Anja Jonuleit Der andere Tod

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Inhaltsangabe zu „Der andere Tod“ von Anja Jonuleit

Was nicht wiederkam, war die ErinnerungBei einem Brand wird der deutsche Unternehmer Max Winther schwer verletzt – sein Gesicht wird fast völlig zerstört. Nach zwei Jahren Klinikaufenthalt und zahlreichen plastischen Operationen ist er wieder einigermaßen hergestellt. Nur eines scheint nicht wiederzukehren: sein Gedächtnis. So wenig er sich auch an seine Vergangenheit erinnert – seine Vergangenheit erinnert sich an ihn. Verstörende Bilder tauchen aus seinem Unbewussten auf. Eine dramatische Spurensuche beginnt.

Wahnsinnig tolles Buch. Habe es innerhalb von 3 Tagen verschlungen :)

— Verena_ma
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    Der andere Tod
    Wurmli

    Wurmli

    23. November 2013 um 21:12

    Das erste Dreiviertel des Buches ist eine platte Aneinanderreihung von Zustandsbeschreibungen. Spannung wird nicht erzeugt. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Schade nur, dass man bereits am Anfang ahnt, was es mit dem Hauptprotagonisten auf sich hat, so dass die Überraschung der Auflösung beim Leser einfach verpufft. 

