Anja Hirsch

 2,8 Sterne bei 31 Bewertungen
Autorenbild von Anja Hirsch (©Frank Wierke)

Lebenslauf von Anja Hirsch

Anja Hirsch, geboren 1969 in Frankfurt am Main, studierte in Freiburg im Breisgau, Kanada und Bielefeld und wurde in Germanistik promoviert. Sie arbeitet als freie Journalistin für überregionale Medien (u.a. Deutschlandfunk, FAZ, WDR), war Mitglied in Fachjurys (Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium, Hotlistpreis der Unabhängigen Verlage) und lebt in Unna. »Was von Dora blieb« ist ihr Debüt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anja Hirsch

Cover des Buches Was von Dora blieb (ISBN: 9783570103968)

Was von Dora blieb

 (31)
Erschienen am 15.03.2021

Neue Rezensionen zu Anja Hirsch

Cover des Buches Was von Dora blieb (ISBN: 9783570103968)Monika58097s avatar

Rezension zu "Was von Dora blieb" von Anja Hirsch

Eine Erzählweise mit ganz viel Potential nach oben
Monika58097vor einem Jahr

Die Folkwangschule in Essen, das Bauhaus des Ruhrgebiets in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dora, eine junge Frau, die alles dafür gegeben hat, dort zu studieren und ihre Kunst zu vervollkommnen. Eine Geschichte aus meiner Heimat, denn auch Hagen kommt vor. Vor allen Dingen Karl Ernst Osthaus, der große Kulturmäzen aus Hagen, der innige Briefe mit Gropius austauschte. All das machte mich neugierig auf diese Geschichte. 

Doch die Hauptfigur bleibt lange Zeit blass. Beim Lesen des ersten Teils der Geschichte hatte ich oft das Gefühl, eher eine Art Sachbuch zu lesen. Zu ausführlich das Drumherum, die Personen jedoch eher steif. Ab der Hälfte des Romans änderte sich dies langsam, doch für meinen Geschmack kam zu wenig Dora darin vor. Dora, die erst so lebenslustig war, erstarrte zu einer Figur ohne Emotionen. Sie wurde zu einer Großmutter, über die niemand mehr sprechen wollte. Wieso? Weshalb? Warum? Erst der dritte Teil der Geschichte konnte mich einigermaßen packen, doch auch hier bleiben viele Fragen. 

"Was von Dora blieb", eine Geschichte erzählt auf zwei Zeitebenen. Ich werde die Autorin im Auge behalten. Sie kann schreiben, sie hat sogar eine ganz außergewöhnliche Art zu erzählen, doch leider kommt es hier viel zu kurz. Es gibt ganz viel Potential nach oben. 


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Cover des Buches Was von Dora blieb (ISBN: 9783570103968)milkysilvermoons avatar

Rezension zu "Was von Dora blieb" von Anja Hirsch

Wenn die Enkelin auf Spurensuche geht
milkysilvermoonvor einem Jahr

Die Ehe mit Paul steckt in einer tiefen Krise. Deshalb nimmt sich Isa eine Auszeit. Im Kofferraum hat sie die alten Briefe und Tagebücher ihrer Großmutter Dora. Um den Schmerz über die Probleme mit Paul zu verdrängen, befasst sich Isa mit der Geschichte ihrer Vorfahrin. Wer war die Frau, die in den 1920er-Jahren Kunst studierte? Und welche Rolle spielte Isas Großvater im Zweiten Weltkrieg? Je mehr Isa in ihre Familiengeschichte vordringt, umso klarer wird auch ihr Blick auf sich selbst...

„Was von Dora blieb“ ist der Debütroman von Anja Hirsch.

Meine Meinung:

Der Roman beginnt mit einem sehr kurzen Prolog. Daran schließen sich drei Teile an, die in kurze Kapitel untergliedert sind. Der Roman endet mit einem Epilog. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Dora und der von Isa (Ich-Perspektive). Der Strang um Isa spielt im Jahr 2014, der um Dora in den Jahren 1914 bis 1972. Mit Verzögerung kommt noch ein dritter Erzählstrang hinzu, den ich hier aber nicht vorwegnehmen möchte.

Der Schreibstil ist teilweise bildstark, teilweise farblos und etwas lückenhaft. Manche Formulierungen lassen mich ein wenig ratlos zurück, manche Szenen sind nicht leicht verständlich. Eingefügt sind zwischendurch Mails, Notizen und Briefe.

Nach Angaben des Verlags wurde die Autorin von ihrer eigenen Familiengeschichte zu dem Roman inspiriert. Das hat bei mir hohe Erwartungen geweckt, die leider nicht erfüllt wurden.

