Anika Beer

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Interview mit Anika Beer

7 Fragen an Anika Beer

1) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Wie ich zum Schreiben gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr, weil ich damals noch so jung war. Geschichten zu erfinden und zu erzählen, ist für mich so natürlich, wie essen, trinken oder schlafen - es gehört einfach zum Leben dazu. Ich habe ständig einen riesigen Haufen von Ideenschnipseln im Kopf, und ich liebe es, einzelne Teile herauszuzupfen und daraus eine vollständige Geschichte zu basteln. Und der beste Moment ist der, in dem sich plötzlich alles zusammenfügt und einen Sinn ergibt, den ich den Schnipseln allein nicht ansehen konnte. Der allerschönste Teil an der Schreiberei ist für mich aber gar nicht das Schreiben an sich, sondern der Moment, wenn die Geschichte bei den Lesern ankommt. Wenn andere Menschen sich über die Geschichte genauso freuen können wie ich, dann bin ich glücklich und zufrieden.

2) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Meine private Leseliste ist genau so bunt wie die Liste der Empfehlungsquellen. Natürlich lese ich das Genre, in dem ich schreibe - die Urban Fantasy und Mystery und Dystopien und was sich sonst noch so im Bereich Jugendbuch/Junge Erwachsene findet. Da mag ich besonders die "Tribute von Panem" (wer nicht?), die "Schattenschwingen"-Trilogie von Tanja Heitmann oder "The Girl with the Glass Feet" von Ali Shaw, das ja jetzt endlich auch nach Deutschland kommt - um nur mal ein paar zu nennen, die mir in letzter Zeit deutlich im Gedächtnis geblieben sind. Ansonsten lese ich quer durch die Genres, was immer mir interessant scheint. Zu meinen All-Time-Favourites gehören da beispielsweise Jeffrey Eugenides' "Middlesex", Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray", Markus Zusaks "Die Bücherdiebin" oder Haruki Murakamis "Afterdark". Empfehlungen bekomme ich von überall her. Von Freunden, aus meinem Autorenkreis, über das Internet. Suchen muss ich Empfehlungen daher eigentlich nicht, sie springen mich sozusagen förmlich an, und ich kaufe eigentlich immer mehr Bücher als ich in absehbarer Zeit lesen kann. Aber das Problem dürften ja die meisten hier kennen.

3) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht ... Michael Ende hätte ich toll gefunden - der Held meiner Kindheit! Aber das geht ja nun schlecht ...

4) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Ideen und Inspiration kann man sich nicht holen - sie überfallen einen einfach, hinterrücks und völlig unebrechenbar. Ich glaube ja, unsere ganze Welt ist überwuchert von Ideenranken, die wir mit dem bloßen Auge nur nicht wahrnehmen können. Diese Ranken treiben immer wieder dicke Knospen aus, die irgendwann platzen und ihre Flugsamen in die Atmosphäre schleudern, damit die im Kopf eines Menschen Wurzeln schlagen können. Bei mir fällt so ein Samen dann meist auf sehr fruchtbaren Boden, treibt aus und wuchert und wächst, bis die Ideenpflanze ein großer Busch ist, der selbst Samen produziert ... Das ist schon ein ziemliches Dickicht, aber zum Glück habe ich liebe Menschen, die mir helfen, das Gedankengestrüpp ab und an zu stutzen, damit es in die richtige Richtung wachsen kann.

5) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich schreibe eigentlich jeden Tag, und wenn nicht, dann plane ich an meinen Geschichten. Oder ich schreibe Nachts. Diszipliniert bin ich dabei mehr oder weniger - ich würde lügen, wenn ich sagte, ich hätte regelmäßige Schreibzeiten. Es gibt Tage, an denen ich sehr viel schreibe und kaum aufhören kann, und dann wieder Zeiten, in denen tippe ich tagelang nicht mehr als ein paar Wörter. Aber da das meist bedeutet, dass es gerade in mir arbeitet und die Geschichte sich entwickelt, bis das nächste Teilstück sich leicht herunterschreiben lässt, kann ich solche Phasen inzwischen ziemlich entspannt angehen.

6) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Oh, viele, ehrlich gesagt. Natürlich möchte ich gern weiter Jugendbücher schreiben, aber ich würde mich gern auch in anderen Richtungen versuchen. Ideen habe ich genug, sie müssen nur aufgeschrieben werden - und dann natürlich auch noch gemocht werden. Außerdem würde ich gern reich und berühmt genug werden, dass ich mir die Exzentrik eines großen Ninja-Hauses mit Geheimgängen, japanischem Garten, Dojo, Pool und zweistöckiger Bibliothek leisten kann. ;-)

7) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Wie fühlt es sich an, wenn ein Lebenstraum in Erfüllung geht? Das ist ganz schwer zu beschreiben. Als ich die Nachricht von meiner ersten Veröffentlichung bekam, saß ich gerade mit meinem Bruder und seiner Freundin beim Frühstück in einem Café. Ich musste mich ganz groß beherrschen, nicht den ganzen Laden zusammenzuschreien vor Freude. Das ist ein ganz, ganz tolles Gefühl, das einem durch und durch geht. Na ja, und dann dachte ich: Verflixt! Ich brauche ein neues Lebensziel ...