Anja Jonuleit Rabenfrauen

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Inhaltsangabe zu „Rabenfrauen“ von Anja Jonuleit

»Doch das Allerschlimmste war der Verrat.«1959: Sommer in Grösitz. Ruth und Christa sind beste Freundinnen ... Abends, nach der Arbeit auf dem Feld, genießen sie die Erfrischung im nahe gelegenen Bach. Unweitder Badestelle schlägt eines Tages eine Jugendfreizeit ihre Zelte auf. Eine willkommene Abwechslung für die Mädchen, die sich alsbald in den attraktiven Erich verlieben.Christa, blind vor Liebe, verbringt fortan viel Zeit in dem Zeltlager, hinter dem sich eine radikal christliche Gemeinschaft um einen gewissen Paul Schäfer verbirgt. Ruth hingegen zieht sich immer mehr zurück. Schließlich fasst Christa den Plan, mit »Onkel Paul« und Erich nach Chile auszuwandern. Ein folgenschwerer Entschluss.

Ein Buch mit einem bewegenden Thema und ich kann es euch nur ans Herz legen.

— Annabeth_Book
Annabeth_Book

Ein gelungener Versuch, das Unvorstellbare greifbar zu machen. Grausame Geschichte, gefühlvoll und menschlich erzählt.

— papaverorosso
papaverorosso

Verstörender Einblick in die Colonia Dignidad. Leider kam mir die Geschichte nicht richtig plastisch vor, einige Wiederholungen​ und Spannungslöcher

— Schmiesen
Schmiesen

Ein sehr spannendes Buch, das einen nicht mehr loslässt.

— Fleur91
Fleur91

Interessante und erschreckende Geschichte über die Colonia Dignidad mit leicht verwirrendem Schreibstil.

— ConnyKathsBooks
ConnyKathsBooks

mir war es zu zäh

— EFST79
EFST79

Eine intensive Familiengeschichte, die sich mit dem Thema Colonia Dignidad beschäftigt. Lesetipp!

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Eine fesselnde Geschichte über das dunkle Thema Colonia Dignidad und wie diese Sekte das Leben zweier Freundinnen für immer verändert.

— Betsy
Betsy

spannend, informativ, berührend... Eine absolute Leseempfehlung für alle die Zeitgeschichte in Romanform mögen.

— miro76
miro76

Selten ein so leises und gleichzeitig berührendes Buch gelesen

— nirak03
nirak03

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  • Rabenfrauen

    Rabenfrauen
    Annabeth_Book

    Annabeth_Book

    03. July 2017 um 17:48

    Klappentext:"Lange Zeit habe ich geglaubt, dass Erich an allem schuld war. Und erst jetzt frage ich mich, ob nicht auch er ein Opfer war, wie Christa und all die anderen. Obwohl es mir schwerfällt, die mit den Knüppeln als Opfer zu sehen"Jahrhundertsommer 1959. Die Freundinnen Ruth und Christa genießen die letzten Ferien vor dem Abitur. Beim Baden am Fluss lernen sie Erich kenne, der zu einer Gruppe freikirchlicher Christen gehört. Beide verlieben sich in den jungen Mann- und das Schicksal der Freundinnen verändert sich für immer...Die berührende Geschichte zweiter Frauen unter dem Einfluss der Colonia Dignidad.Autorin:Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren und lebte für einige Jahre im Ausland. Sie arbeitete als Übersetzerin und als Dolmetscherin, bis sie anfing Romane zu schreibe. Mit ihren beiden Romane " Herbstvergessene" und "Der Apfersammler"hat sie sich eine große Fangemeinde erobert. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen.Inhalt:Ruth und Christa sind unzertrennlich, beide gehen zusammen in eine Klasse und beide stehen kurz vor dem Abitur. Doch dann zieht die Gruppe der freikirchlichen Christen in die Nähe ihrer Ortschaft. Während Ruth die Gruppe immer komischer vorkommt, fühlt sie Christa magisch von dieser Gruppe angezogen. Bis sie aufeinmal zusammen mit der Gruppe nach Chile verschwindet.Erster Satz:RUTH.Meine Meinung:Auf dieses Buch von ich in unserer Bücherei aufmerksam geworden, da es ein interessantes Thema hat und zwar Colonia Dignidad.Da ich letztes Jahr in dem Kinofilm Colonia Dignidad war (den ich nur empfehlen kann), war mir klar das ich dieses Buch lesen muss.Nun aber als erstes zum Cover:Ich finde das Cover sehr passend gewählt, es zeigt zwei Frauen die vermutlich Ruth und Christa darstellen sollen. Im Hintergrund sieht man Raben fliegen.Aber nun zum Inhalt:Das Buch wird aus drei verschiedenen Sichten erzählt einmal aus der von Ruth, dann aus der Sicht von Christa und dann aus der Sicht von Anne die Tochter von Ruth.Am Anfang musste ich mich zuerst mal zurecht finden wer, jetzt erzählt, den außer bei Ruth ist bei keiner anderen Person was gekennzeichnet, man erkennt es nur an den verschiedenen Schrifte.Was besonders ist, die Sicht von Ruth und Christa wird aus dem Jahre 1959, während die Sicht von Anne 50 Jahre später erzählt wird.Das Buch ist sehr interessant und fesselnd geschrieben, sodass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte, und das die Seiten nur so dahin geflogen sind.Da es bei allen drei Personen aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, kann man sich gut in die jeweilige Person hinein versetzten.Ruth: Die am Anfang nur zu der Gruppe geht, weil sie heimlich in Erich verliebt ist, doch nach und nach bekommt sie ein ungutes Gefühl und fängt an sich von der Gruppe zu distanzieren und merkt dabei auch wie sie mehr und mehr ihre beste Freundin dabei verliert.Christa: Fühlt sich in der Gruppe endlich angekommen, nach dem Selbstmord ihrer Mutter fühlt sie sich endlich wieder wie daheim. Doch nachdem sie einem folgenschweren Entschluss gefasst hat, mit der Gruppe nach Chile zu gehen, merkt sie nach und nach das Gruppe gar nicht so fromm ist, wie sie es am Anfang gedacht hat.Anne: Durch Zufall, trifft sie auf die alter Geschichte und versteht am Anfang nicht warum ihre Mutter darüber nicht reden will. Als sie nach und nah die Geschichte aufdeckt, stößt sie auf ein Geheimnis, das sie nie erfahren sollte.Ich fand es sehr spannend, zu lesen wie die drei verschiedenen Frauen immer mit der Situation umgingen.Vor allem Christa tat mir leid, da sie endlich dachte ein Zuhause gefunden zu haben, und dann in Colonia Dignidad auf unzumutbaren Wohnungen, Arbeit und Folter stößt, woraus es kein Entkommen gab.Im Allgemeinen finde ich das Thema Colonia Dignidad ein spannendes und faszinierendes Thema oftmals hätte man viel Leid ersparen können wenn sich die Regierung damals nicht erkaufen lassen hätte und vor allem die Augen nicht verschlossen hätte.Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen und ich hoffe das es auch mehr Aufmerksamkeit bekommt.

