Anita Nair

 3.9 Sterne bei 23 Bewertungen
Autor von Das Salz der drei Meere, Gewaltkette und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Anita Nair

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Anita NairDas Salz der drei Meere
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Das Salz der drei Meere
Das Salz der drei Meere
 (20)
Erschienen am 01.01.2007
Anita NairGewaltkette
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Gewaltkette
Gewaltkette
 (3)
Erschienen am 04.09.2017
Anita NairEin besserer Mann
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Ein besserer Mann
Ein besserer Mann
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Erschienen am 01.10.2006
Anita NairKathakali
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Kathakali
Kathakali
 (0)
Erschienen am 01.08.2006
Anita NairSATYR OF THE SUBWAY
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SATYR OF THE SUBWAY
SATYR OF THE SUBWAY
 (0)
Erschienen am 30.10.2006
Anita NairMistress
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Mistress
Mistress
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Erschienen am 29.01.2009
Anita NairLadies Coupe
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Ladies Coupe
Ladies Coupe
 (0)
Erschienen am 05.06.2003
Anita NairTHE PUFFIN BOOK OF WORLD MYTHS AND LEGENDS
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THE PUFFIN BOOK OF WORLD MYTHS AND LEGENDS
THE PUFFIN BOOK OF WORLD MYTHS AND LEGENDS
 (0)
Erschienen am 30.11.2004

Neue Rezensionen zu Anita Nair

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DunklesSchafs avatar

Rezension zu "Gewaltkette" von Anita Nair

Indien mal anders - kein Bollywood, sondern Realität in "Gewaltkette" von Anita Nair
DunklesSchafvor einem Jahr

Deutschland, Skandinavien, England, Frankreich, USA… das sind so die Länder aus denen 90% der Krimis in unserer Krimilandschaft hierzulande stammen (ja, die Zahl ist nur meine Schätzung, doch ich denke, damit liege ich gar nicht so fern). So ist es immer wieder ein Erlebnis in die Krimikulturen anderer Länder reinzuschnuppern. Ferne Länder, andere Kulturen, Länder, die ich persönlich vielleicht nicht besuchen werde – na, seien wir ehrlich, vermutlich werde ich die meisten davon niemals sehen. Umso spannender ist es, diese Länder literarisch zu besuchen – und für die Krimi-Nerds unter Euch ist ja klar, dass es für mich auch immer ein Krimi sein muss, der diesen Besuch einleitet. So wie Anita Nairs Krimi um Inspector Borei Gowda aus Indien.

2 Ermittlungen
Inspector Gowda hat zwei Probleme: der Mord an dem angesehenen Anwalt, Dr. Rathore, bereitet ihm und seinem Team Kopfzerbrechen und auch im privaten Umfeld sind seine Fähigkeiten gefragt, da Nandita, die Tochter seiner Haushälterin, verschwunden ist. Derweil es im Fall des Anwaltes erst mal keine Spur gibt und die Ermittlungen sich schwer gestalten, finden sie immerhin Anhaltspunkte im anderen Fall: Nandita wurde entführt.

Der Moloch
Bangalore – für mich eine Stadt, die ich mit Entwicklern und der IT-Branche verbinde. So ganz unrichtig ist das auch gar nicht, denn Bangalore stellt sich im Krimi als arbeitsame Stadt dar. Viele, vor allem Männer, strömen in die Stadt, um Arbeit zu suchen. Doch auch das ist nicht genügend, für die boomende Stadt. Arbeitskräfte werden gebraucht, aber auch Vergnügen, für die vielen Männer, die in die Stadt strömen. Was liegt da näher, als Kinder zu requirieren? Als Arbeitskräfte, als Huren. Je nach Bedarf werden die Kinder von den Straßen gelockt, fast schon gepflückt wie reife Äpfel. Menschenhandel, eigentlich Kinderhandel. Eine grausige Realität, die mich fragen lässt, wie indische Eltern sich überhaupt trauen, ihre Kinder aus dem Haus zu lassen. Die Gefahren sind allgegenwärtig und grausam. Die Polizei ist oft machtlos oder gar korrupt, die Verstrickungen reichen auch in wirtschaftliche und politische Kreise und sind umso schwerer an der Wurzel auszurupfen.

„Überall in Bangalore wurden Bäume abgeholzt, Häuser schienen über Nacht aus dem Boden zu schießen wie Pilze nach einem Gewitter, auch das trug dazu bei. Klimaveränderung. Und nicht nur das Wetter änderte sich, auch das Verhalten der Menschen. In Bangalore tummelten sich über fünfhunderttausend Wanderarbeiter, die meisten davon Männer. Sie waren zu allem bereit, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen und ein Gefühl von Macht zu spüren, statt nur als bedeutungslose Spielfiguren der Gesellschaft dahinzuvegetieren.“ (S. 309)

Type mit Bauchansatz
Ein Kämpfer gegen diesen Moloch ist Inspector Gowda. Er ist schon eine Type, mit seiner Geliebten Urmila, die er relativ frei treffen kann, da seine Frau wegen dem Sohn in einer anderen Stadt weilt. Frau und Sohn sind ihm fremd, doch eben Familie. Seine Untergebenen sind ihm treu ergeben, auch wenn er bei den Ranghöheren nicht gerade beliebt ist. Seine unorthodoxen Methoden und seine Unbestechlichkeit machen ihn suspekt, doch auch wenn er es selbst mit der Moral nicht ganz so genau nimmt, so nimmt er doch die Gerechtigkeit sehr ernst. Und so brummt er mit seiner Royal Enfield durch Bangalores Straßen, durchstreift sein Netzwerk aus Informanten und müht sich Schritt für Schritt durch den Sumpf der Stadt. Ja, das mag für einen Ermittler nicht ungewöhnlich klingen, doch in Bangalore und mit vielen verschiedenen indischen Gerichten untermalt ist es doch wieder etwas Anderes, etwas Neues und Spannendes.

Fazit:
Indische Kultur ganz und gar nicht bezaubernd, sondern als Nährboden für Menschenhandel und Kinderprostitution zeigt der Krimi an Inspector Gowdas Ermittlungen in der Boomtown Bangalore, zwischen Tradition und Moderne. Sehr empfehlenswert!

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Haverss avatar

Rezension zu "Gewaltkette" von Anita Nair

Jenseits von Bollywood und Taj Mahal
Haversvor einem Jahr

Bangalore, drittgrößte Stadt Indiens, Technologie- und IT-Zentrum, auf den ersten Blick eine moderne Metropole, die stellvertretend für die Anstrengungen Indiens auf dem Weg in eine bessere Zukunft steht . Kratzt man jedoch an der Oberfläche, offenbart sich eine zutiefst zerissene Gesellschaft, die versucht, sich aus der Tradition zu lösen, aber noch nicht in der Moderne angekommen ist. Postkolonialismus und Kastenwesen prägen noch immer den Alltag, dazu kommen die negativen Auswüchse moderner Industriegesellschaften. Landflucht und Übervölkerung, bittere Armut und protzender Reichtum, Slums und Paläste, Kriminalität und Korruption.

Hier ermittelt Inspektor Gowda, unterstützt von seinem Team. Und wie Bangalore vereint auch Gowda zahlreiche Widersprüche in sich. Beruflich kann man ihm nichts vorwerfen, er ist absolut professionell, integer, ein Mann mit Grundsätzen. Anders hingegen sieht es im Privaten aus, hier nimmt er es mit der gängigen Moral nicht so genau, hat außer seiner Ehefrau auch noch eine Geliebte und wird weder der einen noch der anderen gerecht.

Aktuell arbeitet er an zwei Fällen. Zum einen ist da der bekannte Anwalts, wohnhaft in einer hochgesicherten Luxussiedlung, der dort mit eingeschlagenem Schädel aufgefunden wird, zum anderen ist die zwölfjährige Tochter seiner Haushaltshilfe spurlos verschwunden. Zuerst scheint es, als ob das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte, aber im Laufe der Ermittlungen muss Gowda feststellen, dass zwischen beiden Ereignissen eine unheilvolle Verbindung besteht.

Kinder als Ware, verschleppt, verkauft, misshandelt und prostituiert. Kinder, die den Reichen und Mächtigen zu Willen sein müssen - ein Thema, das an die Nieren geht. Aber Anita Nair entwickelt ihre Story behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl. Wo andere Autoren mit drastischen Szenen aufwarten macht sie Andeutungen und überlässt so vieles den Vorstellungen des Lesers. Und gerade das macht ihre Schilderungen umso eindringlicher. „Gewaltkette“ bietet einen ungeschönten Blick auf Indien, ein Land, das sich als Industrienation präsentiert, aber noch immer seine patriarchalische Prägung in einem Alltag lebt, in dem Frauen und Kinder ausgebeutet und ihnen jegliche Rechte verweigert werden. Lesen!

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Tasmetus avatar

Rezension zu "Das Salz der drei Meere" von Anita Nair

Bewegend
Tasmetuvor 5 Jahren

Ich finde das Buch wirklich gut, aber es hat mich stark beschäftigt. Permanent waren die Geschichten dieser Frauen in meinem Hinterkopf. Und eigentlich war ich wirklich enttäuscht, fast schon wütend, dass die Gemeinsamkeit der Frauen darin bestand, dass sie frei sein wollten, sich aber aufopferten und ihre Gedanken nie aussprachen, immer kuschten und schwiegen. Das sogar ihre Mütter ihnen sagten, dass nur so eine gute Ehefrau aussieht – eine, die immer schön die Klappe hält und keine Meinung hat. Doch andererseits waren sie auch verdammt stark und haben ihre Träume nicht vergessen und teilweise sogar verwirklicht. Deshalb ist Karpagam, die nur eine Nebenrolle spielt, auch meine liebste Charaktere.
Außerdem will ich nicht über die Kultur dort urteilen und sie als “frauenfeindlich” abstempeln, nur weil sie so anders ist als meine eigene. Ich weiß nur, dass ich dort nicht leben könnte. Und Respekt gegenüber den Frauen dort habe, die ihre Träume wahr machen und so stark sind wie die Frauen aus dem Buch.

Ich empfehle das Buch wirklich jedem, der sich für Starke-Frauen-Romane oder Indien oder einfach gute Geschichten interessiert. Es hat mich sehr berührt und es ist auch gut geschrieben.

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