Anita Shreve Das Gewicht des Wassers

(35)

Lovelybooks Bewertung

  • 43 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(9)
(17)
(6)
(2)
(1)

Inhaltsangabe zu „Das Gewicht des Wassers“ von Anita Shreve

Der Segeltörn der Fotoreporterin Jean mit ihrer Familie, ihrem Schwager und dessen Freundin sollte eigentlich der Recherche eines über 100 Jahre zurückliegenden Mordes an zwei jungen Norwegerinnen dienen. Doch schon bald entsteht an Bord des Bootes eine Atmosphäre von erotischer Spannung und Eifersucht, die unweigerlich in einer dramatischen Katastrophe endet …

Bewegende Beziehungstragödie mit Schauereffekten

— RosaEmma
RosaEmma

Stöbern in Romane

Heimkehren

Ein großartiges Buch!

himbeerbel

Das Glück meines Bruders

Zwei ungleiche Brüder. Am Ende entpuppt sich der vermeintlich stärkere Bruder als der schwächere von beiden. Wen traf nun das Glück?

Waschbaerin

Das Ministerium des äußersten Glücks

Roxy beschreibt ein grausames aber sehr farbenprächtiges Bild von Indien

Linatost

Dann schlaf auch du

Ein sehr ergreifendes Buch, das einen nicht mehr loslässt....

EOS

Babydoll

Für meinen Geschmack kam mir die Protagonistin zu schnell und mit zu wenig tiefgehenden Ängsten über die Gefangenschaft hinweg.

Evebi

Underground Railroad

Pflichtlektüre - schnörkellose, eindringliche aber auch hoffnungsvolle Geschichte über die Sklaverei und eine Flucht in die Freiheit