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  • Colonia Dignidad - die Foltersekte

    Rabenfrauen
    Fleur91

    Fleur91

    11. February 2017 um 15:25

    Ruth und Christa sind beste Freundinnen. Bis zu dem Tag, an dem beide Erich kennenlernen. Erich ist ein Freund von Paul Schäfer, einem Laienprediger, der schon einige Leute um sich gescharrt hat. Christa ist fasziniert von dieser Gemeinschaft und ehe sie sich versieht, ist sie auf dem Weg nach Chile um dort mit Paul Schäfers Anhängern in der Colonia Dignidad zu leben. Ruth versucht alles, um ihre Freundin aus den Fängen der Sekte zu befreien.. Ich habe schon einiges über die Colonia Dignidad gelesen und gesehen und als ich auf dieses Buch gestoßen bin, musste ich es unbedingt lesen. Das Buch erzählt auf ergreifende Weise das Schicksal beider Frauen und man wird dieses Buch nicht so schnell vergessen. Das Buch wird aus der Sicht von drei Frauen erzählt. Die Erzählungen von Ruth und Christa spielen in der Vergangenheit und erzählen nach und nach was passiert ist. Dann gibt es noch die Kapitel aus Annes Sicht. Annes Geschichte spielt in der Gegenwart, im Jahre 2010. Anne ist die Tochter von Ruth. Ein unglaublich spannendes und ergreifendes Buch. Ich fand nur leider den Erzählstil teilweise etwas verwirrend. Aber am Ende ergibt alles ein rundes Bild und es bleiben keine Fragen offen. Dass es diese Sekte wirklich gegeben hat, macht das ganze Buch noch schockierender.

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  • Drei Frauen und die Colonia Dignidad

    Rabenfrauen
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    27. January 2017 um 13:11

    "Ins Himmelreich gelangt nur der, der reinen Herzens ist. Und rein werden wir nur, indem wir alles Unreine rauslassen, sagt Onkel Paul." (S. 41) Sommer 1959: Das letzte Schuljahr steht bevor und die beiden Freundinnen Ruth und Christa träumen schon von einer gemeinsamen Ausbildungszeit. Doch dann tritt Erich in ihr Leben, der mit einer Kirchenfreizeit bei ihnen im Dorf Station macht. Dessen charismatisches Oberhaupt Paul Schäfer propagiert ein enthaltsames und reines Leben ohne Sünde und vor allem Christa gerät schnell in seinen Bann, ist sie doch in Erich verliebt und will mit ihm zusammen sein. Als Christa sich dann sogar entschließt, mit Paul mitzugehen, werden Ereignisse in Gang gesetzt, die bis in die Gegenwart ihre Schatten werfen. "Rabenfrauen" ist ein gelungener Roman von Anja Jonuleit über die christliche Sekte Colonia Dignidad, in dem sie gekonnt historische Fakten mit den fiktiven Schicksalen dreier Frauen verknüpft. Ruth, Christa und Anne, die enger miteinander verbunden sind, als gedacht. Alles beginnt im Jahr 1959 in einem kleinen Heidedorf namens Grösitz. Hier treffen Christa und Ruth eines Tages auf Erich und Paul Schäfer und dessen Gruppe von Freikirchlern. Da ahnen sie noch nicht, dass ihr Freundschaft bald auf eine harte Probe gestellt wird und sich ihr beider Leben unwiderruflich ändert. Denn während Ruth Pauls Gedankengut über Sünde und Verdammnis zunehmend in Frage stellt und sich davon distanziert, gerät Christa immer mehr unter Pauls Einfluss und geht mit ihm und 300 weiteren Anhängern nach Chile. In Parral, ca. 400 km südlich von Santiago, gründet Paul Schäfer 1961 die berüchtigte christliche Sekte Colonia Dignidad, auf Deutsch: Kolonie der Würde. Doch statt des ersehnten Paradieses erwartet Christa dort bald die Hölle. Ein regelrechter Ort des Grauens, denn was da so vor sich geht, ist erschreckend, erschütternd und kaum zu glauben. Ich hatte zwar schon von der Colonia Dignidad gehört, mich aber noch nicht intensiver damit beschäftigt. Man kann kaum verstehen, wie Menschen unter diesen entbehrungsreichen Bedingungen leben konnten, dazu meist freiwillig. Eine Welt geprägt von religiösem Fanatismus, von Gewalt, Folter, Gehirnwäsche, ständiger Überwachung, Verrat und schwerer täglicher Arbeit nach dem Motto "Arbeit ist Gottesdienst". Wo Frauen, Kinder und Männer getrennt lebten und jede noch so kleine Verfehlung beichten und büßen mussten. Wo jeder "Luxus" und jede Freude verboten war, selbst simple Sachen wie Schokolade oder Haarbänder. Und über allem thront der allmächtige Tío permanente, der "ewige Onkel" Paul. Einfach unfassbar. 50 Jahre später, im Jahr 2010, erfährt Ruths Tochter und Verhaltensforscherin Anne vom plötzlichen Tod ihres Lebensgefährtin Maximilian und reist in ihre Heimat nach Grösitz zurück, denn dort war Maximilian mit der Beobachtung von Raben beschäftigt. Ihr fällt sofort auf, dass das Alte Gut nach langer Zeit wieder vermietet ist. Doch dessen Bewohner Renate und Horst verhalten sich etwas merkwürdig und als kurz darauf ihre Mutter Ruth eintrifft, um Anne in ihrer Trauer beizustehen, kommen bislang verborgene Dinge ans Tageslicht. Was verschweigt ihre Mutter? Die Geschichte wird immer spannender, denn ein gut gehütetes und ungeheuerliches Geheimnis stellt Annes Welt bald auf den Kopf. Das Ganze spielt sich auf drei Zeitebenen ab, die sich immer abwechseln und zur besseren Unterscheidung auch durch verschiedene Schriftarten gekennzeichnet sind. Einmal Ruths Erzählstrang von 1959 bis 1963 in Grösitz; dann Christas Erlebnisse in der Colonia Dignidad von 1961 bis 1978 und als drittes Annes Geschichte im Jahr 2010. Leider kam ich hier trotzdem oft durcheinander, denn die Zeiten überschneiden sich teilweise, es geht vor und zurück und Ereignisse werden erwähnt, die erst danach erklärt werden. Für Verwirrung sorgen auch einige Ungereimtheiten, bis diese ihre überraschende Auflösung finden. Dennoch liest sich die Geschichte recht angenehm und ich konnte mit den Figuren mitfühlen. Sehr informativ fand ich auch den abschließenden Überblick über die Geschichte der Colonia Dignidad bzw. späteren Villa Baviera. Die Autorin hat sogar selbst vor Ort in Chile recherchiert. Dass seit 2012 dort sogar ein Hotel existiert, ist für mich aber schon sehr umstritten. Ich würde da auf keinen Fall übernachten wollen. Insgesamt kann ich daher "Rabenfrauen" sehr empfehlen. Wer etwas anspruchsvollere Frauenliteratur sucht und sich allgemein für die Sektenthematik insbesondere der Colonia Dignidad interessiert, dem kann ich dieses Buch ans Herz legen. 4 Sterne von mir.