  • Rezension zu "Der andere Tod" von Anja Jonuleit

    Der andere Tod
    SinjeB

    SinjeB

    10. November 2012 um 21:36

    Sprachlich starke, aber vorhersehbare Suche nach dem Ich und dem Gestern. Zum Inhalt: Firmenchef Max Winther hat Schreckliches hinter sich. Nach einem Brand in seinem Unternehmen, bei dem ein Mann ums Leben kam, liegt er mit schweren Verletzungen in einer renommierten kalifornischen Klinik. Seine Frau Anouk ist stets an seiner, harrt mit ihm aus, spricht ihm Mut zu, versucht, ihm seine Erinnerung zurückzugeben. Als beide zwei Jahre später, nach unzähligen Operationen, nach Europa zurückkehren, ist Max noch immer alles fremd, das moderne, teure Haus ebenso wie die Freunde hinter den von Fotos bekannten Gesichtern. Doch immer wieder flammen Bilder vor seinen Augen auf, wie Albträume, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen wollen. So begibt sich Max auf die Suche nach seiner Vergangenheit und kann sich schon bald nicht mehr sicher sein, ob er sie nicht besser hätte ruhen lassen ... Meine Meinung: Ich bin froh, dass ich "Der andere Tod" geschenkt bekommen habe, denn da ich sehr selten Krimis lese, wäre mir dieser bereits 2011 erschienene Roman wohl nicht über den Weg gelaufen und mir damit eine emotional und sprachlich sehr eingängliche Geschichte entgangen. In ihrem Roman führt Anja Jonuleit den Leser anschaulich in die Gefühlswelt eines Menschen, der nicht weiß, wer er ist, sondern sich auf Informationen seiner Umfeld verlassen muss. Seine Geschichte beginnt mit dem Aufenthalt in der Rosenstein Clinic. Im Präsenz schildert Ich-Erzähler Max Winther seinen Klinikaufenthalt, gefangen in Verbänden, die ihn zur lebenden Mumie machen, ihn verdammen, die Geschehnisse um ihn herum aus noch größerer Distanz zu beobachten. Während die Verbände und Wunden nach und nach ersetzt werden, kommt er dem, was er vorher war, kein Stück näher. Diese bedrückende, distante Grundstimmung setzt sich auch fort, als der Schauplatz wechselt und sich das Ehepaar "in mittlerem Alter" zunächst in Prag und später wieder in seinem Domizil am Bodensee befindet. Dort wechselt die Erzählzeit in die Vergangenheitsformen. Immer wieder ist Max Winther bemüht, Erinnerungen hervorzurufen, doch am Ende weiß er nie, wie er Handlungen und Mienen deuten soll. Als Leser steckt man mittendrin im Gefühlschaos dieses Mannes, der sich seinen Wohlstand nicht erklären kann und nicht glauben will, was Bekannte, die er nicht mehr kennt, da über seine Ehe mit mit der stillen, so liebevoll besorgten und fürsorglichen Anouk erzählen. Leider ist "Der andere Tod" recht vorhersehbar, woran der Titel nicht ganz unschuldig ist. (Wobei ich aber auch sagen muss, dass ich normalerweise bei Krimis wirklich eine lange Leitung habe und bis gefühlte fünfzig Seiten vor Schluss immer den Gärtner verdächtige, sodass ich zunächst den Verdacht hatte, auf dem Holzweg zu sein.) "Der andere Tod" scheint bewusst darauf angelegt, den Leser frühzeitig vermuten zu lassen, was an Max Winther, seiner Ehe und den Geschichten, die ihm seine Frau nebst zahlreichen Bildern als Erinnerungen eintrichtert, nicht stimmt. Man weiß zwar nie wirklich mehr als der Ich-Erzähler, ahnt aber immer schon Gewisses voraus. "Der andere Tod" ist damit auch eine Geschichte, in der alle Charaktere von einem spontanen, aktuellen Eindruck geprägt sind. Für Max Winther sind sie alle ohne Vergangenheit, genauso wie er selbst. Verbindungen kann er selbst nicht herstellen und muss sich an alles schrittweise herantasten. Als Ich-Erzähler wird er dabei zum am stärksten ausgearbeiteten Charakter. Sein Denken, seine Zerrissenheit stehen im Vordergrund, während sogar Anouk kaum mehr als ein Schemen bleibt und die ganze Tragweite ihres schemenhaften Daseins sich erst am Ende zeigt. Auch ist "Der andere Tod" kein Kriminalroman, der sich auf polizeiliche Ermittlungen konzentriert. Allerdings gibt es sehr wohl einen Kriminalfall, der - zumindest mich - überraschen konnte. Etwas aufgesetzt hingegen empfand ich die Aufdeckung des wahren Ursprungs des Wintherschen Vermögens. Vom "bösen" Russen habe ich genug gelesen, und im Vergleich mit dem familiären Ambiente der Geschichte insgesamt empfand ich den Kontrast als zu stark. Das reale Moment möchte ich diesem Teil des Plots jedoch nicht absprechen. Zudem wartet der Roman mit einem leicht bitteren Nachgeschmack auf. Ich mag Geschichten voller Graustufen, Geschichten, in denen die Charaktere ihre weiteren Lebensschritte nicht ohne Last gehen und sogar Fragen offen bleiben. Besonders eingenommen aber hat mich Anja Jonuleit mit ihrer intensiven Sprache im erzählenden Part, eingeschobenen Träumen und Briefen, sowie mit authentischen Dialogen, die die 334 Seiten zu einem wirklichen Lesevergnügen machten, sodass ich über Schwächen gut hinwegsehen konnte und "Der andere Tod" kaum als Krimi empfand. Durch Verzicht auf übermäßige Darstellungen von Äußerlichkeiten und Konzentration auf Empfinden entsteht eine sehr dichte Erzählung, in der man fühlt, riecht, lauscht und sich erschreckt - ganz im Stillen, ohne schaurige Gänsehaut, aber mit lautem Herzklopfen. Fazit: Vorarlberger Krimi, dessen Geschichte vorhersehbar und nicht unbekannt erscheint, aber mit emotional dichter Sprache bedacht und ohne Hektik menschliche Abgründe beleuchtet, die weder pures Schwarz noch reines Weiß zulassen. Gesamteindruck: 4 von 5 Punkten

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  • Rezension zu "Der andere Tod" von Anja Jonuleit

