Anita Mills Rosen im Winter

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Inhaltsangabe zu „Rosen im Winter“ von Anita Mills

Erfreulich historisch

— Damarel
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  • Parbleu! Da übermannte ihn die Minnelust. Oder: Ein Kurs für kreatives Fluchen im Mittelalter-Slang

    Rosen im Winter

    Damarel

    16. February 2016 um 15:24

    Arabella of Byrum wurde bereits in jungen Jahren an den grausamen Elias of Woolford verheiratet, der in mittelalterlichen Zeiten mal locker ihr Großvater hätte sein können. Auf der Burg ihres Mannes hat sie nicht viel zu lachen und als ihr erster Sohn mit einem verkrüppelten Bein zur Welt kommt, muss sie um ihrer beiden Leben fürchten, denn der krankhafte eifersüchtige Gemahl hält die Behinderung des Kindes nicht etwa für eine Folge seiner körperlichen Misshandlungen an der werdenden Mutter, sondern für das Zeichen des Teufels. Arabella muss ihn wohl betrogen haben, diese Teufelsbrut könnte nie die seine sein. Doch Arabella hat Glück im Unglück und ihr Mann bricht sich auf der Jagd nach dem vermeintlichen Ehebrecher das Genick. Doch auch zurück auf der väterlichen Burg soll es nicht besser werden. Ihr Vater arrangiert eine Ehe mit William of Hawick, dem sogenannten Bastard of Dunashie, der von seinem Halbbruder Giles, dem Metzeler zum Baron auf Blackleith ernannt worden ist. Diese illusteren Beinamen verheißen nichts Gutes und Arabella sieht sich ein zweites Mal in der Falle. Zumindest bis sie William etwas näher kennenlernt. Doch bis die beiden sich am Ende vorbehaltlos in den Armen liegen können, gibt es noch die ein oder andere Intrige, Misstrauen, Eifersucht und die Behinderung des Kindes zu überwinden. Und einen rachsüchtigen Mönch aus Williams Vergangenheit, der gnadenlose Rache geschworen hat. Überraschenderweise ist dieses Heftchen sehr viel mehr Roman, als ich gedacht habe. So weit ich das beurteilen kann, ist er super recherchiert und das Mittelalter-Feeling wird einem durch viele Kleinigkeiten in den Beschreibungen sehr nahe gebracht. Obendrein verhalten die Protagonisten sich hier wirklich mal der Zeit angemessen, auch wenn sie das manchmal etwas unverständlich oder gar unsympathisch macht. Besonders beeindruckend fande ich, wie eindrücklich einem das (unschöne) Frauenbild der damaligen Zeit nahe gebracht wurde. Zu der passenden Atmosphäre trägt in großen Teilen auch die arg historisierende, gestelzte Sprache bei, die einen gekonnt daran hindert, das Buch einfach so runterzulesen, sondern einen zwingt sich einzufühlen. Da lernt man einen Haufen neuer Wörter wie Minnelust (die anscheinend nicht mit der Minnewonne zu verwechseln ist) oder kreative Schimpfwörter wie Lasterbalg, alte Hudel, usw. Allerdings hätte man ab und an wirklich einen Gang zurückschalten können. Die Hauptfiguren sind nachvollziehbar und sympathisch, der Charakteraufbau ist logisch und auch Ecken und Kanten fehlen nicht. Auch wenn diese im Verlauf bei der weiblichen Hauptfigur für mich etwas übertrieben wurden. Wenn Arabella zum 100. Mal geradezu obsessiv über ihren behinderten Sohn wacht, war ich dann doch etwas sehr genervt von dieser plakativen Zurschaustellung von Mutterliebe und mittelalterlichem Frauenbild. Die unvermeidlichen Sexszenen in diesen Büchlein sind hier ausnahmsweise wirklich mal brauchbar, da sie ein Prickeln nicht vermissen lassen, aber nicht bis zum Erbrechen ausgewalzt werden. "Rosen im Winter" ist ein etwas anderer Heftchenroman, der für mich wohltuend vom Mainstream abwich und obendrein mit einer interessanten Handlung und Grundkonstellation aufwarten kann.

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