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mocamoca

vor 9 Monaten

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Die Geschichte von Stefa und Alkatar ist eine Reise in andere Welten. Es werden Tabuthemen angesprochen und damit durch die Blume Kritik an unserer heutigen Gesellschaft geübt.
Alkatar lebt abseits der Erde auf einem Planeten namens Sumas und wird als Mann von den Frauen seines Heimatplaneten dominiert. Stefa hingegen fristet ein ängstliches Dasein auf der Erde, abhängig von ihrem Bruder. Beide sind sehr verschieden, haben jedoch einen ähnlichen Geist. Sie sind ruhig, sehr altruistisch und der Natur gegenüber vorsichtig und aufmerksam. Der Konflikt des Buches zeigt sich vor allem durch die Geschehnisse auf dem Planeten Zadeg. Dabei geht es um die Frage: Ist es in Ordnung, um jeden Preis den Fortschritt voranzutreiben?

Schreibstil
Anja Fahrners Debüt Roman überzeugt mit einem malerischen Schreibstil, der besonders gut zu spüren ist, als Alkatar sich noch auf Sumas befindet. Die dort beschriebene Welt ist so plastisch, dass ich mich leicht in die fremden Sitten und Bräuche einfinden konnte und gebannt weiterlesen musste. Es wird beabsichtigt auf gewisse Klischees bei neuen Stämmen verzichtet und so entstehen die ungewöhnlichsten Wesen, die Stefas und Alkatars Weg kreuzen.

Personen
Die Figuren im Roman verhalten sich ihrer Persönlichkeit entsprechend authentisch. Stefa, die sich vor allem fürchtet. Alkatar, der als Krieger stets die Kontrolle haben möchte. An einigen Stellen war Stefa durch ihre unsichere Art sehr naiv, was den Lesefluss störte und mir ab und an ein Stirnrunzeln bescherte. Die ausgeklügelte Welt macht dieses Gefühl jedoch wett und ich fühle mich im Buch gut aufgehoben.

Persönliche Meinung
Ich persönlich hätte mir eine stärkere und selbstbewusstere Stefa gewünscht. Sie kommt mir an vielen Stellen sehr kindlich vor, was jedoch in ihrer Persönlichkeit begründet liegt. Fasziniert hat mich die Umkehr am Ende des Buches. Die Wesen, die dort in Erscheinung treten, hatten etwas Widerliches und Abartiges an sich, das mich an so einige Horrorromane erinnerte. Das gefiel mir sehr, sehr gut. Hätte ruhig mehr davon sein können.
Empfehlen kann ich das Buch all jenen, die sich auf eine fremde Welt einlassen wollen und sich der Natur verbunden fühlen. Wer einen Standard Weltraumroman erwartet, wird an dieser Stelle jedoch nicht auf seine Kosten kommen. Dafür ist Anja Fahrners Debüt zu stark psychologisch untermalt.

Autor: Anja Fahrner
Buch: Alkatar
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