Sie ist die Julia Engelmann Spaniens, wo sie mit ihren Gedichten und ihrem ersten Roman hohe Auflagen erreichte: Elvira Sastre. Ihre Gedichte (übersetzt von Anja Rüdiger) drehen sich um Liebe, Personal Growth, Ängste und Hoffnungen, Freundschaft und Jungsein.
Gegen all diese Themen ist nichts einzuwenden. Womit ich mich aber schwertue: dem zwar durchaus in die Tiefe gehenden, aber eher erläuternd wirkenden Ton; als wäre das Verhandelte kein Erleben, sondern ein Verfahren, eine Prozedur, die man Punkt für Punkt beschreiben könnte/muss.
Es scheint, daß viele Leute genau nach einer so gearteten Poesie suchen, zumindest kommt sie mir sehr oft unter. Gedichte, Slams und Songtexte, die einen an der Hand nehmen, erklären wie es so ist mit dem Leben, in einfachen Worten; guidance statt Geheimnis, Klarheit statt Komplexität. Aber kann man Gefühle so einfach herunterbrechen, durchdeklinieren?
Diese Gedichte stoßen, so scheint es, vor ins Leben, aber bei mir tut sich der Eindruck auf, dass sie sich eher auf eine saubere Ausdeutung zurückziehen, Chaos nur vorschützen und eigentlich Ordnung zelebrieren. Und genau in diesem Unterschied verläuft für mich der schmale Grat zwischen Poesie und Kalenderspruch. Wobei ich nicht weiss, wohin ich Sastre ordnen sollte.
Anja Rüdiger
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Der schönste Grund, Briefe zu schreiben
Alle Bücher von Anja Rüdiger
Keinen Eintrag gefunden.
Neue Rezensionen zu Anja Rüdiger
INHALT
Nagore ist 40 und mittellos, als sie als Servicekraft im Katzencafé der Japanerin Yumi anfängt. Hier inmitten von Katzen findet die einstige Galeristin nach ihrem Eheaus eine neue Heimat und Lebenssinn. Obschon Nagore Angst vor Katzen hat, beginnt sie Tag für Tag die kleinen Fellnasen mehr in ihr Herz zu schließen. Es sind die unterschiedlichen Charaktere der Katzen, die sie beschäftigen und ihr auf geheimnisvolle Weise zum Lebensglück verhelfen.
MEINUNG
Die Geschichte der spanischen Autorin Anna Sólyom besitzt ihre eigene, fast schon meditative Dynamik. Es sind nämlich die Katzen, die den Takt und damit das Tempo angeben. Während der Lektüre entspannt man sich unweigerlich und muss über die kleinen Eskapaden der Katzen schmunzeln. In Kombination mit der heimeligen Caféatmosphäre ist dieser Roman ein wahres Kleinod für Katzenfans. Dabei spielt der Handlungsort Barcelona so gut wie keine Rolle. Die Katzen und Nagores Transformation stehen im Fokus. Sprachlich rangiert der Text auf einem einfachen, d.h. leicht verständlichen Niveau. Das führt dazu, dass ich das Buch in nicht einmal zwei Tagen durchgelesen habe.
FAZIT
Ein beruhigender Roman über das heilsame Beisammensein von Mensch und Tier, den man einfach gelesen haben muss.
Was recht amüsant als vielversprechende Culture-Clash-Komödie beginnt, endet in einem Bad von Klischee und Kitsch.
Die etwas distanzierten, satirischen Beobachtungen und Kommentare, gespickt mit Anspielungen aus der Literaturszene, lassen angenehme Unterhaltung erwarten, nicht abgehoben, aber auch nicht allzu flach… Man erwartet eine Art Krimi, die Suche nach einem englischen Schnösel in Spanien, parallel dazu die Geschichten der fünf Frauen, die um ihre Jobs bangen.
Gerade wenn man glaubt, dass die Story Fahrt aufnimmt, beginnt sie auf der Stelle zu treten, indem sie ein paar Nebenschauplätze einbaut (und leider zu viele Personen, denen die Autorin nicht mehr gerecht werden kann), bis dann der Krimi ganz plötzlich mit einem Geständnis abbricht, ohne dass es zu nennenswerten Ermittlungen gekommen wäre. Ruckartig wechselt die Thematik, indem sie nun einen Nebenschauplatz zum Hauptdrama macht und gleichzeitig zwei schmalztriefende Lovestories ausbreitet. Das alles geht einher mit einem Handlungschaos, das völlig ausartet und in billigsten Slapstick abgleitet: Ohnmachtsanfälle, Brechattacken, Auftauchen von Personen zur falschen Zeit am falschen Ort, Missgeschicke und Missverständnisse en masse - und jeder spielt seine Rolle unverändert durch bis zuletzt, von der heißblütigen „Zigeunerin“ bis zur stocksteifen englischen Upper-Class-Lady. Die männliche Hauptperson wandelt sich zwar - vom distinguierten englischen Gentleman zum rauen Flamenco-Gitarristen - aber das wiederum geht so schnell, dass es nicht als Entwicklung, sondern als willkürlicher Akt der Autorin herüberkommt, die dem Leser ihr Anliegen mit dem Dampfhammer vermitteln will: spanische Lebenslust schlägt britische Spießigkeit. Ebenfalls sehr gewollt wirkt der Twist von einem „Geheimnis“ der Großmutter zu einem anderen, beide arg weit hergeholt. Die letzten fünfzig Seiten dann gleiten völlig in Heile-Welt-Gefühlsduselei ab: ein Happy End reicht nicht, es muss auch noch ein Wunder sein… Da war ich aber schon längst raus…
PS.: So literarisch gebildet sich die Autorin auch gibt: in die „erotische Bibliothek“ zwischen Nabokov und Henry Miller gehört ganz sicher nicht T.E. Lawrence (von Arabien), sondern D. H. Lawrence, der Autor von Lady Chatterley. Nicht mal dem Lektorat ist dieser Lapsus aufgefallen.