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  • Rabenfrauen

    Rabenfrauen
    Kleine8310

    Kleine8310

    27. January 2017 um 02:22

    "Rabenfrauen" ist ein Roman der Autorin Anja Jonuleit. Auf dieses Buch bin ich durch das interessante Thema aufmerksam geworden. Ich hatte zuvor noch nicht viel über die "Colonia Dignidad" gelesen und daher war ich sehr neugierig auf diese Geschichte.    In diesem Buch geht es um die Protagonistinnen Ruth und Christa. Im Jahr 1959 in Grösitz genießen die beiden jungen Frauen, nach einem harten Tag auf dem Feld, die Erfrischung im nahegelegenen Bach. Als unweit ihrer Badestelle eines Tages eine Jugendfreizeit ihre Zelte aufschlägt ist dies eine willkommene Abwechslung.  Besonders der attraktive Erich hat es beiden Freundinnen angetan. Christa ist blind vor Liebe und verbringt fortan ihre meiste Zeit in den Zeltlager. Hinter dem Zeltlager verbirgt sich allerdings eine christliche Gemeinschaft, um einen gewissen Paul Schäfer. Ruth distanziert sich von den Leuten in dem Zeltlager und damit auch von Christa. Und kurze Zeit später fasst Christa den Entschluss mit Erich und Paul nach Chile auszuwandern, nichtsahnend was diese Entscheidung für Folgen haben wird ... Der Einstieg in diesen Roman ist mir sehr gut gelungen. Ich mochte den Schreibstil von Anja Jonuleit sehr gerne, besonders da die Autorin flüssig schreibt und ein besonderes Augenmerk auf die Emotionen legt. Emotionen gibt es in dieser Geschichte eine ganze Menge und ich habe das Buch als aufwühlend, aber im positiven Sinne, empfunden, alleine schon aufgrund der Thematik.    Durch die Freundschaft von Ruth und Christa bekommt man als Leser/Leserin nicht nur die Sichtweisen der beiden jungen Frauen geliefert, sondern auch von Anna, zu der ich hier nicht mehr verraten kann. Auf jeden Fall machen die verschiedenen Sichtweisen das Buch interessant und es geht auch unter die Haut.    Frau Jonuleit bringt die Dramatik und die Zerrissenheit, die mit "Colonia Dignidad" und auch anderen Formen von Sekten einhergeht wirklich gut rüber und das bedrückende Gefühl kam auch bei mir als Leserin an.   Der Spannungsbogen wurde von der Autorin ebenfalls gut gehalten und ich habe die meiste Zeit in der Geschichte total mitgefiebert. Die Charaktere wurden detailliert ausgearbeitet und sie passten perfekt zur Geschichte. Mit den vielen verschiedenen Facetten werden viele Möglichkeiten und Wahlmöglichkeiten verdeutlicht, sodass man auch selbst als Leser/Leserin ins Nachdenken kommt.   Positiv:  * die Handlung ist spannend und abwechslungsreich * tolle Mischung aus Fakten und Emotionen * vielschichtige Charaktere   Negativ:  * Nichts   "Rabenfrauen" ist ein Roman der mir mit seiner Mischung aus Fakten, Dramatik und Emotionen unter die Haut gegangen ist und den ich sehr gerne weiterempfehle!

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  • 3 Frauen, ein Geheimnis und die ganze Tragik eines Lebens

    Rabenfrauen
    Schnuffelchen

    Schnuffelchen

    20. September 2016 um 11:24

    Verlag:           DTV PremiumFormat:         Taschenbuch, EBook, HörbuchUmfang:        400 SeitenErschienen: 27. Mai 2016Inhalt:»Doch das Allerschlimmste war der Verrat.«1959: Sommer in Grösitz. Ruth und Christa sind beste Freundinnen ...Abends, nach der Arbeit auf dem Feld, genießen sie die Erfrischung im nahe gelegenen Bach. Unweitder Badestelle schlägt eines Tages eine Jugendfreizeit ihre Zelte auf.Eine willkommene Abwechslung für die Mädchen, die sich alsbald in den attraktiven Erich verlieben.Christa, blind vor Liebe, verbringt fortan viel Zeit in dem Zeltlager, hinter dem sich eine radikal christliche Gemeinschaft um einen gewissen Paul Schäfer verbirgt. Ruth hingegen zieht sich immer mehr zurück. Schließlich fasst Christa den Plan, mit »Onkel Paul« und Erich nach Chile auszuwandern. Ein folgenschwerer Entschluss.(Quelle: dtv.de)Meine Meinung:Dies ist die Geschichte von 2 Freundinnen, die bis zum Sommer 1959 unzertrennlich waren. Sie ist vermutlich nicht wirklich so passiert, doch sie hätte genau so geschehen können.Die Autorin Anja Jonuleit verbindet wahre Personen, wirkliche Begebenheiten mit einer fiktiven Geschichte um 2 Frauen, die sich erst durch einen Mann und dann durch eine Sekte verlieren. Sie schreibt eine Geschichte um Liebe, Verrat, Liebe und späte Wahrheiten und um ein großes Geheimnis - alles verknüpft mit der Colonia Dignidad.Es gibt 3 Erzählstränge: zum einen Ruth, die 1959 mit ihrer Freundin Christa auf die Jugendfreizeit um Paul Schäfer trifft.zum anderen Christa, Ruths Freundin die 1961 mit Paul Schäfer und ihren Mann Erich nach Chile geht um die Colonia Dignidad auf zubauen.zum letzten ist das Anne, die mehr als 50 Jahre später, auf die zerbrochene Freundschaft, tiefe Verletzungen, verbrorgene Geheimnisse und Christas Tochter trifft. Durch den Tod ihres Freundes in den Geburtsort ihrer Mutter gekommen, lernt Anne Renate kennen. Durch sie und ihren Mann erfährt sie von der Colonia Dignidad. Ihre Mutter reagiert merkwürdig distanziert und abweisend auf die Familie und ihre Vergangenheit. 3 Frauen und ihre Erfahrungen, ihre Erlebnisse um eine Sekte, die ihre Spuren in der deutschen und chilenischen Geschichte hinterlassen hat. Abwechselnd in kurzen Abschnitten, erzählen die 3 Frauen - 2 von ihren Erinnerungen, eine von ihrer Spurensuche - immer dichter zieht sich der Ring um die deutsche Kolonie zusammen, werden Geheimnisse an die Oberfläche gezerrt und am Ende wird sich das Leben von allen 3 Frauen verändern.Anja Jonuleit erzählt eine Geschichte voller Vertrauen und Verrat, voller Liebe und Missbrauch, voller Wut und Aufopferung und voller Widerstand. Das Leben von Menschen innerhalb der Mauern der Colonia, den Mensch die außen zurück gelassen wurden und was die Geheimnisse der Vergangenheit, der Zukunft antun kann. Anja Jonuleits Erzählstil hat diese Geschichte in meine Herz und meine Augen (Tränen) getragen. Und mir ein deutsches Kapitel näher gebracht, das ich noch nie wirklich auf dem Schirm hatte. Sie hat keine Schuldigen gesucht, sondern Opfer gezeigt - Opfer, ihrer Gefühle - Opfer, ihrer Geschichte und Opfer, ihrer Verantwortung.Fazit: Rabenfrauen ist eine Puzzle, das gefühlvoll und gekonnt, 3 Geschichten erzählt. Sie gekonnt zu einer verwebt und nach viel Trauer, Wut und Verzweiflung, die Hoffnung auf Zukunft zurück lässt.

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  • Anja Jonuleit - Rabenfrauen

    Rabenfrauen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. August 2016 um 14:43

    Kurzbeschreibung: Abends, nach der Arbeit auf dem Feld, genießen sie die Erfrischung im nahe gelegenen Bach. Unweit der Badestelle schlägt eines Tages eine Jugendfreizeit ihre Zelte auf.Eine willkommene Abwechslung für die Mädchen, die sich alsbald in den attraktiven Erich verlieben. Christa, blind vor Liebe, verbringt fortan viel Zeit in dem Zeltlager, hinter dem sich eine radikal christliche Gemeinschaft um einen gewissen Paul Schäfer verbirgt. Ruth hingegen zieht sich immer mehr zurück. Schließlich fasst Christa den Plan, mit »Onkel Paul« und Erich nach Chile auszuwandern. Ein folgenschwerer Entschluss. *Quelle*Zur Autorin: Anja Jonuleit wurde in Bonn geboren, lebte einige Jahre im Ausland und studierte Italienisch und Englisch. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing, Romane und Geschichten zu schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Friedrichshafen.Meinung: In 3 verschiedenen Perspektiven und 2 Zeitebenen erzählt Anja Jonuleit die Geschichte in ihrem Roman Rabenfrauen, der sich mit der berühmt-berüchtigten Colonia Dignidad beschäftigt.Beginnend im Jahr 1959 berichtet Ruth aus ihrer Sichtweise, wie sie und ihre damalige beste Freundin Christa eine Gruppe von Freikirchlern unter der Führung des charismatischen Paul Schäfer kennenlernen. Darunter ist auch Erich, in den sich beide junge Frauen, die kurz vor ihrem Abitur stehen, verlieben. Erich entscheidet sich für Christa, die damals noch recht naiv, gutgläubig und leicht zu manipulieren ist. Ruth hingegen hat immer mehr Vorbehalte der Gruppe gegenüber, die bald weiter nach Siegburg zieht. Auch Christa geht mit ihnen, heiratet Erich und ist bald schon schwanger.Die zweite Perspektive erzählt von Christa, die sich anfangs auf der Überfahrt nach Chile befindet und später dann vom Leben in der Colonia Dignidad (Kolonie der Würde) berichtet, das enthaltsam ist und immer mehr ins Gewalttätige abdriftet. Eltern werden von ihren Kindern und Frauen von ihren Männern getrennt, harte Arbeit steht täglich auf dem Programm, und die Kinder werden mit Elektroschocks zu vermeintlicher Räson gebracht.Die letzte Sichtweise wird aus Annes Blickwinkel erzählt. Sie ist Ruths Tochter und hat gerade ihren Lebensgefährten Maximilian durch einen Unfall verloren. Als sie in ihre alte Heimat zurückkehrt, lernt sie das Ehepaar Renate und Horst kennen, das gerade aus Südamerika nach Deutschland ausgewandert ist und sich etwas merkwürdig verhält.Anja Jonuleit hat mit Rabenfrauen eine intensive Familiengeschichte aufs Papier gebracht, die sich mit der Colonia Dignidad auseinandersetzt. Berührend und mitreißend erzählt sie die Geschichte der Freundinnen Ruth und Christa, die so ganz verschiedene Lebenswege einschlagen. Anschaulich wird dargestellt, wie schnell man sich in einer Art Sekte wiederfindet und wie leicht Menschen zu manipulieren sind.Christa, die zuerst Feuer und Flamme für das Leben in der Kolonie ist, was auch durch ihren Mann Erich ausgelöst wird, merkt zu spät, auf was sie sich eingelassen hat. Paul Schäfer, der charismatische Führer der Kolonie, entpuppt sich als ein religiöser Fanatiker mit dem Hang zu Gewalt und sexuellen Übergriffen.Die Auflösung an sich konnte mich zwar nicht sonderlich überraschen, da sich dies schon früh abzeichnete, aber die Geschichte ist trotzdem von Anfang bis Ende fesselnd und man fiebert mit den Charakteren, vor allem Christa, mit. Eine unbedingte Empfehlung für Leser, die sich für das Thema religiöse Sekte oder speziell für die Colonia Dignidad interessieren! Im Anhang finden sich desweiteren ein Überblick über die Kolonie und ein erläuterndes Nachwort der Autorin.Fazit: Anja Jonuleit konnte mich nach Herbstvergessene auch mit ihrem neuen Roman wieder komplett überzeugen. Eine intensive Familiengeschichte, die sich mit dem Thema Colonia Dignidad beschäftigt, aber nicht durch eine reißerische Handlung, sondern durch leise Töne beeindruckt und unter die Haut geht. Unbedingte Leseempfehlung!

