Anja Hellfritzsch

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor*in von Der Theatermann.

Lebenslauf

Anja Menzel alias Anja Hellfritzsch wurde 1973 in Sachsen-Anhalt geboren, lebt heute mit ihrer Familie in Radebeul und ist im Bereich Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit tätig. Vor vielen Jahren bat ihr Großvater sie, einen Familienstammbaum zu erstellen. Zu Namen und Daten kamen Fotos und Geschichten und schon bald war sie mit dem Genealogie-Virus infiziert. Je mehr sie erfuhr, umso mehr wollte sie wissen. Seitdem ist sie in Archiven unterwegs und recherchiert zu Menschen, die in früheren Zeiten lebten - manchmal in eigener Sache, manchmal ehrenamtlich für das Stadtarchiv Radebeul. 2015 ist ihr erstes Buch entstanden. Ihre Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten. Die handelnden Personen sind authentisch, die Erzählungen vor der realen Kulisse der damaligen Zeit angesiedelt - ein Geschichtserlebnis der besonderen Art.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anja Hellfritzsch

Cover des Buches Der Theatermann (ISBN: 9783943444902)

Der Theatermann

(1)
Erschienen am 28.04.2020

Neue Rezensionen zu Anja Hellfritzsch

Cover des Buches Der Theatermann (ISBN: 9783943444902)
Nilufars avatar

Rezension zu "Der Theatermann" von Anja Hellfritzsch

Nilufar
Diesem hervorragenden Buch wünsche ich von Herzen noch viele Leser!

Die besten Geschichten schreibt das Leben, heißt es. Aber wenn dann noch eine Autorin in Archiven stöbert, Details und Fotos auswertet, zeit- und regionalgeschichtliche Bezüge herstellt und alle Puzzlestücke in romanhafter Form wie ein Mosaik kunstvoll zusammenfügt und plastisch werden lässt, dann wird daraus eine allerbeste Geschichte.

Anja Hellfritzsch gibt dem - völlig zu Unrecht vergessenen - Theatermann Maxime René (Maximus Ottowa-René) posthum eine literarische Bühne, die ihn und seine Verdienste hoffentlich unsterblich macht. Bauarbeiten in ihrem Garten förderten Fundstücke zutage, die sie zu Nachforschungen in sächsischen Archiven veranlasste. 


Mit 16 Jahren schließt sich René einem Wandertheater an, begeistert und talentiert lernt er in Wien und an verschiedenen Theatern, um nur wenige Jahre später am Königlichen Hoftheater in Dresden zu debütieren. Nach einer gescheiterten Ehe verliebt er sich in Franziska Hilpert, eine Kollegin des benachbarten Theaters. Gemeinsam lassen sie sich in einem Haus im heutigen Radebeul nieder und könnten - theoretisch - dort glücklich bis zum Lebensende ihre Karrieren, ihre Berühmtheit genießen. Nicht so im wahren Leben.

Der Idealist René hat den Wunsch, gutes Theater und die klassische Dramenliteratur allen Menschen zugänglich zu machen, auch den weniger Betuchten. Heute würde man von kultureller Teilhabe sprechen, woran damals noch niemand dachte. Für diese Vision lebt er und gibt alles, um sie zu verwirklichen, immer mit Unterstützung seiner Lebensgefährtin, obwohl ihm das Schicksal immer wieder Knüppel zwischen die Beine wirft. 

René übernimmt das Theater am Albertplatz als Direktor, gründet im Ersten Weltkrieg ein Fronttheater für die Soldaten und später die Sächsische Landesbühne, die von Ort zu Ort zieht. Er ist immer wieder auf Sponsorensuche, um seine Mitarbeiter bezahlen zu können. Aktionäre, Gemeinden springen ab, es gibt Intrigen, Schwierigkeiten mit Behörden oder den sich gründenden Gewerkschaften, die Inflation macht den Theaterbetrieb nahezu unmöglich. René und Franziska sind ständig gefordert, Lösungen zu finden für ihre Vision, für ihr Theater, ihre Schauspieler und Mitarbeiter, für den Erhalt hochwertiger Kunst für jedermann.


Auch wenn es so kurz zusammengefasst wie "normaler" Romanstoff klingt, für mich macht es einen Unterschied zu wissen, dass all dies wirklich passiert ist, dass sich jemand tatsächlich all diesen Herausforderungen gestellt und für die Verwirklichung seiner Träume so unermüdlich gekämpft hat.

Anja Hellfritzsch gelingt es meisterhaft, die dokumentarischen Details in ein romanhaftes Ganzes zu gießen, das mitreißt, das berührt und das in Erinnerung bleibt. Für mich ist Maxime René während des Lesens zu einem Bekannten geworden, den ich bewundere und dessen Ende ich gerührt und traurig miterlebt habe. Und ganz nebenbei konnte ich jede Menge über Theater- und Zeitgeschichte lernen.
Vielen Dank für diesen fesselnden Einblick in ein beeindruckendes Leben!



(Ganz kleiner Wermutstropfen: Es wäre schön gewesen, hätte der Verlag ein Korrektorat gehabt.)

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

1 Bibliotheken

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks