Angus Deaton

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Angus DeatonDer große Ausbruch
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Der große Ausbruch
Der große Ausbruch
 (3)
Erschienen am 27.01.2017
Angus DeatonDer große Ausbruch: Von Armut und Wohlstand der Nationen
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Angus DeatonGreat Escape
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Great Escape
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 (0)
Erschienen am 01.07.2015

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Rezension zu "Der große Ausbruch" von Angus Deaton

Von der großen Langeweile
Talliannavor einem Jahr

Heute sind die Menschen gesünder, wohlhabender und sie leben länger als früher. Einem Teil der Menschheit ist »Der Große Ausbruch« aus Armut, Not, Krankheit und Entbehrung in Freiheit, Bildung, Demokratie und eine freie globale Weltwirtschaft gelungen. Dennoch nimmt die Ungleichheit zwischen Nationen und Menschen unaufhaltsam zu. Das Opus Magnum des Nobelpreisträgers beschreibt, wie Lebens- und Gesundheitsstandards sich weltweit erhöhen ließen, wenn Aufrichtigkeit und neue Fairness Einzug in die globale Weltwirtschaft hielten. (Klappentext)

Angus Deaton geht auf viele wichtige Themen ein, die die Ungleichheit in der Welt betreffen. Leider tut er es so langatmig und langweilig, dass ich die meiste Zeit kurz vorm Tiefschlaf bin. Außerdem wiederholt er sich ständig. Ohne diese Wiederholungen wäre das Buch wohl nur halb so lang, aber deutlich flüssiger lesbar. Diese Technik habe ich in der Uni immer dann angewandt, wenn ich 90 min reden musste, aber nicht soviel zu sagen hatte.

Auch sind die Kapitel sehr unverständlich aufgebaut. Die Diagramme müssten am Anfang der Beschreibung stehen, zumindest in der E-Book Version, denn so hat man nie vor Augen, von was der Autor eigentlich genau redet. Die Darstellungen in den Diagrammen sind nicht immer gut lesbar und die einzelnen „Farb“unterschiede können nicht gut gesehen werden. Dadurch wird über die Hälfte des Buches schlecht verständlich.

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir am Ende des Buches immer noch nicht so ganz klar war, wodurch die Ungleichheit in der Welt jetzt eigentlich entsteht. Zusätzlich kann ich auch nicht sagen, ob der Autor diese Frage jemals zufriedenstellend beantwortet. Die Teile, die sich mir erschlossen haben, waren mir zudem auch schon so bekannt.

In einer Sache stimme ich mit dem Autor überein: Wir wissen überhaupt nicht genau, ob die Menschen in den sogenannten „Entwicklungsländern“ auch so leben wollen wie die Menschen in den westlichen Ländern. Die Entscheidung über ihre Lebensweise sollte auch ihnen überlassen werden. Niemand kann wirklich sagen, ob eine Lebensweise als Nomade besser oder schlechter ist, denn wenn die Menschen damit zufrieden sind, sollten sie nicht gezwungen werden, in Häuser umzuziehen, die den Namen nicht einmal verdienen, und eine Lebensweise anzunehmen, die sie nicht wollen.

Von mir gibt es für dieses Buch leider keine Leseempfehlung. Obwohl es um wichtige Themen geht, ist das Buch besser für eine wissenschaftliche Vorlesung geeignet als für den interessierten Laien. Das Thema ist so langatmig aufgebaut, dass man kaum Nutzen aus dem Buch ziehen kann.

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M

Rezension zu "Der große Ausbruch" von Angus Deaton

Was die Welt zu einem besseren Ort machen würde
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Was die Welt zu einem besseren Ort machen würde

„Der Lebensstandard ist heute sehr viel höher, als vor 100 Jahren, und mehr Menschen entgehen heute dem Tod in der frühen Kindheit und Leben lange genug, um von diesem Wohlstand zu profitieren“.

Eine offenkundige These, die Deaton allerdings nicht einfach nur behauptet, sondern im Rahmen einer von ihm durchgeführten Untersuchung zu den Lebensumständen auf dem Planeten faktisch belegen kann.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen über die breit gestiegene Lebenserwartung und diese Lebenserwartung (die immer noch unterschiedlich verteilt ist auf der Welt) dann als Indikator nutzend, um die Kluft zwischen „Wohlstand und Armut“ zu beschreiben und den Ursachen dieser Kluft auf den Grund zu gehen, dass ist der innere rote Faden dieses Werkes des Nobelpreisträgers.

