Anja Hilscher möchte mit ihrem Buch "Imageproblem" mit den Vorurteilen gegenüber ihrer Religion, dem Islam, aufräumen. Das tut sie, indem sie einigen bekannten Vorurteilen (Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, strenge Regeln) ein Kapitel widmet, ihre persönliche Sichtweise schildert und mit dem zugehörigen Text aus dem Koran unterstreicht.
Diese Art der Argumentation hat mich nicht erreicht und meine (wenigen) Vorurteile gegenüber dem Islam nicht abgebaut. Ich bin mir nicht sicher, ob die Vorgehensweise von Frau Hilscher die richtige ist. Schließlich ist das, was meistens am Islam fremd ist, die Handlungen der Gläubigen (Zwangsverheiratung, Ehrenmord, Kopftuch um die Sittsamkeit der Frau zu schützen), ihre Moral und die Werte, welche in der Gesellschaft verankert sind. Dann mit den Textstellen im Koran zu argumentieren und zu behaupten, dass man zwischen der Schrift (Koran) und der Gesellschaft unterscheiden muss, wirkt für mich nicht überzeugend. Wie schon in anderen Rezensionen geschrieben und auch auf dem Buchcover angedeutet würde es mich mehr überzeugen, wenn erzählt würde, wie im Alltag Muslime ihren Glauben leben.
Was mir total am Buch gefallen hat, ist die Energie und Leidenschaft, mit der Anja Hilscher geschrieben hat. Ich musste beim Lesen ganz oft dran denken, dass im Vortrag vor einem großen Publikum die Botschaft viel besser wirken würde, als in einem Buch.