Das fängt schon bei den Charakteren an, die mir bis zum Schluss recht fremd blieben.  Am besten gefällt mir Protagonistin Dora, wobei auch sie nicht meine uneingeschränkte Sympathie gewinnen konnte. Die teils ungewöhnlichen Namen weiterer Personen, zum Beispiel Maritz für eine weibliche Figur, machen es nicht besser.

Die Geschichte an sich ist recht sprunghaft. Auf den rund 330 Seiten liest sich der Roman ab und an etwas zäh. Manchmal verzettelt sich die Handlung in Nebensächlichkeiten und Zusammenhänge bleiben unklar. Auch die Botschaft des Romans, nämlich dass sich Erfahrungen der Kriegsgeneration auf die Folgegeneration auswirken, wurde für mich nicht so recht deutlich. 

Zwar gibt es immer wieder interessante Passagen wie beispielsweise die Passagen um das „Bauhaus des Ruhrgebiets“ und die IG Farben. An diesen Stellen versteht es die Autorin, historische Fakten auf unterhaltsame Art zu vermitteln. So richtig fesseln konnte mich die Geschichte allerdings nicht.

Die reduzierte Gestaltung des Covers spricht mich sehr an. Der Titel erschließt sich nur zum Teil.

Mein Fazit:

„Was von Dora blieb“ von Anja Hirsch ist ein Roman mit einer interessanten Thematik, dessen Umsetzung jedoch mehrere Schwächen aufweist.

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Cover des Buches Was von Dora blieb (ISBN: 9783570103968)tinstamps avatar

Rezension zu "Was von Dora blieb" von Anja Hirsch

Das war leider so gar nicht meins - schade!
tinstampvor einem Jahr

Dieser Roman, der sich unter anderen mit der Geschichte der Kriegsenkel beschäftigt, war mir bereits in der Vorschau aufgefallen und ist sofort auf meine Wunschliste gewandert. Bei Lovelybooks hatte ich Glück und durfte den Roman in einer Leserunde lesen.
Leider fand ich schon zu Beginn kaum in die Geschichte, was ich sehr bedaure, weil das Buch eigentlich genau in mein Genre passt. 

Überhaupt nicht identifizieren konnte ich mich mit Isa, der Enkelin, die sich auf Spurensuche macht. Isa erzählt aus ihrer Sicht in der Ich-Form. Sie hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt und steckt in einer Sinnkrise. Bei einem Besuch bei ihrer Mutter am Bodensee händigt ihr diese einen Koffer mit alten Briefen und Tagebüchern ihrer Großmutter aus. Dabei ist ihr Gustav, ein etwas dubioser Mann, den sie kennenlernt, eine Hilfe. Warum diese Figur in die Geschichte eingeführt wurde und was er bezweckte, ist mir noch immer nicht klar, außer dass er Isa einige Tipps betreffend der Nachforschungen gab.
Der Gegenwartsstrang konnte mich so überhaupt nicht überzeugen. Isa blieb mir völlig fremd und die Erzählung ihrer Suche war unglaublich langweilig.

Der Vergangenheitsstrang, der in der dritten Person erzählt wird, gefiel mir wesentlich besser, konnte mich aber auch nicht überzeugen. Besonders hervorgehoben wurde die Kinder- und Jugendzeit von Dora, als sie die extravagante Maritz kennenlernt. Gemeinsm mit Frantek, Doras Freund aus Kindertagen, beginnen die drei ein Kunststudium am Bauhaus des Ruhrgebietes in den 1920iger Jahren. Die Zeitsprünge sind groß, denn die nächsten Szenen aus Doras Leben befassen sich mit dem Kennenlernen mit dem wesentlich älteren Max, den sie nach einer unglüchlichen Liebe heiratet. Er ist Verwaltungsdirektor der I.G. Farben. In den folgenden Szenen erfahren wir mehr über Doras Sohne Rudolf und Gottfried, Isas Vater, der später an einer der berüchtigten Napola Schulen unterrichtet wird. Aus Gottfrieds Zeit bei der Napola und danach erzählt der dritte Abschnitt des Romans, den ich am spannendsten fand.
Während man diese Fragmente aus Doras Leben erfährt, bleibt der Bezug zum Naziregime komplett unklar. Als Leser erhält man nur Bruchteile. Dabei verliert sich die Autorin oftmals in Kleinigkeiten, erzählt bis ins Detail von Nichtigkeiten, lässt jedoch das Wichtigste außen vor. Man erhält keinerlei Einblicke in Doras Denken und Fühlen während des Kriegens. Dabei schickten Max und Dora ihren Sohn in eine Napola Schule und die I.G. Farben hatte ebenfalls einiges mit den Nazis zu tun. Gerade der Bezug zum Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Kinder und Enkelkinder wären für mich das Interessanteste am Roman gewesen. Oder wollte die Autorin damit die Sprachlosigkeit dieser Generation aufzeigen? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht.