krimielse

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Suche nach der Wahrheit

    Das Gewicht des Wassers
    RosaEmma

    RosaEmma

    11. March 2017 um 14:41

    In meiner neuen Blog-Rubrik Books to remember – Bücher, die in Erinnerung bleiben möchte ich euch Romane vorstellen, die zu meinen Lieblingswerken zählen, die mich begeistert, bewegt, gefesselt, zum Lachen und zum Weinen gebracht haben und die ich von Zeit zu Zeit immer wieder gerne lese. Ein solches Buch ist auch Das Gewicht des Wassers von Anita Shreve. Die amerikanische Autorin zählt zu meinen literarischen Favoriten. Ich habe alle ihre Romane gelesen und bin immer wieder aufs Neue angetan von ihrem einzigartigen Schreibstil und ihrer sprachlichen Ausdruckskraft. Ihre Geschichten sind ausgefallen, dramatisch, romantisch, spannend, schockierend und berührend – sie schwirren noch lange in den Gedanken, selbst wenn man sich schon längst einer neuen Lektüre zugewandt hat. All diese Attribute machen Shreves Romane für mich zu ganz besonderen Lesehighlights, die ihresgleichen suchen. Ein lang zurückliegendes Verbrechen Die Fotoreporterin Jean soll für eine Zeitung die grausamen Morde an zwei norwegischen Immigrantinnen, die 1873 die kleine Insel Smuttynose vor der Küste Neuenglands erschütterten, erneut recherchieren und mit der Kamera dokumentieren. Anethe und Karen Christensen waren damals mit einer Axt regelrecht niedergemetzelt worden. Eine dritte Frau, Maren Hontvedt, überlebte den Angriff schwer verletzt, weil sie sich in einer Höhle versteckte. Als Täter hatte man in Windeseile Louis Wagner, einen 28-jährigen preußischen Einwanderer und Hilfsarbeiter, ausgemacht, der jedoch bis zu seiner Hinrichtung vehement seine Unschuld beteuerte. Jean verbindet ihren Auftrag mit einem Segeltörn zu den Isles of Shoals gemeinsam mit ihrem Mann Thomas, einem berühmten Dichter, ihrer fünfjährigen Tochter Billie, ihrem Schwager Rich und seiner neuen Freundin Adaline. Ihr ist zwar klar, dass es auf Smuttynose nicht mehr viel zu fotografieren gibt, denn nach einem Brand existieren von dem Mordhaus nicht mal mehr die Grundmauern, aber sie hofft, in den lokalen Archiven weitergehende Informationen über die Mordnacht und den für die damalige Zeit spektakulären Prozess zu finden. Die Suche nach der Wahrheit Jean freut sich auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie, doch schon nach kurzer Zeit macht sich Ernücherung breit. Ihr wird klar, wie verfahren ihre Ehe mit Thomas ist, dessen Alkoholkonsum ein besorgniserregendes Ausmaß angenommen hat. Sie haben sich nicht mehr viel zu sagen, nur Tochter Billie scheint die beiden noch zusammenzuhalten. Erste Konflikte und Spannungen treten auf, die sich auf engstem Raum noch verstärken. Rich, durchtrainierter Bonvivant und das krasse Gegenteil seines blassen Bruders, hat kein Verständnis für Thomas‘ selbstzerstörerische Ader und hält zu Jean, während Thomas für Jeans Geschmack viel zu häufig die Nähe von Richs attraktiver Begleiterin Adaline sucht. In Portsmouth angekommen, begibt sich Jean als erstes in die städtische Bibliothek und hat Glück im ersten Anlauf: Die Archivschriften der Isles of Shoals sind gerade eingetroffen – allerdings komplett durcheinander und unsortiert, doch das tut Jeans Freude keinen Abbruch. Sie sichtet Seite um Seite und versinkt in ihren Recherchen. Schließlich stößt sie auf etwas, was sie nie auch nur zu finden hoffte: Die privaten Aufzeichnungen von Maren Hontvedt, die einzig Überlebende, die ihr Leben und die Mordnacht, die sie schwer traumatisierte, Revue passieren lässt. Da Jean weiß, dass man ihr nie erlauben würde, diese Unterlagen, auf die noch niemand vor ihr aufmerksam geworden ist, mitzunehmen, stiehlt sie sie kurzerhand. Im Auge des Sturms Zurück auf dem Boot nimmt Jean mit wachsendem Missfallen zur Kenntnis, wie gut Thomas, Adaline und Billie sich verstehen und wie sehr sie es genießen, Zeit miteinander zu verbringen. Im Gegenzug wendet sie sich verstärkt Rich zu und wird immer abweisender zu Adaline und Thomas, der den Grund für ihren Unmut in keiner Weise nachvollziehen kann. Doch Marens Lebensgeschichte zieht Jean zunehmend in ihren Bann: Ihre arrangierte, lieblose Ehe mit ihrem Mann John, ihre abgöttische Liebe zu ihrem Bruder Evan, ihre Abneigung gegenüber ihrer Schwester Karen und ihre Zurückhaltung gegenüber der naiven Schwägerin Anethe offenbaren ein schwelendes Beziehungsgeflecht, von dem kein Außenstehender wusste. Als Jean schließlich kurz davor ist, den wahren Tätet anhand von Marens Aufzeichnungen zu entlarven, geraten sie und ihre Familie mit ihrem Segelboot in einen schweren Sturm, der ihr Leben auf tragische Weise für immer verändert… Bewegende Beziehungstragödie mit Schauereffekten In zwei Handlungssträngen erzählt Shreve sowohl Jeans als auch Marens tragische Geschichte und generiert einen Spannungsbogen mit wohl dosierten Schauereffekten, der bis zur überraschenden, hochdramatischen Auflösung fesselt. Der Roman ist Beziehungstragödie und Thriller zugleich, der darüber hinaus von der Autorin detailliert recherchierte und sehr aufschlussreiche historische Informationen über das karge und entbehrungsreiche Leben der norwegischen Fischer, die nach Amerika immigrierten, beinhaltet. Die Axtmorde auf Smuttynose im Jahre 1873 sind tatsächlich geschehen, die Stories um Jean und Maren hat die Autorin sehr klug und äußerst packend dazu erdacht. Diese gelungene Mischung aus Facts & Fiction macht das Besondere dieses brillant geschriebenen Romans aus. Auch die Protagonisten sind sehr einprägsam: Die bodenständige Jean, die mit ihrer Ehekrise und ihrer Eifersucht überfordert ist, der von einem schrecklichen Erlebnis traumatisierte Dichter Thomas Janes, der versucht, seine Verzweiflung im Alkohol zu ertränken und nicht zuletzt Maren, deren spartanisches Leben mit ihrem ungeliebten Ehemann John in der Einöde und Kargheit der neuen Heimat zu einem Albtraum wird. Die Konstellation der Hauptfiguren – in der Gegenwart und in der Vergangenheit – machen die aufkommenden Spannungen für den Leser spürbar. Der schwere Sturm und das aufbrausende Meer, die in der Mordnacht tobten und auch den gegenwärtigen Segeltörn auf tragische Weise beenden, reflektieren das aufgewühlte Seelenleben der Protagonisten. Die Naturgewalten sind zudem Vorboten der schrecklichen Ereignisse, die folgen und nach denen nichts mehr so ist wie vorher. Nach Lektüre des Romans fragt man sich als Leser unweigerlich, wie es wohl weitergeht. Eine Antwort lässt sich nur schwerlich finden. Allerdings begegnet uns der unglückliche Poet Thomas Janes noch ein weiteres Mal: In Shreves Roman Der weiße Klang der Wellen (The Last Time They Met), der ebenso wie Das Gewicht des Wassers ein Must Read ist.

    Mehr
  • Eifersuchtsdrama an Bord

    Das Gewicht des Wassers
    jenvo82

    jenvo82

    17. November 2014 um 13:14

    Ein seltsam faszinierender Roman, der im Grunde genommen zwei Geschichten erzählt, die nur versteckte Parallelen aufweisen. Während die Erzählung aus der Vergangenheit sich mit einem lange verjährten Doppelmord und der dazugehörigen Dramatik beschäftigt, handelt die Gegenwart von einem Beziehungsdrama an Bord eines kleinen Schoners. Die Geschichte lebt von den Handlungen der beiden Hauptprotagonistinnen, vermittelt sie doch ein starkes Gefühl von Verbundenheit und liefert tiefe psychologische Einsicht in deren Schicksal. Das Ende empfinde ich schockierend, man hätte es so in dieser Form nicht erwartet und auch nicht gewünscht. Stattdessen wirft es neue Fragen auf und lässt das Buch in den Gedanken des Lesers nachklingen.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Gewicht des Wassers" von Anita Shreve

    Das Gewicht des Wassers
    verena scott

    verena scott

    03. March 2010 um 11:29

    unlogisch aufgebauter krimi! die täterschaft der protagonistin ist völligst aus der luft gegriffen und unverständlich!