Wobei, das steht von Beginn an im Raum, Deaton einen großen Optimismus an den Tag legt. Das eben, im Gesamten betrachtet, die moderne, marktwirtschaftliche, kapitalistische Weltordnung zu positiven Ergebnissen geführt hat. Und diese nun, einfach ausgedrückt, durch kluges Überlegen und Handeln, auch auf die Schere zwischen Arm und Reich anwenden muss, da dort die bisher gängigen Handlungsweisen nicht zu einer Verringerung der Kluft geführt haben, sondern sich diese, gerade in den letzten 10 Jahren, immens erweitert.

Grundlegend ist dies aber möglich, erläutert Deaton. Ja, zunächst gilt sogar:

„Ungleichheit ist oftmals eine Folge des Fortschritts“ und damit nicht grundlegend problematisch, wenn man beginnt, an entsprechenden Punkten dann auch gegenzusteuern.

Fortschritte sind dann auch titelgebend, denn jeder signifikante Fortschritt in der Wirtschaftsgeschichte ist eine Form von „Ausbruch“, größer oder kleiner.

Im Gesamten ist dabei während der Lektüre bei Weitem das Positive immer mi Fokus und Vordergrund. Wie sehr der „Fortschritt“, was Wohlstand und Gesundheit angeht, weltweit bereits positiv gewirkt hat. Und dennoch noch nicht „gleich“ verteilt sind.

So leitet Deaton aus dieser Bestandsaufnahme ein Form „moralischen Anspruches“ an diejenigen ab, „denen es gut geht“, gemeinsam den Kampf gegen Armut und Krankheit aufzunehmen.

„Diejenigen, die entkommen sind, müssen denjenigen helfen, die noch in Ketten liegen“.

Ist das Buch bis dahin noch sehr informativ und erhellend und wirft einen ganz anderen Blick auf den „Ist-Zustand“ der Welt, als es Untergangspropheten der Gegenwart zu Hauf anders behaupten und stellt damit die „Kraft des Fortschritts“ positiv heraus, ergibt sich auf der anderen Seite allerdings auch das Gefühl „müder Appelle“.

Denn moralische Verpflichtungen, faires Wirtschaften und manches mehr, das Deaton anführt, liegt ja im Blick auf die letzten 20 Jahre eben nicht vor, bestimmt nicht die merkantilen Abläufe. Im Gegenteil, die Tendenz geht immer mehr ja beobachtbar darin, sich selbst und die eigene Wirtschaft ausschließlich aus Erstes zu setzen.

Das zudem eine ganze Reihe von Verwerfungen was den ökologischen Zustand des Planeten angeht, was die systematische Ausbeutung der „dritten Welt“ betrifft und anders mehr von Deaton zu wenig (nur an einzelnen Stellen) erwähnt werden, schmälert dann doch gerade die Differenzierungen, die Deaton vornimmt. Es fließen einfach nicht alle bekannten Fakten in umfassender Form in seine Schlüsse ein.

Dennoch, handfest bleibt die Darstellung der positiven Folgen des „großen Ausbruchs“ wirtschaftlichen Fortschritts und zu Recht positiv verweist Deaton darauf, dass die industrielle Revolution letztendlich, trotz aller noch bestehender Ungleichheiten, die Welt zu einem „besseren Ort gemacht hat, als je zuvor“.

Was nun den weiteren Kampf gegen Ungleichheit angeht, da verbleibt das Buch zu schwammig und schwach in den Argumenten. Wobei Deaton durchaus das Kernproblem erfasst und benennt: „dass die persönlichen Interessen die Oberhand über die Bedürfnisse der Allgemeinheit gewinnen können“.

Was beobachtbar bereits geschehen ist und was nicht durch Appelle an Fairness und Einsicht zu lösen sein wird.

Eine im Gesamten sehr interessante, sehr sachliche, sehr die Fakten bemühende und dabei positiv gestimmte Lektüre, die die ein oder andere Lücke in den Fakten und der Argumentation aufweist. Und dennoch den Leser darin mitnimmt, was Deaton als „vorsichtig optimistisch“ kennzeichnet und im letzten Kapiteln mit einigen starken Schlagwörtern belegt.

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