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  • 2 Freundinnen und ihre bewegende Geschichte

    Rabenfrauen
    Betsy

    Betsy

    25. July 2016 um 22:44

    "Ich glaube nicht, dass die Welt je wird begreifen können, was dort geschehen ist."Die beiden Freundinnen Ruth und Christa treffen im Sommer 1959 in Grösitz auf den gutaussehenden Erich und verlieben sich in ihn. Erich ist Mitglied einer christlichen Glaubensgemeinschaft, welche vom Prediger Paul Schäfer, kurz Onkel Paul, gleitet wird und dort ihre Zelte aufgeschlagen hat. Beide werden durch ihn in diese Gemeinschaft eingeführt und während Christa immer mehr von deren Lebensweise fasziniert ist, lässt Ruth Begeisterung schnell nach, nachdem sie merkt was von den Mitgliedern verlangt wird. Christa, verblendet in ihrer Verliebtheit und glücklich in der Gemeinschaft, fasst den folgenschweren Entschluss mit dieser Gruppe weiterzuziehen, welche schließlich nach Chile auswandert und dort zur berühmt berüchtigten Colonia Dignidad (Kolonie der Würde) wird, wo Folter, Isolierung, Angst und Arbeiten bis zur völligen Erschöpfung den Alltag bestimmen.Die Geschichte wird hier aus 3 Sichtweisen und in 3 Zeitebenen erzählt. Die Handlung beginnt in der Gegenwart im Jahre 2010 als Anne, Ruths erwachsene Tochter, nach einem Schickssalsschlag die Bekanntschaft eines sonderbaren Ehepaares macht, welche ehemalige Mitglieder von Colonia Dignidad sind. Weiters wird hier aus Ruth Sicht geschildert, wie sie und Christa auf die Glaubensgemeinschaft stoßen und dann erfährt der Leser auch noch aus Christas Sicht was nach ihrer Ankunft in Chile passiert ist und wie sehr sich das Leben dort immer mehr in eine Art Zwangslager verändert, wo jeder jeden bespitzelt, körperlich gezüchtigt wird, es zum Missbrauch kommt und es irgenwann kein Entkommen mehr gibt, weil alles überwacht wird.Obwohl die Figuren fiktiv sind, hat die Autorin hier sehr genau recherchiert und gibt einen erschütternden Einblick in die Geschichte von Colonia Dignidad unter der Herrschaft Paul Schäfers. Sie beschreibt hier nicht nur anhand von Ruth und Christa wie schnell man in so etwas hineinschlittern kann, sondern auch wie schwer es Freunden und Familie fällt, ein Mitglied aus dieser Sekte loszulösen. Ebenso erfährt man auch die Scham, die ehemalige Mitglieder haben, da sie ja alles scheinbar freiwillig mit sich machen ließen, und daher für viele auch selbst schuld sind, auch wenn irgendwann gar keine Flucht mehr aus der Colonia Dignidad möglich war, denn Paul Schäfers Einfluss erstreckte sich sehr viel weiter als gedacht.Annes Erzählung war phasenweise relativ langweilig, weil hier viel drumherum eingebaut wird, was in dem Außmaße vielleicht nicht notwendig gewesen wäre, während mich Ruth und Christa kaum mehr losließen mit ihrer Geschichte über diese Gemeinschaft und ihrer jeweiligen Erfahrungen damit.Am Ende der Geschichte bekommt man noch einen kurzen Überblick über die tatsächlichen Fakten und erfährt was mit Paul Schäfer passiert ist, was hier leider in der Handlung selbst übergangen wird, obwohl man erfährt was aus der Colonia Dignidad wurde.Fazit: Eine wirklich aufrüttelnde Geschichte, die zeigt wie bestimmte Menschen ihre Gabe andere zu erreichen ausnutzen, um ihre eigenen Bedürfnisse nach Macht zu stillen. Beeindruckend schildert hier die Autorin die Geschichte von 2 jungen Mädchen, die durch ihre Verliebtheit in den Bann einer anfänglich harmlosen christlichen Gemeinschaft geraten und wie unterschiedlich sie diese nach einer gewissen Zeit wahrnehmen. Streckenweise ist die Geschichte etwas langatmig, was vor allem an Anne liegt, während Ruth und Christa einen emotional wirklich gefangennehmen. Schade fand ich, dass Christas Geschichte viel früher aufhört als gedacht, da dieser Zeitpunkt noch lange nicht das Ende ihres Leidensweges war. Man erfährt in dieser Geschichte auch nicht was mit Paul Schäfer passiert, sondern erst im Anhang dank der Autorin. Ansonsten eine großartige Geschichte, die über diese Kolonie aufklärt und informiert, sowie für Unglauben und Erstaunen sorgt, wie so etwas möglich sein kann.

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    • 2
  • wie ein Sommer ein ganzes Leben verändert

