, die allerdings selbst von der ganzen Situation mehr als überfordert ist und an ihre Grenzen gerät. Während Starrs Eltern hinter ihrer Tochter stehen, sind sie sich jedoch selbst nicht sicher, welcher Weg nun das Richtige für Starr ist. Natürlich wollen sie Gerechtigkeit für Khalil, aber ist diese es wert die Sicherheit der eigenen Tochter dafür zu opfern? Starrs Freundeskreis besteht aus den verschiedensten Charakteren. Manche sind mir sehr ans Herz gewachsen und manch andere hätte ich gerne geohrfeigt und kräftig geschüttelt. Auch hier muss sich Starr mit Problemen wie Voreingenommenheit, Intoleranz, Respektlosigkeit und Diskriminierung auseinandersetzen und weiß manchmal gar nicht wirklich wo ihr der Kopf steht. Angie Thomas hat es geschafft, dass ich mich ebenso mit diesen Themen auseinandergesetzt habe – mehr als ich es in meinem normalen Alltag tue. Der packende Schreibstil und die spannende Erzählweise haben mich das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Ich war gefesselt von Starrs Geschichte und zugleich wütend, erschrocken und beschämt. Dieses Buch öffnet Augen, regt zum Nachdenken an und zeigt die derzeitige Lage von Polizeikriminalität und dem parteiischen Rechtssystem Amerikas auf realistische Weise auf. Jeder sollte dieses Buch lesen. In der Schule. Auf dem Weg zur Arbeit. Zu Hause auf der Couch. Überall.

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  • Ein Jahreshighlight!

    The Hate U Give

    MosquitoDiao

    13. July 2017 um 09:55

    I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down. Now I am that person, and I’m too afraid to speak. Ich weiß wirklich gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich wollte ich dieses Buch mit Elli (Buchhaim) und zwei weiteren Bloggerinnen lesen, was sich dann aber leider doch nicht so ganz ergeben hat. Jedoch bin ich froh, dass ich eher zu den Nachzüglern gehöre, und mich demnach mit jemandem austauschen kann, denn inhaltlich ist dieses Buch einfach eine Wucht! Ganz davon abgesehen, dass ich die Thematik unglaublich wichtig und interessant finde (ich hoffe, dass das jetzt nicht zu gemein klingt) ist sie vor allem aber auch mehr als nur aktuell. Immer wieder hört man es in den Nachrichten. Ein schwarzer Mann erschossen auf offener Straße von einem weißen Polizisten. Und wieso? Ja. Genau. Das Wieso bleibt meistens offen, bzw. wird gar nicht weiter hinterfragt. Vielleicht einfach, weil er schwarz war. Das ist doch auch ein Grund. NICHT. In dieser Geschichte muss Starr sich genau damit auseinandersetzen, als ihr Freund Khalil grundlos neben ihr erschossen wird. Doch nicht nur, dass dies keine Konsequenzen für den Polizisten zu haben scheint, es werden auch einfach die Tatsachen verdreht, bzw. ganz neue erfunden. Jetzt kommt der mentale Aufschrei – das kann man doch nicht machen! Aber klar, man sieht es doch immer wieder. Es gibt ja auch genug Menschen, die das glauben, es hinnehmen, vielleicht auch einfach genau das glauben wollen. Hier geht es um keine Verallgemeinerung, die ich mit meiner Aussage ziehen will, genauso wenig, wie Angie Thomas das mit ihrem Buch gemacht hat. Doch es ist nun einmal Tatsache, dass genau so etwas passiert. „Nobody’s going to twist her words around! I told you, we want the truth to come out too.“ „Oh, we know the truth, that’s not what we want,“ says Daddy. „We want justice.“ Natürlich haben Vorurteile meistens ihren wahren Ursprung. In genau solch einem lebt Starr. Ihr Vater war selbst schon im Gefängnis als ehemaliges Gangmitglied und ihre Nachbarschaft verbildlicht genau das, was alle sehen. Drogen, Waffen, Gangs. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass alle Menschen so sind. Es gibt sie immer, die schwarzen Schafe. Starr hat genauso, wie viele in ihrem Viertel damit zu kämpfen, was die Gangs ihnen antun, in was für ein Bild sie sie rücken. Nicht umsonst lernt sie von klein auf von ihren Eltern, wie man sie Polizisten gegenüber zu verhalten hat. Keine schnellen Bewegungen. Niemals sprechen ohne aufgefordert zu werden. Und erst recht nie zu widersprechen. Dann kommt der super krasse Kontrast. Genau weil ihre Eltern mehr für sie wollen geht sie auf eine Eliteschule, natürlich hauptsächlich mit Weißen. Hin und hergerissen zwischen zwei „Welten“ muss sie nun den richtigen Weg für sich finden. Sich scheinbar entscheiden, ob sie ein weißes oder ein schwarzes Leben führen will. Ob sie sich traut den Mund aufzumachen, egal, welche Konsequenzen das mit sich ziehen könnte. That’s the problem. We let people say stuff, and they say it so much that it becomes okay to them and normal for us. What’s the point of having a voice if you’re gonna be silent in those moments you shouldn’t be? An ihrer Seite hat sie eine wundervolle Familie. Wirklich ALLE Charaktere sind in dieser Geschichte einfach fantastisch beschrieben, man bekommt das Gefühl, sie alle zu kennen. Was nicht unbedingt mit mögen gleichzusetzen ist… Starrs Geschwister, wie Eltern geben ihr einen unglaublichen Halt, obwohl es ihnen selbst schwer fällt, sich zu entscheiden, was sie ihrer Tochter raten wollen. Denn wenn es auf einmal um das eigene Kind geht, ist eine Entscheidung zwischen „starkem Charakter“ und „Sicherheit“ nicht mehr ganz so einfach… „Brave doesn’t mean you’re not scared, Starr,“ she says. „It means you go on even though you’re scared. And you’re doing that.“ In ihrem Freundeskries, der sehr durchmischt ist, finden sich die unterschiedlichsten Charaktere wieder. Jene, auf die man verzichten kann, aber auch die, die einem immer die Wahrheit ins Gesicht sagen und  die alles für sie tun würden. Jeder einzelne ist mir ans Herz gewachsen und einfach stimmig in diesem Gesamtbild. Ich könnte gar nicht mehr aufhören, über diese Geschichte zu philosophieren, mich in sie hineinzusteigern und meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Hass. Scham. Trauer. Doch ich denke, dass dies eine Erfahrung ist, die am besten jeder selbst machen sollte. Angie Thomas hat es geschafft, mit dieser Geschichte Dinge aufzuzeigen, über die ich mir noch keine großen Gedanken gemacht habe. Ebenso, hat sie ein Thema angesprochen, mit all seinen Facetten, wie ich es mir gewünscht und erhofft habe. Neben dieser schweren Thematik, musste ich aber auch mehr als nur einmal lachen. Dieses Buch ist einfach erschreckend, wenn nicht sogar abschreckend und verzaubernd zugleich. „…When the Khalils get arrested for selling drugs, they either spend most of their life in prison, another billiondollar industry, or they have a hard time getting a real job and probably start selling drugs again. That’s the hate they’re giving us, baby, a system designed against us. That’s Thug Life.“ FAZIT Mir fällt es unglaublich schwer, meine Gefühle über dieses Buch in Einklang zu bringen. Ich möchte von der Geschichte schwärmen und zeitgleich ist die Thematik genauso furchtbar wie auch wahr. Es gab keinen Aspekt, der mir gefehlt hat. Vielmehr wurden Situationen aufgeführt, an die ich bisher nicht gedacht habe. Für Anfänger im englisch lesen – wie mich, war es durchaus eine kleine Herausforderung, der Sprachstil mit seinem Slang hat es mir Anfang echt schwer gemacht, doch als ich irgendwann wirklich drin war, hat es mich auch einfach nicht mehr losgelassen. Für all jene, die sich das nicht trauen, aber ein großes Interesse an diesem Buch haben: Es wird bereits am 24. Juli auf Deutsch im Cbt Verlag erscheinen!