    Der andere Tod
    Bellexr

    Bellexr

    21. November 2011 um 19:14

    Schatten der Vergangenheit . Bei einem Brand in seiner Firma wurde der erfolgreiche Geschäftsmann Max Winther schwer verletzt. Die letzten 2 Jahre verbrachte er in einer Spezialklinik in Kalifornien, wo seine schweren Brandverletzungen behandelt wurden. Zwar sind diese Verletzungen mittlerweile verheilt, doch Max kann sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern. Nun möchte er nach Deutschland zurückkehren, in der Hoffnung, dass dort die Erinnerungen wieder zurückkommen. Was er dort jedoch nach und nach über sich erfährt, ist für ihn kaum vorstellbar. . Was für ein Gefühl muss es sein, nicht zu wissen, wer man ist, keine Erinnerung an seine Kindheit, an seine Eltern, an seine Freunde und Bekannte zu haben. Ja, als hätte man bisher nicht existiert. Max muss diesen Prozess schmerzhaft durchleben. Einzige Stütze in dieser schweren Zeit ist ihm seine Frau Annouk, die mithilfe von Bildern und Erzählungen versucht, seine Erinnerungslücken zu schließen. Verwundert ist Max allerdings, dass Annouk ganz offensichtlich kein Interesse daran hat, wieder zurück nach Deutschland zu gehen, ja regelrecht Angst davor zu haben scheint. . Zuhause angekommen beginnt Max sein altes Leben langsam wieder aufzunehmen und Nachforschungen anzustellen. Was er hier allerdings über sich selbst erfahren muss, lässt ihn erschrecken, denn ihm wird ein Mann präsentiert, der ihm mehr als unsympathisch ist. Soll er früher wirklich so ein machtbessener, zynischer Geschäftsmann gewesen sein, der ganz offensichtlich über Leichen ging, vor illegalen Geschäften nicht zurückschreckte und sogar seine Ehefrau misshandelte? . Anja Jonuleit greift hier ein sehr interessantes Thema auf und ihr ist es wirklich perfekt gelungen, dies glaubhaft umzusetzen und zudem in eine richtig spannende Geschichte zu packen. Manch einer wird sich beim Lesen vielleicht an den Spielfilm „Der Tod im Spiegel“ erinnert fühlen. Allerdings ist es bei mir schon zu lange her seit ich den Film gesehen habe und kann daher nicht beurteilen, inwiefern die Geschichte des Buches und der Film – wenn überhaupt – sich ähneln. . Anfangs lässt sich Anja Jonuleit Zeit und stellt einem erst einmal ihren Protagonisten Max vor. Dies geschieht sehr einfühlsam und da Max die Story selbst erzählt, wirkt das Ganze umso eindringlicher. Die Spannung baut sich eigentlich eher unbemerkt auf, so nach und nach treten immer mehr Ungereimtheiten auf, Geschehnisse werfen Fragen auf, das Verhalten von Annouk wird immer rätselhafter und je mehr Seiten man liest umso gefesselter ist man von dem Krimi. . Ihr Schreibstil ist eher ruhig und nachdenklich angelegt, sehr intensiv und niveauvoll. Geschickt gelingt es der Autorin immer neue Aspekte in die Geschichte einfließen zu lassen und mit der Zeit dachte ich mir zwar wie die Gedächtnislücken von Max sich erklären lassen, aber Anja Jonuleit ist es schlussendlich dann doch noch gelungen, mich mit der Art der Auflösung positiv zu überraschen. . Ihre Charaktere und hier besonders Max Winther sind sehr detailreich und in ihren Handlungen absolut überzeugend beschrieben, wobei ich mich manchmal schon gefragt habe, ob ein Mann so sensibel reagieren würde. So fühlt man aber fast von der ersten Seite mit Max mit, kann sich gut seine Verzweiflung und auch seine Ängste in Bezug auf seinen Gedächtnisverlust vorstellen. In ihrem Verhalten sehr rätselhaft entwickelt sich dagegen seine Ehefrau Annouk, die ganz offensichtlich ihrem Mann nicht alles erzählt. Ob dies aus Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand geschieht oder ob sie etwas Entscheidendes zu verbergen versucht, bleibt bis zum Schluss offen. . Fazit: Ein emotionaler und mit der Zeit immer spannender werdender Psychokrimi mit einer komplexen Story und facettenreich beschriebenen Charakteren.