    Rabenfrauen
    miro76

    miro76

    In Rabenfrauen erzählt uns Anja Januleit die Geschichte zweier Freundinnen, Christa und Ruth, die in den späten 50er Jahren in den Bannkreis von Paul Schäfer, einem freikirchlichen Prediger, geraten. Während Ruth Pauls Methoden immer skeptischer gegenüber steht, zieht es Christa immer tiefer in den Kreis der Sekte. Die Liebe zu einem Mann bindet sie schließlich endgültig an diese Freikirche und sie verlässt Deutschland, um ihr Glück in Chile zu finden. Paul Schäfer und seine Freikirche erlangen als Colonia Dignidad traurige Berühmtheit. Ruth kann Christa ihr ganzes Leben lang nicht loslassen. Ihr Schicksal verfolgt sie bis ins hohe Alter und holt sie ein, als ihre Tochter Anna Freundschaft schließt mit einem Paar, das nach der Auflösung der Colonia Dignidad in Deutschland Frieden zu finden hofft. Die Gräuel, die die Menschen in dieser Sekte erleiden mussten sind schwer in Worte zu fassen und ich hatte befürchtet, dass mir die Lektüre dieses Buch schwer fallen könnte. Aber die Autorin beherrscht es perfekt, uns das Grauen in kleinen Dosen zu vermitteln, sodass es erträglich und die Spannung aufrecht bleibt. Der Roman wird nämlich aus drei Perspektiven erzählt. Um keine Verwirrung aufkommen zu lassen, werden drei verschiedene Schriftarten verwendet. Ruth erzählt uns die Geschichte ihrer Jugend, wie sie in die Fänge der Sekte gerieten, wie sie versucht hat Christa da wieder rauszuholen, aber auch ihre eigene Jugend und ihr Erwachsen-werden. Anna erzählt uns die Geschichte heute. Wie sie das deutsch-chilenische Paar kennenlernt und ihre Mutter damit konfrontiert und Christa erzählt uns ihre Geschichte ab dem Jahr 1961, als sie auf einem Schiff Europa verlässt. Schön langsam fügt sich alles in ein klares Bild und von Anfang an ist klar, dass noch irgendein Geheimnis in Ruth und Christas Freundschaft verborgen liegt. Anja Januleit serviert uns hier ein Stück Zeitgeschichte äußert spannend verpackt. Die Geschichte um Christa und Ruth macht den Roman sehr lebendig und man fiebert wirklich mit, mit den Protagonisten. Die Hintergründe der totalitären Sekte sind gut recherchiert und die Autorin hat sich das Gelände der Sekte selbst angesehen und konnte mit ehemaligen Mitgliedern der Colonia Dignidad sprechen. Rabenfrauen ist ein berührender Roman, der einen sehr nachdenklich werden lässt. Man fragt sich auch hier, wie es möglich ist, dass Menschen zu so etwas fähig sind und wie es möglich ist, so viel Leid zu ertragen. Die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwimmen hier sehr stark und auch dieser Konflikt wird im Buch angedeutet. Trotz dieser schwierigen Thematik ist dieser Roman leicht zu lesen, spannend von der ersten bis zur letzten Seite und absolut informativ. Die Grenze zu Trivialität und Effekthascherei wird nicht überschritten!

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    • 2
  • Bewegende und berührende Geschichte

    Rabenfrauen
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    29. June 2016 um 09:51

    In den 6oiger Jahren verlieben sich Christa und Ruth in den gleichen Mann: Erich lernen sie bei einer Ferienfreizeit einer Freikirche kennen. Beide sind fasziniert von diesem charismatischen Typ und Christa engagiert sich immer mehr in der Missionsarbeit der Gruppe und verlässt letztendlich Deutschland um mit Erich, Onkel Paul und Gleichgesinnten in Chile eine Gemeinde aufzubauen. Viele Jahre später versucht Anna, Ruths Tochter, nach dem Tod ihres Lebenspartners wieder Halt zu finden und lernt zufällig Menschen kennen, die zur „Colonia Dignidad“ gehörten und das weckt in Ruth die Erinnerung an ihre Freundin Christa und die Ereignisse des Sommers. Es ist unausweichlich, dass sie sich der Vergangenheit stellen muss. Erst in den letzten Jahren sind die schlimmen Vorgänge der Colonia Dignidad in Chile an die Öffentlichkeit gekommen. Viel zu lange stand diese „Mustersiedlung“ der deutschen Freikirchler unter dem Schutz beider Regierungen und deren Politikern. Man wollte nicht zu genau hinschauen, obwohl es schon lange Gerüchte über Missbrauch und Gewalt gab und Paul Schäfer, der Leiter der Sekte schon lange im Verdacht stand, die Gemeinde wie eine Strafkolonie zu leiten. Aber die Bilder von fröhlichen jungen Menschen in Dirndl und Lederhosen, die Volkslieder sangen, bestimmten in der Öffentlichkeit lange das Bild dieser Sekte. Die drei Hauptfiguren Ruth, Christa und Anna erzählen aus ihrer Sicht die Geschehnisse und das hat mich sofort in Bann gezogen. Es ist der Autorin gelungen, mit einem fast schon dokumentarischen Roman die Geschehnisse ans Licht zu holen. Wobei mir Christas Erinnerungen am stärksten unter die Haut gingen. Die Abhängigkeit an den charismatischen „Onkel Paul“ machte diese Sektenstruktur überhaupt erst möglich und nun kann ich verstehen, wie schwer es ist, sich daraus zu lösen. Mit der Beschreibung von Christa und Ruth, aber auch Anna, sind der Autorin wunderbare Frauenportraits gelungen, die lange im Gedächtnis bleiben und mich lange über die Lektüre hinaus beschäftigt haben. Dadurch war ich viel tiefer und emotionaler berührt, als es bei den sachlichen Berichte und Reportagen über die Colonia der Fall war, die zwar Entsetzen hervorriefen, aber so fern schienen. Die Mischung aus emotionaler Geschichte und dokumentarischen Einschüben hat mir gut gefallen. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und meine Gefühle mein Lesen nicht verbergen: Trauer, Rührung, Entsetzen – es ist mir unter die Haut gegangen. Dieses Buch wird noch lange in mir nachwirken und ich möchte es uneingeschränkt empfehlen. Nur noch ein Wort zum Titelbild, es fängt wunderbar die Stimmung des Sommers 1959 ein, in dem Alles seinen Anfang nahm.

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    • 3
  • In den Fängen einer Sekte

    Rabenfrauen
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    24. June 2016 um 14:39

    Christa und Ruth und Ruth sind beste Freundinnen und sie helfen für ein Taschengeld auf den Feldern. In der Nähe entsteht das Zeltlager einer Jugendfreizeit. Christa und Ruth verleiben sich beide in den attraktiven Erich. Am Ende dieser Zeit beschließt Christa Erich und der Glaubensgruppe unter der Führung von Paul Schäfer nach Chile zu folgen. Dort erlebte sie wahren Horror, denn die Bedingungen unter denen sie arbeiten mussten waren unmenschlich und grausam. Bei Ruth kommen auch wieder Erinnerungen an die Geschehnisse von damals hoch, als sich ihre Tochter Anne nach dem Unfalltod ihres Lebensgefährten Maximilian in ein kleines Haus dort in der Heide zurückzieht und Menschen begegnet, die vor Jahren mit der Colonia Dignidad zu tun hatten. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Christa, Ruth und Anne erzählt. Bisher hatte ich von dieser Sekte noch nichts gehört oder es vergessen. Es ist einfach erschütternd, wie die Führer solcher Sekten die Menschen locken und dann unter schlimmsten Bedingungen benutzen. Mir ist immer unverständlich, wie Menschen ihren eigenen Willen aufgeben und sich so dominieren und ausbeuten lassen. Aber der Autorin ist es sehr gut gelungen mit ihrer Geschichte zu schildern, wie man in eine solche Situation geraten kann und nicht mehr hinauskommt. Als Anne per Zufall auf Informationen im Nachlass von Maximilian stößt, lässt sie das Thema nicht los. Die Nachbarn wirken sehr seltsam. Ruth möchte verhindern, dass sich Anne weiter mit der Sache beschäftigt. Aber so nach und nach wird die Geschichte aufgedeckt. Die Charaktere sind sehr gut und vielschichtig dargestellt. Es ist ein Buch der ruhigen Töne, was das Geschehen umso beklemmender macht. Dadurch lässt einen die Geschichte auch nach Ende des Buches nicht los. Eine sehr emotionale Geschichte, die mich wirklich überzeugt hat.