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  • Nicht nur ein notwendiges Buch, sondern auch ein gutes Buch.

    The Hate U Give

    BloodyBigMess

    30. June 2017 um 23:07

    Es ist absolut notwendig, dass aktuelle sozio-politische Themen in unserer gegenwärtigen Literatur behandelt werden. Insbesondere in Büchern, deren Zielgruppe Jugendliche sind. Es ist wichtig, dass unterdrückten Stimmen eine Plattform geboten wird, erhört zu werden, sodass Ungerechtigkeiten nicht mehr einfach unter den Teppich gekehrt werden können.Und genau das unternimmt Angie Thomas auf sehr gelungene Weise in ihrem Debüt The Hate U Give.THUG überzeugt nicht nur mit einem packendem Schreibstil und einer überzeigenden Erzählweise, sondern auch mit menschlichen Figuren und als Informationsquelle für die derzeitige Lage in Amerika, was Rassenprofilierung und Machtmissbrauch von Polizisten und einem parteiischen Rechtssystem angeht.Es ist dabei informativ, bietet verschiedene Meinungen und hat dabei eine emotionale Dringlichkeit, die den Leser dazu auffordert, sich ebenfalls eine Meinung zu dem Thema zu bilden.Dabei ist die Hauptfigur Starr diejenige, die uns unvoreingenommen durch die Geschichte führt. Sie kriegt Meinungen aus beiden Enden des Spektrums und dazwischen zu hören und bildet sich kritisch daraus ihren eigenen Standpunkt.Dabei wirkt sie aber nicht nur wie ein Werkzeug, sondern sie ist ein ausgefleischter Teenager. Sie ist schlau, verletzlich und findet im Laufe des Buches zu sich selbst, während sie ein traumatisches Erlebnis verarbeitet.Unterstützt wird sie dabei von ihrer liebevollen Familie, deren Dynamik für einen weiteren interessanten Aspekt sorgt.THUG bringt den Leser zum Nachdenken, öffnet einem die Augen und fordert nach Empathie.Dabei ist es nicht nur ein wichtiges Buch, ein notwendiges Buch, sondern auch einfach ein echt gutes Buch. Dies ist eine Geschichte, die in Schulklassen behandelt werden sollte.

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