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  • Rezension zu "Der andere Tod" von Anja Jonuleit

    Der andere Tod
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. July 2011 um 08:27

    Klappentext: "Sie werden nun beginnen, die rechte Hälfte meines Gesichts wiederherzustellen, und vielleicht werde ich dann wieder sein wie früher. Aber kann ich das?" Max Winthers Gesicht wurde bei einem schweren Brandunfall nahezu zerstört. Zwei Jahre und zahlreiche plastische Operationen später kann er die Rosenberg Clinic in Kalifornien an der Seite seiner geliebten Frau Anouk verlassen. Doch eines scheint nicht zurückzukehren: sein Gedächtnis. Schreckliche Bilder tauchen aus seinem Unbewussten wieder auf. Und was verbirgt Anouk vor ihm? Meine Meinung: Anja Jonuleit überzeugte mich schon mit ihrem Roman „Herbstvergessene“ und so freute ich mich umso mehr, über den neuen Kriminalroman von ihr. In dieser Handlung geht es um den Protagonisten Max Winther der einen schweren Brandunfall überlebt hat und dessen Gesicht zwei Jahre lang in einer Klinik in Kalifornien, rekonstruiert wird. Während seine Wunden heilen und er in sein Leben zurückkehren, kann will sein Gedächtnis allerdings einige Lücken nicht schließen. Jedoch sollte man manchmal die Vergangenheit lieber ruhen lassen … Max erlebt Erinnerungsfetzen mitten im Alltag und merkt, dass es einige Geheimnisse um ihn und seiner Frau Anouk gibt. Dieses Wissen lässt ihn nicht in Ruhe und er versucht auf eigene Faust diese Lücken mit diesen Erinnerungssplittern zu schließen. Dabei stellt er fest, dass vieles ganz anders in seinem Leben verlief, als er vermutet hätte. Anja Jonuleit verwendet wieder einen derart leichten und spannenden Schreibstil, dass man diesen Kriminalroman einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Der Leser wird quasi gemeinsam mit dem Protagonisten in Geheimnisse und Ereignisse gezogen, sodass man gemeinsam versucht, die Erinnerungsfetzen zu erforschen. Max Frau Anouk spielt in diesem Krimi immer wieder die zentrale Rolle. Sie versteckt irgendetwas von ihrem Mann und dem Leser bleibt es überlassen, gemeinsam mit Max herauszufinden warum und wieso. Seite für Seite fügt sich das Puzzle zusammen und man glaubt zu ahnen, was geschehen ist. Doch von wegen, es wäre nicht Anja Jonuleit, hielte sie nicht dem Leser noch eine große Überraschung bereit. Und genau damit begeistert mich die Autorin. Sie baut einen guten qualitativen Kriminalroman Stück für Stück auf, ohne Ermittler selbst drin spielen zu lassen. Diese Geschichte wirkt so real und lebendig und wird quasi nur von Max Winther in der Ich-Perspektive erzählt. Der Leser liest über sein Leben, seine Träume, seine Gedanken und Erinnerungen. Es passiert nicht von Beginn an etwas, obwohl man schon zu Anfang auf kleinere Ungereimtheiten stößt. Nein, die Autorin baut die Spannung nach und nach auf, sodass sich der Lesefluss auch noch steigert und man spätestens ab Mitte der Handlung, dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen will. Die Figuren sind hier sehr klar und emotional gezeichnet. Man kann während des Lesens deutlich die Gefühle spüren, die Angst, die Frustration und auch die Neugierde in ein altes Leben zurückzufinden. Der Krimi ist in mehreren Kapiteln unterteilt. Er hat mit 335 Seiten eine gute und angenehme Länge. Durch den lockeren und einfachen Schreibstil mitsamt seiner spannenden Handlung lässt er sich auch sehr schnell lesen. Das Cover gefiel mir auch sehr gut. Es wirkt etwas abgegriffen mit einer roten Tulpe auf schwarz-schattierten Hintergrund. Diese Gestaltung passt perfekt zu diesem Kriminalroman, wie der Leser recht schnell bemerken kann. Fazit: Wiedermal hat Anja Jonuleit einen großartigen Kriminalroman geschrieben. Sie lockt den Leser auf die richtigen Fährten,, um ihn am Ende, dennoch zu überraschen. Ich würde diesen Kriminalroman wirklich jedem Empfehlen der Lust hat auf eine gute und spannende Handlung hat. In diesem Krimi mag zwar wenig Blut fließen aber eine tolle Spannung! Anja Jonuleit wurde 1965 geboren. Sie ist Dolmetscherin, Autorin und Übersetzerin. Bisher erschienene Romane: „Der andere Tod“, „Herbstvergessene“, „Novemberasche“ und „Neunerlei“ (Quelle: der andere Tod und dtv.de) © Michaela Gutowsky

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