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  • Heftige Geschichte über eine brutale Sekte und berührende Familiengeschichte zugleich

    Rabenfrauen
    Talitha

    Talitha

    21. June 2016 um 21:19

    Zum Inhalt: Als ihre Tochter Anne ihren Lebensgefährten Maximilian durch einen Unfall verliert und sie in das kleine Häuschen in der Heide, in Niedersachsen, in welchem Maximilian seinen Studien über Raben nachging, zieht, kommen bei Ruth unangenehme Erinnerungen an das Schicksalsjahr 1959 hoch, als ihre beste Freundin Christa sich einer dubiosen Religionsgemeinschaft anschloss, die später als die Sekte "Colonia Dignidad" in Chile bekannt (und berüchtigt) sein wird... Obwohl die Sekte und ihre Verbrechen in den letzten Jahren in den Medien auftauchte (wie ich nachgegooglet habe), habe ich sie nicht wirklich weiter beachtet, bis zu diesem Buch! Ich bin ehrlich erschüttert, was damals passiert ist und welche Auswirkungen diese brutalen Menschenfänger bis heute auf die betroffenen Familien haben. In dem Roman wird das Thema sehr gelungen dargestellt. Mit Anne folgt man einer ebenso ahnungslosen Frau, die eine Familie kennenlernt, welche genau aus dieser Sekte stammt. Auch die Verstrickungen der eigenen Mutter werden nach und nach deutlicher, indem die Gegenwart und die Erinnerungen der Mutter abwechselnd in Kapiteln erzählt werden. Dadurch bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend und interessant. Mein Fazit: Sehr gelungen! Ein wichtiges Buch über eine verbrecherische Organisation, deren Aufarbeitung noch nicht abgeschlossen ist und gleichzeitig eine packende Familien- und Freundschaftsgeschichte, die mich sehr berührt hat! Von mir eine vollste Leseempfehlung!

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  • Die grausame Wahrheit

    Rabenfrauen
    black_horse

    black_horse

    20. June 2016 um 23:17

    "Colonia Dignidad" - davon habe ich schon gehört. Aber außer, dass es sich um eine Sekte handelte, die in Chile einen eigenen Staat im Staat aufgebaut hat, wusste ich nicht viel darüber.Dieses Buch ist ein Roman, der die grausamen Fakten zu diesem dunklen Kapitel aufarbeitet. Er erzählt parallel in drei Handlungsebenen:Zum einen haben wir Anne, die in der Gegenwart nach dem plötzlichen Tod ihres Partners ehemaligen Mitgliedern der Colonia Dignidad begegnet und die dieses Thema nicht loslässt, nachdem sie sich informiert hat. Dann gibt es die Erinnerungen von Ruth (Annes Mutter) an die Zeit um 1960, als sie ihre beste Freundin Christa an die Freikirchler verlor. Es fing alles so harmlos an und endete in einer Katastrophe.Am schwersten zu ertragen sind die Erinnerungen von Christa, die mit vielen anderen Gläubigen dem Sektenführer Paul Schäfer 1961 nach Südamerika folgt und dort über viele Jahre schwere Arbeit unter unmenschlichen Bedingungen, unter Folter und seelischer Grausamkeit ertragen muss.Diese drei Geschichten wechseln sich in kurzen Abschnitten ab. So schaut man in die Gedanken und Erinnerungen dieser drei Frauen aus ganz unterschiedlicher Perspektive. Für diesen Roman hat die Autorin ganz offensichtlich sehr ausführlich recherchiert und es gelingt ihr sehr gut, die Fakten in Romanform zu gießen, so dass es spannend und berührend ist. Es ist wirklich unglaublich, wie lange die Colonia Dignidad unbehelligt ihre Grausamkeiten ausüben konnte, mehr als 30 Jahre!Gegen Ende des 2. Teils des Buches war ich mir ziemlich sicher, worauf die Handlung hinausläuft.Trotzdem kam mir das Ende zu schnell. Ich hätte gerne noch gelesen, wie die drei Protagonistinnen ihre Zukunft sehen.Interessant ist auch die Zusammenfassung der historischen Details zur Colonia Dignidad am Ende des Buches.Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, weil es der Autorin gelungen ist, ein schlimmes Kapitel der Geschichte so zu verarbeiten, dass der Leser die unmenschliche Wahrheit über diese Sekte vor Augen geführt bekommt und gleichzeitig tief ins Innere der drei Protagonistinnen blicken kann. Sehr berührend!

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  • Sehr, intensives, gefühlsvolles Buch

    Rabenfrauen
    marpije

    marpije

    16. June 2016 um 16:19

    Ruth und Christa zwei besten Freundinnen welche alles machen zusammen, im Sommer 1959 am Abenden nach den schweren, Feldarbeit genießen die beiden Erfrischung am Bach, dort kennen lernen sie Erich, ein schönen, jungen, selbstbewussten Mann. Sie verbringen zusammen viel Zeit in dem Zeltlager, Christa ist verliebt bis die beiden Ohren, sie will zusammen mit Erich nach Chile auswandern, Ruth zieht sich immer mehr zurück , sie spürt dass hier etwas nicht stimmt. Christa wandert mit die Glaubengemeinschaft  nach Chille , sie will dort mit Erich perfekte Leben führen, leider die Realität ist alles anders als perfekt, aber für Rückzug ist schon zu spät, sie erlebt die grausame Seite von die Glaubengemeinschaft. Das Buch ist sehr intensiv geschrieben mit sehr viel Emotionen, der Leser ist sofort in den Bahn von Geschichte gezogen, die Gefühle gehen immer tiefer, bei jeder, schlimmer Erlebnis ist mehr Angst spürbar, mehr Wut und mehr Verzweiflung. Die Geschichte erzählen drei verschiedene Personen auf drei Zeitebenem , das Klima im Buch ist düster, beklemmend, aber auch sehr emotional uns psychologisch. Die Wahrheit über die Sekte lässt uns nur noch der Kopf schütteln, dass so grausame Sachen noch heute finden statt und kluge, inteligente Leute lassen sich so manipulieren. Das Buch fesselnd uns bis zum letzte Seite, die Protagonisten sind sehr lebhaft und realistisch und die Schauplätze plastisch beschrieben. Die Geschichte bleibt noch länger im Kopf