Beide Frauen entwickeln sich im Laufe der Geschichte kaum weiter und verharren in ihrem konventionellen Rollenbild, auch wenn Dora kurz versucht aus dieser Rolle zu schlüpfen.
Meine Gedanken schweiften beim Lesen immer wieder ab und ich begann teilweise Seiten zu überfliegen und hatte trotzdem nicht das Gefühl etwas zu verpassen. Die Sprache der Autorin ist sehr detailverliebt, die Formulieren sind oftmals sehr poetisch. Das hat mir gut gefallen - allerdings beschreibt sie Szenen, die total unwichtig sind, wie einen Waldspaziergang bis ins kleinste Detail, aber über die Gedanken und Gefühle von Dora während des Zweiten Weltkrieges erfährt man kaum etwas. Dora erschien mir als eine kalte Frau, die ihre Söhne ziemlich lieblos erzog. Genaueres kann ich aber zur Geschichte nicht wirklich sagen, denn die bleibt derartig an der Oberfläche, dass ich mich am Ende selbst frage, was eigentlich von Dora blieb? Mir fällt dazu nicht wirklich etwas ein...

Fazit:
Das war leider gar nicht meins! Sprachlich zwar teilweise sehr anspruchsvoll, aber inhaltlich bewegt sich dieser Roman nur an der Oberfläche. Man weiß am Ende nicht sehr viel mehr, als zu Beginn. Die Bilder von Dora ergeben kein Ganzes und bleiben Blitzlichter in einer doch so ereignisreichen Zeit. Die Story hätte so viel mehr Potenzial gehabt. Schade!

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Gespräche aus der Community

Eine Dreiecksbeziehung in Künstlerkreisen der 1920er Jahre, eine bürgerliche Ehe zur Nazizeit, eine moderne Beziehungsgeschichte. Inspiriert von der eigenen Familiengeschichte erzählt Anja Hirsch in »Was von Dora bliebt« von drei Generationen und einem ganzen Jahrhundert in Deutschland. Bewirb Dich um eines von 25 Printexemplaren dieses berührenden Romans über die Liebe in bewegten Zeiten.

Zum Erscheinen des Debüts »Was von Dora blieb« von Anja Hirsch laden wir Dich zu unserer Leserunde ein. Anja Hirsch hat auf Grundlage von originalen Briefen, Tagebuchauszügen und Dokumenten einen Roman geschaffen, der die Frage nach Schuld und Versöhnung aus der Kriegsenkelperspektive beleuchtet.

Ein ergreifender Roman über die Schwierigkeit dieser Generation, sich im eigenen Leben zu verankern, und eine faszinierende Spurensuche, in der sich die Leserinnen und Leser immer wieder selbst begegnen.

Unter den nachstehenden Links haben wir Dir eine Buch-Info inkl. einem Interview mit der Autorin und eine Leseprobe bereit gestellt. 

Anja Hirsch nimmt ebenfalls an der Leserunde teil, freut sich auf Deine Leseeindrücke und beantwortet Dir gerne Deine Fragen.

Für die Leserunde verlosen wir vorab 25 Printexemplare. Wer ein Printexemplar gewinnen und aktiv an der Leserunde teilnehmen möchte (zeitnahe Rezension inklusive), beantwortet bitte folgende Frage:

Gibt es in deiner Familiengeschichte ebenfalls Personen, deren Leben genug Inspiration für einen Roman bieten? Wer wäre das?

Viel Spaß und Erfolg wünschen Dir,

Anja Hirsch und der C.Bertelsmann Verlag

343 BeiträgeVerlosung beendet
milkysilvermoons avatar
Letzter Beitrag von  milkysilvermoonvor einem Jahr

Liebe Anja, liebes Team von C.Bertelsmann,

ich habe vorhin mit Erschrecken festgestellt, dass ich die geschriebene Rezension noch gar nicht hier bei Lovelybooks eingestellt hatte. Das tut mir sehr leid. Ich habe den Text daher jetzt hier noch geteilt:

https://www.lovelybooks.de/autor/Anja-Hirsch/Was-von-Dora-blieb-2572395593-w/rezension/2990660654/

Ich war leider vom Roman nicht ganz so begeistert, bedanke mich aber trotzdem noch mal herzlich für das Leseexemplar!

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