Auch wenn versucht wird, einen anderen Eindruck zu erzeugen (u.a. im Nachwort von Prof. Dr. Amadé Esperer): es handelt sich bei diesen Gedichten eher um Gelegenheitsverse als um ein konsistentes lyrisches Werk. Anita Tschirwitz, Mitherausgeberin der Zeitschrift Ariel, war anscheinend eine begabte Künstlerinnenpersönlichkeit und es ist schön, dass man sie würdigen will. Jedoch den Eindruck zu erwecken, dass man es hier mit einer unbekannten Dichterin bedeutenden Formats zu tun hat, finde ich irreführend.
Entsprechend gefallen mir vor allem die Gedichte, die gar nicht vorgeben etwas anderes zu sein als Gelegenheitsverse, Impressionen, Meinungen. Es gibt auch andere, für sich genommen ambitioniertere, fast schon analytische Gedichte, so wie Sprachgetürmtes, Klangverspieltes. Oft wirken diese Texte allerdings wie der halbfertige Entwurf einer Poetik und stehen allein auf weiter Flur.
Dennoch sind es nicht "nur" Gelegenheitsgedichte, denn auch diese können ja beeindrucken, intriguen, entzücken.
Lyristix


