Visionensucher ein Buch, welches als Pflichtlektüre für Ausbilder zu empfehlen ist. Es ist jedoch nicht zu verstehen von Rezipienten, die eine 1:1 Anleitung erwarten und unkritisch mit allem losziehen, was im Internet propagiert wird. Bei der Lektüre des Buches wurden, aus meinem ca. 50 jährigen Umgang mit Pferden Erinnerungen an die selbsternannten Reitlehrer-(innen) wach, die weder von den Lehrmethoden wie in dem Buch aufgeführt, gehört hatten, noch danach handelten, oder besser gesagt konnten. Für die herausfordernde Ausbildung zwei so unterschiedlicher Wesen wie Mensch und Pferd, werden die ebenso unterschiedlichen Lehrmethoden, mit philosophischem Hintergrund, in diesem Buch verständlich erklärt. Der Schwerpunkt liegt im Lehren und im Lernen.
Den Pferden und Reitern wünsche ich, dass die Ausbilder das Buch lesen, verstehen und danach handeln. Doch ich befürchte, dass wie Horst Stern schon 1961 in So verdient man sich die Sporen unter Kapitel 7 beschrieben hat, es gibt sie nur in Lehrbüchern – die wirklichen Reitlehrer. Vielleicht mit wenigen Ausnahmen. Und setzen Ausbilder wohl auch nicht all ihre Kompetenz ein bei Reitschülern, die ihr Pferd nur als Statussymbol und zum Behängen mit allem unnötigem Zubehör besitzen, jedoch nicht den erforderlichen Willen aufbringen, um wirklich Reiten zu lernen. Nüchtern betrachtet, was hat sich in den letzten 60 Jahren verändert... ist es nicht an der Zeit, dass sich die Verantwortlichen bei der FN einmal kritisch mit der Reitausbildung beschäftigen? Das Buch Visionensucher könnte eine gute Anleitung sein, da es sich tiefgründig und umfassend mit der Materie Ausbildung von Reiter und Pferd beschäftigt und -eher unpassend in dieser Zeit- zu (Selbst-) Reflexion, zu eigener Entwicklung anregt und somit Ausbilderpersönlichkeit fördern kann.
M. Wemhöner




