Anja Hall Gleiche Chancen für Frauen und Männer mit Berufsausbildung?

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Inhaltsangabe zu „Gleiche Chancen für Frauen und Männer mit Berufsausbildung?“ von Anja Hall

Gleiche Berufschance bei gleicher Ausbildung? – mit dieser Frage beschäftigt sich die Dissertation. Oftmals gibt es erhebliche Differenzen zwischen den Inhalten und dem Qualifikationsniveau von erlerntem und ausgeübtem Beruf. Diese Untersuchung basiert auf der Erwerbstätigenbefragung 2006. Die Autorin untersucht Gründe und Faktoren, die bei Männern und Frauen zum Berufswechsel führen. Hinterfragt wird, wie häufig Erwerbstätige unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt sind und welche dies für Auswirkungen auf das Einkommen hat.

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  • Rezension zu "Gleiche Chancen für Frauen und Männer mit Berufsausbildung?" von Anja Hall

    Gleiche Chancen für Frauen und Männer mit Berufsausbildung?
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    07. July 2011 um 08:08

    Empirische Analyse zum Ausbildungsvergleich Im Rahmen einer Studie des Bundesinstituts zur beruflichen Bildung untersucht Anja Hall einerseits den theoretischen Zusammenhang von Bildungsressourcen, Erwerbstätigkeit und Geschlecht, sowie andererseits , welche Auswirkungen die erlernten Kompetenzen bei Männern und Frauen auf die Positionierung am Arbeitsmarkt haben. Wie durchaus bekannt und durchaus ebenso einem Vorurteil entsprechend, lässt sich im Verlauf der Untersuchung feststellen, dass Frauen im Vergleich zu Männern deutlich häufiger unterwertig erwerbstätig sind. Allerdings nicht unbedingt alleine deswegen, weil man „Frau ist“, sondern vor allem aufgrund der spezifisch gewählten Berufe und deren Aussichten am Arbeitsmarkt. Interessanterweise und bei weitem vorher nicht in dieser Klarheit ablesbar, steht als Ergebnis der Untersuchung ebenso im Raum, dass Frauen signifikant häufiger in ihrem erlernten Beruf verbleiben als Männer. Anja Hall legt eine ausführliche, in Teilen kleinteilige, Untersuchung vor und stellt damit Material für eine differenzierte Sicht zu Fragen von Frauenberufen, Ausbildungsadäquanz, Berufswechsel, unterwertiger Erwerbsarbeit und Niedriglohnbeschäftigung zur Verfügung. Sowohl auf der Ebene der Fachadäquanz (inhaltliche Übereinstimmung von erlerntem und ausgeübten Beruf), als auch der Niveauadäquanz (Ausbildungsqualität in Bezug zum Niveau der Tätigkeit später) stellt Hall profunde Ergebnisse dar, weist Unterschiede auf (unterwertige Erwerbstätigkeit gerade bei Frauen) und legt so, Stück für Stück, „gefühlte“ Unterschiede nun empirisch unterfüttert vor. Ganz nebenbei verdeutlicht die Studie ebenfalls die hohe Fluktuation im Blick auf den zunächst erlernten Beruf. Jeder dritte Befragte verrichtet eine Tätigkeit, die mit dem ehemals erlernten Beruf nichts mehr zu tun hat. Wobei auch hier wieder, geschlechtsspezifisch stark unterschiedlich, dieser „vollständige Berufswechsel“ quantitativ deutlich mehr bei Männern nachzuweisen ist. Als Ergebnis steht, dass „frauenspezifische Berufe“ (Gesundheitswesen und Erziehungsberufe) an sich seltener gewechselt werden als die wesentliche breiter vorliegenden „Männerberufe“. Ebenso interessant sind die aufgezeigten Gründe für unterwertige Beschäftigung, die Frauen höher betreffen als Männer. Hier liegt weniger eine geschlechtsspezifische Begründung vor, viel stärker ins Gewicht fällt der erlernte Beruf an sich. Berufe, bei denen über Bedarf ausgebildet wird, Berufe, die mit höherer Arbeitslosenquote einhergehen und die ein hohe Spezifität aufweisen (somit wenig Transferpotential in andere Berufe hinein haben), führen häufiger zu unterwertiger Erwerbstätigkeit und zu einem Verharren in solcher, da Alternativen ob der Berufsausbildung zunächst fehlen. Die beruflichen Chancen von Frauen können daher nicht pauschal als „schlechter“ gekennzeichnet werden. Wohl aber hat der gewählte Beruf von Frauen eine hoch differenzierende Wirkung auf den späteren Erwerbsverlauf, stärker, als dies bei Männern feststellbar wäre. Frauenberufe sind heterogen und weisen höchst unterschiedliche Arbeitsmarktchancen auf, dies ist eine wichtige Erkenntnis der Studie. Ebenso, wie die Studie eine Erweiterung auf andere Ausbildungsqualifikationen genauso nahe legt wie auf eine nähere Untersuchung zur Empirie und Begründung von Berufswechseln in Deutschland. Sauber recherchiert, in Teilen kleinteilig zusammengestellt und jederzeit mit Zahlenwerken unterfüttert, legt Anja Hall zur konkreten Frage der Chancengleichheit von Frauen und Männern eine differenzierte Studie vor, die einige interessante Ergebnisse aufzuweisen hat und gerade das Phänomen unterwertiger Erwerbstätigkeit und des Niedriglohns geschlechtsspezifisch aufschlüsselt und in seinen Begründungen fundiert darstellt. In komplexer Sprache und mit hohem wissenschaftlichen Anspruch versehen, ist dieses Buch nicht zur einfachen Lektüre, sondern zur forschungsgerichteten Arbeit hin konzipiert. Die Lektüre erfordert eine hohe Konzentration beim Leser. Für den Bereich der in der beruflichen Bildung Tätigen bildet das Buch eine durchaus interessante und wichtige Lektüre, die in ihren Inhalten durchaus über die rein geschlechtsspezifische Grundfrage hinausreicht..

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