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  • In den Fängen der Colonia Dignidad

    Rabenfrauen
    jenvo82

    jenvo82

    14. June 2016 um 17:41

    „Doch das Allerschlimmste war der Verrat an ihr und die Tatsache, dass ich ihr einfach nicht die Wahrheit gesagt habe damals. Denn vielleicht hätte die Wahrheit ja alles verändert.“ Inhalt Die beiden Freundinnen Christa und Ruth, helfen wie jedes Jahr beim Kartoffelkäfersammeln, um sich ihr Taschengeld aufzubessern, doch im Sommer 1959 lernen sie bei dieser Arbeit den attraktiven Erich kennen, der sie einlädt, mit ihm und seiner Ferienfreizeit nach getaner Arbeit einen schönen Abend zu verbringen. Die nächsten Wochen vergehen für beide wie im Flug und sie verlieben sich in den gleichen Mann. Während Ruth versucht, ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, nachdem sie mit Erich geschlafen hat, geht Christa voll und ganz in der Missionsarbeit der Gruppe auf und gesteht ihrer Freundin, dass sie sich unsterblich in Erich verliebt hat. Als die Gruppe um Paul Schäfer ihre Zelte abbricht, beschließt Christa, sich der christlichen Glaubensgemeinschaft anzuschließen und ein Leben mit ihrer großen Liebe zu führen. Doch schon bald ziehen dunkle Schatten auf, denn die Inhalte der Sekte, die später nach Chile auswandert und sich dort Colonia Dignidad nennt, sind menschenverachtend und grausam. Doch als Christa das endlich erkennt, ist es für sie selbst zu spät … Meinung Dieser Roman konnte mich auf ganzer Linie begeistern, denn er führt den Leser tief in die Thematik einer fanatischen Glaubensgemeinschaft ein und zeigt am Beispiel von zwei jungen Frauen, wie schmal der Grat zwischen Entkommen und Gefangensein verläuft. Angefangen vom langsamen Abdriften in den Halt einer Sekte, bis zum Erkennen der bitteren Realität. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart entwirft die Autorin das Bild einer grausamen Sekte, deren Grundsätze von absoluter Arbeitsausbeute bis hin zu Körpermisshandlung manifestiert sind. Und deren selbsternannter Anführer Paul Schäfer, eine Gruppe von ca. 300 Menschen dazu bringt, ihr „normales“ Leben aufzugeben und alle Brücken hinter sich abzubrechen um in Chile einen totalitären Staat einzurichten, in dem Überwachung, Verfolgung und Gewalt an der Tagesordnung sind. Besonders gut gefallen hat mir die Schilderung aus drei Erzählperspektiven, die man sehr gut auseinanderhalten kann und die intensive, interessante und informative Erzählweise, die stellenweise an ein Sachbuch erinnert. Anja Jonuleit hat hier ein bewegendes deutsches Thema aufgegriffen und mit biografischen Erfahrungsberichten und einer gut recherchierten Geschichte kombiniert. Fazit Ich vergebe 5 Lesesterne und eine absolute Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach einem abwechslungsreichen Roman, mit nicht ganz alltäglicher Handlung sind und die sich für Geschichte aber auch für das Menschsein ganz allgemein begeistern können. Dieser Roman greift Themen wie Zugehörigkeitsgefühl und Zusammenhalt genauso auf, wie die Entfremdung von Menschen und Glaubensgrundsätzen und die Unwiderruflichkeit einer Fehlentscheidung. Spannend, informativ und ehrlich!  

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    • 10
  • Ein Sommer, der alles verändern soll

    Rabenfrauen
    AngiF

    AngiF

    12. June 2016 um 20:21

    Im Sommer 1959 erhält das fiktive Dörfchen Grösitz Besuch von einem christlichen Zeltlager. Die Gemeinschaft wird geleitet von einem gewissen Paul Schäfer. Die Mädchen Ruth und Christa aus dem Ort kommend, fühlen sich gleich angezogen von einem der Mitglieder, dem charismatischen Erich. Letztendlich verlieben sich die Freundinnen nahezu gleichzeitig in den jungen Mann. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren Ruth und Christa gegenseitige Eifersucht und Lügen sowie Heimlichkeiten. Doch etwas weitaus Schlimmeres soll ihrer beider Leben schließlich entscheidend verändern. Ich muss zugeben, dass mich dieses Buch zunächst einmal sprachlos zurück gelassen hat. Das Schicksal der Menschen, die ihr Leben in der Colonia Dignidad unfreiwillig verbringen mussten, geht mir nahe und wird mich bestimmt noch eine Weile beschäftigen. Sicher hatte ich vorab durch die Berichterstattung der Presse von der Psycho-Sekte gehört, mich aber bisher nicht näher mit dem Thema auseinander gesetzt. Der Autorin Anja Jonuleit ist es gelungen, die fiktive Geschichte ihres Buches „Rabenfrauen“ perfekt in das tatsächlich Geschehene, in die wirklichen geschichtlichen Ereignisse, hinein zu verweben. Der Roman ist in drei Erzählsträngen angelegt. Anja Jonuleit lässt dabei abwechselnd ihre drei weiblichen Hauptfiguren zurück blicken. Alle drei sind durch ihre Schicksale und Familien mit der Colonia Dignidad verstrickt. Durch die verschiedenen Stränge steigert die Autorin die Spannung und Dramatik der brisanten Story noch einmal mehr. Satzbau und Sprache der Autorin sind brillant, ihr Schreibstil ist faszinierend. Mich hat Anja Jonuleit von der ersten bis zur letzten Seite mitnehmen und fesseln können; ich musste das Buch einfach in kürzester, möglicher Zeit durchlesen, so sehr hat mich das Schicksal der Protagonisten beeindruckt. Nur zu gerne vergebe ich dem Buch seine mehr als wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es unbedingt weiter an Leser, die Familiengeschichten vor einem tatsächlichen, geschichtlichen Hintergrund lieben. Besonders aufmerksam machen möchte ich zudem auch auf den Film aus dem Jahre 2015 „Colonia“, verfilmt von Florian Gallenberger, durch den man noch einmal tiefere Einblicke und zusätzliche Bilder in das Leben der Sekte, erhält. http://angisbuecherkiste.blogspot.se/2016/06/rabenfrauen-von-anja-jonuleit.html

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